Arbeitsblatt: Gedichte interpretieren
Material-Details
Theorieblatt - Aufbau einer Gedichtinterpretation mit genauen Fragen
Deutsch
Leseförderung / Literatur
9. Schuljahr
3 Seiten
Statistik
98137
997
27
02.05.2012
Autor/in
Manuela Röd
Land: andere Länder
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
GEDICHTE INTERPRETIEREN 3. Wie sind die Strophen aufgebaut? • • • • Dies verlangt vom Interpreten, die im Gedicht entwickelten Gedanken nachzuvollziehen, den gedanklichen Gehalt von Bildern, Szenen, Aussagen, Beobachtungen zu erklären und über die im Gedicht aufgeworfenen Fragen eigenständig und weiterführend nachzudenken. Aufbau 4. 1. Einleitung: Du nennst Autor und Titel des untersuchten Gedichts, gibst eine kurze 2. 3. Antwort auf die Frage „Worum geht es in dem Gedicht? und fasst dessen Inhalt in wenigen Sätzen zusammen. Hauptteil: Du stellst deine Analyseergebnisse zu ausgewählten Aspekten des Gedichts (z.B. Thema, Metapher, gedanklicher Inhalt, Form, Wirkungsabsicht) in einem zusammenhängenden Gedankengang dar. Schluss: Er kann eine Wertung oder einen kurzen Vergleich mit einem anderen Text/Gedicht enthalten. Auch könntest du dich fragen, ob das Gedicht noch zeitgemäß ist, für dich persönlich wertvoll sein kann usw. 5. 6. Fragestellungen 1. Wer ist der Autor? 2. In welchem Zusammenhang steht der Text mit dem Leben des Autors? 3. Welche Beziehungen zwischen dem Text und seiner Entstehungszeit kann man 7. erkennen? Untersuchung der Gestaltungsmittel 1. Wovon handelt das Gedicht? Informiere kurz und der Reihe nach über den Inhalt. 2. Aus wie vielen Strophen besteht das Gedicht? 8. Fragen zur Wortwahl und zum Satzbau • • Lassen sich Wörter bestimmten Wortfeldern zuordnen (z.B. Stadt, Natur usw.)? Welche Stimmung vermitteln die Adjektive? Ist eine wie die andere – oder sind sie Strophen ungleichartig? Wie viele Verse enthalten die Strophen? Sind die Verszeilen kurz oder lang? Gibt es Unterschiede in der Länge? Werden die Verse mit Hilfe von Reimen aneinander gebunden? Welches Reimschema lässt sich erkennen? Wie sind die Verse gestaltet? • Stimmen Vers und Satz überein? • Wo wird der Sprechfluss innerhalb der Verszeile unterbrochen (Zäsur Einschnitt bzw. Pause innerhalb eines längeren Verses)? Welche Wirkung hat das? • Wo geht der Sprechfluss über das Versende hinweg (Enjambement Zeilensprung)? Welche Wirkung hat das? Welcher Rhythmus ist gegeben? • Gibt es ein regelmäßig wiederkehrendes Versmaß? Welches? (Jambus, Trochäus, Anapäst, Daktylus) • Gibt es Stellen, an denen Versmaß und natürliche Betonung nicht übereinstimmen? Welche Klangwirkungen hat das Gedicht? • Reimen die Versenden miteinander? Welches Reimschema liegt vor? • Gibt es innerhalb der Verse Reimwirkungen (Binnenreime)? • Gibt es sonstige Klangbeziehungen zwischen einzelnen Wörtern: Wörter, die sich wiederholen, die ähnlich klingen, die mit demselben Buchstaben beginnen? • Gibt es Vokale, die auffallend häufig auftreten? Die Bildlichkeit der Sprache • Wie ist die Sprache? • Gibt es sprachliche Bilder bzw. rhetorische Figuren? (Metapher, Vergleich, Personifikation, Symbol ) • Welche Gefühle/Gedanken usw. möchte der Dichter mit diesen Bildern im Leser hervorrufen? Was beabsichtigt er damit? 2. Perspektive des lyrischen Ich: Aus welchem Anlass/in welcher Situation/für wen? „Das Gedicht ist aus der Perspektive eines lyrischen Ich geschrieben, welches (Situation) 3. Thema, Motive, Gedichttyp: • 9. 10. 11. 12. Was leisten die Verben? Sind sie eher statisch (z.B. liegen, sitzen) oder dynamisch (z.B. explodieren, springen, toben)? • Welche Satzarten kommen vor (Aussage, Ausrufe, Fragesatz)? • Welche Konjunktionen kommen vor? Welche gedanklichen Verknüpfungen bringen sie zum Ausdruck? • Welcher Ton herrscht vor und an welchen Wörtern lässt er sich festmachen (z.B. ironischer, satirischer Ton) Welche Stimmung wird vermittelt? Begründe anhand der verwendeten Wörter bzw. Begriffe, Symbole usw. Wie vermittelt die Form die Aussage des Gedichtes? Wie wirkt das Gedicht auf dich? Welche Aussageabsicht des Autors ist erkennbar? • • 4. Aufbau, Metrum, Reim, sprachliche Besonderheiten: Wortwahl, Wortarten und Klangfarben, Bilder: • „Das Gedicht besteht aus drei Strophen zu je vier Zeilen, es ist sehr regelmäßig/streng/locker/formlos gebaut, ein Eindruck, der auch durch den Kreuz/Paarreim und das un/regelmäßige jamb8ische Grundmetrum unterstützt wird • „Das Gedicht besitzt keine regelmäßige Struktur, die Strophen sind von unterschiedlicher Länge und bestehen aus freien Versen. Die Form ordnet sich dem freien Sprachfluss unter, die Emotionalität des lyrischen Ich will sich in keine feste Ordnung fügen. Aussagen zu Form und Sprache sollten in wenigen Sätzen und zusammenfassend vorweggeschickt werden. Natürlich ist klar, dass Beobachtungen zur Form nicht um ihrer selbst willen gemacht werden. Formale Auffälligkeiten werden erwähnt, um sie in Hinblick auf die Aussage/Wirkungsabsicht des Gedichts zu interpretieren. Formulierungshilfen 1. Autor, Titel, Gedichttyp, Zeit, erster Eindruck, Stimmung: • „Das Gedicht von XY hinterlässt beim ersten Lesen den Eindruck/ das Gefühl von Schwermut/Verzweiflung/Weltverachtung/Lebensfreude • „Schon der Titel deutet darauf hin/lässt erkennen/wirft Verständnisprobleme auf/legt die Vermutung nahe • „Das Gedicht des barocken/romantischen/klassischen/schwäbischen Dichters XY beschäftigt sich mit dem Thema/Problem/der Erfahrung Sein(e) Gedankengang/Botschaft/Inhalt erschließt sich dem Leser (nicht) auf den ersten Blick, die Sprache ist dunkel/bildreich/vieldeutig, helle/dunkle/schrille Klänge herrschen vor und prägen die Stimmung. • „Die letzte Strophe/letzten Zeilen fassen noch einmal /drücken aus/gipfeln in Es empfiehlt sich, bei der endgültigen Abfassung der Interpretation das Augenmerk auf die Abfolge der Motive und die gedankliche Entwicklung im Gedicht zu richten „Von seiner Thematik/Überschrift/orm/geschichtlichem Hintergrund her kann es als Naturgedicht/Leibesgedicht/Weltanschauungsgedicht/politisches Gedicht/Ballade bezeichnet werden die vorherrschenden Motive sind typisch für die Gedankenwelt des 17./18./19. Jahrhunderts klassischer/barocker/romantischer Dichtung 5. Nachvollzug des Gedankenganges; Wiederkehr und Verwandlung von Motiven, Bildern usw.; Entwicklung vom konkret Bildhaften zum Abstrakten: • „Das Gedicht beginnt mit einer Schilderung der • • • • „In den ersten Zeilen bereits wendet sich das lyrische Ich „Die ersten beiden/drei Strophen/Zeilen bilden eine gedankliche Einheit, in welcher die Situation des lyrischen Ich Dies drückt sich auch in der Sprache aus, z.B. „In der dritten Strophe verändert sich dann die Sichtweise/Perspektive des ein neuer Ton/ein neuer Gedanke/eine höhere Abstraktionsstufe wird erkennbar Während zuvor anschauliche Bilder/Vergleiche vorlagen, so wird nun und zwar anhand einer Betrachtung von Strophe zu Strophe. 6. Einordnung und Wertung: historischer Zusammenhang, Intention des Autor, persönliche Meinung: • „In seiner Thematik/Motivik/Bildhaftigkeit/Düsternis/Naturbeseltheit und formalen Gestaltung ist dieses Gedicht typisch für • „Die Aussageabsicht des Autors kommt vor allem in zum Ausdruck • „Dem Gedicht merkt man seine Herkunft aus dem Jahrhundert/aus der Zeit des deutlich/kaum an: Es ist in seinem Gedankengang nur schwer/mühelos nachvollziehbar und völlig/ziemlich veraltet/antiquiert/ in seiner Thematik auch heute noch aktuell/ bedenkenswert und für mich persönlich dadurch gelungen/misslungen/bemerkenswert/gar nicht wert • „Ich bin gespannt/freue mich auf das nächste Gedicht dieses ‚Autors/aus dieser Zeit/mit diesem Thema!