Arbeitsblatt: Desertifikation

Material-Details

Beitrag verschiedener Akteure
Geographie
Afrika
10. Schuljahr
5 Seiten

Statistik

93685
983
12
03.02.2012

Autor/in

Daniel Loppacher
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Gg – Savannen Die Sahelzone Färben Sie mit Hilfe des Atlas und der projizierten Karte die Länder ein, die zur Sahelzone gezählt werden. Notieren Sie die Ländernamen unter der Karte. Quelle: swisseduc.ch Ländernamen Sahelzone: Welchem Hauptproblem sind die Menschen in diesen Regionen ausgesetzt? 1 Gg – Savannen Desertifikation Wissenschaftliche Definition Die UNCCD (United Nations Convention to Combat Desertification) definiert diese als „Landverödung in ariden, semiariden und trockenen subhumiden Gebieten infolge verschiedener Faktoren, einschließlich Klimaschwankungen und menschlicher Tätigkeiten. Landverödung bedeutet, dass biologische oder wirtschaftliche Produktivität und Vielfalt, Anbauflächen, Wiesen, Weideland und Wälder abnehmen oder verloren gehen. Was bedeutet also Desertifikation? Man spricht von Desertifikation, wenn in Gebieten mit relativ trockenem Klima die natürlichen Ressourcen als Folge einer zu intensiven Nutzung beeinträchtigt oder zerstört werden. Dies hat dramatische Folgen: Die Vegetation geht zurück oder verschwindet vollständig. Wasser wird zum Mangelgut. Die Böden erodieren, versalzen oder versanden. Sand wird vom Wind verfrachtet und zerstört die Infrastruktur. Das Land wird unfruchtbar und verödet. Da dieser Prozess zur Ausbreitung bzw. Entstehung von wüstenähnlichen Verhältnissen führt, wird „Desertifikation im deutschen Sprachgebrauch meist mit Wüstenbildung übersetzt. Dennoch hat dieses gravierende Umweltproblem an sich nichts mit dem Klimaraum Wüste zu tun. Als Synonyme werden häufig auch die Begriffe (Landschafts-, Boden-, Vegetations- oder Umwelt-) Degradation oder Landverödung verwendet. Etwa 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens verschwinden pro Jahr. Ein Drittel der Landfläche der Erde (4 Milliarden Hektar) ist durch Desertifikation bedroht und über 250 Millionen Menschen sind direkt davon betroffen. (Quellen: gtz.de; nato.int) (Quelle: diercke.de) (Quelle: nato.int) 2 Gg – Savannen Hauptursachen der Desertifikation Klimatische Ursachen Die Sahel-Zone bekommt ihren Niederschlag nahezu ausschließlich im Sommer, wenn die Innertropische Konvergenzzone (ITC) und der ursprüngliche SO-Passat als Sommermonsun weit über den Äquator nach Norden vordringen und die über den Ozeanen aufgenommene Feuchtigkeit im Landesinneren als Niederschlag fällt. Entscheidend für den Sahel-Niederschlag ist dabei der Temperaturgegensatz zwischen Kontinent und Ozean. Ist dieser Gegensatz relativ gering, ist auch der Luftdruckgegensatz gering und der Sommermonsun schwach. Es regnet dann weniger in der Sahelzone. Bei einem stärkeren Temperaturgegensatz dringt der wasserdampfgesättigte Monsun weit ins Landesinnere vor und bringt der Sahelzone größere Regenmengen. Der Temperatur- und Luftdruckgegensatz zwischen Land und Meer kann zum einen verringert werden durch eine Erhöhung der Ozeantemperaturen, zum anderen durch eine Abkühlung über dem Land. Als Hauptgrund für die Dürre im Sahel in den 1970er und 1980er Jahren wurde tatsächlich eine starke Erwärmung des Indischen Ozeans zwischen Ostafrika und Indonesien ausgemacht. [2] Dadurch verringerte sich der Gegensatz zwischen dem warmen Land und dem kühlen Ozean und den davon abhängigen Luftdruckverhältnissen, und die Regen bringenden feuchten Luftmassen vom Indischen Ozean drangen weniger weit ins Landesinnere vor. Die starke Erwärmung des Indischen Ozeans wird hauptsächlich auf die Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre, also auf die anthropogene Erwärmung, zurückgeführt. Es können aber auch natürliche Schwankungen eine Rolle spielen, z.B. im Zusammenhang mit El Niño, der ungewöhnlichen Erwärmung im tropischen Pazifik. Ein weiterer Faktor ist die unterschiedliche Erwärmung der Ozeantemperaturen im Atlantik nördlich und südlich des Äquators.[3] Die Hauptindustriegebiete der Erde liegen nördlich des Äquators in Nordamerika und Eurasien. Hier werden die meisten fossilen Energieträger verbrannt, wobei nicht nur Kohlendioxid, sondern auch kleinste feste oder flüssige Partikel entstehen, die man Aerosole nennt. Aerosole reflektieren in der Mehrzahl Sonnenstrahlen und wirken daher abkühlend auf die unteren Luftschichten. Aufgrund der höheren Aerosol-Belastung der Atmosphäre der Nordhalbkugel erwärmt sich der nördliche Atlantik weniger stark als der Atlantik um den Äquator und südlich davon. Die Folge ist eine Verlagerung des aufsteigenden Astes der Hadley-Zirkulation und damit der ITC nach Süden mit stärkeren Niederschlägen über der westafrikanischen Küstenregion und Trockenheit im Sahel. M1: Niederschläge im Juni-Oktober in der Sahelzone 1920-2004. Gezeigt ist die Abweichung vom Mittel der Jahre 1900-2004. 3 Gg – Savannen Anthropogene Ursachen 1: Beitrag der Viehbauern (hier Nomaden) zur Desertifikation Der Begriff Nomade leitet sich aus dem Griechischen ab – ubersetzt bedeutet „nomás soviel wie „mit Herden herumziehend. Demnach sind Nomaden eben keine sesshaften Bauern, sondern Viehzuchter, die mit ihren Herden (bestehend aus Kamelen, Rindern, Schafen und Ziegen) jedes Jahr von Wasserstelle zu Wasserstelle ziehen. Besonders groß sind die Entfernungen der herumziehenden Nomaden in der Sahelzone – hier wandern die Volksstämme oft uber viele hundert Kilometer. Viele Jahrhunderte lebten Nomaden wie die Tuareg im Einklang mit der Natur, sie achteten darauf ihre Herden nur so groß zu halten, wie es die Wasservorräte zuließen. Seit es jedoch möglich ist Tiefbrunnen zu bohren, um größere Wasservorkommen zu erschließen, vergrößern die Stämme ihre Herden. Die Grunde hierfur sind unterschiedlich: Zum einen wird eine große Herde als ein besonderes Statussymbol angesehen, zum anderen ist die Nachfrage nach Fleisch und Milch auch stetig gestiegen. Was allerdings nicht mit den Herden wächst ist das zur Verfugung stehende Weideland. Die Nomaden mussen deshalb oft Hirse als Futtermittel hinzukaufen – das dafur benötigte Geld wird zumeist nur durch den Verkauf von Vieh eingenommen. Beim Herumziehen durch die karge Savannenlandschaft fressen die Tiere sowohl Blätter als auch Wurzeln der Bäume und zertrampeln dabei die meist spärliche Pflanzendecke. Die vorhandenen Weideplätze werden immer schneller und stärker beansprucht. Der Vegetation wird somit kaum die Möglichkeit zur Regeneration gegeben – man spricht hier von Überweidung. Die Folge davon ist, dass die Vegetation abstirbt und dem Boden kaum mehr Halt geben kann. Dadurch wird der wertvolle Erdboden durch den Wind davon getragen oder während der sehr seltenen Starkregen weggespult – man bezeichnet dies als Bodenerosion. Zuruck bleibt unfruchtbares Land, das der Mensch nicht mehr nutzen kann – die Wuste ruckt somit jedes Jahr ein Stuck vor. Viehhirten mit ihrer Herde M2: Viehwirtschaft in Mali 4 Gg – Savannen Anthropogene Ursachen 2: Beitrag der Ackerbauern (hier Hackbauern) zur Desertifikation Hackbauern sind sesshafte Landwirte, die uberwiegend im Suden der Sahelzone leben und dort das vorhandene Land ackerbaulichen Nutzen. Die naturlichen Voraussetzungen hierfur sind problematisch, da die Nutzpflanzen mindestens vier feuchte (humide) Monate von der Keimung bis zur Ernte benötigen. Die ursprungliche Nutzungsform der Hackbauern war der Wanderfeldbau. Im Rahmen dessen haben die Landwirte stets ein kleines Stuck Wald gerodet und die Bäume und Sträucher anschließend verbrannt – man spricht hier auch von Brandrodung. Die Baumstumpfe blieben meist stehen und die in den Pflanzen enthaltenen Nährstoffe lagerten sich in Form der Asche auf der zukunftigen Anbaufläche ab und sorgten so fur eine mehrjährige Bodenfruchtbarkeit. Nachdem der Boden dann meist 3–5 Jahre lang mit verschiedenen Getreideund Gemusesorten bewirtschaft wurde, war er erschöpft. Die Hackbauern zogen daraufhin weiter und erschlossen sich neue Felder. Das alte Ackerland hatte ausreichend Zeit sich zu erholen. Die sich dort neu ausbreitenden Busche und Bäume wurden fruhestens nach 20 Jahren erneut gerodet. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der zunehmenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln sowohl fur den Eigenbedarf (Hirse, Reis, Maniok) als auch fur den Export (Baumwolle, Zuckerrohr, Sojabohnen) wird diese Erholungszeit fur den Boden ( Brachezeit) nicht mehr eingehalten. Der Boden ist ubernutzt und laugt zunehmend aus. Eine Folge davon ist ein erheblicher Ernteruckgang. Dem Boden fehlt zunehmend Schutz vor Wind und den seltenen aber heftigen Regenfällen, wodurch er leicht abgetragen werden kann. Das zuruckgebliebene Land ist unfruchtbar die Wuste wächst. Bäuerinnen aus Mali bei der Ernte. M3: Ackerbau in Mali 5