Arbeitsblatt: Portraitieren mit Pastellkreide Teil I

Material-Details

In dieser Lektionsreihe wird das schrittweise mögliche Portraitieren mit Pastellkreide dokumentiert. Teil I enthält: Sachanalyse, Grundtechniken und Kugel als Vorübung zum Auge.
Bildnerisches Gestalten
Anderes Thema
6. Schuljahr
8 Seiten

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23
04.11.2010

Autor/in

granelata (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Portraitieren mit Pastellkreide Sonja Erhardt Portraitieren mit Pastellkreide Teil 1. Konzeption der Untersuchung In den Ferien in wärmeren Ferienorten trifft man immer wieder auf zahlreiche Strassenmaler, die den Touristen und Interessierten ihre Künste anbieten. Fasziniert von den Fertigkeiten solcher Maler, habe ich einmal die Vorgehensweise eines Malers fotografisch festhalten lassen, als er von mir ein Portrait anfertigte. Dazu musste ich etwa dreissig Minuten still auf einem Stuhl sitzen, damit er mich portraitieren konnte. Jahre später versuchte ich nach dieser Vorlage selber zwei Portraits ab einer Fotografie zu malen, ohne zu wissen, ob ich das Talent dazu besitze. Bei früheren Zeichnungen von Gesichtern war ich immer der Meinung, dass ich das nicht sonderlich gut beherrsche. In der folgenden Lektionsabfolge wollte ich diese Fertigkeit einer Gruppe von zwei Lernenden weitergeben, die andere Gruppe liess ich auf eigene Faust mit Hilfe von geeigneter Literatur zum Thema Portraitieren selber ausprobieren. Sie mussten sich fast alle Fertigkeiten selber aneignen, um für das Abschlussportrait Fortschritte erzielen zu können. In der folgenden Sachanalyse sind mögliche Gebiete, in die man sich vertiefen könnte festgehalten. Und auf den darauf folgenden Seiten beschreibe ich, wie ich entsprechende, mir zentral erscheinende Themen mit der Gruppe, der ich das Portraitieren zeigte, umsetzte. Der Ablauf ist sicher in angepasster Form auch mit anderen Materialien und für ganze Klassen geeignet. Bei der durchgeführten Untersuchung im Rahmen meiner Diplomarbeit kam heraus, dass beide Gruppen Fortschritte aufwiesen, die weniger begabten Teilnehmer jedoch die grössten. Das war aus jeder Gruppe einer. Und zu guter letzt zeigte der, aus meiner Sicht, am wenigsten begnadete Zeichner die allergrössten Fortschritte. 1 Portraitieren mit Pastellkreide 1.1 Sonja Erhardt Sachanalyse 1.1.1 Porträtieren mit Pastellkreide Augen: Farben: • Form • Schwarz/Weiss • Schattierung • Farbig • Hautfarben • Warme und kalte Farben • Farbkreis • Komplementärfarben Mund: • Keine satten Ränder • von aussen nach innen • Lichtpunkte/Glanzpunkte • Schattierungen um Mund • Aussenrand der Lippen hell Linien: Schattieren: • Unterbrochen • satte/feine Kreiselgekritzel • Vom hellen zum dunkeln • • Dreidimensionalität hervorheben Proportionen: Material: • Theorie • Pastellkreide • frontal/seitlich • Papier Falten: Haar: • • Lichtreflexe Schattierung Hals: Grundtechniken: • Schattierung • Verwischen und Mischen • weiche Übergänge • weiche Farbverläufe Schultern/Decolté: • Abdämpfen • • Weiche Schattierung Impasto • • Glanzpunkte Aufstäuben Ohr: Nase: • • Schattierung Form • • Lichtpunkte Schattierung • • Form Lichtpunkte 2 Portraitieren mit Pastellkreide 1.2 Sonja Erhardt Lektionsablauf 1.2.1 Erste Doppellektion: Thema: Erstes Porträt mit Pastellkreide zeichnen Ziele: • Die Sch lernen das Material kennen. • Die Sch lernen die Grundtechniken zum Zeichnen mit Pastellkreide kennen. • Die Sch zeichnen frei ihr erstes Porträt mit Hilfe einer Fotografie ihrer Wahl. Inhalt/Ablauf: • Ich teile ihnen das Material aus, das sie als Dankeschön fürs Mitmachen behalten dürfen. Pastellkreiden (rot, braun, rotbraun, schwarz, weiss, rosa, dunkelgrün), Knetgummi, Papierstift. • Nun dürfen die Sch frei ausprobieren. • Ich zeige ihnen die Techniken, die man mit Pastellkreide anwenden kann. Die Sch führen sie parallel zu mir durch. • Anfreunden mit dem Material Zu jedem Punkt wird ausprobiert. Die Beispiele werden mit einer kurzen Erklärung in der Dokumentation präsentiert. • Selber ausprobiert Pobier die Materialien aus und dokumentiere in Stichworten oder kurzen Sätzen deine Erfahrungen, Erkenntnisse etc. 3 Portraitieren mit Pastellkreide • Sonja Erhardt Grundtechniken Verwischen und Mischen Zum Verwischen eines Farbauftrags werden meistens die Finger benutzt. Der Papierstift kann für kleinere Flächen optimal eingesetzt werden. Durch das Verreiben der Farbtöne werden sie zugleich miteinander vermischt. Achte darauf, dass du den Farbton zuletzt aufträgst, der auch in der Mischung der dominierende sein wird. Weiche Farbverläufe Durch das Ineinanderstreichen angrenzender Farbtöne erhältst du weiche Farbverläufe. Abdämpfen Als Abdämpfen bezeichnet man das Übereinanderlegen verschiedener Farbschichten. Eine Längskante einer Pastellkreide wird sanft über eine andere Farbschicht gezogen, wodurch die Farbe der unteren Schicht immer noch erkennbar bleibt. Beide Farben wirken zusammen, wodurch ein gebrochener Farbeffekt erreicht wird. Impasto „Impasto bedeutet dicker Farbauftrag. Pastellpigmente werden in satten Schichten neben- oder übereinander aufgetragen. 4 Portraitieren mit Pastellkreide Sonja Erhardt Aufstäuben Beim Aufstäuben von Pastellkreide kann die Spachtel eingesetzt werden. Man hält dabei das Pastellstück in der Hand und schabt mit der Spachtelkante den Pastellstaub auf die entsprechende Stelle des Bildes. Danach werden die losen Kreidepartikel mit der flach aufliegenden Spachtel festgedrückt. Man umfasst dabei den Griff und drückt mit dem Zeigefinger auf die Spachtelspitze. Das Aufstäuben eignet sich zur Darstellung von Blattwerk, kleinen Blüten, Gräsern, Raureif oder schäumendem Wasser und für vieles mehr. Der Pastellstaub Spachtelspitze eingearbeitet kann in bzw. auch den mit der Untergrund eingekratzt werden. Hierzu hält man die Spitze gleich einem Bleistift in der Hand und bringt mit kurzen, kräftigen Strichen gleichzeitig Struktur in die Farbfläche. • Warme und kalte Farben Warme Farben Zu den warmen Farbtönen zählen alle rot- und gelbstichigen Töne. Warme Töne scheinen in den Vordergrund zu dringen und werden deshalb auch hervortretende Farben genannt. Kalte Farben Zu den kalten Farben zählen alle blau- und violettstichigen Töne. Kalte Farben werden vom Betrachter als zurücktretende Farben wahrgenommen. 5 Portraitieren mit Pastellkreide Sonja Erhardt 1.2.2 Zweite Doppellektion: Thema: 1. Gruppe Eine dreidimensionale Kugel zeichnen 2. Gruppe Erstes Porträt mit Pastellkreide fertig zeichnen Ziele: • Die Sch sollen die Dreidimensionalität einer Kugel wahrnehmen und erkennen, dass sie diesen Effekt durch Schattieren erreichen können. • Die 1. GP zeichnet ihr Porträt fertig. Inhalt/Ablauf: • An der Wandtafel notiere ich in Form eines Mindmaps, was die Sch zum Thema Porträt aufzählen. Ich stelle ihnen die Aufgabe, alles aufzuzählen, was ihnen zum Thema einfällt, was wichtig werden könnte. • Die Sch schreiben mit. • Die 1. GP hat die Aufgabe eine Kugel möglichst dreidimensional zu zeichnen. • Ich stehe dabei als Coach zur Seite und helfe, wenn sie Fragen und Unklarheiten haben. • Als Hilfe gebe ich ihnen eine Kugel und das Bildmaterial, das ich ihnen zur Verfügung stelle. • Die 2. GP zeichnet ihr Porträt fertig. Von mir gibt es noch keine Tipps. 6 Portraitieren mit Pastellkreide Sonja Erhardt 1.2.3 Dritte Doppellektion: Thema: 1. Gruppe Zeichnungsübungen 2. Gruppe Eine dreidimensionale Kugel zeichnen und Übungen zum Zeichnen der Augen Ziele: • Die 1. GP arbeitet an einem Thema aus dem Mindmap und versucht sich die Umsetzung selber anzueignen. • Die 2. GP lernt anhand der Übung mit der Kugel die Dreidimensionalität einer Kugel zu zeichnen. • Schritt für Schritt lernen sie ein Auge zu zeichnen. Inhalt/Ablauf: • Die 1. GP entscheidet sich für ein Thema auf dem Mindmap und macht selbständig Übungen dazu. Bei Fragen gebe ich ihnen Tipps, zeige aber nichts vor. • Die 2. GP zeichnet mit mir zusammen eine dreidimensionale Kugel. • Ich zeichne vor und kommentiere, worauf sie achten müssen. 7 Portraitieren mit Pastellkreide Sonja Erhardt Woher kommt das Licht? Lichtpunkt, hellere Stelle auf der Kugel. Hellere Stelle dort, wo die Kugel den Boden berührt. Schlagschatten auf der Auflagefläche. 8