Arbeitsblatt: Konfliktsituationen im Betrieb. Durch die Blume gesagt... – Sprechen in Konfliktsituationen.
Material-Details
Kommunikationsstunde für Floristen in 2.Lehrjahr. Lernen miteinander zu reden.
Deutsch
Gespräche
klassenübergreifend
2 Seiten
Statistik
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26.09.2010
Autor/in
Luna (Spitzname)
Land: Deutschland
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Unterrichtsentwurf zur Beurteilung der Unterrichtspraxis im Fach Deutsch Referendarin: Sol Maria Sena Pritsch Thema: Konfliktsituationen im Betrieb. Durch die Blume gesagt. – Sprechen in Konfliktsituationen 1. Rahmenbedingungen Ich unterrichte die Klasse FL2 (Floristen im 2. Lehrjahr) seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 im Fach Deutsch. Der Stundenumfang für das Fach Deutsch beträgt 1 Wochenstunde, wobei die Unterrichtsregelung so aussieht, dass ich die Schüler 14 tägig sehe und dann 2 Stunden unterrichte. Der Unterricht in der Berufsschule findet an einem Tag in der Woche statt. Die restliche Zeit werden die Schüler im Betrieb ausgebildet. Die Klasse FL2 besteht aus 18 Schülern 1(16 weiblich und 2 männlich), die zwischen 16 und 23 Jahre alt sind. Die Lerngruppe ist im Hinblick auf Alter und Bildungsvoraussetzungen sehr heterogen: 11 Schüler haben einen mittleren Bildungsabschluss, 7 haben die Hauptschule abgeschlossen und 1 Schüler hat Abitur. Hiervon haben 4 eine Lehre abgeschlossen (Fachlagerist, Fachkraft für Brief- und Fernverkehr) und zum Teil nur begonnen (Maler, hauswirtschaftliche Assistentin). Seit Schuljahresbeginn haben bereits 3 Schüler die Ausbildung aus verschiedenen Gründen abgebrochen. Ein Schüler hat gerade letzte Woche aufgrund von Problemen im Ausbildungsbetrieb, die Ausbildung abgebrochen. Diese Lücke wird sicherlich zu spüren sein. Die Heterogenität der Klasse im Hinblick auf Alter und Bildungsvergangenheit der Schüler spiegelt sich in der Leistungsstärke wieder. Während manche Schüler sehr aktiv sind und rege am Unterricht teilnehmen, sehen andere den Unterricht als „Entspannung und ziehen sich dementsprechend zurück. Deshalb sind hier schüleraktivierende Methoden gefragt. Diese tragen zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre bei. Hierbei wird auf kooperatives Lernen geachtet, d.h. dass starke und schwache Schüler zusammenarbeiten. Dabei ist zu beachten, dass, obwohl keine offenen Konflikte in der Gruppe zutage treten, sich verschiedene Kleingruppen herauskristallisiert haben. Diese Antipathien dürfen nicht den Arbeitsprozess beeinflussen, weshalb sie zwar Schritt für Schritt abgebaut werden sollen, aber bei der Partnerzuordnung beachtet werden müssen. Bei vorhandener und geweckter Neugier zeigen die Schüler Interesse, Offenheit und Motivation. Für diese Klasse erscheint mir ein stark schülerzentrierter Unterricht förderlich, wobei vorhandene Sozialkompetenzen durch methodische Aufgabenstellungen genutzt werden können. Die Schüler brauchen Aufgaben, die sie motivieren und interessieren und an ihre Lebenswelt- und Erfahrung anknüpfen. Ebenso brauchen sie Aufgabenstellungen, die die Zusammenarbeit fordern und fördern. Die vorliegende Stunde beschäftigt sich mit „Konfliktsituationen im Betrieb. Das Thema „Kommunikation verlangt eine vertrauenerweckende, persönliche Atmosphäre. 2. Didaktisch-methodische Analyse 2.1 Didaktische Grundlagen und Struktur der Lerninhalte „Es steht fest, dass gelingende Beziehungen in Beruf und Privatleben sehr stark abhängen von der Art und Weise, wie miteinander gesprochen und vor allem auch einander zugehört wird. (Beste 2008:140) Auszubildende finden sich oft in schwierigen Kommunikationssituationen wieder, in denen sie keine Handlungsalternativen kennen. Hier fällt es ihnen schwer neue Gesprächsstrategien anzuwenden und alte abzulegen. Es entstehen Kommunikationskonflikte (zwischen Kollegen, zwischen Auszubildende und ihre Vorgesetzten, Kunden gegenüber u.a.): „Aufgrund der festen Hierarchien und den damit verbundenen ungleichen Machtverhältnissen zwischen Auszubildenden und Ausbildern/innen trauen sich Auszubildende oft nicht, Konflikte auszusprechen. Sie gehen davon aus, dass alles schlimmer werden und sie ihren Ausbildungsplatz verlieren würden. Lieber ertragen sie Probleme und vermeiden offene Konflikte. Bei Belanglosigkeiten mag dieses Verhalten sicherlich sinnvoll sein. Verschärfen sich jedoch die Konflikte und wird der Leidensdruck unerträglich, geht die Vermeidungsstrategie in den Abbruch des Ausbildungsverhältnisses über. (Konfliktfähigkeit 2005:9) Die Simulation von authentischen Fallbeispielen (Becker-Mrotzek/Brünner 2002) hilft eigene Strategien zu erkennen, zu überdenken und neue auszuprobieren und gleichzeitig Konflikte zu analysieren. Mittels Simulationen von authentischen Fallbeispielen werden die Schüler dabei unterstützt „ein breites Repertoire an Sprechhandlungen aufzubauen, Formen des aktiven Zuhörens anzuwenden [.] nach vereinbarten Gesprächsregeln zu handeln und 1 Im Folgenden ist mit Schüler sowohl die weibliche als auch die männliche Form gemeint. -1- Unterrichtsentwurf zur Beurteilung der Unterrichtspraxis im Fach Deutsch Referendarin: Sol Maria Sena Pritsch Thema: Konfliktsituationen im Betrieb. Durch die Blume gesagt. – Sprechen in Konfliktsituationen sie aktiv zu vertreten (Beste 2008:141). Auf diese Weise können Inhalte verschiedener Kommunikationstheorien problemorientiert vermittelt werden, was gerade in der Berufsschule geeignet erscheint. Ausgehend von diesen didaktischen Überlegungen erscheint ein Lernprozess sinnvoll, der von einem konkreten problematischen Fall ausgeht. In der vorliegenden Stunde wurde eine Konfliktsituation 2 in einem Floristikbetrieb zwischen einem Auszubildenden (Benny Blatt) und seiner Vorgesetzten (Frau Rose) gewählt. Nachdem die handelnden Personen der Situation mittels Bilder eingeführt werden, äußern die Schüler Vermutungen, welche Probleme zwischen den Figuren bestehen könnten. Diese Problemfälle zwischen Auszubildende und Ausbilder dienen als Einstieg und werden zu einem späteren Zeitpunkt aufgegriffen. Sodann beginnt die Erarbeitungsphase, in der die Schüler mit einem Konfliktgespräch zwischen Frau Rose und Benny Blatt konfrontiert werden. Die Schüler lesen aus einer Perspektive den Dialog und sollen herausfinden: (1) welche Absichten die Sprecher haben und welche Ergebnisse erzielt bzw. nicht-erzielt werden, (2) welche Fehler die Sprecher begehen. Ziel dieser Phase ist es „das vorhandene intuitive Wissen über Kommunikation bewusst und begrifflich verfügbar zu machen (Becker-Mrotzek/Brünner 2004:41), aber auch an alltägliche sprachliche Formen anzuknüpfen. Ebenso sollen die Schüler die Konfliktsituation analysieren. Die Ergebnisse dieser Phase werden in Form einer Folienpräsentation durch einen Schüler gesichert. In der nächsten Phase schreiben die Schüler eigene Dialoge mit der Vorgabe, dass das Gespräch zwischen Herrn Blatt und Frau Rose erfolgreich ausgehen soll. Hierbei geht es darum, „die Teilnehmer kommunikativ aktiv werden zu lassen, um die Ausführung und Wirkung bestimmter kommunikativer Verfahren erfahrbar zu machen BeckerMrotzek/Brünner 2002:74). Darüber hinaus ergibt sich hierbei die Gelegenheit die Perspektive zu wechseln und sich in die Rolle der Vorgesetzten einzufühlen. Diese Situationen werden je nach Vertrautheit der Schüler den anderen vorgespielt. Die Zuschauer sollen in einem Beobachtungsbogen festhalten, welche Strategien umgesetzt wurden. In einem abschließendem Gespräch werden die Beobachtungen rückgemeldet und zusammenfassend an der Tafel als „Tipps für eine gelungene Gesprächsführung festgehalten. Hierbei stellt sich heraus, welche Bedeutung die Gesprächsstrategien insgesamt haben und welchen Beitrag sie zur gelingenden Kommunikation leisten. Hier endet der vorgesehene Zeitrahmen (60 Minuten). Die Schüler erhalten für die noch übrigen 30 Minuten der darauffolgenden Stunde den Auftrag, die Ergebnisse der Tafel in ihre Heft zu übertragen und einen weiteren Arbeitsauftrag. Es geht darum, die zu Beginn der Stunde aufgeworfenen Problemsituationen aufzugreifen und dazu einen Dialog zu schreiben, der eine Situation wiedergibt, von der sie selbst betroffen oder die sie beobachtet haben. Dieser Auftrag soll die gelernten Inhalte auf andere persönliche Situationen anwendbar machen und die Schüler zur eigenständigen Reflexion animieren. 2.3 Auswahl und Begrenzung der Lerninhalte „Wichtiges Ziel ist für Auszubildende, sich im Ausbildungsbetrieb zu integrieren, mit anderen zu lernen, zu arbeiten und zu leben, Interessen und Meinungen der Ausbilder/innen, Gesellen/innen und Mitauszubildende wahrzunehmen, mit ihnen zu kommunizieren, andere Meinungen zu akzeptieren und Konflikte konstruktiv auszutragen. (Konfliktfähigkeit 2005:10) Die Auswahl der Lerninhalte fällt bei einem so weiten Feld wie es „Kommunikation in Konfliktsituationen ist und einer Fülle von ergiebigen und vielversprechenden Ansätzen (Wahrnehmungstraining, Aktives Zuhören, weitere Simulationsansätze nach Beste und Becker-Mrotzek/Brünner, Nill) schwer. Viele Ansätze konnten aufgrund der Zeitvorgabe nicht realisiert werden. Eine eingehende Gesprächsanalyse mittels Video-Aufzeichnung (entsprechend Becker-Mrotzek/Brünner) wäre auch sehr ergiebig gewesen, würde aber den Zeitrahmen sprengen. Darüber hinaus musste ich aufgrund der Zeit auf ein „Kommunikationstraining verzichten, in dem die Schüler Gelegenheit gehabt hätten verschiedene theoretische Ansätze zu erproben und kennenzulernen (Du-Ich-Botschaften, höfliches Kommunizieren, Kongruenz und Inkongruenz von Aussagen testen, Mehrdeutigkeit von Kommunikation, 4-SeitenModell, Kontextabhängigkeit einer Äußerung, Beziehungsdefinitionen im Gespräch, den eigenen Gefühlen Ausdruck verleihen u.v.m.). Dies fällt mir insofern schwer, als dass die zu erarbeitenden Inhalte sehr komplex sind. Allerdings sehe ich die Begründung darin, dass durch diese Stunde die vorhandene Kommunikationskompetenzen zutage treten werden, an die in weiteren Schritten angeknüpft werden kann. 2 In sehr starker Anlehnung an einem Beispiel aus Nill/Kommunikado 2000:56. -2- Unterrichtsentwurf zur Beurteilung der Unterrichtspraxis im Fach Deutsch Referendarin: Sol Maria Sena Pritsch Thema: Konfliktsituationen im Betrieb. Durch die Blume gesagt. – Sprechen in Konfliktsituationen Obwohl eine stringente didaktische Reduktion stattgefunden hat, ist die Stunde relativ voll und es bestehen Bedenken hinsichtlich der zeitlichen Umsetzung und der Überforderung der Schüler. Es ist daher sehr wichtig, dass die Schüler konzentriert mitarbeiten. Bei der Auswahl der Lerninhalte stand im Vordergrund, dass die Schüler Kriterien erarbeiten, die ihnen für zukünftige Gesprächssituationen als Hilfestellung dienen können. Um den Unterricht nicht zu deduktiv zu gestalten, sollen die Kriterien nicht vom Lehrer vorgegeben werden. Die Schüler sollen selbst Schlüsse aus einem Negativbeispiel ziehen, diese ins Positive umkehren und sie in einem Rollenspiel erproben. Der Titel der Stunde „Durch die Blume gesagt. knüpft an das Berufsfeld und ist eine gängige Redewendung, mit der das vorsichtige, freundliche Üben von Kritik ausgedrückt werden soll. Die gewählten Konfliktsituationen beziehen sich ausschließlich auf Fälle der Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Auszubildenden. Weitere Konfliktgespräche (siehe: Auswertung der Schüler) zwischen Mitarbeitern und mit Kunden wären denkbar. Letzteres wird noch im Rahmen der aktuellen Unterrichtssequenz behandelt werden (siehe Stoffverteilungsplan: „Gespräche mit Kunden). Hauptkonflikt dieser Stunde ist die Einhaltung von Regeln im Ausbildungsbetrieb. Eine Ausweitung auf andere Konfliktarten soll durch die einleitende Frage nach möglichen Problemen im Betrieb sowie durch die abschließende Aufgabe ermöglicht werden. Dabei wird nicht näher auf eine Konflikttypologie eingegangen, was im Falle der Berufsschule im Rahmen dieser Stunde zu analytisch wäre. Die Wahl der Ausgangssituation knüpft an die Lebenswelt der Schüler an. Die meisten Schüler können sich vermutlich sehr gut in die Lage von Benny Blatt versetzen, da davon auszugehen ist, dass die Schüler selbst solche Konflikte kennen und schon erlebt haben. Um eine sachliche Analyse zu unterstützen, ist es mir aber wichtig eine gewisse Distanz zu schaffen. Dies geschieht v.a. durch die Auswahl der Figur des männlichen Auszubildenden Benny Blatt. 2.4 Lehrplanbezug Der Förderung der Kommunikationskompetenzen wird im Lehrplan für die Berufsschule 3 in vielfacher und vielfältiger Weise Rechnung getragen. Entsprechend der von der Kultusministerkonferenz erhobenen Zielsetzung hat die Berufsausbildung zum Ziel, „in einem geordneten Ausbildungsgang die notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen für die Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt zu vermitteln. (ebd.). Ebenso wird darin die Förderung des selbständigen Handelns sowie, „die Integration ganzheitlicher beruflicher Handlungskompetenz mit den Komponenten Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Methodenkompetenz (ebd.) gefordert. Verwirklicht werden diese Ausbildungsziele im Rahmenlehrplan, wo in den Vorbemerkungen die „Entfaltung der Persönlichkeit (S.8) sowie die Förderung der „Mündigkeit der jungen Menschen zu vorrangigen Zielen erklärt werden, die den Schülern helfen sich „in beruflichen Situationen zu bewähren (S.8) und sie dazu bewegen sollen „als Staatsbürger in der Gesellschaft verantwortlich zu handeln (S.8). Zu diesen Zielen führt die Förderung der Sprachkompetenz, d.h. des sprachlichen Handelns im Ausbildungsberuf (S.8) sowie „des Erwerbs von Grundfähigkeiten der Kommunikation (S.8), die einer „ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung (S.8) dienen, d.h. „Werthaltungen, „Kritikfähigkeit, „Selbstverantwortung und Veränderungsbereitschaft vermitteln sollen. Der Lehrplan ist offen gestaltet, d.h. dass eine „an eine Klasse orientierte Schwerpunktbildung (S.8) ermöglicht wird, wobei der Unterricht handlungsorientiert und fächerübergreifend gestaltet werden soll. Dem sozialkommunikativem Lernen kommt eine zentrale Bedeutung zu. Darüber hinaus soll der Lernort Betrieb in den Unterricht einbezogen werden (S.9). Die vorliegende Stunde greift diese Ansätze auf und berücksichtigt darüber hinaus verschiedene Aspekte, die unter „Einstieg in den Beruf durch Sprache und Medien (S.13) und „Sprachliches Handeln im Beruf und im privaten Bereich (S.15) benannt werden. Hierzu gehören sprachliche Übungen und berufsorientierte Kommunikation („Gesprächsregeln vereinbaren, S.13; „sprachlich angemessen handeln, S.15) sowie Inhalte der Sprachlehre und Sprachbetrachtung („Situations-, Sach- und Adressatenbezug, S.13; „Bedingungen der Kommunikation: Inhaltsund Beziehungsebene, nonverbale Kommunikation, Kommunikationsstörungen, S.13; „Einflussmöglichkeiten durch Sprache: Kompromiss und Konsens, S.16; „Gesprächshaltungen und Rollenverhalten, S.16). 3 Lehrplan Berufsschule, 1997. -3- Unterrichtsentwurf zur Beurteilung der Unterrichtspraxis im Fach Deutsch Referendarin: Sol Maria Sena Pritsch Thema: Konfliktsituationen im Betrieb. Durch die Blume gesagt. – Sprechen in Konfliktsituationen 2.5 Vor- und Nachstruktur Die Stunde ist die zweite Einheit im Rahmen der Unterrichtssequenz „Kommunikation und knüpft an die vorhergehende Stunde an, worin es einerseits um einen thematischen Einstieg (Was ist Kommunikation? Was ist das besondere an Kommunikation im Beruf?), andererseits darum ging, schwierige Kommunikationssituationen zu benennen und zu reflektieren (siehe Anhang: Auswertung). Die Stunde bezog sich dabei vornehmlich auf Situationen im Alltag. Ich fragte die Schüler aber auch nach Problemsituationen im Betrieb. In den darauffolgenden Stunden werden wir uns verschiedenen Situationen zuwenden, die im Berufsfeld Floristik wichtig sind (Verkaufsgespräch, Kundenberatung, Verhandeln, Fachsprache, Produktpräsentation u.a.) und die darüber hinaus die Schüler auf die praktische Abschlussprüfung vorbereiten sollen. Für die Prüfung müssen die Schüler das eigene Werkstück im Rahmen eines simulierten Kundengesprächs in Auftrag nehmen und verkaufen. Zu erwähnen bleibt, dass ich im Rahmen dieser Einheit die Arbeit an einem Portfolio zur Förderung der Kommunikationskompetenzen anregen möchte 4. Hierbei sollen die Schüler eine Art „Kommunikations-Tagebuch führen, in dem Beobachtungen aus dem Leben der Schüler festgehalten und reflektiert werden sollen. Das Thema „Kommunikation wurde in der Klasse weder im 1. noch im 2. Lehrjahr behandelt. Die Lehrerinnen aus den Praxisfächern haben starkes Interesse gezeigt, das Thema im Rahmen des Deutschunterrichts zu behandeln. So konnte ich meine Kolleginnen hierzu befragen und in der weiteren Planung und Umsetzung einbinden. 2.6 Kompetenzen und Lernziele „Die Bewältigung mündlicher Kommunikation erfordert ein spezifisches Ensemble von Wissen und Fertigkeiten, die sich zusammenfassend als Sprachkompetenz beschreiben lassen. (Becker-Mrotzek/Brünner 2004:29) In dieser Stunde steht die Förderung zweier Kompetenzen 5 im Vordergrund: Handlungskompetenz und Sprachkompetenz. Die Handlungskompetenz wird gefördert, weil es grundsätzlich darum geht, Schüler zu befähigen, „sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten (KMK 2004:9). Dies soll durch die theoretische und praktische Vorbereitung auf Konfliktsituationen im Betrieb geschehen. Daneben steht die Förderung der Sprachkompetenz im Fokus der Stunde, also die Reflexion über mündliche Ausdrucksfähigkeiten und die Förderung der sprachlichen Handlungsfähigkeit, die „die Voraussetzung für die Bewältigung von Situationen und Aufgaben in den Berufs- und Lebenswelten, der Schlüssel zur Konfliktvermeidung, Konfliktanalyse und Konfliktlösung (Konfliktfähigkeit 2005:10) ist. Diese besteht entsprechend den Bildungsstandards darin „sich artikuliert, verständlich, sach- und situationsangemessen zu äußern (KMK 2004:10). Hierbei sollen Schüler „zur bewussten Nutzung verbaler und nonverbaler Mittel befähigt werden [.], damit sie eigene Ziele verfolgen und dabei Motive, Interessen und ggf. differierende Wahrnehmungen von Gesprächspartnern bzw. Zuhörern berücksichtigen können (Beste 2008:141). Dies soll in dieser Stunde durch das Suchen von situationsadäquaten sprachlichen Handlungsmöglichkeiten geschehen. Diese Suche nach bestmöglichen, positiven Aussagen stellt ein Aspekt der Sprachkompetenz dar, wozu „Wirkungen der Redeweise kennen, beachten und situations- sowie adressatengerecht anwenden: Lautstärke, Betonung, [.] Körpersprache (KMK 2004:10) gehören. Die Erprobung der eigenen Dialoge in der Rolle von Auszubildender und Vorgesetzte am konkreten Beispiel fördert ebenfalls die Sprachkompetenz, indem „unterschiedliche Sprechsituationen gestaltet (KMK 2004:10) werden. Die Aufgabe der Beobachtungspersonen ist es verstehend zuzuhören, d.h. „Gesprächsbeiträge anderer verfolgen (KMK 2004:10) sowie „Aufmerksamkeit für verbale und nonverbale Äußerungen (KMK 2004:10) zu entwickeln, was auch eine Förderung der Sprachkompetenz bezweckt. Durch das Analysieren von Konfliktsituationen und der Suche nach Konfliktlösungen wird auch die Konfliktfähigkeit der Schüler gefördert, die einen Beitrag für den Erfolg der Ausbildung wie auch für die persönliche Entwicklung der Auszubildenden leisten kann (Konfliktfähigkeit 2005:10). 4 5 Aus Zeitgründen verzichte ich darauf den Portfolio in der vorliegenden Stunde einzuführen und verschiebe es auf die nächste Stunde. Nichtsdestotrotz soll die Abschlussaufgabe in dieses Portfolio eingehen. Hier dienten als Definitionsgrundlage für die Kompetenzen die Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss, der KMK von 2004. -4- Unterrichtsentwurf zur Beurteilung der Unterrichtspraxis im Fach Deutsch Referendarin: Sol Maria Sena Pritsch Thema: Konfliktsituationen im Betrieb. Durch die Blume gesagt. – Sprechen in Konfliktsituationen Die Schüler setzen sich mittels der Analyse eines Fallbeispiels mit kommunikativen Problemen auseinander, erweitern ihre Kommunikationsfähigkeit und trainieren den Umgang mit Konflikten (Grobziele) Teilziele: Die Schüler lernen Konflikte zu erkennen Konfliktlösungen zu entwickeln Faktoren zu erkennen, die Konflikte begünstigen und hervorrufen die eigene Beteiligung zu erkennen situationsangemessen zu sprechen Gefühle und Stimmungen zu erkennen andere und ihre Situation oder Gefühle wahrzunehmen Perspektiven zu wechseln Kritik sachlich vorzubringen zwischen der Kritik an der Person und an der Sache zu unterscheiden nicht verletzend zu wirken auf Kritik angemessen zu reagieren 2.7 Methodisch-mediale Analyse In dieser Stunde wird versucht, den Fokus des Unterrichts vom Lehrer weg, zum Schüler hin zu bewegen. Das heißt, dass viele Phasen dem selbstständigen Lernen und Erarbeiten dienen, wobei der Lehrer nicht als „lenkende Instanz agieren, jedoch für gewisse strukturierte Rahmenbedingungen sorgen soll. Mittels einer durchgängigen Problemorientierung sollen die Schüler vor allem motiviert werden und zu einer konstanten Teilnahme bewegt werden. Hierbei soll der rote Faden (Bezug auf den selben Ausbildungsbetrieb und die dort arbeitenden Personen) durchgängig spürbar bleiben. Die Stunde gliedert sich wesentlich in drei Phasen: In einem relativ konventionellen Einstieg sollen Probleme von den Schülern erkannt und thematisiert werden. Es folgt eine Erarbeitungsphase in der die Schüler erstmals in Einzelarbeit den vorgegebenen Text lesen, die vorgegebene Situation analysieren und nach Fehlern in der Kommunikation suchen. In Partnerarbeit und dann in Gruppenarbeit tauschen die Schüler ihre Eindrücke aus. Entsprechend dem Ansatz des kooperativen Lernens erscheint dieser Schritt sinnvoll. Die Ergebnisse werden dann in Form einer Schülerpräsentation mit Folie zusammengetragen, die bei den nächsten Phase sichtbar bleibt. Nachdem die Fehler erkannt wurden, schreiben die Schüler den Anfangsdialog neu. Schließlich werden in einer Umsetzungsphase mindestens zwei Dialog-Beispiele vorgeführt, wobei die Zuschauer einen Beobachtungsauftrag erhalten. Hierbei und im Fall der Ergebnispräsentation ist das Prinzip der Freiwilligkeit wichtig, da ein paar Schüler zwar gerne vor den anderen Reden, sich jedoch in der Prüfungssituation vor zwei fremden Beobachtern (Prüfungsvorsitzender und Prüfer) vielleicht nicht trauen werden. Darauf muss ich mich einstellen und werde, sollte sich dies so ergeben, erlauben, dass die Schüler von ihren Plätzen aus die geschriebenen Texte vorlesen. Dies würde die Beobachtung durch die Mitschüler allerdings erschweren. Die Arbeitsaufträge sind relativ geschlossen und kleinschrittig, jedoch ausreichend klar für diese Niveaustufe. In den schülerzentrierten Phasen werde ich mich weitgehend zurückziehen. Meine Aufgabe wird es sein, den Schülern die Zeitvorgaben ins Gedächtnis zu rufen und zur Beratung bei individuellen Fragen und Problemen zur Seite zu stehen. Anhang: Verlaufsplan, Tafelbild, AB 1: Fallbeispiel (Benny Blatt/Frau Rose) Konfliktanalyse, AB 2: Dialog, AB 3: Beobachtungsbogen, AB 4: Übertragen auf persönliche Ebene (Hausaufgabe), AB 5: Übungsaufgaben (Puffer), Bilder, Quellenverzeichnis, Auswertung der Kommunikationsprobleme der vergangenen Stunde. -5-