Arbeitsblatt: Dominikanische Republik
Material-Details
Einfacher Text mit Übungen
Geographie
Südamerika
8. Schuljahr
9 Seiten
Statistik
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29.09.2010
Autor/in
Myriam Lüthi
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Dominikanische Republik Die Dominikanische Republik ist ein auf der Insel Hispaniola in den Großen Antillen zwischen dem Atlantik und der Karibik gelegener Inselstaat. Er umfasst den Osten und die Mitte der Insel, während das westliche Drittel der Staat Haiti einnimmt. Die Staatsangehörigen heißen Dominikaner. Die Dominikanische Republik ist nicht zu verwechseln mit der kleinen Karibikinsel Dominica (deren Staatsangehörige Dominicaner heißen). Flagge Das Blau steht für die Freiheit, das Rot für das im Freiheitskampf vergossene Blut und das weiße Kreuz für den Glauben des Volkes. Bevölkerung 2 Ungefähr 73 der Dominikaner sind Mulatten, ungefähr 16 sind Weiße und ungefähr 11 sind Schwarze Die Bevölkerung stammt im Wesentlichen von frühen europäischen Einwanderern überwiegend spanischer Herkunft und von afrikanischen Sklaven ab. Im Gegensatz zu Haiti stellten die Sklaven nicht den Großteil der Bevölkerung dar. Im Jahre 1790 waren von 125.000 Einwohnern 15.000 Sklaven. Bevölkerungsminderheiten: Offiziell leben rund eine halbe Million Menschen haitianischer Herkunft in der Dominikanischen Republik, dazu illegal etwa eine weitere halbe Million Haitianer. In Sosúa ließen sich zur Zeit des 2. Weltkriegs rund 600 deutsche Juden nieder. In den Bergen der Cordillera Central bei Constanza sowie in der Umgebung des Lago Enriquillo gibt es japanische Kolonien (zu erkennen besonders in den (identischen) Ortsnamen „Colonia Japonesa), ebenso nahe der haitianischen Grenze im Norden des Landes unweit Dajabón („Colonia de los Japoneses), ferner gibt es in der Dominikanischen Republik einige Ungarnstämmige Menschen. Besonders Städte und Orte in der Nähe touristischer Gegenden (z. B. Puerto Plata, Sosúa, Cabarete, Río San Juan, Samaná und Las Terrenas) haben bis zu ca. 20 Bewohner mit Herkunft aus den USA, Kanada und Europa, teilweise auch Exilkubaner, Chilenen und weitere Nationalitäten. Sprache Die Landessprache ist Spanisch. In der Dominikanischen Republik leben viele Menschen haitianischer Abstammung, die haitianisches Kreolisch und teilweise auch Französisch sprechen. Im Nordosten des Landes lebt in der Stadt Samaná eine englischsprachige Minderheit von etwa 8.000 Menschen. Es handelt sich hierbei um Nachfahren ehemaliger Sklaven der USA, die sich 1824 hier niederließen. Im Süden (San Pedro de Macorís) gibt es ebenfalls eine englischsprachige Minderheit. Von dem in Spanien gesprochenen Spanisch (Castellano) weicht die Sprache in der Dominikanischen Republik vielfach ab und hat einige Ausdrücke und Redewendungen aus dem Spanischen der Kolonialzeit beibehalten. Andererseits ist die Sprache stark durchmischt mit angloamerikanischen Ausdrücken. Religion Die meisten Dominikaner sind Christen, Weihnachten ist ein wichtiger Feiertag im Land. Der Katholizismus ist in der Dominikanischen Republik Staatsreligion, auch wenn Religionsfreiheit besteht. So gehörten noch 3 Ende der 1980er Jahre über 80 der Bewohner der römischkatholischen Kirche an. Von den über 500 katholischen Geistlichen im Land gehörten ca. 70 unterschiedlichen Orden an. Das deutsche Auswärtige Amt gibt in seinen Veröffentlichungen Anteile von etwa 75 Katholiken, 4 Protestanten, 1,5 Adventisten, 2 sonstigen christliche Kirchen (wie z. B. die Neuapostolische Kirche mit rund 5.000 Mitgliedern) und 16 ohne Religionszugehörigkeit an. Zahlreiche deklarierte „KatholikInnen üben allerdings eine Art von Katholizismus aus, der von afrikanischen Elementen durchzogen ist. Besagte Praktiken werden unter dem Begriff Brujería – „Hexerei – oder neuerdings auch „las 21 Divisiones subsumiert. Sie werden häufig verdeckt ausgeübt und finden wenig offizielle Beachtung. Im Rahmen medialer Berichterstattung werden kreolische Glaubenspraktiken entweder als „rückständig oder als Folklore dargestellt, so als würde es sich dabei um bereits aus der Alltagswelt verschwundene, antiquierte Vorstellungen handeln. Ihre strukturelle Nähe zum haitianischen Vodou liefert immer wieder Anlass zu Anfeindungen, denn das Verhältnis zwischen der Dominikanischen Republik und der ökonomisch schwächeren Nachbarrepublik gestaltet sich seit jeher höchst problematisch. Insbesondere ablehnend eingestellt sind Angehörige der privilegierteren Schichten, die sich auf kultureller, religiöser und ideologischer Ebene an Europa und den USA orientieren. Sogar unter den Praktizierenden selbst kommt es manchmal zu Glaubenskonflikten und man konvertiert unter großem Missionsdruck zu einer Pfingstkirche. Städte Die größten Städte sind (Volkszählung 2002): Rang Name Einwohner Lage 1. Santo Domingo (Hauptstadt) 1.887.586 Südküste 2. Santiago de los Caballeros 507.418 im Landesinneren, Norden 3. San Pedro de Macorís 193.713 Südküste 4. La Romana 191.303 Südküste 4 5. Los Alcarizos 166.930 Agglomeration von Santo Domingo 6. San Cristóbal 137.422 Agglomeration von Santo Domingo 7. San Francisco de Macorís 122.179 im Landesinneren, Nordosten 8. Puerto Plata 112.036 Nordküste 9. Higüey 103.502 im Landesinneren, Osten 10. La Vega 98.386 im Landesinneren Gesundheit, Soziales, Bildung Gesundheit: In den größeren Agglomerationen ausreichende Grundversorgung. Die HIVInfektionsrate liegt bei ca. 4 bis 5 %. Die staatlichen Krankenhäuser werden „Hospital genannt; deren Leistungen sind relativ günstig. Eine „clínica ist ein privates Krankenhaus – und in der Regel deutlich teurer, deshalb für viele Dominikaner nicht bezahlbar. Soziales: Hohe Armutsrate, jedoch wenig manifestes Elend. In „Armut gemäß der WeltbankDefinition leben ca. 10 bis 15 der Bevölkerung, davon ein Drittel bis die Hälfte in extremer Armut. Hohe Arbeitslosigkeit (ca. 30 %) und weit verbreitete Unterbeschäftigung. Viele Dominikaner leben von Transferzahlungen (überwiegend aus den USA, aber auch aus Puerto Rico und Europa), die ihre im Ausland lebenden Verwandten leisten. Kumuliert belaufen sich diese Transferzahlungen auf jährlich dreistellige Millionenbeträge (US$). Ebenfalls wird sehr viel Schattenwirtschaft betrieben. So erlässt die Regierung Steuerfreibeträge, die über dem doppelten Durchschnittseinkommen liegen. Bildung: Allgemeine Schulpflicht, die jedoch nicht überall gewährleistet ist, weil gerade in ländlichen Gegenden die nächste Schule für die Kinder zu weit weg ist. Wer es sich leisten kann, was nur die wenigsten können, schickt die Kinder nicht in die staatliche Schule („escuela), sondern auf ein privat geführtes (teures) „colegio. Die staatlichen Schulen sind für die Kinder kostenlos, aber es muss eine für dortige Verhältnisse teure einheitliche Schulkleidung gekauft werden. Besonders Eltern mit mehreren „schulpflichtigen Kindern können sich die erforderliche Kleidung oft nicht leisten. Die Analphabetenrate liegt bei rund 16% der Bevölkerung. Universitäten gibt es in Santo Domingo, Santiago de los Caballeros und in San Pedro de Macorís sowie seit Herbst 2006 in Higüey. In Santo Domingo befindet sich die älteste Universität Amerikas (1538). Tourismus 5 Die Dominikanische Republik wird von rund drei Millionen Menschen pro Jahr bereist. Die Zahl der Touristen in den Jahren 2006 bis 2009 blieb konstant. Aufgrund der räumlichen Nähe stammt die Mehrzahl der Touristen aus den USA und aus Kanada (52%), sowie aus Europa (39%) – Skandinavien, Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Spanien und BeneluxLänder; zunehmend aber kommen die Touristen auch aus den osteuropäischen Ländern, vor allem aus Russland, Ungarn und Polen, sowie aus südamerikanischen Ländern wie Argentinien oder Chile und aus anderen Teilen der Welt wie z. B. Südafrika, Australien, China oder Japan. Im ersten Halbjahr 2006 hat jeder Tourist in der Dominikanischen Republik durchschnittlich 107 US$ pro Tag ausgegeben. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei etwa 9,5 Tagen. Entlang der oft kilometerlangen Palmenstrände wurden seit Ende der siebziger Jahre zahlreiche AllInclusiveHotelanlagen gebaut. Das Land wird seit dieser Zeit von verschiedenen Reiseveranstaltern angeflogen. In den Anfangsjahren des Massentourismus entstanden auch in der Dominikanischen Republik Anlagen, die nicht in das Landschaftsbild passten. Doch diese Bausünden sind größtenteils beseitigt, die heutigen Hotels passen sich harmonisch in die Landschaft ein und sind in karibischem Stil erbaut worden. Im Jahr 2005 reisten laut Statistischem Bundesamt 267.000 Deutsche in die Dominikanische Republik, weniger als in den Jahren zuvor. Aufträge 1. Zeichne auf der Karte die 10 grössten Städte der Dominikanischen Republik ein. 2. Beschrifte auch die Meere um die Dominikanische Republik. 6 3. Suche im Internet Informationen über das Klima in der Dominikanischen Republik und notiere mindestens 5 Sätze dazu. 4. Erstelle zwei Klimadiagramme zu zwei unterschiedlichen Städte der Dominikanischen Republik. Im Internet findest du genügend Informationen für diese Aufgabe. Notiere über dem Diagramm um welche Stadt es sich handelt. 7 8 5. Entwirf einen Steckbrief zur Dominikanischen Republik. Dieser Steckbrief muss mindestens 12 Punkte enthalten und schön gestaltet sein. (von Hand) 9