Arbeitsblatt: Liebe, Sex, Verhütung

Material-Details

Fächerübergreifende Unterrichtsmappe zu Liebe und Sexualität für Sek 1
Biologie
Fortpflanzung / Entwicklung
8. Schuljahr
88 Seiten

Statistik

33899
2396
226
01.02.2009

Autor/in

boleta (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Liebe, Sex und Verhütung www.condomi.com Eine fächerübergreifende Unterrichtsmappe zum Thema Sexualität und Aufklärung für die Sekundarstufe CARE LINE Bildung Erziehung Gesundheit Impressum Service Die Geschichte der Verhütung www.bzga.de www.dgg-ev-bonn.de www.planet-wissen.de www.aidsinfo4u.de www.proverhuetung.de Die Geschichte des Kondoms www.kondome-versand.de www.heute.de www.gesetzesweb.de www.bibel-forum.de www.schaepp.de www.vinico.com Geschlechtsorgane www.vomerwachsenwerden.de www.medizinfo.de www.onmeda.de www.g-netz.de www.susas.de www.pipepa.ch Menstruation www.vomerwachsenwerden.de www.netdoktor.de www.netdoktor.at www.urbia.de Herausgeber: Verlag: Projektleitung: Autor: Redaktion: Fachliche Beratung: Lektorat: Layout und Satz: Illustrationen: Bildmaterial: Druck: condomi health international GmbH Venloer Straße 251 50823 Köln CARE-LINE Verlag GmbH Fichtenstraße 2 82061 Neuried Sandra Wolf Manfred Putz Dr. Inge Pett Prof. Dr. Lothar Staeck, TU Berlin Andrea Klepper, Eva Christian Grafikstudio Daniel Foerster Peter Kornherr condomi health international, CUBESTOCK, PhotoCase.com Heichlinger Druckerei, Garching 1. Auflage 2006, CARE-LINE Verlag GmbH Empfängnisverhütung www.abtreibung-web.de www.aufklaerungshomepage.de www.planet-wissen.de www.denic.de www.schwanger-in-not.de www.familienhandbuch.de mondkugel.de www.laralove.de www.lovegame.ch/ frauen.qualimedic.de/ Sex ohne Angst www.gyn.de www.machsmit.de AIDS www.teachsam.de www.onmeda.de www.dooyoo.de www.gyn.de www.schwanger-in-essen.de www.profamilia.de www.machsmit.de Kondome und Kirche www.kreuz.net www.junge-mutter-mit-kind.de/ www.a-site.at islam.de www.ekd.de www.rpi-virtuell.net www.lpb.bwue.de service.spiegel.de www.weltbevoelkerung.de/ Bin ich schwanger? www.elternimnetz.de fragdeinenarzt.blogs.com www.wdr.de/tv/daheimundunter wegs/sprechstunde www.learnline.de dervinschger.it www.sign-project.de www.wdr.de/tv www.babyclub.de Schwangerschaftsabbruch www.babyzimmer.de www.abtreibung.de www.junge-mutter-mit-kind.de/ www.weltbevoelkerung.de/ Von der Eizelle zum Kind www.embryology.ch www.bkkgesundheit.de/ratgeber/ schwangerschaft/ www.eltern.de www.schwangerschaft.de/ www.webfamilie.at www.hilfe-ichbinmutter.de/ www.aerzte-zeitung.de www.babyclub.de www.rund-ums-baby.de/ www.destatis.de www.familienplanung.de/ Sexuelle Belästigung www.praevention.org www.frauenfuerfrauen.org www.dpolg.de Online-Tests www.vomerwachsenwerden.de premium.netdoktor.com www.embryology.ch www.lovegame.ch/ Info-Seiten Lexika Beratungsstellen fragdeinenarzt.blogs.com www.abtreibung.de 9monate.qualimedic.de/ www.junge-mutter-mit-kind.de/ www.sign-project.de www.geburtstermin.de/mutterschutzgesetz.html www.aerzte-zeitung.de www.babyclub.de www.schwanger-in-bayern.de/ www.vinico.com Eisprungkalender 9monate.qualimedic.de/ www.babyclub.de Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für die Inhalte der angegebenen Seiten. Liebe, Sex und Verhütung Eine fächerübergreifende Unterrichtsmappe zum Thema Sexualität und Aufklärung für die Sekundarstufe Inhaltsverzeichnis Seite Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Informationen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Lernen mit Mindmaps . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Empfohlen für die Klasse 7 8 9 10 4 5 6 Die Geschichte der Verhütung Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 01: Verhütung – früher und heute (1). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 02: Verhütung – früher und heute (2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 03: Diktat: Gegen Schwangerschaft ist ein Kraut gewachsen. . . . . . . . . . . 7 8 9 10 x x x 11 12 13 14 15 16 17 x x x 18 19 20 x x x 21 23 24 25 26 x x x x x x x x x x x 32 34 35 36 37 38 39 x x x x x x 40 42 42 43 44 45 46 47 48 49 50 x x x x x x x x x x Die Geschichte des Kondoms Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 04: König Minos und das Kondom – eine Zeitreise . . . . . . . . . . . . . . . Geschlechtsorgane Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Lösungsblatt für Lehrer zu KV 06 und KV 07 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 05: Männliche und weibliche Geschlechtsorgane . . . . . . . . . . . . . . . KV 06: Primäre Geschlechtsmerkmale des Mannes . . . . . . . . . . . . . . . . KV 07: Primäre Geschlechtsmerkmale der Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . Menstruation Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 08: Alle „Tage wieder – die Menstruation . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 09: Fruchtbare und unfruchtbare Tage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Empfängnisverhütung Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 10: Wenn es dazu kommt – Methoden der Empfängnisverhütung . . . . . . . . KV 11: Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 12: Kriterienkatalog der BZgA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 13: Fallbeispiel mit Rollenspiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sex ohne Angst Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 14: Sex ohne Angst – Kondome schützen . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 15: Wie benutze ich ein Kondom?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 16: Kondome schützen – auch vor Geschlechtskrankheiten (1) . . . . . . . . . . KV 17: Kondome schützen – auch vor Geschlechtskrankheiten (2) . . . . . . . . . . 27 28 29 30 31 AIDS Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 18: AIDS – ich kann mich schützen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 19: Begriffsklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 20: AIDS – wie kann ich mich schützen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 21: Stationenlernen (1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 22: Stationenlernen (2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 23: Gedanken zum Schluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kondome und Kirche Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 24: Kondome und Kirche – ist Verhütung unmoralisch? . . . . . . . . . . . . . Die Standpunkte der Religionsgemeinschaften im Vergleich (1) . . . . . . . . KV 25: Die Standpunkte der Religionsgemeinschaften im Vergleich (2). . . . . . . . . KV 26: Die Standpunkte der Religionsgemeinschaften im Vergleich (3). . . . . . . . . KV 27: Die Standpunkte der Religionsgemeinschaften im Vergleich (4). . . . . . . . . KV 28: Geburtenkontrolle, Empfängnisverhütung und AIDS-Prävention . . . . . . . . KV 29: Katholische Kirche und Empfängnisverhütung (1) . . . . . . . . . . . . . . KV 30: Katholische Kirche und Empfängnisverhütung (2) . . . . . . . . . . . . . . KV 31: Katholische Kirche und Empfängnisverhütung (3) . . . . . . . . . . . . . . KV 32: Katholische Kirche und Kondome – aktuelle Pressestimmen . . . . . . . . . 2 Inhaltsverzeichnis Seite Empfohlen für die Klasse 7 8 9 10 Bin ich schwanger? Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 33: Bin ich schwanger – wie erkenne ich eine Schwangerschaft? . . . . . . . . . KV 34: Anzeichen einer Schwangerschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 35: Der Schwangerschaftstest. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 52 53 54 x x x 55 57 58 59 60 x x x x 61 62 63 64 x x Schwangerschaftsabbruch Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 36: Heißes Eisen – Schwangerschaftsabbruch Allgemeine statistische Erhebungen (1) KV 37: Allgemeine statistische Erhebungen (2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 38: Die rechtliche Situation in Deutschland (1) . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 39: Die rechtliche Situation in Deutschland (2) . . . . . . . . . . . . . . . . . Experimente mit Kondomen Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 40: Experimente mit Kondomen (1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 41: Experimente mit Kondomen (2). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 42: Experimente mit Kondomen (3). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bonusmaterial auf der CD: Von der Eizelle zum Kind Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 43: Das Wunder des Lebens – wann beginnt Leben? . . . . . . . . . . . . . . KV 44: Die Blastogenese Die Embryonalperiode (3-10. Schwangerschaftswoche) . . . KV 45: Die Fetalperiode (ab 10. Schwangerschaftswoche) . . . . . . . . . . . . . 65 66 67 68 x Und wenn es doch passiert? Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 46: Und wenn es doch passiert – warum werden Teenager schwanger?. . . . . . KV 47: Warum werden Teenager schwanger? – Ursachenforschung . . . . . . . . . KV 48: Wo finde ich Hilfe? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 71 72 73 x x Sexuelle Belästigung Didaktische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 49: Was ist sexuelle Belästigung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . KV 50: Was sagt der Gesetzgeber? – Das Beschäftigtenschutzgesetz . . . . . . . . KV 51: Was sagt der Gesetzgeber? – Sexueller Missbrauch. . . . . . . . . . . . . 74 75 76 77 x Verhütungsmethoden Tabellarische Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Qualität, Sicherheit und Normen Herstellung und Prüfkriterien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 Audiodatei: Kardinalfragen Interview mit Kardinal Sterzinsky Rapprich, Jasmin Sandkühler, Wendelin: Kardinalfragen. In: Redaktion und Alltag vom 20. 05. 2006. Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung bpb, Bonn 2006 3 Vorwort Wir leben in einem aufgeklärten Zeitalter und in einer sexualisierten Gesellschaft. Dennoch steigt die Zahl der Teenagerschwangerschaften stetig an. Immer mehr junge Mädchen treiben ab. In den letzten zehn Jahren ist in Deutschland die Abtreibungsquote bei Mädchen unter 18 Jahren um über 60 gestiegen. Parallel dazu erreichte die Zahl minderjähriger Mütter mit rund 14.000 im Jahr 2005 neue Rekordwerte. So verwundert es nicht, dass beim ersten Sex fast 18 der Jugendlichen keine Verhütungsmittel benutzen. Auch die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland nimmt nach Jahren der Stagnation wieder deutlich zu. Vor diesem Hintergrund soll die vorliegende Unterrichtsmappe rund um das Thema Sexualität und Aufklärung die sichtbar werdenden Wissens- und Kommunikationslücken schließen. Die Unterrichtsmaterialien sind so beschaffen, dass sie sich an den Bedürfnissen der Heranwachsenden orientieren und sie bei ihren eigenen Problemen abholen. Sie müssen sich mit Scham- und Schuldgefühlen auseinandersetzen, haben Angst vor ungewollter Schwangerschaft und sind noch unerfahren in der Anwendung von Verhütungsmitteln. Die Unterrichtsvorschläge liefern nicht nur Informationen, sondern regen das offene und ernsthafte Gespräch an, das trotz aller Aufklärung unter jugendlichen Sexualpartnern viel zu selten geführt wird. Die Mappe fühlt sich einer emanzipatorischen und ganzheitlichen Sexualerziehung verpflichtet, die neben Fachwissen auch Emotionalität – z. B. Empfindungen zulassen – und Sozialität – z. B. zur Kommunikation bereit sein – vermitteln möchte. Die Materialien sind fächerübergreifend für die 7. bis 10. Klassenstufe konzipiert, so dass die angebotenen Unterrichtsideen nicht nur im Biologieunterricht, sondern gleichermaßen z. B. im Deutsch-, Geschichts-, Chemie- und Ethikbzw. Religionsunterricht thematisiert werden können. Prof. Dr. Lothar Staeck Technische Universität Berlin Geisteswissenschaftliche Fakultät Fachgebiet Didaktik der Biologie 4 Informationen Gliederung Die Unterrichtsmaterialien sind in 11 fächerübergreifende Unterrichtseinheiten gegliedert. Biologische und anatomische Aspekte werden ebenso berücksichtigt wie moralisch-ethische Bereiche. Drei weitere Unterrichtseinheiten und zusätzliches Bonusmaterial finden Sie auf der beigefügten CD. Didaktische Hinweise Jeder Themenbereich enthält in knapper Form didaktische Hinweise zum Unterricht. In den didaktischen Hinweisen werden die Lernziele der jeweiligen Unterrichtseinheit beschrieben, Anregungen für den Einsatz der Arbeitsblätter gegeben und Vorschläge für die Unterrichtsgestaltung und ggf. Lösungsvorschläge gemacht. Kopiervorlagen Alle stofflichen Seiten der Mappe dienen als Kopiervorlagen zur Ausgabe an die Schüler. Die angebotenen Arbeitsblätter sind in verschiedenen Unterrichtsphasen fächer- und themenübergreifend einzeln oder im Verbund einsetzbar. Sie sind als Informations- und Schülerarbeitsblätter konzipiert. Die Arbeitsaufträge regen zur leistungsdifferenzierten Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit an. Einige der Arbeitsblätter sind so angelegt, dass die Schüler ihre Rechercheergebnisse eintragen und präsentieren können. Ausgewählte Bereiche der Unterrichtsmappe bieten darüber hinaus Anregungen zu Projekten. Adressen, Literatur- und Medientipps Als Hilfestellung finden Sie unter der Rubrik „Service am Ende der Mappe Adressen von Organisationen und Institutionen, Internetlinks sowie Literatur- und Medientipps. Alle in dieser Mappe enthaltenen Unterrichtsmaterialien können Sie auch im Internet downloaden unter www.condomi.com und www.care-line.de oder direkt beim CARE-LINE Verlag bestellen. Hinweis: Kondome in 1er-Packungen mit Beipackzettel oder separate Beipackzettel können kostenlos unter folgender Adresse angefordert werden: condomi health international GmbH Venloer Straße 251 50823 Köln Bitte beachten Sie, dass nur Bestellungen auf offiziellem Schulpapier berücksichtigt werden können. Die Lieferung erfolgt ausschließlich an die Schuladresse. Autoren Die Verfasser der Unterrichtsmaterialien sind praktizierende Lehrer aus den jeweiligen Fachrichtungen und erfahrene Lehrbuchautoren. Einsetzbarkeit der Unterrichtsmaterialien Die vorliegenden Unterrichtsmaterialien wurden für den Unterricht in der Sekundarstufe entwickelt. Die Arbeitsblätter können in den Klassen 7 bis 10 lehrplanspezifisch verwendet werden. Die Empfehlungen hinsichtlich der Einsetzbarkeit der Unterrichtseinheiten in den einzelnen Jahrgangsstufen sollen Ihnen zur besseren Orientierung dienen. Jede Unterrichtseinheit kann jedoch, je nach Schulart und Leistungsstand der Klasse, individuell angepasst bzw. ergänzt werden. Die Mappe will den natur-, sozial- und geisteswissenschaftlichen Unterricht an Ihrer Schule unterstützen und eignet sich für fächerübergreifende Themen sowie den projektbezogenen Unterricht. 5 Lernen mit Mindmaps Eine Mindmap bzw. Mind-Map (auch Gedankenkarte engl. mind Gedächtnis, Gedanke map Landkarte) ist eine grafische Darstellung, die Beziehungen zwischen verschiedenen, thematisch zusammenhängenden Begriffen aufzeigt. Erfunden wurde sie in den 1960er Jahren von Tony Buzan. Das zu bearbeitende Thema wird in einer Mindmap zentral, d.h. in der Blattmitte genannt und möglichst genau formuliert, bzw. als Bild dargestellt. Nach außen verzweigen sich in hierarchischer Rangfolge verschiedene Hauptäste (Hauptkapitel) mit weiteren Unterästen (Unterkapitel) mit den entsprechenden stichpunktartig genannten Informationen (oft nur ein Wort). Bei der Erstellung sollten Farben und Bilder benutzt werden, um der kreativen, gesamtheitlichen Arbeitsweise des Gehirns gerecht zu werden. Eine Mindmap sollte im Idealfall auf einen Blick erfasst und wiedergegeben werden können. Beispiel: Mindmap zur Planung der vorliegenden Unterrichtsmappe Neuzeit Textarbeit Mittelalter Antike Geschichte der Verhütung König Minos CONDOMI Beginn des menschlichen Lebens Projektvorschlag Phasen der Entwicklung Von der Eizelle zum Kind Katholische Sichtweise Desubstantivierung Geschichte des Kondoms Dr. Condom Zeitleiste Substantivierung Diktat Fallbesipiel Projektvorschlag Islamische Sichtweise Katholische Kirche Evangelische Kirche Blastogenese Fetalperiode Zeitleiste Christentum Allgemeine Hinweise Judentum Experimente Religionsgemeinschaften im Vergleich Islam Dehnbarkeit Berstdruck Kirchen Hinduismus Mechanische Belastungen Budhismus Weitere Ansteckungsgefahren Geburtenkontrolle Schutz AIDS-Prävention Krankheit Empfängnisverhütung HI-Virus Aktuelle Pressestimmen AIDS Umgang mit Infizierten Begriffsklärung Stationenlernen Fallbeispiel Informationswand Entscheidungshilfe Kriterienkatalog Gedicht Empfängnisverhütung Natürliche Methoden Mechanische Methoden Präsentation Projektvorschlag Grundlagen Verhütungsmethoden Fallbeispiel Chemische Methoden Anzeichen einer Schwangerschaft Projektvorschlag Bewertung von Online-Ratgebern Unterrichtsmappe Condomi Schwangerschaftstest Kennzeichen Schwangerschaft Veränderungen im Alltag Mann Sekundäre Geschlechtsmerkmale Ungewollte Schwangerschaft Tertiäre Geschlechtsmerkmale Überblick Primäre Geschlechtsmerkmale Sekundäre Geschlechtsmerkmale Geschlechtsorgane Frau Tertiäre Geschlechtsmerkmale Funktion Menstruation Weibliche Geschlechtsorgane Männliche Geschlechtsorgane Fruchtbare Tage Unfruchtbare Tage Funktion Lückentext Fallbeispiel Wahl des Verhütungsmittels Schwangerschaftsabbruch Verhütungsmittel im Vergleich Richtiger Umgang mit Kondomen Syphilis Hepatitis § 219 StGB Projektvorschlag Info-Wand Sex ohne Angst Kondome schützen Gonorrhö Hepatitis § 218 StGB Rechtslage Überblick: Die Geschlechtskrankheiten Fallbeispiel Hepatitis Hepatitis Ungewollte Schwangerschaft Interview Statistische Grundlagen Ursachenforschung Das richtige Verhütungsmittel Projektvorschlag Beratungsstellen Verhütungsmittel Begriffsklärung Das Beschäftigtenschutzgesetz Sexueller Missbrauch Nein heißt nein ich kann mich wehren Vorteile Sexuelle Belästigung Verhütung auf einen Blick Nachteile Kosten Projektvorschlag Verfügbarkeit Bonusmaterial Eignung Qualität und Sicherheit Kardinalfragen 6 HCG-Test Urin-Test Primäre Geschlechtsmerkmale Prüfkriterien für Kondome Interview mit Kardinal Sterzinsky Umfrage Die Geschichte der Verhütung Didaktische Hinweise Empfohlen für die Jahrgangsstufen 7 – 10 (Fachbereich Deutsch) Lernziele und Methoden Die Schüler erfahren, dass die Verhütung eine lange Geschichte hat und lernen historische Personen und Zusammenhänge kennen. Durch Exzerpieren des Textes festigen sie ihre Kenntnis der geschichtlichen Grundlagen und erhalten Impulse für Referate. Textbezogenes Arbeiten übt Texterfassung und Textwiedergabe sowie -gestaltung ein. Darüber hinaus beherrschen sie die Regeln zur Substantivierung und Desubstantivierung. • Wie haben sich die Verhütungsmethoden im Laufe der Zeit verändert? Einblick in die geschichtliche Entwicklung der Verhütung • Textarbeit: Textverständnis und Textwiedergabe • Referatgestaltung zu historischen Personen • Diktat: Substantivierung von Adjektiven, Desubstantivierungen Vorschlag zur Unterrichtsgestaltung • Einstieg Textbegegnung „Geschichte der Verhütung Text als Gesprächsanlass • Zielfrage: Wie haben sich die Verhütungsmethoden im Geschichtsverlauf verändert? • Erarbeitung der Teilziele 3. Teilziel Die Schüler erproben die Substantivierung und Desubstantivierung an einem ausgewählten Beispiel. Das Diktat kann sowohl als Prüfungsdiktat als auch in Form eines Übungsdiktats in Partner- oder Gruppenarbeit bearbeitet werden. Die Schüler sollten folgende Regeln beherrschen: – Substantivierung von Adjektiven: Adjektive können durch Anhang der Nachsilben (Suffix) -heit und -keit in Substantive umgewandelt werden. Dabei werden die Eigenschaften der Substantive beibehalten: Artikelfähigkeit, Deklinierbarkeit, Attribuierbarkeit, Großschreibung. Hinweis: Dieser Rechtschreibfall ist auch im Zusammenhang mit Verben anwendbar. – Desubstantivierung von Zeitangaben: Durch das Anhängen der Endung –s wird das Substantiv zum Adverb: Wochentage Mittwoch – mittwochs, Montag – montags; Feiertag – feiertags. 1. Teilziel Die Schüler erkennen, dass die Empfängnisverhütung keine Erfindung der Neuzeit darstellt, sondern eine lange Tradition aufweist. Es bietet sich an, die Inhalte des Textes in Form einer Zeitleiste darzustellen. 2. Teilziel Die Schüler erarbeiten eine Gliederung des Textes. Durch das Finden von Teilüberschriften und/oder die Zusammenfassung der Absätze nehmen die Schüler den Text inhaltlich auf. Die personenbezogene Recherche vertieft das Grundwissen und erleichtert den themenbezogenen Unterricht der folgenden Unterrichtseinheiten. In einem Referat sichern und vertiefen die Schüler das Erlernte. Die Arbeitsaufträge 5 – 10 sind einer Prüfung zum Qualifizierenden Hauptschulabschluss (Fachbereich Deutsch) in Inhalt und Anspruch nachempfunden. Lösung KV 02 AA 6: Historie; flexibel; Popularität; akademisch; spekulieren; rekonstruieren. 7 Die Geschichte der Verhütung KV 01 Name: Klasse: Datum: Verhütung – früher und heute (1) Ob Kondom, Pille oder Spirale – Verhütungsmethoden gibt es viele. Doch wie ein Blick in die Geschichte zeigt, ist Verhütung keine Errungenschaft unserer Zeit. Seit Jahrtausenden versuchen die Menschen, die Natur zu überlisten. Schon im alten Rom und im antiken Griechenland kannten Liebespaare Tricks und Mittel, die Empfängnis beim Liebesspiel zu verhindern. Leider lässt sich die Historie der Verhütung nur bedingt rekonstruieren. Mit ziemlicher Sicherheit darf man wohl behaupten, dass Frauen schon seit jeher versuchten, unerwünschte Schwangerschaften zu vermeiden. Welche Methoden sie jedoch vor Jahrtausenden anwandten, darüber lässt sich nur spekulieren. Erst die schreibfreudigen Ägypter hinterließen schriftliche Quellen zum Thema Verhütung. Während die Ägypterinnen vor knapp viertausend Jahren Algen, Gräser, Wurzeln oder zerstoßene Granatapfelkerne in die Vagina einführten, probierten Griechinnen und Römerinnen es mit in Olivenöl, Zedernharz oder Alauntinktur getränkten Baumwollbällchen. Granatapfel Der legendäre König Minos von Kreta benutzte angeblich um 1200 v. Chr. das erste aus einer Ziegenblase gefertigte Kondom. Giacomo Casanova (1725 – 1798), der wohl bekannteste Herzensbrecher aller Zeiten, berichtet in seinen Aufzeichnungen von halbierten Zitrusfrüchten, die über den Gebärmutterhals gestülpt wurden – eine Methode aus antiken Zeiten. Aber auch Kondome waren dem Italiener nicht fremd. Zu Casanovas Zeit wurden diese noch von Hand gefertigt und waren aus Leinen, wobei die Luxusausführungen mit Samt und Seide gefüttert wurden. Selbstverständlich wurden diese Kondome mehrfach benutzt, gesäubert, getrocknet und gegebenenfalls mit Knochenleim und Tierdarm repariert. Der Name „Kondom stammt vermutlich vom englischen Arzt Dr. Condom, der gegen Ende des 17. Jahrhunderts am Hof des Königs Charles II. für seine Empfehlung, aus Hammeldärmen gefertigte Verhütungssäckchen zu benutzen, zum Ritter geschlagen wurde. Er trug damit erheblich zur Eindämmung der zu dieser Zeit grassierenden Geschlechtskrankheit Syphilis bei. 8 Giacomo Casanova 2. 4. 1725 in Venedig, † 4. 6. 1798 in Dux (Böhmen) Die Geschichte der Verhütung KV 02 Name: Klasse: Datum: Verhütung – früher und heute (2) Es sollten allerdings fast weitere einhundert Jahre vergehen, ehe durch die Entdeckung des Kautschuks die Kondome an Popularität gewannen. In diese Zeit fällt auch die Entwicklung einer elastischen Kautschukkappe durch den Berliner Anatomieprofessor Dr. Adolph Wilde, der gegen 1840 damit begann, sogenannte Portiokappen anzupassen. Dazu nahm er einen Wachsabdruck vom Gebärmutterhals der verhütungsinteressierten Frau und stellte von diesem Abdruck eine Kappe aus Kautschuk her. 1880 wurde in einem akademischen Artikel erstmals das Diaphragma beschrieben, welches bis weit in die 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts zusammen mit der Portiokappe und dem Kondom zu den meistbenutzten Verhütungsmitteln in Deutschland zählte. Portiokappen wurden übrigens aus Silber, Metall, Elfenbein, Gummi und Zelluloid hergestellt – je nach Vorliebe oder Geldbeutel. Mit Einführung und Siegeszug der Antibabypille, die 1960 zuerst in den USA und bereits 1961 in Deutschland auf den Markt kam, gerieten viele der altüberlieferten Verhütungsmethoden fast vollkommen in Vergessenheit. Lediglich Kondom und Spirale konnten sich langfristig neben der Pille behaupten. Antibabypille Arbeitsaufträge: 01. Lies den Text aufmerksam durch. Schlage die dir unbekannten Begriffe im Wörterbuch nach. 02. Finde passende Teilüberschriften zu den einzelnen Abschnitten und eine Überschrift für den gesamten Text. 03. Welche Verhütungsmethoden werden im Text nicht angesprochen? 04. Informiere dich im Internet über die im Text genannten Personen. Stelle die Resultate der Klasse in einem Kurzreferat vor. 05. Fasse den Inhalt des Textes in wenigen Sätzen zusammen. 06. Finde folgende, im Text vorkommende Synonyme: – Geschichte – biegsam – Ruhm – wissenschaftlich – nachdenken – wiederherstellen. 07. Im Text wird Giacomo Casanova als der „bekannteste Herzensbrecher aller Zeiten bezeichnet. Nenne zwei Gründe, warum auch er bereits auf die Verwendung von „Kondomen setzte. 08. Im letzten Textabschnitt werden drei Verhütungsmethoden genannt, die sich bis heute behaupten konnten. Andere althergebrachte Methoden gerieten in Vergessenheit. Nenne stichpunktartig drei mögliche Gründe für diese Tatsache. 09. Statistisch betrachtet wird weltweit alle zwei Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren schwanger. Schreibe einen Aufruf für die Schülerzeitung, in dem du zu einer „überlegten Sexualität aufforderst (Umfang ca. 1 Seite). 10. „Kondome schützen nicht nur vor ungewollter Schwangerschaft. Nimm zu dieser Aussage ausführlich Stellung. Beziehe dich dabei auch auf den Text (Umfang ca. 1 Seite). 9 Die Geschichte der Verhütung KV 03 Name: Klasse: Datum: Diktat: Gegen Schwangerschaft ist ein Kraut gewachsen Für den Untergang des römischen Reiches im 6. Jahrhundert wurde von den Gelehrten der Zeit schnell die Sittenlosigkeit verantwortlich gemacht. Die in der Hauptsache von der Kirche geforderte Tugendhaftigkeit ordnete den Paaren an, enthaltsam zu sein und mittwochs, freitags, samstags, an Weihnachten, Ostern, Pfingsten, während der Fastenzeit und der Menstruation der Frau grundsätzlich vom Geschlechtsverkehr abzusehen. Die Menschen des Mittelalters entwickelten ihre ganz eigenen Techniken, mit der angeordneten Enthaltsamkeit umzugehen. Nach außen gaben sie sich keusch. Sexualität war nicht länger Teil des öffentlichen Lebens. Die Nachsilbe (Suffix) -keit dient in der deutschen Hochsprache neben der Nachsilbe -heit zur Substantivierung von Eigenschaftswörtern (Adjektiven). Beispiel im Text: Enthaltsamkeit Durch Anhängen der Endung -s an eine Zeitangabe wird das Substantiv zum Adverb (Desubstantivierung). Beispiel im Text: mittwochs Die Menschen verlagerten ihre Liebesspiele komplett ins Private, das sich der Aufsicht der Kirche weitgehend entzog. In dieser Zeit optimierten sie die Verhütungspraktiken. Kräuterbücher erschienen und empfahlen Pflanzen, die nachweislich verhütend wirkten. Niedrige Geburtenraten in der Oberschicht schienen das Bild der keuschen Bürger zu bestätigen. Im 18. Jahrhundert fand die Empfängnisverhütung vor allem in ländlichen Gebieten ihre Anhänger. Hier waren in erster Linie wirtschaftliche Aspekte von Bedeutung: Das Erbe musste nicht unter vielen Nachkommen aufgeteilt werden. Erst um 1900 erschienen in Deutschland die ersten Aufklärungsratgeber. Während die englischen Feministinnen schon Spiralen zur Verhütung empfahlen, dominierte in Deutschland noch immer der „coitus interruptus. Das Kräuterbuch informierte über verhütende Pflanzen Arbeitsauftrag: Lies den Text aufmerksam durch und unterstreiche alle Fremdwörter. Schlage die dir unbekannten Begriffe im Wörterbuch nach. 10 Die Geschichte des Kondoms Didaktische Hinweise Empfohlen für die Jahrgangsstufen 7 – 10 Lernziele und Methoden Die Schüler lernen die geschichtliche Entwicklung des Kondoms kennen. Sie setzen sich gezielt mit einzelnen Personen auseinander, die diese Geschichte beeinflusst haben. Die Erstellung einer Zeitleiste sichert und vertieft das Erlernte. • Wer hat das Kondom erfunden? Einblick in die geschichtliche Entwicklung des Kondoms. • Überblick: Erstellen einer Zeitleiste. Vorschlag zur Unterrichtsgestaltung • Einstieg Impuls: Eingangstext Interesse der Schüler wecken. Text als Gesprächseinstieg: Das Kondom ist als einziges Verhütungsmittel geeignet, sowohl eine Schwangerschaft zu verhüten als auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. • Zielfrage: Wie entwickelte sich das Kondom im Laufe der Zeit? • Erarbeitung der Teilziele 1. Teilziel Die Schüler erkennen, dass das Bedürfnis nach Empfängnisverhütung wie nach Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bereits seit Jahrhunderten besteht. 2. Teilziel Die Schüler wissen, dass die Geschichte des Kondoms bis in das Jahr 1200 v. Chr. zurückreicht. 3. Teilziel Die Schüler kennen die „Vorläufer des Kondoms und können seine Entwicklung chronologisch nachverfolgen. Sekundärinformationen zur Unterrichtseinheit Die Vorläufer des Kondoms tauchen erstmals in Quellen aus dem Jahre 1200 v. Chr. auf. Es war König Minos von Kreta, der Legende nach Sohn des Zeus und der Europa, der Ziegenblasen zur Empfängnisverhütung verwendete. genutzt. Syphilis, verursacht von den Bakterien Treponema pallidum, wird beim Sex durch Schleimhautkontakt übertragen. Die Krankheit kann alle Organe befallen und führt unbehandelt zum Tode. Namensgeber des Kondoms war vermutlich der englische Mediziner Dr. Condom, Hofarzt von Charles II, der Hammelblinddärme zur Empfängnis- und Infektionsverhütung empfahl. Als Lohn wurde er zum Ritter geschlagen. Auch Condoms Anliegen war der Schutz vor Syphilis, einer Krankheit, der die Medizin des 17. Jahrhunderts machtlos gegenüber stand. Die Worte Madame de Sévignés, die Gummihaut sei ein „Bollwerk gegen das Vergnügen, aber ein Spinnweb gegen die Gefahr spiegeln den Zeitgeist wider. Auch die Bezeichnung „English Overcoats etablierte sich in dieser Epoche. Giacomo Casanova (1725 – 1798) zählt zu den berühmtesten Liebhabern der Geschichte. Sein Name gilt als Synonym für die Kunst der Verführung – mit Kondom. Ausführliche Recherchen zu Leben und Werk Casanovas bieten sich als Referatsthema an. Die Verwendung von Kautschuk revolutionierte die Produktion von Kondomen als Massenware. Der amerikanische Chemiker Charles Nelson Goodyear (1800–1860) führte die Vulkanisation des Kautschuks ein und schuf damit die Grundlagen für die heutige Kautschukindustrie. Er gilt als der Erfinder des Hartgummis, sein Name ist den Schülern aus der Reifenindustrie bekannt (Referat bietet sich an). Bis heute hat sich die maschinelle Fertigung – sieht man von der größeren Effizienz der Prüfverfahren ab – im Wesentlichen nicht verändert. Hinweis: siehe Unterrichtseinheit „Experimente mit Kondomen. Vertiefung und Sicherung Die Schüler erstellen eine Zeitleiste zur Geschichte des Kondoms. Die Erstellung einer Zeitleiste kann auch als Projekt angeboten und der Schule in Form einer Ausstellung präsentiert werden. Bereits 1564 wurden die Vorläufer der Kondome erstmals als Infektionsschutz gegen die Geschlechtskrankheit Syphilis 11 Die Geschichte des Kondoms KV 04 Name: Klasse: Datum: König Minos und das Kondom – eine Zeitreise Das einzige Verhütungsmittel, das sowohl gegen ungewollte Schwangerschaften als auch gegen Infektionskrankheiten schützt, ist das Kondom. Seine Geschichte lässt sich über Jahrtausende zurückverfolgen. 1200 v. Chr. Bereits die alten Ägypter sollen sich mit Kondomen vor Krankheiten und Infektionen geschützt haben. Minos, König von Kreta, benutzt Kondome aus Ziegenblasen. 1564 Der italienische Arzt Fallopio verwendet beim Geschlechtsverkehr in Flüssigkeit getränkte Leinensäcke als Schutz vor der ansteckenden Krankheit Syphilis, die Seefahrer aus Amerika mitbrachten. 1655 Der englische Hofarzt bei Charles II, Dr. Condom, empfiehlt Hammeldärme zur Infektions- und Empfängnisverhütung und wird dafür zum Ritter geschlagen. Er gab dem Verhütungsmittel vermutlich seinen Namen*. 1750 Casanova, der wohl berühmteste Liebhaber der Geschichte, benutzt im 18. Jahrhundert Kondome. Zu seiner Zeit wird der „redingote anglaise, ( englischer Reitmantel) noch von Hand gefertigt und in Luxusausführungen mit Samt und Seide gefüttert. Selbstverständlich werden die kostbaren Stücke mehrfach benutzt, zwischendurch getrocknet und – falls nötig – mit Knochenleim und Tierdarm sorgfältig repariert. 1839 Das bereits seit längerem bekannte Naturprodukt „Kautschuk begründet schließlich den Siegeszug des Kondoms. Der Amerikaner Charles Goodyear macht den Pflanzensaft Kautschuk dauerhaft elastisch und entwickelt 1838 das Verfahren der Vulkanisation. 1855 Goodyear stellt das erste Gummi-Kondom her. Es hat noch eine Längsnaht und eine Wandstärke von 1 – 2 mm. (heute: 0,06 mm) 1901 Julius Fromm perfektioniert die Kondom-Produktion, indem er Glaskolben in eine Latexlösung eintaucht. Auf diese Weise entstehen hauchdünne Kondome. 1919 Fromm stellt erstmals maschinell gefertigte Kondome her. 1951 Das elektrische Prüfverfahren für Kondome wird eingeführt. Davor gab es nur so genannte „Wasser-BerstPrüfungen. 1959 Verkauf und Werbung von Kondomen werden gemäß Gewerbeordnung § 41 verboten: „Mittel oder Gegenstände, die zur Verhütung der Empfängnis oder zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten dienen, dürfen in Werbeautomaten an öffentlichen Plätzen, Wegen und Straßen nicht feilgeboten werden. (Dieses Gesetz wurde inzwischen aufgehoben.) 1960 Feuchtigkeitsbeschichtete Kondome kommen in Mode und erhöhen den Gebrauchskomfort. 1968 Die Kondome können mit Spermiziden beschichtet werden und haben somit Spermien abtötende Wirkung. 1981 Die Kondome werden mit Aromastoffen versehen. 1988 Studenten eröffnen den ersten condomi-Shop in Deutschland. Heute Kondome haben sich als wirksames Verhütungsmittel etabliert. Sie sind das einzige Verhütungsmittel, das vor ungewollter Schwangerschaft und gleichzeitig vor Infektionen schützt. Charles Goodyear (1800 – 1860) 29. 12. 1800 in New Haven, † 1. 7. 1860 in New York Eine andere Erklärung für die Namensherkunft könnten die italienischen Worte „condus ( Behältnis) bzw. „con (ital./lat. „cum „mit) und „doma (lat. „domus „Haus oder „Kuppel) darstellen. Arbeitsaufträge: 1. Informiere dich im Internet über die genannten Personen und stelle sie der Klasse in einem Kurzreferat vor. 2. Erstelle für das Klassenzimmer eine Zeitleiste. 12 Madame de Sévigné beklagte 1671 in einem Brief an ihre Tochter, die Gummihaut sei ein „Bollwerk gegen das Vergnügen, aber ein Spinnweb gegen die Gefahr. Geschlechtsorgane Didaktische Hinweise Empfohlen ab Jahrgangsstufe 6 Lernziele und Methoden Die Schüler können primäre, sekundäre und tertiäre Geschlechtsorgane unterscheiden und diese dem Mann oder der Frau zuordnen. • Wie unterscheiden sich Mann und Frau? Begriffsklärung: primäre, sekundäre und tertiäre Geschlechtsorgane • Männliche Geschlechtsmerkmale • Weibliche Geschlechtsmerkmale Vorschlag zur Unterrichtsgestaltung • Einstieg Impulsfrage: Worin unterscheiden sich Mann und Frau? • Zielangabe: Die Schüler lernen die Geschlechtsorgane von Mann und Frau kennen und können diese benennen. • Erarbeitung der Teilziele 1. Teilziel Die Schüler wissen, dass es primäre, sekundäre und tertiäre Geschlechtsmerkmale gibt. Sie erfahren, was „Geschlechtsmerkmale sind und lernen diese den Kategorien „primär, „sekundär und „tertiär zuzuordnen. Sie definieren den Begriff der „Scham und diskutieren, wo – kulturell determiniert – guter Geschmack aufhört und das Zurschaustellen der Geschlechtsorgane Gefühle verletzen kann. Was ist ästhetisch ansprechend, was moralisch anzüglich? Hinweis: Im Bereich der Werbung spielen die Geschlechtsmerkmale als „Mannschema bzw. „Frauschema eine bedeutende Rolle, da das jeweils andere Geschlecht verstärkt auf die gezeigten primären und sekundären Geschlechtsmerkmale reagiert. An ausgewählten Beispielen aus der Werbung können diese Merkmale herausgearbeitet und ihre subjektive Wirkung auf den Schüler diskutiert werden. Weiterhin bietet sich an, mögliche sexistische Grenzen der Werbung hinsichtlich Moral und Zielgruppe zu thematisieren. 2. Teilziel Schüler kennen die primären Geschlechtsmerkmale des Mannes. Anhand des Informationstextes erfahren sie, über welche primären Geschlechtsmerkmale der Mann verfügt. Sie tragen die anatomischen Begriffe in die dafür vorgesehenen Felder der Abbildung ein. Fehlende Begriffe werden anhand des Lösungsblattes oder durch Eigenrecherche ergänzt. Das Ausfüllen der Abbildung erfolgt eigenverantwortlich und wird im Anschluss mithilfe des Lösungsblattes korrigiert. Die sekundären (Körperbehaarung, Stimmbruch, Muskelmasse, Fettverteilung, etc.) und tertiären Geschlechtsmerkmale (Kleidung, Stellung innerhalb der Familie, Berufswahl, etc.) werden von den Schülern eigenverantwortlich recherchiert und in die vorgegebenen Textfelder eingetragen. 3. Teilziel Die Schüler kennen die primären Geschlechtsmerkmale der Frau. Anhand des Informationstextes erfahren sie, über welche primären Geschlechtsmerkmale die Frau verfügt. Sie tragen die anatomischen Begriffe in die dafür vorgesehenen Felder der Abbildung ein. Fehlende Begriffe werden auch hier anhand des Lösungsblattes oder durch Eigenrecherche ergänzt. Die sekundären Geschlechtsmerkmale (Brüste, Körperbehaarung bzw. deren Fehlen, Regelblutung, Fettverteilung an den Hüften etc.) und die tertiären Geschlechtsmerkmale (Kleidung, Stellung innerhalb der Familie, Berufswahl etc.) werden von den Schülern recherchiert und in die Textfelder eingetragen. Sekundärinformationen zur Unterrichtseinheit Zu den inneren Genitalien der Frau zählen Eierstock, Eileiter, Gebärmutter und Gebärmutterhals, zu denen des Mannes Nebenhoden, Samenleiter, Prostata und Samenbläschen. Äußerliche Genitalien der Frau sind die Vagina, die kleinen und großen Schamlippen und die Klitoris. Zu den äußeren Genitalien des Mannes zählen der Penis und der Hodensack. 13 Geschlechtsorgane Lösungsblatt für Lehrer zu KV 06 und KV 07 Männliche Geschlechtsorgane 1. 2. 3. 4. Harnblase Bläschendrüse Prostata Penis a) Schwellkörper b) Harnröhre c) Eichel d) Vorhaut 5. Hodensack (Hoden) 6. Samenleiter 7. After 1 2 4a 3 4c 6 7 5 4b 4d Weibliche Geschlechtsorgane 1. Eileiter 2. Eierstöcke 3. Gebärmutter 4. Schleimhaut 5. Vagina 6. Harnblase 7. Klitoris 8. innere Schamlippen 9. äußere Schamlippen 10. Damm 11. After 2 1 3 4 5 6 7 8 9 10 14 11 Geschlechtsorgane KV 05 Name: Klasse: Datum: Männliche und weibliche Geschlechtsorgane Als Geschlechtsmerkmale werden die bei Männern und Frauen spezifisch ausgeprägten Eigenschaften bezeichnet, die das Geschlecht kennzeichnen. Wir unterschieden zwischen primären, sekundären und tertiären Geschlechtsmerkmalen. • Primäre Geschlechtsmerkmale sind die angeborenen Geschlechtsmerkmale. • sekundäre Geschlechtsmerkmale die sich später entwickelnden körperlichen Geschlechtsmerkmale und • tertiäre Geschlechtsmerkmale die psychischen und kulturspezifischen sozialen und sich im Verhalten zeigenden Geschlechtsmerkmale. Arbeitsaufträge: 1. Nenne je ein primäres, sekundäres und tertiäres Geschlechtsmerkmal. 2. Vor nicht allzu langer Zeit noch war es ein gesellschaftliches Tabu, seine sekundären Geschlechtsorgane offen zur Schau zu stellen. Heute prangen Bilder von üppigen Busen oder behaarten Männerbrüsten an öffentlichen Orten und „schmücken die Titelseiten der Illustrierten und der Boulevard-Presse. Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Teilt die Klasse in zwei Gruppen und argumentiert für und gegen die Zurschaustellung der Geschlechtsmerkmale. Überlegt, welche gesellschaftlichen Gruppen sich dadurch verletzt fühlen könnten. 3. Definiert in diesem Zusammenhang die Begriffe „Scham, „Moral und „Ästhetik. 15 Geschlechtsorgane KV 06 Name: Klasse: Datum: Primäre Geschlechtsmerkmale des Mannes Im Hoden werden die Spermien und das männliche Sexualhormon Testosteron gebildet. Der Hodensack schützt die Hoden und hält diese warm. Die Spermien gelangen über den Samenleiter in die Harnröhre. Dabei sondern die Prostata ( Vorsteherdrüse) und die Bläschendrüse eine Flüssigkeit ab, die die Beweglichkeit der Spermien ermöglicht. Der Penis ist von Blutgefäßen, den Schwellkörpern, durchzogen, die sich bei einer Erektion füllen und damit den Penis aufrichten. Beim Samenerguss, der Ejakulation, werden 2 – 3 ml Samenflüssigkeit von den Hoden in den Harnleiter gepresst und damit bis zu 300 Millionen Samenzellen freigesetzt. Sekundäre Geschlechtsmerkmale des Mannes Tertiäre Geschlechtsmerkmale des Mannes Arbeitsaufträge: 1. Übertrage die im Text genannten primären Geschlechtsmerkmale in die Grafik. Ergänze anschließend die fehlenden Begriffe. 2. Welche Aufgabe hat der Hodensack? Überlege, warum die Hoden nicht innerhalb des Körpers liegen. 3. Wie kommt es zur Erektion des Gliedes? 4. Welche sekundären Geschlechtsmerkmale hat der Mann? Informiere dich in der Bibliothek oder im Internet und trage die Merkmale in das dafür vorgesehene Textfeld ein. 5. Verfahre ebenso mit den tertiären Geschlechtsmerkmalen. 16 Geschlechtsorgane KV 07 Name: Klasse: Datum: Primäre Geschlechtsmerkmale der Frau In den Eierstöcken der Frau, in denen auch das weibliche Geschlechtshormon „Östrogen produziert wird, befinden sich bläschenförmige Follikel, in denen die weiblichen Keimzellen ( Eizellen) in ca. 6 Tagen heranreifen. Beim Eisprung wandert eine Eizelle (in Ausnahmefällen mehrere zweieiige Zwillinge, dreieiige Drillinge, über den Eileiter (Tubus) in die Gebärmutter (Uterus). Hier kann es zur Befruchtung der Eizelle durch die männlichen Samenzellen kommen. Ein befruchtetes Ei nistet sich in die Gebärmutterschleimhaut ein, ein unbefruchtetes Ei wird vom Körper durch die Ausschüttung des Hormons Progesteron ( Gelbkörperhormon) während der Periode zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden. Die Scheide nimmt den männlichen Penis auf und ist zugleich Geburtskanal. In ihrem äußeren Bereich findet sich die Klitoris (Kitzler), die das weibliche Reizzentrum darstellt. Die inneren und äußeren Schamlippen schützen den weiblichen Genitalbereich. Sekundäre Geschlechtsmerkmale der Frau Tertiäre Geschlechtsmerkmale der Frau Arbeitsaufträge: 1. Übertrage die im Text genannten primären Geschlechtsmerkmale in die Grafik. Ergänze anschließend die fehlenden Begriffe. 2. Welche Aufgabe hat der Eileiter? Was stellst du dir unter „Eileiterschwangerschaft vor? 3. Welche Funktion haben die Schamlippen? 4. Informiere dich über die sekundären Geschlechtsmerkmale der Frau. Trage diese in die Spalte ein. 5. Verfahre ebenso mit den tertiären Geschlechtsmerkmalen. 17 Menstruation Didaktische Hinweise Empfohlen ab Jahrgangsstufe 7 Lernziele und Methoden Die Schüler erfahren, was während des Menstruationszyklus im Körper der Frau vonstatten geht. Sie erkennen die Bedeutung des Zyklus für die Entstehung neuen Lebens. • Was empfinden Mädchen bei der Menstruation? Kurzbeschreibung einer Schülerin • Einblick: Der Weg der Eizelle durch den Körper. Bearbeitung einer erklärenden Grafik • Begriffsklärung: Menstruation als periodische Erscheinung. Kenntnis der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage Vorschlag zur Unterrichtsgestaltung • Einstieg Text: Beobachtung der Schülerin Sabrina während ihrer Periode. Die Schülerinnen werden mit einer ihnen vertrauten Situation konfrontiert. Der Text eignet sich als Gesprächseinstieg. • Zielfrage: Was ist der Menstruationszyklus? • Erarbeitung der Teilziele 1. Teilziel Die Schüler kennen den Begriff der Menstruation. Die Jungen erhalten einen Einblick in einen für sie bislang unbekannten Bereich. Am Beispiel der Schülerin Sabrina erkennen sie, dass die Periode kurzzeitige Veränderungen im Körper einer Frau hervorruft. Sie verstehen, dass damit oft Phasen der körperlichen Beeinträchtigung verbunden sind. Sie erkennen den Vorgang als Zyklus, der sich im Zeitintervall von 21 – 35 Tagen wiederholt und im Alter von etwa 50 Jahren endet (Wechseljahre). Die Menstruationsblutung dient der Vorbereitung einer Schwangerschaft und ist hormonell gesteuert. Hinweis: Hier besteht je nach Reifegrad und Gesprächsbereitschaft der Schülerinnen (und Schüler) die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen während der Periode zu verbalisieren und mit Wortkarten zu präsentieren. Auch die Jungen können dazu aufgefordert werden, in einem Gedankenexperiment die monatlichen Belastungen „durchzuspielen und ihre vermuteten Empfindungen zu verbalisieren. Die Schüler erfahren, wie sich Menstruationsbeschwerden mindern lassen. 18 2. Teilziel Die Schüler können den Weg einer Eizelle vom Eierstock über den Eileiter zur Gebärmutter und (unbefruchtet) zur Scheide beschreiben und benennen. 3. Teilziel Die Schüler können die zeitlichen Phasen des Menstruationszyklus benennen. Sie kennen die Abläufe im Körper der Frau während des Zyklus und wissen, dass die Befruchtung einer Eizelle zwischen dem 13. und 15. Tag im Eileiter vonstatten geht. Hinweis: Hier ist jedoch explizit darauf hinzuweisen, dass aufgrund der Überlebensfähigkeit der männlichen Samenzellen sowie der natürlichen Periodenschwankungen bei jungen Mädchen die Zeitspanne der unfruchtbaren Tage variabel sein kann. Die „Kalendermethode als Variante der natürlichen Empfängnisverhütung ist in diesem Stadium der körperlichen Entwicklung und Reife daher abzulehnen. An Hand eines Lückentextes sichern die Schüler das Erlernte. Lösung KV 09/AA: Der Menstruationszyklus ist ein komplizierter Vorgang, der durch eine Vielzahl verschiedenartiger Hormone gesteuert wird. Bei jungen Mädchen kann die Periode noch in unregelmäßigen Abständen auftreten. Später stabilisiert sie sich und kann – auch zum Zweck der natürlichen Empfängnisverhütung – genau berechnet werden. Bei der Ablösung der Gebärmutterschleimhaut und den dadurch möglicherweise auftretenden krampfartigen Kontraktionen haben viele Frauen regelmäßig mit Menstruationsbeschwerden zu kämpfen. Auch Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen gehören zu diesen Symptomen. Menstruation KV 08 Name: Klasse: Datum: Alle „Tage wieder – die Menstruation Sabrina fühlt sich nicht wohl. Krämpfe im Unterleib und Rückenschmerzen belasten sie seit dem frühen Morgen. Sie wirkt gereizt. Zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr bekommen Mädchen ihre erste Menstruation. Für etwa vierzig Jahre werden diese Symptome sie im Abstand von 28 Tagen begleiten. Eine Erfahrung, die den Jungen erspart bleibt. Der Menstruationszyklus Als Menstruation (auch Periode, Mens oder die Regel) wird die periodisch auftretende Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut mit der unbefruchteten Eizelle bezeichnet. Sie erfolgt alle 28 Tage und dauert ca. drei bis fünf Tage. Die Menstruation stellt sich meistens regelmäßig ein, so dass sie auch als Regel oder Monatsblutung bezeichnet wird. Die erste Monatsblutung eines jungen Mädchens wird Menarche genannt und tritt im Durchschnitt mit 12,5 Jahren auf. Arbeitsaufträge: 1. Zeichne den Weg der Eizelle in die Abbildung 1 ein und beschrifte diese. 2. Trage folgende Phasen des Menstruationszyklus in die Abbildung 2 ein: Menstruation Heranreifen der Eizelle Eisprung Abbau der Gebärmutterschleimhaut. 3. Überlege, in welcher Zeit ungeschützter Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft führen kann. Hinsichtlich der Menstruationsdauer sind erhebliche individuelle Schwankungen möglich! Abb. 1 Zyklus Kreis wiederkehrende Monatsblutung Abb. 2 Stress und Druck (z. B. Angst vor einer Schwangerschaft) können die Blutung hinauszögern! 19 Menstruation KV 09 Name: Klasse: Datum: Fruchtbare und unfruchtbare Tage Mit dem Ende der Monatsblutung, ca. am fünften Tag des Zyklus, beginnt eine neue Eizelle in einem der Eierstöcke heranzureifen. Dies geschieht im unwillkürlichen Wechsel zwischen den beiden Eierstöcken. Nach etwa sechs Tagen „wandert das Ei durch den Eileiter (Tubus) zur Gebärmutter (Uterus). In diesen zwei bis drei Tagen, die als Eisprung bezeichnet werden, kann das Ei durch männliche Samenzellen befruchtet werden. War die Befruchtung erfolgreich, nistet sich das Ei in der Gebärmutterschleimhaut ein und reift dort zu einem Fetus heran. Findet keine Befruchtung statt, wird durch die Ausschüttung eines Hormons (Progesteron Gelbkörperhormon) die Gebärmutterschleimhaut abgebaut und mit dem Ei durch die monatliche Blutung vom Körper abgestoßen. Tipps für angenehmere Tage Kondom; 16 (wechselnde Partnerschaften) Pille Kondom; 22 (feste Bindung Kinderwunsch) keine Verhütung; 25 (erstes Kind) Kondom; 27 (Entscheidung für 2. Kind) keine Verhütung); 28 (kein weiterer Kinderwunsch) Spirale.) Es bietet sich an, diese Zeitleiste auch für einen Jungen zu erstellen. Projektvorschlag Die Schüler recherchieren Internetseiten zum Thema und beurteilen diese hinsichtlich Informationsgehalt, Übersichtlichkeit, Beratungsmöglichkeiten etc. Die gesammelten Ergebnisse können veröffentlicht (Presse, Schülerzeitung, Homepage) oder in einer Ausstellung bekannt gemacht werden. 5. Teilziel In einem Rollenspiel erkennen die Schüler die Vor- und Nachteile ausgewählter Verhütungsmittel. Die Erkenntnisse werden verbalisiert und diskutiert. Dabei ist mit unterschiedlichen Vorerfahrungen zu rechnen. Die Schüler erarbeiten die offensichtlichen Vorteile des Kondoms gegenüber anderen Verhütungsmitteln und sichern diese in einer Mindmap. Hinweis: Neben den angesprochenen Vorzügen des Kondoms (hormonfrei, Spaßfaktor) können ergänzt werden: Rezeptfreiheit, geringe Kosten, fast uneingeschränkte Verfügbarkeit (Apotheke, Drogerie, Supermärkte, Tankstellen, Automaten etc.), hohe Sicherheit, minimale Vorbereitung, keine Wartezeit, Anwendung nur bei Bedarf, geringe gefühlsmäßige Beeinträchtigung, einziges Verhütungsmittel für den Mann, Schutz vor HIV-Infektion und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Info: Broschüren zum Thema sind kostenfrei bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, www.bzga.de, im Klassensatz zu beziehen. Wiederholen, Üben, Anwenden, Vertiefen Die Schüler informieren sich weitergehend über Verhütungsmethoden. Expertengespräche im Unterricht (Arzt, Gesundheitsamt, Apotheker) bieten sich an. Hinweis: Es ist gegenüber den Schülern darauf hinzuweisen, dass die Wahl der geeigneten Verhütungsmethode immer mit den Eltern und oder einem Arzt des Vertrauens besprochen werden sollte! Der Coitus interruptus ist ausdrücklich als „kein Verhütungsmittel zu bewerten! 22 Ergänzungen Weitere Seiten im Internet: Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für die Inhalte der angegebenen Seiten. Empfängnisverhütung KV 10 Name: Klasse: Datum: Wenn es dazu kommt – Methoden der Empfängnisverhütung Die Frage nach der „geeigneten Empfängnisverhütung gehört wohl sicher nicht zu den Lieblingsthemen am Familientisch. Jugendliche und deren Eltern schieben dieses Thema gerne vor sich her. Dabei sinkt das Alter des ersten Geschlechtsverkehrs – vor allem bei Mädchen – zunehmend. Arbeitsaufträge: 1. Diskutiere mit der Klasse, warum es vielen Jugendlichen so schwer fällt, mit ihren Eltern das Thema „Verhütung zu besprechen. 2. Sollten die Eltern minderjähriger Kinder der Verwendung von Verhütungsmitteln zustimmen? Überlege dir überzeugende Argumente! 3. Welches Verhütungsmittel ist dir bekannt? 4. Kannst du erklären, wie es anzuwenden ist? 5. Welche der Verhütungsmittel kommen für dich in Frage, welche nicht? Begründe deine Meinung. Dieses Verhütungsmittel kommt für mich in Frage. kommt für mich nicht in Frage. Begründung In Deutschland verhüteten Paare im Jahr 2003 durch Kondom 36 Sterilisation des Mannes 4 Sterilisation der Frau 4 Dreimonatsspritze 1 Temperaturmessen 1 Kalendermethode 1 Hormonstäbchen unter der Haut 1 Coitus interruptus 1 Babycomputer 1 Pille 50 Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen (forsa) im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 2003 23 Empfängnisverhütung KV 11 Name: Klasse: Datum: Grundlagen Die Verhütung bewirkt, dass das Zusammentreffen von Eizelle und Sperma bzw. die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut verhindert wird. Verhütungsmittel lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen: Natürliche Verhütung: Die unfruchtbaren Tage werden festgelegt, ansonsten gilt Enthaltsamkeit. Barriere-Methoden: Eine mechanische, eventuell chemisch verstärkte Barriere verhindert das Vordringen der Spermien zur befruchtungsfähigen Eizelle bzw. das Einnisten der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand (z. B. Kondom, Spirale). Chemische Verhütung: Während in früheren Zeiten meist pflanzliche Substanzen den Eisprung (Ovulationshemmer) oder das Einnisten der befruchteten Eizelle verhinderten oder ihre Ablösung von der Schleimhaut bewirkten (Abortiva), ist heute die Einnahme von synthetisch hergestellten Medikamenten üblich (z. B. Antibabypille) Thermometer Kondom Antibabypille Eine Zwischenstellung zwischen chemischer und mechanischer Verhütung nehmen Zäpfchen und Schäume ein. Sie töten die Spermien mittels einer chemischen Barriere ab oder schädigen sie so stark, dass sie nicht mehr befruchtungsfähig sind. Die Vasektomie (Sterilisation des Mannes) und die Tubensterilisation (der Frau) sind den chirurgischen Methoden zuzuordnen. Arbeitsauftrag: Welcher der genannten Gruppen lassen sich folgende Verhütungsmethoden zuordnen: Pille, Kondom, Temperaturmethode? Ordne sie dem Schaubild zu. Pearl-Index Zahl der Schwangeren von 100 Frauen in einem Jahr: Gibt den prozentualen Anteil der Frauen an, die bei richtiger Anwendung des Verhütungsmittels im Zeitraum eines Jahres schwanger werden. Beispiele: ungeschützter Geschlechtsverkehr 80 Coitus interruptus 25 Kondom 3,3 Pille 3 Die Wahl des geeigneten Verhütungsmittels sollte nach gründlicher Überlegung und einem Gespräch mit dem Arzt entschieden werden. 24 Empfängnisverhütung KV 12 Name: Klasse: Datum: Kriterienkatalog der BZgA Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat einen Kriterienkatalog veröffentlicht, der die Entscheidungsfindung vereinfacht. Die Sicherheit, nicht schwanger zu werden ist mir wichtig. Ich möchte in nächster Zeit schwanger werden. Ich habe schon Kinder und möchte keine mehr. Die letzte Schwangerschaft liegt erst kurz zurück. Ich wünsche mir ein Baby, habe aber nicht den passenden Partner die passenden Lebensumstände. Ich habe wechselnde Sexualpartner innen. Ich lebe in einer festen Partnerschaft. Ich bin derzeit „solo. Ich habe einen regelmäßigen Lebensrhythmus. Mein Zyklus ist regelmäßig. Mein Partner fühlt sich für die Verhütung verantwortlich. Ich habe schon Verhütungsmittel verwendet. Mein Körper einschließlich der körperlichen Vorgänge ist mir vertraut. In meinem Körper fühle ich mich wohl. Ich kann gut planen. Ich bin diszipliniert. Ich habe eine chronische Erkrankung. Ich kann mich für längere Zeit auf ein Verhütungsmittel festlegen. Ich habe Zyklusbeschwerden (z. B. Regelschmerzen). Ich nehme regelmäßig Medikamente ein. Ich rauche. Ich bin älter als 35. Ich habe selten Geschlechtsverkehr. Ich bin allergisch gegen bestimmte Substanzen (z. B. Latex). Der Preis für ein Verhütungsmittel ist ein Kriterium für meine Wahl. Es fällt mir schwer, über Sexualität zu reden. Spontaneität beim Sex ist mir wichtig. Es beeinflusst es mich stark, wenn ich beim Sex Vorbereitungen für die Verhütung treffen muss. Ich nehme die Verhütung lieber selbst in die Hand. Ich kann mich bei Fragen der Verhütung auf jemand anders verlassen. Hilfe bei der Entscheidungsfindung: Informationsbroschüre Sichergehn der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärun