Arbeitsblatt: Glosse

Material-Details

Glosse zum Thema Facebook
Deutsch
Gemischte Themen
8. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

97824
667
1
24.04.2012

Autor/in

Stefanie Braun
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Facebook – Um mein Gesicht zu wahren, werde ich zum offenen Buch Ich bin bei Facebook. Warum? Ich weiß es nicht mehr. Vielleicht weil alle dabei sind. Auch Barack Obama. Ich schwimme eben mit der Masse. „Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten, um Inhalte zu teilen, sagt Facebook. Es ist eine teuflische Idee. Ständig wollen jetzt Menschen mit mir in Verbindung treten, um Inhalte zu teilen. Manche dieser Menschen kenne ich gar nicht. Manche kenne ich zwar, mag sie aber nicht. Der „Dislike Button existiert aber ja ohnehin noch nicht. Ich antworte auch nur selten. Aber ich fühle mich schlecht dabei. Ich bekomme eine Mail von Facebook: Sophie added you as friend. Confirm? Kann man das ablehnen? Eine Freundschaftsanfrage? Ist das nicht schnöselig, arrogant, unkommunikativ? Da die Anzahl meiner virtuellen Freunde direkten Einfluss auf mein non virtuelles Image hat, confirme ich Sophie schließlich doch und stelle fest: like. Sophie teilt nämlich gerne Inhalte. Dank ihrer Statusnachricht weiß ich jetzt, dass es heute regnet. Erspart mir den Blick aus dem Fenster. Wie die Leute das früher gemacht haben? Und muss ich selbst um meinen Status fürchten, wenn meine Inhalte weniger gehaltvoll sind? Sollte ich es als virtuelles Mobbing verstehen, wenn man mir das „I like verweigert? Ich bin erschöpft. Mir gehen die Inhalte aus. My content is empty. Account löschen? Nein. Natürlich nicht. Ich will ja nicht das Gesicht verlieren vor meinen 1983 Freunden, die alle brennend daran interessiert sind, wo ich bin, was ich tue und was ich tun werde. Außerdem weiß Facebook ohnehin schon alles über mich und ich will ja nicht den Zugang zu Werbung missen, die nur auf mich abgestimmt ist. Und schließlich wäre meine Welt deutlich langweiliger, wenn ich nicht via Statusmeldung von meiner Nachbarin erfahren würde, dass der Pudel ihrer Tante heute Geburtstag hat.