Arbeitsblatt: Stadtgeographie - Megacities
Material-Details
Verstädterung/Megacities
Entwicklung & Probleme
Geographie
Anderes Thema
9. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
95597
1546
20
08.03.2012
Autor/in
Lorenz Schumacher
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Verstädterung Von Stadtentwicklung, Slums und Mega Cities Megacities die neuen urbanen Knotenpunkte und Machtzentren der Erde. Weltweit entstehen immer neue Megacities und das mit einer enormen Geschwindigkeit. Trotz aller Probleme und Horrorvisionen werden in diesen ausufernden Stadtagglomerationen in 30 Jahren drei Viertel der Weltbevölkerung leben. Die Ursache ist zumeist die starke Magnetwirkung der Städte auf ihr Hinterland. Die ärmere Landbevölkerung wird in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft gleich scharenweise angelockt. Es entstehen Städte von gewaltigen Dimensionen. Dabei entwickelt sich auch eine neue Qualität von Urbanität. Neben vielen Vorteilen, wie beispielsweise zahlreichen Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen oder guten Einkaufsmöglichkeiten, ballen sich hier auch Probleme wie Wohnungsnot, Verkehrsbelastung, Luftverschmutzung, Seuchen, Kriminalität und veraltete Infrastrukturen. Experten vertreten teilweise dennoch die Meinung, dass Riesenstädte wie Mexiko City, Sao Paulo oder Kalkutta die einzige Möglichkeit sind, um der dortigen Bevölkerung zumindest einen minimalen Lebensstandard und ein wenig Sicherheit zu bieten. Während die vergangenen Jahrhunderte vom Städtebau Europas und Nordamerikas geprägt waren, werden im 21. Jahrhundert die Städte des Fernen Ostens und der Entwicklungsländer die vorherrschenden Stadtformen sein. Damit die riesigen Ballungsräume nicht ausser Kontrolle geraten und ihre Umwelt vereinnahmen, werden dringend Lösungsvorschläge für die massiven Probleme gesucht. Einige Fragen bleiben jedoch offen: Werden manche Städte bald eine Einwohnerzahl von 50 Millionen und mehr Einwohnern haben? Sind diese sich ausbreitenden Agglomerationsräume überhaupt regier und bewohnbar? Gibt es ein Limit für die Grösse einer Stadt? Und wie viele Megacities kann die Erde verkraften? Weltweite Verstädterung Megacities Mitte 1990 lebten 45 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, in den Industrieländern 76,6 Prozent und in den Entwicklungsländern 37,1 Prozent. Innerhalb der Entwicklungsländer gibt es jedoch grosse Unterschiede hinsichtlich des Verstädterungsgrades. So ist etwa Lateinamerika mit 71,5 Prozent hochgradig verstädtert, Afrika dagegen mit 33,9 Prozent kaum. Trotz des im Verhältnis noch relativ geringen Verstädterungsgrads in den meisten Entwicklungsländern, lebt mittlerweile fast jeder zweite Stadtbewohner in einem Entwicklungsland. Nach Schätzungen der UN werden im Jahr 2030 weltweit etwa 56 Prozent aller Stadtbewohner Menschen aus Entwicklungsländern sein. Bei einer zunehmenden globalen Verstädterung bis zum Jahr 2030 sollen nach UNSchätzungen etwa 60 Prozent aller Menschen in Städten leben. Nach denselben Schätzungen nimmt die städtische Bevölkerung in den Industrieländern nur noch langsam zu (0,8 Prozent Zuwachsrate) und hat ihre grössten Zuwächse zukünftig in den Entwicklungsländern (4,2 Prozent Zuwachsrate), hauptsächlich in Afrika und Asien. Dieser Zuwachs ist selbst im Vergleich mit den Werten der Industrieländer aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als dort die Städte rasch anwuchsen, sehr hoch. Damals betrug die jährliche Zuwachsrate neun europäischer Länder im Durchschnitt 2,1 Prozent. Und selbst Einwanderungsländer wie die USA oder Kanada erreichten zur Zeit ihres schnellsten Wachstums im Mittel nur 4,2 Prozent. Dieser Vergleich zeigt, dass sich der Wachstumsschwerpunkt der städtischen Bevölkerung heute in die Entwicklungsländer verlagert. Verstädterung was heisst das? Verstädterung ist ein Begriff für das Wachstum der Städte und ihrer Bevölkerungen. Je nach Definition kann dabei die Ausdehnung, Vermehrung und auch die Vergrösserung der Städte in einem Gebiet mit einbezogen werden. Eine Verstädterung im Sinne einer Ausbreitung städtischer Verhaltensweisen und Lebensformen der Bevölkerung und der sich daraus ergebenden räumlichen Strukturen und Prozesse bezeichnet man auch als soziale Verstädterung oder Urbanisierung. Metropolen sind städtische Agglomerationen mit einer Bevölkerung von über einer Million Einwohnern. Ihre Zahl nimmt weltweit immer mehr zu. 1990 lebten 33 Prozent der städtischen Bevölkerung der Erde in solchen Metropolen. Inzwischen ist der Anteil noch weiter gestiegen, da die Städte anwachsen und damit immer mehr von ihnen den Status einer Metropole erreichen. Gab es um die vorletzte Jahrhundertwende nur 13 Millionenstädte, so sind es heute schon 275. Noch grössere Ballungsräume sind die Megacities. Ihre Einwohnerzahl übertrifft nach UNDefinition zehn Millionen Menschen. Zehn Prozent der Weltbevölkerung leben heute in solchen Megastädten, wie etwa Delhi, Kairo, Tokio oder MexikoCity. Probleme der Megacities Umweltfolgen und Elendsviertel Städte bringen nicht nur Vorteile für ihre Bewohner, mit wachsender Grösse ballen sich in ihnen auch soziale Gegensätze und Konflikte. Viele Metropolen sind durch ein starkes soziales Gefälle auf engstem Raum gekennzeichnet. Als Reaktion darauf ziehen sich Wohlhabende oft in die Aussenbezirke oder in bewachte „Gated Communities zurück. Die ärmeren Bewohner und viele neu vom Land hinzukommende konzentrieren sich dagegen entweder in den Kerngebieten, dem „Downtown der amerikanischen Städte, oder aber siedeln in Elendsvierteln, die sich wie ein Ring um viele Metropolen in den Entwicklungsländern ziehen. In diesen Vierteln ist die Kriminalität meist hoch, die Infrastruktur schlecht oder kaum vorhanden die Bevölkerung wird weitgehend sich selbst überlassen. Das rasante Wachstum der großen Ballungsräume, die hohe Industriedichte und das Verkehrschaos verursachen auch dramatische Umweltprobleme: Die permanente Flächenversiegelung behindert den Niederschlagsabfluss und innerstädtische Grünflächen verschwinden zusehends. Das hohe Verkehrsaufkommen bringt nicht nur Staus und den zeitweilig totalen Kollaps des Verkehrssystems mit sich, sondern belastet auch die Umwelt: Die Abgase bilden über vielen Metropolen wie beispielsweise Los Angeles oder Mexico City eine regelrechte Dunstglocke. Ungenügende Kanalisation, besonders in den schnell anwachsenden Städten der Entwicklungsländer, führt zudem dazu, dass die Gewässer oft belastet und stellenweise schon biologisch tot sind. Geregelte und effektive Abfallentsorgung sind bei Millionenstädten ebenfalls oft ein Problempunkt: Platz und Geld für umweltgerechte Entsorgung oder Lagerung fehlt, als Folge entstehen wilde Deponien.