Arbeitsblatt: Sketchs
Material-Details
Thetaer stücke
Deutsch
Gespräche
6. Schuljahr
20 Seiten
Statistik
35996
1429
43
04.03.2009
Autor/in
Danja Tschan
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Das lebende Denkmal Personen: (12) 1. Denkmal 2. Denkmal Peter Paul Maler Junge (er) Mädchen (sie) Wanderer (Herr) 2 Mädchen 2 Reinigungsfrauen Spieldauer: ca. 10 Minuten Szene: Die Spieler stehen als Denkmal erstarrt und verziehen keine Miene. Beim Wegtragen halten sie sich ganz steif. Auf der bühne ist zunächst nur ein Denkmal, dargestellt von zwei Kindern: eines kniet, das andere steht mit erhobenen Armen oder so ähnlich. Ein Tisch ist der Sockel des Denkmals. Zwei Jungen kommen pfeifend herein. Sie gehen auf das Denkmal zu, betrachten es staunend. Peter: Schau dir nur mal das Denkmal an! (Er versucht die Gestalt der einen Figur zu imitieren) Paul: (bewundernd) Du kannst das ja irre gut, sieht dem Original echt täuschend ähnlich! Peter: (freudig) Paul! Das ist ja die Idee! Pass mal auf! (Er flüster Paul etwas ins Ohr, worauf dieser begeistert hin und herhüpft. Sie klettern auf den Tisch, heben die Darsteller des 1. Denkmals nacheinander herunter und tragen sie hinter die Bühne) Paul: Achtung! Du ich glaube, es kommt jemand vorbei. Peter: Schnell! Beeil dich! (Sie klettern auf den Tisch, stellen das erste Denkmal nach und erstarren) Maler: (kommt heran, läuft freudig auf das Denkmal zu, umkreist es, betrachtet es interessiert) Endlich, da ist es, das Denkmal. Jetzt will ich keine Zeit verlieren und es sofort malen. (Er setzt sich, holt einen Zeichenblock und einen Bleistift hervor, schaut nocheinmal genau hin und beginnt seine Arbeit. In diesem Augenblick bewegen sich die beiden Jungen und erstarren in einer neuen Haltung) Maler: Nanu! Was ist denn das? Gerade sah es doch noch anders aus? Bin ich schon zu alt und sehe nicht mehr gut? (er sucht seine Brille, findet sie, setzt sie auf, schaut das Denkmal noch einmal genau an und beginnt erneut zu zeichnen. Als er hochblickt, hat das Denkmal eine neue Figur gemacht und schmeidet auch noch Grimassen) Maler: Das ist doch. das darf doch nicht wahr sein! Ich glaube, ich sollte, äh, ich gehe besser. Nein, hier ist es mir doch zu unheimlich. (läuft schreiend davon) Peter: Siehst du, wie das klappt! (lacht) Paul: Ruhe! (er hält ihm den Mund zu) Da kommen welche! Sie erstarren zu einer neuen Figur. Es erscheint ein Pärchen, das spazieren geht) Er: (schaut nach oben) Ach! Ist das ein herrlicher Tag heute! So schön war schon lange nicht mehr draußen. (kurze Pause) Sie: Sieh mal Liebling! Ich war beim Friseur. Er: Und warum hat er dich nicht drangenommen? Sie: (beleidigt) Ach du! (Boxt ihn leicht in die Seite. In diesem Augenblick zieht ihn das Denkmal an den Haaren) Er: (laut) Deshalb brauchst du mich doch nicht gleich an den Haaren zu ziehen! (geht einen Schritt zur Seite) Sie: (fassungslos) Hab Sie: ich ja gar nicht. (Nun zieht das Denkmal sie an der Jacke) (geht einen Schritt zurück und gibt ihrem Partner einen Klaps) So! Und jetzt lass bitte den Unsinn! Sonst werde ich wirklich böse! Er: Du Ziege! Das ist doch. jetzt reicht mir aber. (böse) Schlagen lasse ich mich nicht von dir! (Beide stehen verärgert voreinander, stampfen mit den Füßen auf und rauschen in verschiedenen Richtungen ab. Als sie gegangen sind, begeben sich die beiden Jungen wieder in natürliche Positionen. Sie lockern sich, einer streicht sein haar glatt, der andere macht Freiübungen o.ä.) Peter: Mann! Das war ja richtig anstrengend! Die beiden sind sich echt böse!? Paul: (macht eine abfällige Handbewegung) Ach, die vertragen sich schon wieder. Los! Aufstellen! (leiser werdend) Es kommt jemand. (Pause) Herr: (mit Hut und Kamera erscheint. Er singt Das Wandern ist des Müllers Lust, pfeift o.ä. Sobald er das Denkmal Das scheint aus gutem Material zu sein. Fühlt sich weich und griffig an. So etwas wird einem nicht jeden Tag geboten. (er nimmt seine Kamera zur erreicht, klopft er mit seinem Spazierstock dagegen) Hand und will fotografieren. In diesem Augenblick hält das Denkmal ihm die Linse des Fotoapparates zu) Herr: (hält erstaunt inne, schüttelt den Kopf) abermals den Kopf) Ähm. Unterbelichtet? (Dreht an der Kamera herum, prüft, schüttelt Herr: (will erneut fotografieren, doch als er die Veränderung des Denkmals wahrnimmt, fänngt er an mächtig zu zittern) Hilfe! Zu Hilfe! Hier hier hier geht es nicht mit rechten Dingen zu (Er rennt von der Bühne. Als er weg ist fangen die beiden Jungen schallend an zu lachen) nichts wie weg. Peter: Das macht ja riesigen Spass! Paul: So wie heute habe ich schon lange nicht mehr gelacht. Hoffentlich kommt gleich wieder jemand vorbei, den wir ärgern können. Peter: Du ich höre etwas. Achtung! Aufstellen! Schnell! (sie setzen sich wieder in Position und erstarren zu einer neuen Figur. Pause. Es erscheinen zwei Mädchen mit einer Decke, einem Ball und einem Korb.) 1. Mädchen: Schau mal, hier könnten wir bleiben und unser Picknick machen! 2. Mädchen: ja, ein prima Platz. Das Denkmal hier schützt uns vor der prallen Sonne. (Die Mädchen breiten die Decke aus. Dabei drehen sie dem Denkmal den Rücken zu. Da sie den Korb auf den Tisch gestellt haben, holt eeiner der beiden Jungen einen Apfel heraus und hält ihn in der Hand) 1. Mädchen: (schaut nach oben) Sag mal, hast du der Figur da den Apfel in die Hand gedrückt? 2. Mädchen: Wie bitte? Ich hab dir doch geholfen, die Decke auszubreiten! Vielleicht gehört der Apfel zu dem Denkmal? Aber komisch sieht es trotzdem aus! (Pause) Naja. Du, hast du Lust? Spielen wir ein bißchen? (Sie nehmen den Ball, um etwas abseits vom Denkmal damit zu spielen. Währenddessen ergreift einer der Jungs den Korb, hält ihn hoch und erstarrt. Die Mädchen kommen wenig später zurück) 1. Mädchen: Jetzt freue ich mich auf unser Picknick (stutzt) Wo ist denn eigentlich unser Korb? 2. Mädchen: Ich weiß auch nicht. Wir haben den doch hier hingestellt. (zeigt beide beginnen zu suchen und kriechen dabei um das Denkmal herum) 1. Mädchen: (schaut dabei zufällig nach oben und erschrickt) Sieh mal, unser Korb! 2. Mädchen: (sieht ebenfalls nach oben und fasst die andere ängstlich an) Weißt du was? (leiser werdend) Wir laufen lieber weg. (Sie nehmen sich an den Händen, rennen davon und rufen dabei, immer lauter, um Hilfe) Peter: Denen haben wir aber einen schönen Schrecken eingejagt. Mensch Paul, wir beide sind wirklich prima. Paul: Ruhe! Ich höre schon wieder Stimmen. (sie erstarren. Zwei Reinigungsfrauen treten auf. Eine trägt einen Eimer, eine andere einen Schrubber. Pause) 1. Putzfrau: Wenn ich mir die beiden so ansehe, dann haben wir ja noch einiges zu tun. Gib mal den Schrubber her! Damit krieg ich wenigstens den gröbsten Schmutz weg. 2. Putzfrau: (schüttelt den Kopf) Da hilft nur eines. (Sie nimmt den Eimer, holt aus. die Jungen schreien laut auf und springen vom Tisch. Die beiden Putzfrauen fallen vor Schreck in Ohnmacht)) Ende Die Reportage Personen: (3) Fußballreporter Obsthändler Mütterberatung Spieldauer: ca. 4 Minuten Szene: Drei Rundfunksender berichten zu gleicher Zeit von einem Fußballspiel, einem Wochenmarkt, von einer Müttertagung. Der Wellensalat, der so entsteht, hört sich folgendermaßen an: Fußballreporter: Guten Tag meine Damen und Herren, ich begrüße sie herzlich aus dem VolksparkStadion in Hamburg zu dem Spiel HSV FC Bayern München. Zu dem Match. Mütterberatung: ssind viele Mütter mit ihren Kindern erschienen. Sie alle brauchen. Obsthändler: frische Tomaten, 1000 Lire das Kilo, Pfirsiche, frisch improtiert, halbfaule Äpfel. Mütterberatung: darunter mischt man Haferflocken. Davon wird ihr Baby ein. Fußballreporter: toller Bursche, dieser Thon. Ja der Thon ist eben. Obsthändler: ein fauler Apfel, nein 10 faule Äpfel, greifen sie zu, meine Damen. Fußballreporter: Von Heesen liegt am Boden, aber er scheint nicht. Mütterberatung: gesund zu sein. Frau Schmidt, ihr Kind braucht. Obsthändler: Apfelsinen, Apfelsinen. Sie eignen sich besonders. Mütterberatung: für die Gesichtspflege des Kindes. Dann bleibt seine Haut. Fußballreporter: Foul. Augentaler hat von Hessen unfair vom Ball getrennt. Das Publikum pfeift und wirft mit. Obsthändler: faule Tomaten, faule Tomaten, sie sind bestimmt. Mütterberatung: zum Brei fürs Kind. Dazu gibt man Salz, etwas Zucker, Zitronensaft und. Fußballreporter: Wohlfart zieht eine saure Miene, da ihn Kaltz vom Ball getrennt hat wie eine. Obsthändler: zerquetschte Pflaume. Zerquetschte Pflaumen ergeben die beste Marmelade, die als. Mütterberatung: Seife für ihr Kind verwendet werden kann. Babyhaut bleibt zart und rein. Fußballreporter: denn der Platz gleicht einem Schlammbad, in dem Aumann zu Fall kommt. Obsthändler: denn Fallobst ist im Moment sehr gefragt. Mütterberatung: und findet Verwendung in der AleteBabykost. Nur mit dieser Nahrung bleibt ihr Baby gesund. Vom Tonband abgespielt, oder von einer vierten Person, die vorgetreten ist: Durch Fehlschaltungen unserer Techniker wurden die vorhergehenden Sendungen nicht korrekt ausgestrahlt. Wir bitten, die Panne zu entschuldigen. WerbeSpot Porentief rein Personen (8): Reporter 1 Hausfrau 1 Reporter 2 Hausfrau 2 Reporter 3 Hausfrau 3 Reporter 4 Hausfrau 4 Beschreibung: In einer Feier können mehrere WerbeSpots eingestreut werden, also nicht unbedingt alle hintereinander. Man kann sie dort einführen, wo eine kurze Pause erwünscht ist. Ausnahmsweise können WerbeSpots auch eine positiveWirkung haben. Mehrere Spots sind kein Muß, man kann natürlich auch nur einen Spot vorführen. Spieldauer: ca. 4 Minuten Reporter 1: Frau Weger, Sie haben das neue AMA getestet. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Hausfrau 1: (entzückt ein Tuch in die Höhe haltend) Die Wäsche ist einfach wunderbar weiß geworden. Schauen Sie nur die strahlenden Farben, das weiße Weiß! Reporter 1: Würden Sie das neue AMA gegen ein anderes Waschmittel tauschen? Hausfrau 1: (schockiert) Nein, auf gar keinen Fall! Reporter 1: Das neue AMA wäscht so weiß, weißer geht es nicht! (die erste Hausfrau reicht das Tuch der zweiten weiter) Reporter 2: Frau Steiner, Sie haben das neue ERIAL getestet. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Hausfrau 2: Die Wäsche ist einfach wunderbar weiß geworden. Schauen Sie nur die strahlenden Farben, das weiße Weiß! Reporter 2: Würden Sie das neue ERIAL gegen ein anderes Waschmittel tauschen? Hausfrau 2: Nein, auf gar keinen Fall! Reporter 2: Das neue ERIAL wäscht so weiß, weißer geht es nicht! (die zweite Hausfrau reicht das Tuch der dritten weiter) Reporter 3: Frau Keller, Sie haben das neue DOSCH getestet. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Hausfrau 3: Die Wäsche ist einfach wunderbar weiß geworden. Schauen Sie nur die strahlenden Farben, das weiße Weiß! Reporter 3: Würden Sie das neue DOSCH gegen ein anderes Waschmittel tauschen? Hausfrau 3: Nein, auf gar keinen Fall! Reporter 3: Das neue DOSCH wäscht so weiß, weißer geht es nicht! (Die dritte Hausfrau reicht das Tuch der vierten weiter) Reporter 4: Bla Blabla, Bla blabla bla blabla Blabla blablabla. Bla blabla Bla bla Blablablabla blabla? Hausfrau 4: Bla blabla Blalabla blablablabla bla blah! Reporter 4: Blabla bla blablabla Blaba blab blaba Blabababa, bablaba. Blah? Hausfrau 4: Bla, bla bla bla blabla Blaa!! Reporter 4: Bla Blababla bla bla bla, blabla bla bla blaahh! . oder so ähnlich :) Ende Mit vielen gesunden Vitaminen Personen: (3) Ehemann Ehefrau Sprecherin Spieldauer: ca. 2 Minuten Szene: Tierfutter ist offenbar eine Delikatesse. Das wird einem von der Werbung täglich eingetrichtert. Warum also soll eine liebnde Ehefrau ihrem gestreßten Mann nicht. Ehemann: (kommt von der Arbeit nach Hause) Guten Abend ach, war das wieder streng im Büro! Was hast du feines gekocht? Ehefrau: Etwas ganz besonderes, etwas Neues, wart einen Augenblick, ich bin gleich fertig. (Sie bringt eine Büchse Hundefutter). So, da ist es. (Der Mann stürtzt sich darauf). Sei doch nicht so wild. Nicht wahr, es ist gut, das neue Chappi! Ehemann: Mmmmhhhh!!! Sprecherin: Chappi, die gesunde Hauptmahlzeit für ihren Liebling. Mit vielen gesunden Vitaminen, im Nu zubereitet! Chappi, große, saftige Brocken. Leber, Hirn, Lunge. In Chappi ist alles drin, was ihr Liebling braucht. Chappi, Tag für Tag Gesundheit. Für Chappi hören Männer sogar mit dem Zeitunglesen auf. Oder kennen Sie einen Mann, der Chappi widerstehen könnte? Chappi, alles was ihr Mann liebt und braucht! Ehefrau: Ich achte immer auf die richtige Ernährung. Darum gebe ich meinem Romeo die saftigen Stücke von Chappi. Jetzt Aktion! Sprecherin: Männer würden Chappi kaufen! Ehefrau: (streicht ihrem Mann über die Haare) Und was du für ein weiches Fell hast, Romeo! Ehemann: Wau! Ende Karriere Personen: Herr Schneider Frau Schneider Anna, Dienstmädchen Beschreibung: Das Bühnenbild stellt ein gut ausgestattetes Wohnzimmer dar. Herr Schneider sitzt in einem Sessel und liest die Zeitung, bis seine Frau aufgeregt hereinkommt. Frau Schneider: Und du sitzt da und liest! Herr Schneider: (erstaunt) Warum soll ich denn nicht lesen? Frau Schneider: Anna hat gekündigt! Herr Schneider: Na und? Suchst du dir eine andere! Frau Schneider: Wie du dir das denkst, Karl! Herr Schneider: Was paßt denn dem Mädchen nun wieder nicht? Will sie mehr verdienen? Frau Schneider: Mehr? Hunderttausend will sie verdienen. Herr Schneider: (Legt die Zeitung hin und schaut auf) Hat sie im Lotto gewonnen? Frau Schneider: Ach was! Sie geht zum Film. Herr Schneider: Zum Film? Die? Die Anna? Dieser Trampel? Frau Schneider: Jawohl, sie geht zum Film. Herr Schneider: Nun lass mal deine Witze. Was ist denn nun wirklich los? Frau Schneider: Ich sage es dir ja: Anna, unsere Anna, geht zum Film! Herr Schneider: (während er kopfschüttelnd nach einer Zigarre greift) Na, dann soll sie eben. Frau Schneider: (seufzend) Mit dir ist aber auch gar nichts anzufangen. Weißt du denn nicht, was das bedeutet? Herr Schneider: (brennt die Zigarre an) Was das bedeutet? Das bedeutet, daß wir wieder einmal ein Mädchen gehabt haben, Und daß du dir jetzt ein neues suchen mußt. Frau Schneider: Na ja, das auch. Aber es bedeutet noch viel mehr! Herr Schneider: Aha! Frau Schneider: Du brauchst gar nicht so zynisch zu sein! Herr Schneider: Zynisch? Wiso bin ich denn zynisch? Hungrig bin ich, und wenn es nicht bald etwas zu essen gibt. Frau Schneider: Essen! Dazu haben wir jetzt keine Zeit! Herr Schneider: Ach so! Haben wir nicht? Na ja, wenn wir nicht mal zum Essen Zeit haben. Frau Schneider: Wir müssen nämlich jetzt etwas unternehmen! Herr Schneider: Wir? Du mußt etwas unternehmen! Ruf doch auf dem Arbeitsamt an oder bei dieser Stellenvermittlung in der Karlstrasse. Frau Schneider: (läßt sich seufzend in einen Stuhl fallen) Du bist wirklich ganz schön verkalkt! Anna geht zum Film! Verstehst du denn nicht, was das bedeutet?! Herr Schneider: Das bedeutet, daß sie filmen wird. Frau Schneider: Daß sie Hunderttausende verdienen wird! Das bedeutet es in erster Linie! Herr Schneider: Und was kann ich daran ändern? Frau Schneider: Du sollst nichts daran ändern du sollst dich um das Mädchen kümmern! Wenn wir sie adoptieren. Herr Schneider: Um Himmelswillen Frau Schneider: Gar nicht! Um des Geldes willen! Schließlich ist sie jetzt seit zwei Jahren bei uns, und alles, was sie kann, haben wir ihr beigebracht! Jetzt, wo sie sich benehmen kann und wenigstens ab und zu mal den Mund aufmacht jetzt ist sie entdeckt worden. Und wir sind sozusagen schuld an ihrer Karriere. Wenn wir sie nicht aus dem Dorf herausgeholt hätten, dann säße sie immer noch in Neustadt und würde was weiß ich tun! Magd irgendwo da sie keine Eltern mehr hat. Ihre Tante war doch froh, daß sie sie nicht mehr durchzufüttern brauchte! Und jetzt müssen wir uns unseren Anteil sichern! Verstehst du das denn wirklich nicht? Herr Schneider: Ach, so meinst du das? Donnerschlag für so gescheit hätte ich dich gar nicht gehalten! Du meinst also. Frau Schneider: Ich meine, daß wir uns jetzt ganz besonders um Anna kümmern müssen. Film! Du weißt ja, wie das ist! Da kann sie glatt vor die Hunde gehen, wenn keiner auf sie aufpasst! Es steht ja jeden Tag in der Zeitung. Herr Schneider: Eine gute Figur hat sie ja. Frau Schneider: Sicher hat sie die! Und ihr Gesicht! Na, schön können sie ja nicht alle sein. Und wer weiß, was für Rollen sie kriegt. Herr Schneider: Woher weißt du das denn eigentlich? Frau Schneider: Woher ich das weiß? Na, erstens von Anna selbst und zweitens habe ich gehört, wie sie mit der Dame und dem Herrn verhandelt hat. Übermorgen wird sie mit dem Wagen abgeholt. Herr Schneider: So! Und du hast sie einfach so gehen lassen? Und die Kündigungsfrist? Frau Schneider: Kündigungsfrist! In solchem Falle! Herr Schneider: Da hast du allerdings Ausnahmsweise einmal recht. Warte mal.! Natürlich müssen wir uns um das Kind kümmern. Frau Schneider: Während der Ausbildungszeit bekommt sie erst einmal zweihundert Mark im Monat sie muß ja erst lernen. Herr Schneider: Muß sie! Natürlich muß sie lernen. Und wie hast du dir alles gedacht? Frau Schneider: Na, so: Ich werde sie erst einmal ausstaffieren, damit sie anständig angezogen aussieht. Und dann müssen wir mit ihr sprechen, ob sie vielleicht sieh mal: wenn wir das Mädchen in der ersten Zeit ein bißchen unterstützen, dann können wir Ansprüche erheben, wenn es einmal die großen Gagen bekommt. Herr Schneider: Davon stehen uns mindestens fünfzig Prozent zu. Schließlich ist sie erst durch uns in die Satdt gekommen und durch diese Tatsache Entdeckt worden. Kannst du sie nicht mal reinkommen lassen? Frau Schneider ruft mehrmals Anna! (Herr Und Frau Schneider setzen sich und sehen erwartungsvoll zur Tür, bis ein junges Mädchen, plump angezogen und nicht besonders intelligent aussehend, zur Tür hereinkommt.) Frau Schneider: Ah, da sind sie ja, mein liebes Kind! Kommen sie doch mal näher. (Anna stapft fest zur Mitte) Herr Schneider: Sie wollen uns also verlassen, Anna? Anna: Hm! Herr Schneider: Das ist natürlich sehr schade. Sie waren meiner Frau immer eine sehr große Hilfe. Frau Schneider: Aber wir werden ihrer Karriere natürlich nichts in die Wege legen. Anna: Hm! Herr Schneider: Wie heißt denn die Gesellschaft? Anna: U.U.Urania oder so. Herr Schneider: Aha! Und sie müssen erst einen Ausbildungslehrgang mitmachen? Anna: Hm! Herr Schneider: Das ist schön. Ja, wie dachtest du dir das nun weiter? Du wolltest mit Fräulein Anna.? Frau Schneider: Ja, Anna, nun setzen Sie sich mal, ja? (Anna setzt sich linkisch auf einen Stuhl.) Frau Schneider: Die Sache ist nämlich so: Film, wissen Sie alles, was mit Film oder Kino zu tun hat, ist eine gar nicht so leichte Sache. Anna: Die Frau hat gesagt, ich wär geeignet. Frau Schneider: Sicher, sicher, ganz bestimmt, Anna! Ihr Typ ist heute gefragt! Hoffentlich laden sie uns später auch einmal ins Kino ein, was? Anna: Kann ich machen! Frau Schneider: Lieb von ihnen! Na, wir werden uns ihnen schon heute erkenntlich zeigen. Ich habe da ein paar Kleider, die könnten sie mitnehmen! Schade, daß sie nicht unsere Tochter sind. möchten sie unsere Tochter sein? Anna: Hm! Frau Schneider: Ach ja, so ein liebes Töchterlein zu haben nicht wahr Karl? Herr Schneider: Sicher, sicher Frau Schneider: Wir haben ja nun nicht viel aber wir sind immerhin nicht unvermögend. Und wenn man liebe Eltern hat, zu denen man flüchten kann ach, liebes Kind, so schlecht ist das nicht. Anna: Hm! Herr Schneider: Und wenn sie eines Tages eine Berühmtheit sind, dann fällt natürlich auch ein kleiner Schatten auf uns zurück. Wissen sie was? Stehen sie doch einmal auf! (Anna steht brummig auf) Herr Schneider: Nun gehen sie mal durchs Zimmer! (Anna stapft durchs Zimmer.) Frau Schneider: Ach, das ist ja schon sehr schön! Doch man sieht, daß sie begabt sind. Herr Schneider: Unbedingt! Sie scheint mir sogar sehr begabt zu sein. Und was ihre Sprache angeht, so werden sie ganz schnell wie eine echte, rechte Künstlerin sprechen können. Vielleicht sind sie sogar so begabt, daß das Ausland auf sie aufmerksam werden wird. Sprechen sie mir doch einmal nach: How do you do! Anna: Warum soll ich denn das sagen? Frau Schneider: Aber liebes Kind! Mein Mann meint es doch nur gut mit ihnen! How . do . you . do . Anna: Haududu! Herr Schneider: Großartig! Na, was sagst du dazu? Frau Schneider: Sie ist wirklich begabt! Herr Schneider: Ja, liebe Anna, was ich noch sagen wollte: wir werden sie natürlich unterstützen. Entweder adoptieren wir sie als unser liebes Töchterlein oder, wenn ihnen das lieber wäre, so arbeite ich nachher einen Vertrag aus, in dem wir (schnell gesprochen) aufgrund unserer seit längerer Zeit für sie verwendeten Ausbildungsbeihilfen, unserer immerwährenden Fürsorge für sie und der Tatsache, daß es sich bei uns um ihre eigentlichen Entdecker handelt, kurz und gut, paragraphenmäßig eingeteilt, also, mit, sagen wir mal, fünfzig Prozent vom Bruttoeinkommen auf, sagen wir mal, die nächsten zehn Jahre und so weiter und so weiter. Klar? Frau Schneider: Das war aber sehr klar ausgedrückt! Herr Schneider: Ja, das finde ich auch! Da ist sofort alles klar. Den Rest könnten sie natürlich auf eine Bank. Und was die Anlage des Geldes angeht, so werde ich ihnen auch behilflich sein. Einverstanden, liebe Anna? Anna: Trinkgelder kriege ich auch hat sie gesagt. Herr Schneider: Ja? Ähemm ja! (Sieht seine Frau an) Wie wäre es denn, wenn du nun Fräulein Anna die Garderobe so können wir sie auf keinen Fall. Frau Schneider: Natürlich nicht! Die Kleider. Anna: Ein Kleid kriege ich, hat sie gesagt, die Dame. Und alle kann ich umsonst sehen die.die Lollolo. Herr Schneider: Ah! Sie meinen die Lollobrigida! Anna: Und den Herrn Jürgens auch! Und die Frau Schell. Und den Herrn Gabel. Frau Schneider: Clark Gable entzückend! Anna: Und den Pretzel! Herr Schneider: Pretzel? Pretzel? Weißt du Anna: Der wo so mit den Hüften singt. Frau Schneider: Presley meint das Kind! Elvis Presley! Aber sieh nur mal, wie sie plötzlich aufwacht, wenn sie an ihre Kollegen denkt! Kind, Kind fast beneide ich sie.! Anna: Und den Horst Buchholz. Und alle umsonst! Frau Schneider: Sie werden noch ganz groß werden! Wissen sie schon, welche Rollen. Anna: Drops und Pfefferminz und im Sommer Eis am Stiel. Herr Schneider: Was? Wie heißt der Film? Frau Schneider: Karl! Du hast wirklich keine Ahnung! Drops, Pfefferminz und im Sommer Eis am Stiel das ist doch ein wirklich reizender Titel! Anna: Und alle vierzehn Tage alle vierzehn Tage brauch ich nicht zum Film. Nur bei die bei die bei die Premiere Herr Schneider: Premiere! Na, sicher doch! Bei einer Premiere müssen sie anwesend sein! Welch ein Leben, mein Kind, liegt doch vor ihnen! Frau Schneider: Beneidenswert! Anna: Was soll ich denn zum Abendessen kochen? Frau Schneider: Ich bitte sie! Das ist doch meine Sache! Nein! Sie probieren jetzt die Kleider an, die ich ihnen schenke! Anna: Die Frau hat aber gesagt, ich kriege Kleider ein dunkles aus Seide mit hellem Kragen Und dem Abzeichen. Frau Schneider: Abzeichen? Anna: Urania steht drauf. Und eine Taschenlampe kriege ich auch! Herr Schneider: Sie sind köstlich, mein Kind! Wozu denn eine Taschenlampe? Anna: Weil doch dunkel ist, wenn gefilmt wird! Frau Schneider: Aber doch nicht immer! Anna: Doch, doch! Im Urania hat die Frau gesagt, herrscht Ordnung! Aber die Trinkgelder darf ich behalten, hat die Dame gesagt. Herr Schneider: Sehen sie! Sehen sie sich das an! Die Leute sind imstande und speisen ein Künstlerin mit Trinkgeldern ab! Wie gut, daß wir auch noch da sind! Frau Schneider: Unglaublich! Du machst sofort den Vertrag! Und unsere Anna unterschreibt! Anna: Ich soll nix mehr unterschreiben, hat sie gesagt! Herr Schneider: Unsinn! Wir wollen ihnen doch nur helfen! Haben sie den FilmVertrag denn schon unterschrieben? Anna: Die Frau hat mir hingelegt, Und da hab ich Anna Krawattke druntergeschrieben. Herr Schneider: So ein Leichtsinn! Und wenn sie reinfallen? Diese Filmleute! Was stand denn darinnen? Anna: Ich.ich ich fang also an als Platzanweiserin im Urania steht drin Und Herr und Frau Schneider: Platzanweiserin! Vorhang Klaue keine Luftballons Personen (4): Schnapper (Räuber) Sackauf (Räuber) Fridolin (Räuber) Polizist Beschreibung: Die drei berüchtigten Räuber benützen die Faschingszeit und verkleiden sich: Fridolin maskiert sich als Polizist, Schnapper geht als Anstreicher und Sackauf schaut aus wie ein Räuberhauptmann aus dem Bilderbuch mit großem Bart und riesiger Holzpistole. Schnapper und Sackauf brauchen eine Staffelei, einen großen alten Bettbezug, einen leeren Farbeimer und einen Malerpinsel. Fridolin benötigt mehrere Luftpumpen. Der Polizist ist mit einem Fahrrad ausgerüstet, an dem eine Luftpumpe angebracht ist. Die Bühne erfordert keine Ausstattung. Dauer: ca. 15 Minuten Polizist: (kommt von rechts, das Fahrrad schiebend, auf die Bühne) Nur Ärger hat man mit dem Fasching! Die Kinder stellen lauter Streiche an, die Erwachsenen trinken zuviel, und die Diebe mischen sich unter das Volk und stehlen, was die Taschen hergeben. Und noch dazu ist der Fridolin wieder in der Stadt, der schlimmste Räuber aller Zeiten, und auch der Schnapper und der Sackauf sollen sich herumtreiben. Aber wie soll ich sie finden, wenn alle Leute maskiert sind? Ja, es ist schon schwer, ein Polizist zu sein! (nach links ab) Fridolin: (schleicht von links auf die Bühne) Das ganze Jahr müßte Faching sein, da könnte unsereiner fischen wie der Kater in der dicken Suppe! (macht eine entsprechende Handbewegung) Und niemand erkennt mich! Sehe ich nicht aus wie ein waschechter Polizeioberwachmeister? (reibt sich die Hände) So ein Fasching da ist jeder Tag ein Feiertag für mich! (nach rechts ab) (Schnapper und Sackauf kommen von rechts; Schnapper trägt einen Malereimer und einen Malerpinsel) Schnapper: Da drüben, da wohnt er, der Fridolin, da habe ich genau ausspekuliert. Sackauf: Und du meinst, er ist nicht zu Hause? Schnapper: Jetzt, im Fasching? Der macht genau wie wir, der ist längst losgezogen und findet, was andere Leute noch gar nicht verloren haben. Sackauf: Dann packen wir an! Alles was er uns geklaut hat, muß er wieder herausrücken, der Fridolin. Die ganzen schönen Luftballons hat er uns geklaut! Schnapper: Und gleich, nachdem wir sie selber eingesammelt haben. (Macht eine entsprechende Hanbewegung) Aber am hellichten Tag? Beim Fenster einsteigen? Die Polizei ist wachsam! Sackauf: Soll sie doch! Bist du nicht ein Maler? Wer will einen Maler verhaften, einen ehrbaren Malermeister! Schnapper: Und du ein Räuber! Ein Räuber geht als Räuber! Sackauf: Zum Totlachen ist das, hahaha! Schnapper: Herr Oberwachtmeister, wirst du sagen, wenn dich die Polizei erwischt, bitte verhaften sie mich, ich glaube, ich bin ein Räuber! Sackauf: Trink nicht so viel, wird er schimpfen, und belästige die Polizei nicht! Schnapper: Helfen sie lieber dem Herrn Malermeister bei der Arbeit, wird er sagen, hahaha, helfen sie ihm, dann zun sie ein gutes Werk! Hahaha! Sackauf: Aber los jetzt, keine Zeit mehr verlieren. Wir brauchen eine Leiter. Schnapper: Und einen großen Sack. Sackauf: Komm mit, gleich sind wir wieder da! (beide rechts ab) (von links naht der Polizist, er schiebt das Fahrrad und schaut sich ständig um; von rechts kommt Fridolin, ebenfalls rückwärtsgehend und schauend. Die beiden stoßen in der Mitte der Bühne zusammen, das Fahrrad fällt zu Boden, Fridolin stolpert und stürzt.) Polizist: (zuerst erschrocken) Was wollen sie mit meinem Fahrrad? Geben sie . (Hält inne) Fridolin: (Hält am Boden sitzend die Arme hoch) Ich habe doch. ich wollte doch. ich bin nämlich gar nicht. Polizist: (fasst ihn bei den Händen und hilft ihm nach oben) Ach entschuldigen sie bitte, Herr Kollege! Fridolin: (Kommt hoch, lässt dabei die Hände immer noch oben) Entschuldigens bitte auch, Herr. Herr. Dings. Herr Kollege! Polizist: Haben sie sich wehgetan an den Armen? Fridolin: Ach so, jaaaaa! Sehen sie! (Er nimmt mit der rechten Hand den linken Arm mühsam runter) ich auau! ich glaube, daß ich meine auau! daß ich ihn mir siebenfach verrenkt und gebrochen habe! (lässt den linken Arm wieder steif hochschnellen) Bis da herunter tut er weh! (Deutet an die Hüfte) Polizist: Das ist ja entsetzlich schlimm, gehen sie nur gleich mit mir aufs Revier, Herr Kollege, damit ich es als Dienstunfall melden kann. Fridolin: Nein, gewiss nicht, auf gar keinen Fall!!! (Zerrt den Arm wieder herunter und schwingt ihn hin und her) Schauen sie, jetzt ist er wieder ganz richtig eingehängt, sogar besser wie zuvor. Polizist: Dann bin ich ja froh! (Geht nach vorne links an die Rampe; zum Publikum) Beinahe hätte ich gemeint, das wäre ein verkleideter Räuber, aber er hat ja Kollege zu mir gesagt, also ist er ein Polizeibeamter. Fridolin: (geht nach rechts vorn an die rampe; zum Publikum) Ich habe schon gedacht, daß der da (deutet auf den Polizisten) ein echter Polizist ist. Aber er ist gewiss auch ein Gauner wie ich, eil er Herr Kollege zu mir gesagt hat. Polizist: Dann also nichts für ungut, Herr Kollege, und auf Wiedersehen. Sie wissen ja, es gibt viel zu tun. (Nimmt das Fahrrad auf) Fridolin: (hilft ihm) Es ist furchtbar, wo doch heute die Räuber sogar in Uniform herumlaufen, hahaha! Polizist: Sie haben recht, nicht einmal auf die Uniform ist Verlass. (Nach rechts ab) Fridolin: (spöttisch) Auf Wiedersehen, Herr Kollege, hahaha! (Laut) Und jetzt ans Werk! (Leise zum Publikum) Hohohoho! ich habe nämlich dem dummen Schnapper und dem Sackauf die ganzen Luftballons gestohlen, die sie sich geklaut haben. Die wollten sie doch teuer an die Kinder verkaufen, aber das mache ich nun selbst, und ich werde dabei Geld scheffeln wie Heu. Ich werde mich als Ballonweiblein verkleiden, dick und rund und mit einer Rüschenhaube. Kauft schöne Luftballons, Kinder! werde ich rufen (nach links abgehend) kauft schöne Luftballons, rote, blaue, gelbe! (Schnapper und Sackauf kommen von rechts, sie haben neben Eimer und Pinsel auch noch eine Staffelei und einen großen Sack.) Sackauf: (zu Schnapper, der immer wieder mit dem Blecheimer gegen die Leiter schlägt) Psssst!!! Doch nicht so laut! Schnapper: (wirft den Eimer hin und schreit) Was ist los? Sackauf: Du sollst leise sein! Da kann uns ja jeder sehen! Schnapper: Hören, hören, meinst du! Sackauf: Sehen oder hören, bei diesem Krach! Schnapper: Den Krach kann man nicht sehen. Sackauf: (will den Eimer aufheben, stößt mit dem Fuß dagegen, daß es laut scheppert) Au! Schnapper: Jetzt hast du einen Krach gemacht, das habe ich selbst gesehen. Sackauf: (ungeduldig) Weil du dich immer so deppert anstellst. Jetzt hilf mir die Leiter aufstellen! (Sie stelle ndie Leiter auf und sind dabei so ungeschickt, daß sie noch einmal umfällt.) Schnapper: (brüllt und hüpft auf einem Fuß) Au, meine Zehen, alle meine Zehen sind zerquetscht, zu lauter Apfelmus. Sackauf: Geh, du hast ja die Zehen gar nicht druntergehabt. Schnapper: (hüpft gleich weniger) Aber beinahe, beinahe hätte ich sie daruntergehabt. (Die beiden stellen die Staffelei so an der rechten Bühnenseite auf, daß man von der Bühne her hinaufsteigen kann, beim Absteigen an der anderen Seite aber aus der bühne abgeht.) Sackauf: (steigt auf die Staffelei) Also, du paßt auf! und wenn jemand kommt, dann pfeifst du, verstanden?(ab) Schnapper: (ruft nach) Halt! Warte! Was ist? Wenn jemand pfeift, dann soll ich kommen? Oder. Wenn jemand kommt, dann soll ich pfeifen? (Probiert das Pfeifen, kann es nicht.) Aber ich kann ja gar nicht pfeifen. (Probiert es immer wieder) Sackauf: (kommt mit zwei aufgeblasenen Luftballons, steigt die Leiter hoch, auf der anderen Seite mühsam herab) Sack auf! Schnapper: Ja, grüß dich, Sackauf! Siehst du mich, deinen Freund Schnapper? Sackauf: (böse) Du bist ein Ochse! Sack aufmachen! Habe ich gesagt, Da sind die ersten zwei Ballons. Schnapper: (hält nun den Sack auf) Das ist dumm, ganz dumm ist das. Sackauf: Warum ist das dumm? Schnapper: Du hättest nicht die ersten, sondern gleich die letzten zwei nehmen sollen, dann wären wir schon fertig. (Steckt die Ballons in den Sack, verschwindet dabei auch fast bis zur Hälfte darin.) Sackauf: Und du, du bist dümmer als die Polizei erleubt. Schnapper: (fährt erschrocken aus dem Sack, hält gleich die Arme hoch) Polizei! hilfe, ich ergebe mich! Sackauf: (böse) Nirgends ist Polizei. Aufpassen sollst du und pfeifen, wenn jemand kommt. (Verschwindet wieder) Schnapper: (versucht zu pfeifen, aber es gelingt ihm nicht) Polizist: (kommt von rechts, geht an Schnapper vorbei nach links, dreht sich dann plötzlich um) Was machen sie denn da, Herr Malermeister? Schnapper: (erschrickt furchtbar, versucht kümmerlich zu pfeifen, taucht dann den Pinsel in den leeren Eimer und streicht die Hauswand) Ich.Herr Popo.ich.ich.eigentlich muß ich pfeifen. Polizist: (sieht genauer hin) Aber sie streichen ja das Haus ohne Farbe Schnapper: Jaja, das ist.weil der Hausmeister.er will zuerst sehen, wie es überhaupt aussieht, damit es nicht gleich so teuer ist, wenn es ihm nicht gefällt. Polizist: Ja, das ist sehr vernünftig. Aber halten sie den Pinsel doch nicht immer hoch, da tut ihnen ja der Arm weh! Schnapper: (nimmt die Hände wieder runter) Danke, Herr Polizist. Können sie eigentlich pfeifen, ich meine. Polizist: Freilich kann ich pfeifen (greift in die Tasche und holt eine Trillerpfeife heraus) Aber ich pfeife nur dienstlich. Schnapper: Können sie nicht einmal nicht dienstlich pfeifen, so gaz leise vielleicht, daß es nur der da drinnen hört. (deutet über die Leiter nach rechts.) So ein kleines bißchen nur. Polizist: Auch nicht ein kleines bißchen, wenn es nicht dienstlich ist. Schnapper: Ich meine, Herr Polizist, daß sie es vielleicht gar nicht können, weil sie vielleicht eingerostet ist. Polizist: Eine dienstliche Trillerpfeife rostet nicht, die funktioniert immer, hören sie. (Pfeift laut) Schnapper: (fällt ihm in den Arm) Nicht so.halt! Nicht gleich so. Sackauf: (erscheint mit zwei Ballons) Was ist denn los? Schnapper: Gekommen ist wer! (Deutet auf den polizisten) Polizist: Kommen sie runter! Sie sind ja ein Räuber! Schnapper: Nein, er hat sich doch bloß verkleidet, weil doch heute Fasching. Sackauf: (kommt langsam herunter, in jeder Hand einen Ballon festhaltend) Hahaha, ein Räuber täte sich doch im Fasching nicht wie ein Räuber anziehen, Herr Polizist, und sie sind ja sicher auch gar kein Polizist. Polizist: Ich bin ein Polizist, weil ein polozist immer echt ist und weil man in Uniform niemals maskiert gehen darf. Aber was sind sie, wenn sie kein Räuber sind? Schnapper: Er ist mein Gehilfe, weil ich.weil wir auch da drinnen anstreichen müssen. Polizist: Und die beiden Ballons? Haben sie die etwa gestohlen? Sackauf: (fällt fast von der Leiter) Gestohlen! Wie . wie kommen sie denn daaarauf? Polizist: Halten sie sich doc hfest! Sackauf: Das . die müssen wir doch auch anstreichen, damit . Schnapper: Damit sie zum Haus passen, wir müsse nsie grünlichrot . Sackauf: So rötlichgelbblau anstreichen. Polizist: Da haben sie Glück, daß sie keine Räuber sind, meine Herren, sonst müßte ich Sie auf der Stelle verhaften. Und jetzt passen sie gefälligst auf, wenn sie hochsteigen, daß Sie nicht runterfallen! (Er hilft, den Sack aufhalten und hält die Leiter fest, als Sackauf wieder hochsteigt.) So, immer vorsichtig, meine Herren, damit mir ja nichts passiert! Sackauf: Das war sehr freundlich von ihnen, Herr Polizist . Schnapper: . daß sie uns geholfen haben. Polizist: Die Polizei ist immer hilfsbereit, wenn sie gebraucht wird. (nach links ab) Sackauf: (kommt schon wieder mit Luftballons) Du bist gar kein gewöhnlicher Ochse, Schnapper, sondern du bist der allergrößte Riesenochse, den es gibt. (Verschwindet wieder) Schnapper: (der die Ballons entgegengenommen hat) Nimm das bloß zurück, Sackauf, sonst werde ich ganz böse! Sackauf: (kommt wieder) Und du bist nicht nur der größte Riesenochse, sondern auch noch das größte Rhinozeros, das rumläuft, und das dümmste dazu. (verschwindet) Schnapper: (aufgeregt) Und du . du bist . (Einer der beiden Ballons, die er in den Sack stecken will, zerplatzt.) Hilfe! Hilfe! Fridolin: (schreit hinter der Bühne) Weg! Nichts wie weg, jemand schießt auf mich, nicht schießen! (Er kommt auf die Bühne, hat mehrere Luftpumpen, darunter auch die vom Rad des Polizisten; er rennt Schnapper und die leiter fast über den Haufen, fäält hin, wieder zerplatzt ein Ballon.) Nicht schießen! Schnapper: (reißt die Arme hoch) Nicht schießen, Herr Polizist, nicht schießen! Sackauf: (stürzt herbei) Nein, nicht schießen, ich bin der Sackauf, ich ergebe mich! (hält die Hände hoch) Fridolin: (erstaunt, steht auf, rückt sich die Mütze und Jacke zurecht) Ja, ihr seid es! Ja was macht ihr denn mit meinen Luftballons? Und du bist doch der Schnapper Schnapper: Die Luft Luftballons, Herr Polizist . die gehören uns, weil wir sie zuerst gestohlen haben, der. Sackauf: Der Räuber Fridolin hat sie uns gestohlen . Fridolin: Dann gehören sie auch dem Fridolin, weil sie der zuletzt gestohlen hat. Und jetzt wieder rein damit ins Haus! Sackauf: (bückt sich in den Sack, ruft aus dem Sack) Aber es ist ja fast kein Ballon drin Herr Polizist. Schnapper: (steckt auch den Kopf rein) Nein, fast kein einziger Polizist ist drin, Herr Ballon! Fridolin: (steckt auch den Kopf rein) So, und was ist denn das? (Die drei nehmen den Kopf wieder raus, dabei verliert Fridolin den Bart, jeder hat einen Ballon in der Hand.) Schnapper: Das ist . das ist ja gar kein Polizist! Sackauf: Das ist der Fridolin, er hat den Bart verloren! (stürzt sich auf ihn) Her mit dem Ballon! Schnapper: Her damit! (Es gib eine kleine Balgerei, bei der die drei Ballons platzen) Polizist: (pfeift hinter der bühne laut mit der Tripperpfeife) haltet ihn! Fangt den Dieb! Räuber! (Pfeift wieder) (Fridolin, Schnapper und Sackauf schlüpfen in den Sack, die letzten Ballons zerplatzen, die Gauner rufen laut und schnell durcheinander) Fridolin: Polizei! Sackauf: Wir müssen verschwinden! Schnapper: Sack auf! Sackauf: Bin schon da! Fridolin: Auauau! Schnapper: Ich will auch rein! Fridolin: Schnell! Schnell! Polizist: (stürzt pfeifend herbei) Da hat es doch geschossen, weil einer geknallt hat! Ah, es hat geknallt, weil jemand geschossen hat (Sieht sihc um) Aber da ist ja niemand! (Ruft) Ist hier jemand? Wo ist der Dieb? Wo sind die Räuber? (Sieht die Luftpumpen, hebt dann eine davon auf) Da liegen doch Luftpumpen, eine ganze Menge sogar. Und die meine ist auch dabei. Seit eine Stunde bin ich schon hinter dem Räuber her, der sie gestohlen hat. Er muß hier irgendwo sein! Schnapper: (aus dem Sack) Nein, hier ist er nicht! Polizist: Wer ruft da? Schnapper: niemand! Fridolin: Du bist ein Affe! Polizist: Wer sagt Affe zu mir? Sackauf: Der Schnapper ist ein Affe. Fridolin: Seid doch ruhig, der hört uns ja! Polizist: Die Polizei hört und sieht alles. (Schaut sich um) Sind sie vielleicht im Sack? Schnapper: Nein, ich nicht, nur der Fridolin! Fridolin: Nein, der Sackauf Sackauf: Nein, der Schnapper! Polizist: Das ist ja gut, wenn niemand im Sack ist, dann kann ich ihn ja ruhig zubinden und ins Gefängnis bringen lassen. (bindet zu) Ende Die Urlaubsreise Personen: Er Sie Herr Koch Beschreibung: Die Szene spielt in einem Zimmer. Sie deckt den Kaffeetisch. Nach dem Öffnen des Vorhanges kommt Er schnell ins Zimmer und wirft Mantel und Aktentasche auf einen Stuhl. Er gibt seiner Frau einen Kuß und sagt händeringend: Er: Was glaubst du wohl, wo ich herkomme, Thea? Sie: Spät genug geworden ist es ja. Vermutlich kommst du aus der nächsten Kneipe. Er: Unsinn! Von Kochs.! Sie: Nein! Er: Doch! Mir ist nämlich eingefallen, daß ich sie mal vorsichtshalber fragen möchte, wohin sie in Urlaub fahren wollen. Damit wir ihnen nicht begegnen. Sie: Und? Er: Du wirst erschrecken: Nach Oberndorf! Sie: Oberndorf? (Stemmt die Hände in die Hüften.) Ausgerechnet! Das ist ja da können wir natürlich nicht hinfahren! Und ich hatte mich so gefreut! Aber die Thilde Koch vermiest einem ja jeden Urlaub mit ihren dreiundsechzig Krankheiten. Was machen wir denn da bloß.? Er: (zögernd) Ja, was machen wir da. Paß mal auf, Liebling: wie wäre es denn, wenn wir wieder einmal nach Bad Seel fahren würden? Dort waren wir ja seit vielen Jahren nicht mehr. Sie: Mir ist es ganz gleich, wo wir hinfahren. Hauptsache, wir begegnen Kochs nicht. Er geht ja, aber die Thilde na, weißt du. Er: Weiß ich, weiß ich! War doch gut, daß ich mal so hintenrum gefragt habe, was? Ja, Köpfchen, Thea! Aber da müssen wir uns gleich anmelden. Ich werde nach dem Kaffee zur Post gehen und ein Telegramm hinschicken. Pension Niobe ich habe mich schon erkundigt, ob die noch besteht. Existiert immer noch. Billig und gut. Einverstanden? Sie: Na ja. Bad Seel ganz nett dort. Ist das die Pension droben am Wald? Er: Richtig! Ist es! Hast doch ein fabelhaftes Gedächtnis, Thea! Alles, was recht ist. Also: wir trinken schnell Kaffee und ich gehe zur Bahnpost. Ich schicke ein Telegramm, daß wir am Neunten dort eintreffen werden, ja? Sie: Das mach mal, Karl! Aber bleib nicht so lange heute abend gibt doch das Theaterstück im Fernsehen. Er: (während es draußen klingelt) Das muß ich sehen. Nanu? Wer will denn jetzt etwas? Zeitung? Soll ich Sie: Laß mal, ich muß doch den Kaffee holen. Sie geht hinaus. Während er sich die Hände reibt und dann mit zufriedenem Gesicht eine Zigarette anzündet. Sie und Herr Koch kommen herein.) Er: Nanu? Albert? Herr Koch: Ja, ich! Entschuldige, Karl. Aber ist dir aufgefallen, dass du deinen Schirm bei uns hast stehen lassen. Er: Schirm? Nee! Donnerschlag! Tatsache, ich hatte ihn ja heute morgen mit ins Büro genommen! Sie: Ich habe ihn schon draußen hingestellt. Er: Danke! Und dir auch, Albert. Trinkst du eine Tasse Kaffee mit? Herr Koch: Na ja, kann ich machen. Meine Frau ist in die Stadt gegangen. Er: Und ich muß nachher zur Post, da kannst du ein Stück mitgehen. Sie: Dann hole ich gleich den Kaffee. Sie fahren nach Oberndorf, Herr Koch? Herr Koch: Jaja, so haben wir uns vorerst entschieden, und sie kennen ja Thilde wenn sie dorthin will, dann kann keiner mehr etwas daran machen. Sie: Na ich hole schnell noch eine Tasse und den Kaffee. (Sie geht hinaus. Er bietet Herrn Koch eine Zigarette an.) Herr Koch: Na? Er: Alles klar, Albert. Nicht so laut. Thea ist hellhörig. Herr Koch: Was ist denn nun? Er: Wir fahren nach Bad Seel in die Pension. Hast du Willi angerufen? Herr Koch: Hab ich. Seine Frau wollte absolut nach Petershausen, aber er hat zu ihr gesagt, dort würdet ihr hinfahren, und da wollte sie nicht mehr. Er: Prima! Herr Koch: Und dann hat er ihr Bad Seel vorgeschlagen und gleich dort angerufen und Pension für unsere drei Familien bestellt. Er: (klopft Herrn Koch lachend auf die Schulter) Fein Mensch, Albert, auf diese krumme Tour haben wir unsere UrlaubsSkatpartie ja doch noch zusammenbekommen. Vorhang Modenschau zu Haus Personen: (5) Der Ehemann seine Frau und seine drei Töchter: Rosel, etwa 18 Jahre Thea, etwa 16 Jahre Gerda, etwa 12 Jahre Beschreibung: Die Szene spielt in einem behaglich ausgestattetem Wohnzimmer. Der Tisch ist ganz an die Wand gedrückt, so daß von der Türe im Hintergrund bis zur Rampe ein freier Raum ist. Der Tisch, etwa in der Mitte zwischen Tür und Rampe, ist mit Blumen, einer Flasche Wein, einer Kiste Zigaretten, Gläsern, Ascher und einem Teller mit belegten Brötchen bedeckt. Von der Tür bis zur Rampe führt ein roter Läufer. Der Ehemann kommt aus der Kulisse; er hat noch seine Aktentasche in der Hand und in der anderen eine zeitung. Ohne aufzusehen wirft er die Aktentasche in die Mitte des Raumes, dorthin, wo sonst wohl der Tisch stand. Als die Tasche auf dem Boden aufschlägt, sieht er auf. Er: Nanu? Wo ist denn der Tisch? (Sieht sich erstaunt um und geht zu dem Tisch an der Wand. Er betrachtet da, was auf dem Tisch steht und liegt, und kratzt sich den Hinterkopf): Was ist denn jetzt kaputt? Hat denn einer Geburtstag? Was für einen Tag haben wir denn heute? (sieht in der Zeitung nach) Heute ist doch der [Datum der Aufführung einsetzen] nee, heute ist doch nichts besonderes los.? Thea: (kommt zur Tür herein). Er: Was ist denn hier los, Thea? Thea: Ooch, nichts weiter, Vati! Nun iß ert mal, und nachher wirst du schon sehen Er: Warum steht denn der Tisch nicht dort, wo er hingehört? Thea: Weil das nicht geht, Vati! Wir laden dich nämlich auf eine Modenschau ein! Er: Was? Modenschau? Du lieber Himmel, was soll denn das nun wieder vorstellen? Soll ich vielleicht mit euch Gören auf eine Modenschau gehen? Thea: (beleidigt) Gören, Vati! Wir sind Teenager! Er: Na meinetwegen. Die BRötchen sehen ja lecker aus. Kleine Bestechung, was? Thea: Nimm nur schon Platz! Gleich gehts los! Er: Was? Hier im Zimmer? Ach so, deswegen ist das hier so. (Er setzt sich kopfschüttelnd an den Tisch und beginnt zu essen und zu trinken, während Thea aus dem Zimmer läuft. Kurze Zeit darauf ertönt Musik. Dann taucht im Hintergrunde Sie auf und geht in einem uralten Kleid oder einem alten Kostüm hüfteschwingend an Ihm vorbei, dreht sich um und verschwindet wieder, während er ihr nachstarrt.) Er: Du lieber Himmel! Bei denen piept wohl! (Gerda kommt in einem ganz kurzen, dürftigen Kleidchen. Wenn sie an ihm vorbeikommt, knickst sie und sagt): Gerda: Modernes Schulkleid Er: Nun sagt mir doch endlich mal, was dieser Unsinn eigentlich soll!? (Gerda ab, Rosel kommt vor und führt Mutters altes Abendkleid vor.) Rosel: Abendkleid! Erinnerung an damals! (Sie verschwindet. Er steckt sich eine Zigarette an und füllt sein Weinglas. Seine Frau taucht auf. Sie trägt einen uralten Regenmantel und altmodische Schuhe.) Sie: (zischend) Modell Flirt im Regen, mein Herr! (Er zeigt alle Anzeichen von Unsicherheit und Nichtverstehen. Thea kommt in einem alten bunten Sommerkleidchen. Sie wirft ihrem Vater einen richtigen MannequinBlick zu.) Thea: Und hier, mein Herr, der allerletzte Schrei: Modell Vatis Liebling! Er: Ihr habt wohl die Lumpenkiste ausgekramt, was? Rosel: Modell: Aus der Jugendzeit! (Rosel kommt in Rock und Bluse. Alles ist alt und verschlissen.) Er: Also, mit mir könnt ihr ja anscheinend alles machen! Da soll doch! Weiß der Kuckuck, was das sein soll! (Im Hintergrund wird ein Plakat mit der Aufchrift Vier Grazien aufgehängt Dann kommen Sie, Thea, Gerda und Rosel in den unmöglichsten Verkleidungen, z.B. einem alten pelzmantel, zerlöchertem Badeanzug usw. Die Damen bewegen sich ein paarmal vor ihm hin und her, während sie Musik spielt.) Er: (Gießt sich wieder Wein ein und schaut ihnen verwundert nach) Wenn ich bloß wüßte. (Während er sich mit seinem Essen beschäftigt, tauchen die Damen im Alltasgewand auf.) Gerda: Na, Vati, schmeckt es dir auch? Er: Klar! Den Appetit jedenfalls habt ihr mir mit eurer komischen Geschichte nicht verderben können. Aber nun sagt mir endlich einmal, was das alles gewesen sein soll. Thea: ooch, bloß eine Schau hübscher Modelle! Er: Modelle! Mit dem Zeug könnt ihr euch doch nicht mehr auf der Straße blicken lassen! Gerda: Gut, daß du einsiehst, Vati! Wir wollten dir nämlich einmal zeigen, daß wir wirklich nichts mehr anzuziehen haben und daß du endlich mal ein bißchen Geld für neue Kleider locker machen mußt! Vorhang Zimmerbestellung Personen: (2) Herr Schmitz Portier Spieldauer: 5 8 Minuten Raumgestaltung: Bei diesem Telefonsketch werden 2 Tischen mit je 1 Telefon darauf und einem Stuhl daneben benötigt. Auf dem Tisch des Portiers muss noch ein Buch liegen, das Terminabsprachebuch. Um die räumliche Trennung der beiden Herren zu demonstrieren, werden die Telefone, soweit es der Platz zulässt, auseinandergezogen und dazwischen wird eine Trennwand oder eine andere optische Trennung aufgestellt. Herr Schmitz benötigt während seines Telefongesprächs noch ein Glas und eine Flasche, die mit einer beliebigen trinkbaren Flüssigkeit gefüllt ist und Schnaps darstellen soll. Diese beiden Dinge können entweder auf oder unter seinem Tisch stehen. Kostüme: Der Portier benötigt eine Art Uniformjacke. Sollte diese nicht vorhanden sein, werde nauf eine normale Jacke Streifen oder Abzeichen genäht. Außerde mkönnten die Knöpfe mit Gold, oder Sliberpapier umwickelt werden. Herr Schmitz benötigt kein Kostüm. Szene: Es ist wichtig, daß der Portier nicht fließend deutsch spricht. Dadurch werden für den Zuschauer die Mißverständnisse zwischen ihm und Herrn Schmitz verständlich. Dieses Nichtverstehen sollte sich auch im Gesicht des Portier wieder spiegeln. Am besten wird dieser Gesichtsausdruck vorher vor dem Spiegel ausprobiert. Herr Schmitz muß hingegen versuchen, seine wachsende Verzweiflung zu spielen. Er kann aufstehen, sich wieder hinsetzen, sich die Haare raufen, mit den Fingern auf den Tisch trommeln, den Kopf schütteln, sich vor die Stirn schlagen, oder zwischendurch einen Schnaps trinken. Ebenso stark sollte seine Erleichterung in dem Moment zum Ausdruck kommen, wenn er hört, eine Zimmer sei frei: Aufatmend lehnt er sich zurück, um im nächsten Moment, beim letzten Satz des Portiers wie von der Nadel gestochen wieder aufzuspringen. Schmitz: Hallo, ist da der Portier? Hier ist Schmitz, Zimmer 19 Portier: Ja, hier Portier, am Apparat! Schmitz: Ich fliege morgen nach Paris. Reservieren sie mir doch bitte dort ein Zimmer mit Bad. Portier: Bitte warten, ich werden nachschauen (Er blättert in seinem Buch). Es tun mir leid. Wir keine Zimmer freihaben. Bitte Sie versuchen nächste Woche! (legt auf) Schmitz: (wählt neu) Hier ist Schmitz noch einmal, Zimmer 19! Sie haben mich eben falsch verstanden. Ich brauche ein Zimmer in Paris, nicht hier in London! Portier: Oh, sie rufen extra an aus Paris? Das tut mir leid, aber wirklich ist kein Zimmer frei. Schmitz: Nein, ich bin nicht in Paris, ich bin hier in London! Ich möchte aber ein Zimmer in Paris. Portier: Sehr wohl, Herr. Aber dieses Hotel sein nicht in Paris, hier ist London. Schmitz: Das weiß ich, ich wohne doch hier. Portier: Hier bei uns? Schmitz: Jaa, Zimmer 19!!! Portier: Oh, Sie nicht zufrieden? Schmitz: Doch, aber ich muß geschäftlich nach Paris fliegen. Portier: Ich sollen Gepäck holen? Schmitz: Ja, morgen! Portier: Sehr wohl, gute Nacht! (legt auf) Schmitz: (trinkt erst einen Schnaps und wählt dann neu) HIer ist nocheinmal Schmitz. Ach bitte, reservieren sie mir doch nur ein Zimmer mit Bad. Portier: Moment (blättert in seinem Buch), ist leider alles belegt. Schmitz: Ich will kein Zimmer in diesem Hotel!!! Ich habe schon eins, Zimmer 19!!! Portier: Nr. 19 (blätter in seinem Buch) ist leider besetzt. Schmitz: Ja, von mir zum Donnerwetter, und morgen wird es frei! Portier: Sie wollen anderes Zimmer? Schmitz: Nein (ganz langsam), ich ziehe morgen hier aus und möchte dann ein Zimmer in Paris! Portier: Für Morgen? Schmitz: Ja. Portier: Sie warten ich nachschauen. (Blättert in seinem Buch) mit Bad? Schmitz: Ja. Portier: Sie Glück haben, Herr! Ich habe morgen ein Zimmer für sie! Schmitz: (aufatmend) Na, Got sei Dank! Portier: Zimmer 19 wird moregen frei werden! Ende Schäbig contra Schäbig Personen: (2) Richter Schäbig Spieldauer: ca. 8 Minuten Ansager: Stellen sie sich vor wir befinden uns in einem Gerichtssaal. Zur Verhandlung kommt der Fall Schäbig contra Schäbig. Wenn das hohe Gericht nun den Saal betritt, hat sich das Publikum von den Plätzen zu erheben. Verstöße gegen diese Verordnung werden mit einer Geldstrafe geahndet (er ruft) Das Hohe Gericht! (Publikum erhebt sich, Ansager ab) Richter: (Tritt auf, lädt das Publikum mit einer Handbewegung zum Sitzen ein. Er setzt sich auch und schaut mißbilligend im Saal herum. Bei jeder Publikumsreaktion wird um Ruhe gebeten und die Glocke betätigt.) Zum Aufruf kommt der Fall Schäbig contra Schäbig! Bitte eintreten! Schäbig: (sieht auch so aus, behält den Hut auf, stellt sich sehr linkisch an den Tisch und grüßt, indem er mit dem Finger an den Hut tippt) Tag! Richter: (hebt die Brille hoch und sieht Schäbig an) Warum nehmen Sie den Hut nicht ab? Schäbig: (indigniert) Das könnte ich schon machen, aber dann heißt es wieder, ich hätte im Gerichtssaal gebettelt. Richter: Seien sie nicht albern und nehmen sie diesen Hut ab! Schäbig: (Nimmt langsam den Hut ab.) Richter: Sie sind der verheiratete Gelegenheitsarbeiter Hugo Schäbig? Schäbig: Jawohl! Richter: Ihr Name? Schäbig: (glaubt, er hört nicht recht) Immer noch Schäbig! Hugo! Hintere Grabenstraße 33, zweiter Stock links, dreimal klingeln! Richter: ungerührt wie alt? Schäbig: Zweiundvierzig Richter: Bekenntnis? Schäbig: (beugt sich über den Tisch und zeigt auf die Akten. Lebhaft) Unschuldig! Richter: Natürlich, das sagen sie alle. Schäbig: (zufrieden) Also, wenn es alle sagen, dann müssen sie es auch glauben. Richter: (liest in den Akten) In der Anklageschrift heißt es, Sie sollen am 17. Mai vergangenen Jahres in einem Anfall von Trunkenheit Ihre Ehefrau, die verheiratete Augustine Schäbig, geborene Beißzänger sie sollen sie jämmerlich verprügelt haben?! Schäbig: (freudig) Jawohl, die habe ich unheimlich vertrimmt. Richter: (brüllt) Unerhört! Das dürfen sie nicht! Strafen stehen nur dem Gericht zu! Schäbig: Also gut, wenn sie wieder mal Prügel braucht, dann schicke ich sie zu ihnen. Richter: (blickt ihn mißbilligend an und liest aus den Akten) Ebenso sollen sie die herbeigeeilte ledige Anna Hummel lebensgefährlich bedroht haben! Sind sie mit dieser ledigen Frau Anna Hummel befreundet? Schäbig: Um Himmels willen, nein! Das ist meine Schwiegermutter! Richter: Sie haben also ihrer Frau Schwiegermutter auch eine Tracht Prügel versprochen? Schäbig: Ja! Aber die wird sich noch eine Weile gedulden können! Richter: (ungehalten) Quatsch! Hier steht, (er zeigt in die Akten) Sie haben ihrer Frau mit einem Schirm auf den Kopf geschlagen! Schäbig: (entschuldigend) Aber die krummen Beine hatte sie schon vorher, darum habe ich sie ja geheiratet! Richter: (ungläubig) Der krummen Beine wegen? Schäbig: Natürlich. Weil sie so gut zu meinen Biedermeiermöbeln passten! Richter: (klingelnd) Ruhe! Sie haben also den bewußten Schirm auf dem Kopf ihrer Frau entzwei geschlagen? Schäbig: (entschuldigend) Das macht doch nichts, ich habe mir bereits wieder einen neuen Schirm gekauft. Richter: (brüllt) Unerhört! Schäbig: (aufgebracht) Hören sie mal, ich habe einen Schirm bitter nötig, wenns regnet! Richter: (brüllt) Schweigen sie! (jetzt wieder ruhiger) Wie konnten sie ihre Frau nur so zurichten? Schäbig: (Krempelt die Ärmel hoch) Kommen Sie mal mit raus, dann werde ich es ihnen zeigen. Richter: (brüllt) Schweigen Sie! Das ist Verächtlichung des Hohen Gerichts (er nimmt ein Foto aus den Akten) Ich habe hier ein Foto ihrer Frau nach der Tat sehen sie sich an. Sie haben ihre Frau ganz schön zugerichtet! Schäbig: (sieht sich das Bild an und grinst) Ja, ja, mir hat sie nachher auch besser gefallen. Richter: (legt unwillig das Bild in die Akten und liest) Außerdem haben sie zu ihrer Schwiegermutter Dumme Ziege und Blöde Kuh gesagt. Stimmt das? Schäbig: Was? Richter: Das mit der Ziege und der blöden Kuh! Schäbig: Jawohl, das stimmt aber gesagt habe ich es nicht. Richter: (eindringlich) bestimmt nicht? Schäbig: (unwillig) Man kann doch nicht an alles denken! Richter: (ganz ruhig) Standen sie schon einmal unter Eid? Schäbig: Worunter? Richter: Haben sie schon einmal geschworen? Schäbig: Ich habe mir geschworen, nie weider zu heiraten! Richter: (unwillig, will der Sache ein Ende bereiten) Zur Sache! Nun ja, der Tatbestand ist ja weitgehend geklärt. Haben sie nochetwas zu ihrer Verteidigung zu sagen? Schäbig: Selbstverständlich! Richter: Bitte! Schäbig: Glauben sie, was in der Bibel steht? Richter: (erstaunt und etwas unschlüssig) Ich sehe zwar nicht ein, was das mit diesem Prozess utun hat, aber natürlich glaube ich, was in der Bibel steht. Schäbig: (bohrend) Steht da nicht drin, daß Gott die frau aus der Rippe des Mannes geschaffen hat? Richter: Allerdings, das steht da drin. Schäbig: (pfiffig) Also! Dann wird es dem Manne doch gestattet sein, ein wenig auf seiner eigenen Rippe herumzuklopfen. Richter: (klingelnd) Ruhe bitte! (er will nun zum Ende kommen) Reden sie nicht so dummes Zeug, sondern sagen sie mir ohne Umschweife, was sie veranlasst hat ihre Frau zu verprügeln, anschließend in einen Teppich einzurollen und einen Tag in eine Ecke zu stellen! Wie kamen sie dazu? Schäbig: Durch schwere Beleidigung, Herr Ober, Herr Obergerichtshof! Richter: (blickt ihn durchdringend an) So? Wer hat sie denn so schwer beleidigt? Schäbig: Nun, jene. Sie Meine Al meine Frau! Richter: Was hat sie denn gesagt? Schäbig: Sie sagte, ich sei blöde! Richter: Das ist aber eine in der Ehe durchaus übliche Bezeichnung. Schäbig: Und alt sei ich, sagt sie. Richter: Auch das ist keine Beleidigung! Schäbig: (bringt seinen letzten Trumpf) Dann sagte sie noch Idiot zu mir! Richter: (abschließend) tut mir leid, auch dieser Ausspruch ist heutzutage bei Kraftfahrern üblich! Also bei Schimpfworten wie blöde, alt, vertrottelt und Idiot kann in ihrem Falle von Beleidigung keine Rede sein! (er klappt die Akten zu) Schäbig: (triumpfierend) So? Wenn das so ist, dann leben sie wohll, Sie blöder, alter vertrottelter Idiot Sie!! (tritt ab) Auf den Hund gekommen Personen: (5) Mutter Vater Oskar Oma Tante Hildegard (per Telefon hinter der Bühne) Spieldauer: ca. 6 Minuten Szene: Ort: Wohnzimmer bei Oskar zu Hause, ein gedeckter Frühstückstisch. Zeit: Am Sonntagmorgen, 2 Wochen vor Oskars Geburtstag. Egal, ob als personales, Stabpuppen oder (Menschen) Schattenspiel gebracht eine Mundartrolle bringt zusätzliche Farbe. Oskar: Guten Morgen, Mama; ich bin schon lange wach. Mutter: (sitzt im Sessel, hat einen Bademantel an) Guten Morgen, mein Kleiner, na, stell dir vor, heute in zwei Wochen hast du Geburtstag. (Sie nimmt Oskar auf den Schoß) Was wünscht du dir denn? Oskar: Ich will einen Hund, sonst nichts. Mutter: Waaas? Einen Hund? Das kommt ja überhaupt nicht in Frage! Wozu denn einen Hund? Oskar: Jaaa, zum Liebhaben. Mutter: Aber Oskarchen, zum Liebhaben hast du doch mich, das weißt du doch! Oskar: (wühlt seiner Mama in den Haaren, sie beugt sich zurück) Ja schon, Mama, aber immer, wenn ich dich hinter den Ohren kraulen will, sagst du gleich: Mach mir bloß nicht meine Frisur kaputt! Mutter: Das sage ich doch nur manchmal, wenn ich mit Papa ausgehen muß. (Draußen pfeift das kochende Teewasser, Mutter geht ab.) Vater: (noch im Pyjama, kommt mit der Zeitung herein) Na, mein Junge, du bist ja auch schon auf. Oskar: Ja, aber ich langweile mich. Vater: Warum langweilst du dich denn? Du hast doch sooo viele Spielsachen. Oskar: Aber ich habe niemanden, der mit mit spielt. Vater: wenn ich die Zeitung gelesen habe, spiele ich mit dir. Riech mal, die ist noch ganz druckfrisch! Außerdem hast du doch in zwei Wochen Geburtstag, da kannst du dir neues Spielzeug wünschen. Oskar: Ich will kein Spielzeug, ich will einen Hund, sonst nichts. Vater: Was? Einen Hund? Aber warum denn das? Der muß ja täglich ausgeführt werden! Oskar: Aber der muß nicht täglich die Zeitung lesen, bevor er mit mir spielen kann. (Er setzt sich zum Vater an den Tisch und beginnt mit dem Frühstück) Oma: (frisch und ausgehfertig, kommt hinzu) Ah, da sind ja alle meine Lieblinge!! Guten Morgen! Oskar: Guten Morgen, Oma! Oma: Sag mal, was ißt du denn da? Oskar: Apfeluchen mit Streusel, den hast du doch selbst gebacken! Oma: Ja schon, aber der krümelt ja entsetzlich! Schau bloß den Fußboden an: dabei habe ich ihn erst gestern gesaugt. (Pause erst vorwurfsvoll, aber dann wieder versöhnlich) Übrigens, Oskarbubilein, was möchtest du denn zum Geburtstag haben? Oskar: Ich will einen Hund, sonst gar nichts. Oma: (entsetzt) Aber, aber das geht doch nicht, stell dir vor, was der für einen Dreck ins Haus bringt! Oskar: Das ist doch gut, Oma. Dann weißt du wenigstens, warum du jeden Tag saugen mußt. Oma: Oskar!! Das ist ja die Höhe! Nein, so ein Zumutung auf meine altenTage! (rauscht empört ab) (Da klingelt das Telefon. Es ist Tante Hildegard sie spricht hinter der Bühne) Tante Hildegard: Guten Morgen, Oskar, bist du? Oskar: (hat abgenommen) Ja, ich bins, Tante Hildegard! Tante Hildegard: Eigentlich wollte ich dich nur fragen wegen des Geburtstagsgeschenkes Was wünscht du dir denn? Oskar: Ich will einen Hund, sonst gar nichts. Tante Hildegard: (wehrt auch gleich ab) Aber Oskar, du weißt doch, dass ich eine Katze habe; wenn du mich dann besuchst, könntest du den Hund gar nicht mitbringen. Oskar: (beiseite) Gott sei dank, dann brauch ich dort nicht so oft hin. (laut) Weißt du, Tante Hildegard, wenn man ein Haustier hat, muß man auch Opfer bringen. Ich bringe dann für den Hund das Opfer, dich nicht mehr zu besuchen und dafür mit ihm zu Hause zu bleiben. Tante Hildegard: Das wäre ja wirklich schade, wo du doch so gerne zu mir zu Besuch kommst. Oskar: Und i gerne! (Vater hat währenddessen gleichzeitig die Zeitung gelesen und gefrühstückt. Da kommt Mutter zuerst mit der Teekanne, dann aber mit dem Staubsauger herein.) Mutter: Korbinian, du sitzt und sitzt und zwar mir im Weg. Wie jeden Sonntagvormittag: Man kann nichts arbeiten! Außerdem wird dein Bauch immer dicker. Du solltest dich bewegen, mal joggen gehen oder sowas. Vater: In der Zeitung stand neulich, dass ein Jogger unterwegs überfallen wurde. Es war am frühren Sonntagmorgen. Willst du mir das antun? Mutter: Nein, aber dann geh wenigstens mit mir jeden Dienstagabend zur Gymnastik. Vater: Dann wäre ja Oskarchen ganz allein in der Wohnung mit der schwerhörigen Oma. In der Zeitung steht da lies mal daß letzte Woche in der Parkstraße eine Wohnung ausgeraubt wurde, als die Eltern weg waren und das Kind allein zu Hause schlief. Mutter: Mm, jaa, dann hilft nur eines . Oskar: (jubelnd) Wir schaffen uns einen Hund an! Juhu! Dann bin ich nicht mehr allein, habe jemand zum Spielen, Papa kann mit ihm um die Wette joggen, ich zerstöre nicht mehr Mamas Frisur, und Oma weiß warum sie jeden Tag Staubsaugen muß. Oma: (erscheint und nimmt Mutter den Staubsauger aus der Hand) Laß mich das machen, das kann ich schon besser als du. Worüber habt ihr eigentlich gerade geredet? Alle drei: Wir kaufen einen Hund. Oma: Ooohhh! (sinkt in Ohnmacht) (Licht aus alle erstarren kurz rascher Vorhang!) Beim Friseur Personen: (2) Friseur Kunde Szene: Der Kunde nimmt gerade Platz Kunde: Vorne lang, hinten kurz! Friseur: (Selbstverständlich ist das allenfalls eine Pointe, wenn der Darsteller eine starke Stirnglatze mitbringt) (pflifteifrigst) Vorne lang, hinten kurz! Sehr wohl, der Herr! Na, wo soll denn dieses Jahr die Urlaubsreise hingehen? Kunde: (Der Kunde freut sich sichtlich darauf) Nach Rom! Friseur: (Der Friseur vermiest ihm nach und nach alles) Nach Rom? Um Gottes Willen! In diese überfüllte Touristenstadt! Und das bei dieser Hitze! Da schmelzen Sie ja auf der Straße wie Butter in der Pfanne! Wo wollen sie denn wohnen in Rom? Kunde: Hotel Mirandonale. Friseur: Hotel Mirandonale? In diesem alten Schuppen? Schlechter Service, völlig durchgelegene Betten, dreckige Zimmer, na ja! Was wollen sie denn eigentlich machen in Rom? Kunde: Die Stadt ansehen und dann Au . Au . Au . (Der Kunde stottert bei diesem Wort etwas, der Friseur denkt zunächst, er hätte den Kunden geschnitten) . Audienz beim Papst! Friseur: Audienz beim Papst? Na, ich kann Ihnen vielleicht sagen: reiner Massenbetrieb! Fließbandarbeit! Die Leute kommen rein, der Heilige Vater taucht auf, gibt kurz seinen Segen, Leute wieder raus, neue Leute rein, und so weiter grauenvoll! Na, Sie müssens ja wissen! Also: vorne lang, hinten kurz! Kunde: (Um den Zeitsprung zu verdeutlichen, geht das Licht kurz aus und dann sofort wieder an. Der Einstieg in die zweite Hälfte sollte dem Beginn des ersten Teils haargenau ähneln. Der Kunde nimmt gerade wieder Platz) Vorne lang, hinten kurz! Friseur: (Der Friseur wirft den Friseurkittel um) Vorne lang, hinten kurz! Na wie wars denn in Rom? Kunde: (Der Kunde ist begeistert) Ah, Rom also Rom ist ja in der kleinsten Hütte! Eine wunderbare Stadt. Herrliche alte Ruinen Und die Frauen weit jünger als die Ruinen! Also wundervoll! Friseur: (Der Friseur kann es gar nicht glauben) Na, und das Hotel? Kunde: Fabelhaft! Wunderbar weiche Betten! Erstklassiges Essen, guter Service! Zu jedem Gang ein neuer Ober! Fabelhaft! Friseur: (Der Friseur läßt nicht locker) Und wie war die Audienz beim Papst? Kunde: Großartig! Also überhaupt keine Hetze! Der heilige Vater hat sich für jeden richtig schön Zeit gelassen. Ich habe vor ihm gekniet, er ist mir mit der Hand übern Kopf gefahren . Friseur: Und, was hat er gesagt? Kunde: (pastoral) Mein Sohn! (Plötzlich aus diesem Ton fallend, entsetzt) Wer hat d