Arbeitsblatt: Afrika 2. Teil
Material-Details
Geographie Afrika: geschichtlicher Überblick
Geographie
Afrika
8. Schuljahr
4 Seiten
Statistik
86367
1655
88
09.09.2011
Autor/in
Rahel Fässler
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Geographie Afrika Kurzer geschichtlicher Überblick 1. Auf der Suche nach den Ursachen 1.1 die vorkoloniale Zeit Die Sahelländer haben eine glanzvolle, wirtschaftliche und kulturelle Vergangenheit. Seit dem 7. Jahrhundert entwickelten sich im Zusammenhang mit den transsaharischen Handelskarawanen die grossen Sahelreiche. Sahelzone Die Königreiche verfügten über ein gut entwickeltes Staatswesen. Die Menschen waren wohlhabend. Sie lebten in patriarchalischen Grossfamilien oder Clans. Die Leistungsfähige Wirtschaft stützte sich auf einem guten Handel vor allem mit Gold und Salz. Man schätzte und nutzt die Vorzüge eines freien Warenaustausches über die Reichsgrenzen hinweg. Das Handwerk blühte. Die Landwirtschaft war gut organisiert. Man baute nicht nur für den Eigenbedarf an, sondern stellte Überflüsse her. Das wichtigste Anbauprodukt war die Hirse. Produziert wurde nach den Regeln des Wander- und Regenfeldbaus, zum Teil nutzten die Bauern aber auch die guten Bewässerungssysteme. Neben den Ackerbauern betrieben Nomaden und Halbnomaden Viehzucht. Das damalige Klima entsprach etwa den heutigen Verhältnissen. Da man wusste, dass immer wieder Trockenperioden zu Nahrungsmittelknappheit führten, baute man Getreidespeicher und legte Vorräte an. Über die Vorräte verfügte ausschliesslich die Gemeinschaft. Die Kontrollen waren streng. Reichten ausnahmsweise die Vorräte nicht aus, um eine längere Trockenzeit zu überstehen, konnte man immer noch aus Mali, das damals als Brotkorb des Sahel galt, Getreide und andere Nahrungsmittel beziehen. Gleichwohl kam es immer wieder zu Hungersnöten, die aber eine Ausnahme bildeten und nicht wie heute ein Dauerzustand waren. Die Bevölkerungszahl war wesentlich kleiner als heute. Erstaunlicherweise waren aber Städte mit mehr als 100 00 Einwohnern bedeutend zahlreicher. Verschiedene Völker mit unterschiedlichen Religionen lebten meist friedlich miteinander. Erkläre die Begriffe: patriarchalischen Grossfamilien: . kulturelle Vergangenheit: . transsaharischen Handelskarawanen: Wander- und Regenfeldbaus: Nomaden und Halbnomaden: 1.2 Die Zeit des Niedergangs Mit der Entdeckung der Neuen Welt verloren die sahelischen alten Reiche an Macht und Einfluss, weil die europäischen Königshäuser nicht mehr auf das afrikanische Gold angewiesen waren. Dafür begann die Jagd nach Menschen. Einheimische, schwarze Sklavenjäger unterstützten den Menschenhandel der Weissen, da sie ebenfalls erheblichen Profit daraus ziehen konnten. Es gab sogar Königreiche, welche ihre Einkünfte aus dem Sklavenfang bezogen. In der Folge begannen sich die Völker gegenseitig zu bekämpfen, und es brachen blutige Kriege aus. Die ehemals hoch stehenden Kulturen fielen zurück in archaische Stammeskulturen, in welchen das Misstrauen und die Intoleranz gegenüber anderen Stammesangehörigen gross war. Der Zusammenbruch der Wirtschaft war nicht mehr aufzuhalten. Die Menschen ernährten sich wieder durch Subsistenzwirtschaft. So kam es seit dem 17. Jahrhundert immer wieder zu grossen Hungersnöten und Epidemien. Mit der Einrichtung des französischen Kolonialreiches kam es zu einer Befreiung der Stämme. Gleichzeitig wurden aber die Menschen dazu gezwungen, statt Getreide und Gemüse für den Eigenbedarf, Nutzpflanzen für den Weltmarkt herzustellen. Die Franzosen, die Kolonialherren der Sahelzone, befanden, dass der Sahel ideal für den Baumwoll- und Erdnussanbau sei. Gleichzeitig wurde das Geldsystem eingeführt. Mit dem Geldsegen kam auch der Steuerfluch. Damit eine Familie die Steuern bezahlen konnte, blieb ihr gar nichts anderes übrig, als Produkte zu produzieren, die sie gegen Geld tauschen konnte. In Mali reichte 1929 die Produktion von fünf bis zehn Kilogramm Baumwolle aus, um die Steuer einer erwachsenen Person (ab 15 Jahren) zu bezahlen. Im Jahre 1960, dem letzten Jahr der französischen Herrschaft, waren vierzig Kilogramm nötig. Die einheimischen Nachfolgeregierung verlangt 1970, mitten in einer mehrjährigen grossen Hungersnot, die Steuer von 48Kilogramm Baumwolle. Die erzwungene Intensivierung des Anbaus ging mit der Übernutzung und Zerstörung weiter Gebiete einher. Das immer tiefere Pflügen für den Anbau von Baumwolle hat zu schwer wiegenden Erosionsschäden geführt. Da die Böden schneller austrockneten, hatte es den Anschein, als ob es weniger geregnet hätte. Die Ausweitung der Exportprodukte drängte die Anbauflächen für einheimische Nahrungsmittel immer weiter zurück. Ackerflächen, die man früher mehrere Jahre der Branche überliess. Wurden nun ununterbrochen bearbeitet, bepflanzt und abgeerntet. Neues, bis anhin unerschlossenes Land wurde unter den Pflug genommen – vielfach mit Hilfe von Brandrodungen. Die Folgen dieser Misswirtschaft sind offensichtlich. Die Wüste breitet sich aus und Hungersnöte sind alltäglich geworden. Erkläre die Begriffe: archaische Stammeskulturen: . Intoleranz: Subsistenzwirtschaft: . Epidemien: . französischen Kolonialreiches: Erosionsschäden: