Arbeitsblatt: Erdbeben_Artikel

Material-Details

Textvorlage zu den Arbeitsmaterialien "LV Erdbeben" auf dieser Plattform.
Deutsch
Textverständnis
klassenübergreifend
1 Seiten

Statistik

97366
744
3
14.04.2012

Autor/in

Markus Nünlist
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Erdbeben Montag, 13. Februar 2012 az 3 Versicherung hat einen schweren Stand In der Nacht bebte die Erde Erdbeben Die Diskussion um eine obligatorische Versicherung lebt wieder auf Die Schweiz ist am späten Samstagabend von einem Erdbeben der Stärke 4,2 auf der Richterskala erschüttert worden. Der Erdstoss war in weiten Teilen der Deutschschweiz, im Jura und bis ins Tessin spürbar. Laut dem Schweizerischen Erdbebendienst der ETH Zürich ereignete sich das Beben um 23.45 Uhr. Das Epizentrum lag zwischen Zuger- und Ägerisee in einer Tiefe von 30 Kilometern. Wegen der grossen Tiefe sei es unwahrscheinlich, dass dieses Beben Schäden verursacht habe. Spürbar war der Erdstoss auch in Vorarlberg und in Süddeutschland. In Zürich zum Beispiel war kurz vor Mitternacht ein lauter, dumpfer Knall zu hören. Man spürte zudem ganz kurz ein leichtes Vibrieren. Viele Menschen wurden dadurch aus dem Schlaf gerissen. Besorgte Anwohnerinnen und Anwohner riefen die Polizei an. Wie Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, sagte, wurden zwischen 350 und 380 Telefonanrufe registriert. «Die Leute wollten wissen, was passiert war.» Schäden wurden aber keine gemeldet. In derselben Gegend hat sich letztmals am 23. Oktober 1997 ein ähnlich tiefes Beben ereignet, jedoch mit einer Magnitude von 3,2 etwas schwächer als das Beben von Samstagnacht. (SDA) VON SERMÎN FAKI 23.45 Uhr und 26 Sekunden war es, als am Samstagabend in vielen Teilen des Landes die Erde bebte. Gemäss dem Schweizerischen Erdbebendienst (SED) lag das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 4,2 auf der Richterskala zwischen dem Zugerund dem Ägerisee in der Innerschweiz, die Erschütterungen waren aber vielerorts zu spüren. Schäden wurden nicht gemeldet, was laut SED darauf zurückzuführen ist, dass das Beben seinen Ursprung in rund 30 Kilometer Tiefe hatte. Dennoch seien Erdbeben für die Schweiz eine ernst zu nehmende Bedrohung. «In der Schweiz resultiert die mittelstarke seismische Gefährdung aufgrund der dichten Besiedlung und der hohen Wertekonzentration bei gleichzeitig grosser Verletzbarkeit in ein vergleichsweise hohes Erdbebenrisiko», schreibt der SED in einem Merkblatt. Relativ hohe Prämien Vor diesem Hintergrund kämpfen verschiedene Politiker aus besonders gefährdeten Regionen wie dem Wallis und Basel für die Einführung einer obligatorischen, schweizweiten Erdbebenversicherung. Hauseigentümer können sich zwar bereits heute freiwillig gegen Erdbebenschäden versichern, die Prämien belaufen sich aber auf mehrere hundert Franken pro Jahr. Bei einer obligatorischen Versicherung würden für eine Liegenschaft mit einem Wert von 500 000 Franken weniger als 50 Franken im Jahr fällig. Der Nationalrat wird sich in der Frühjahrssession mit zwei Vorstössen «Auch mit einer Versicherung wären die Schäden eines grösseren Bebens nicht gedeckt.» Hans Killer, SVP-Nationalrat zur Erdbebenversicherung befassen. Einer kommt vom Walliser CVP-Ständerat Jean-René Fournier, der andere stammt aus der Feder der Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer. Beide verlangen, dass der Bund eine solche Versicherung einführt. Dies würde jedoch eine Verfassungsänderung bedingen, weil der Bund hier keine Kompetenzen hat. Fourniers Motion ist vom Ständerat angenommen worden, doch im Nationalrat droht beiden Vorstössen das INSERAT Schaffhausen Basel Erdbeben am Erd 11. Februar 2012 11 Baden Aa Aarau ar Fr rü Frühere EErdbeben Winterthur Zürich Olten Olt teenn St. Gallen Biel Neuenburg Luzern Bern Chur Thun Stt. Moritz St Mori Morit Mor Mo rit ri itz it ttz St. Lausanne Airolo Brig Vi Vi Visp Genf enf Bellinzona Bellin Be ell ll Sion onn Lugano Chiasso Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst Grafik: az/Guido Savian Ungewöhnlich: Das Epizentrum des Erdbebens vom Samstag lag in der Innerschweiz. Die Karte zeigt die registrierten Erdbeben in der Schweiz mit einer Stärke von über 2,0 auf der Richterskala seit Januar 2011. UMFRAGE: HAUSEIGENTÜMER ERACHTEN RISIKEN ALS GERING Hauseigentümer erachten die Gefahr durch Erdbeben in der Schweiz als gering und lehnen eine obligatorische Versicherung daher ab. Das ergab eine Studie im Auftrag der Kantonalen Gebäudeversicherungen im letzten Jahr. Die repräsentative Umfrage zeigt, dass über 60 Prozent der Befragten eine obligatorische Erdbebenversicherung «eher nicht» respektive «überhaupt nicht» begrüssen. Das Interesse, die eigenen Immobilien gegen Erdbeben zu versichern, ist bei lediglich neun Prozent der Immobilienbesitzer hoch. Die Umfrage hat jedoch auch gezeigt, dass Hauseigentümer von falschen Voraussetzungen ausgehen. So meint eine Mehrheit, dass sie automatisch Aus. Die zuständige Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie beantragt, ihnen nicht Folge zu geben. «Auch mit einer Versicherung wären die Schäden eines grösseren Erdbebens nicht gedeckt», erklärt der Aargauer SVP-Nationalrat Hans Killer, Vizepräsident der Kommission. «Sie würde nur die ‹Kasko-Mentalität› unterstützen, die den Eindruck vermittelt, man könne einfach alles versichern.» Ausserdem habe man sich in der Kommission daran gestört, dass die Kanto- gegen Erdbeben versichert ist. Zudem denken viele Eigentümer, dass ihr Gebäude erdbebensicher gebaut ist. Die Kantonalen Gebäudeversicherungen weisen jedoch darauf hin, dass beides nicht zutrifft. Bei einem Erdbeben in der Schweiz muss der Eigentümer selbst für Gebäudeschäden aufkommen. Auf freiwilliger Basis haben die Gebäudeversiche- ne mit besonders gefährdeten Regionen keine kantonale Pflichtversicherung hätten, was immerhin ein erster Schritt zur Absicherung der Schäden wäre. Mit einem schweizweit geltenden Obligatorium würden diese Kantone hingegen von den Prämienzahlungen der anderen profitieren. «Steter Tropfen höhlt den Stein» Leutenegger Oberholzer hält dagegen, dass es gerade der Sinn einer flächendeckenden Versicherung wä- rungen einen Pool geschaffen, aus dem sie bei einem Erdbeben zwei Milliarden Franken vergüten würden. Bei einem zweiten schweren Ereignis innerhalb desselben Jahres würde der Pool weitere zwei Milliarden Franken zur Verfügung stellen. Hinzu kommen private Versicherungen, die 200 Millionen Franken für diesen Fall bereithalten. (SER) re, grosse und kleine Risiken so zu verteilen, dass diese tragbar würden. Sie wirft den weniger erdbebengefährdeten Regionen mangelnde Solidarität vor: «Schliesslich zahlen wir Basler ja auch an die Schäden, die im Graubünden durch Lawinen hervorgerufen werden.» Sie ist für ihren Vorstoss daher optimistisch: «Es braucht vielleicht noch Zeit, aber irgendwann kommt die Versicherung», sagt sie. «Steter Tropfen höhlt den Stein.» Das Basler Erdbeben 1356 Am 18. Oktober 1356 fand das bis heute grösste Erdbeben in Mitteleuropa statt, dessen Epizentrum 12 Kilometer unter Reinach lag. Die Forscher schätzten die Stärke des Bebens zwischen 6,5 und 7 Punkte auf der exponentiellen Richterskala beziehungsweise auf Kategorie 10 von 12 der Modifizierten Mercalliskala. Letztere definiert das Beben laut Wikipedia als «vernichtend»: «Selbst gut ausgeführte Holz-Rahmenkonstruktionen werden teilweise zerstört, die meisten gemauerten Objekte und Tragwerkskonstruktionen werden samt ihrer Fundamente zerstört. [.] das Wasser in Seen, Flüssen und Kanälen tritt über die Ufer, weit verbreitet Risse im Erdboden.» Es gab relativ wenig Tote (nach zeitgenössischen Quellen zwischen 100 und 2000), weil ein Vorbeben alle Basler aufs Land getrieben hatte; die Stadt selbst fiel grösstenteils dem anschliessenden Brand zum Opfer, wurde aber innert eines halben Jahres wieder aufgebaut. In Reinach erinnert heute ein krummes Kreuz an die Opfer. (BOB)