Arbeitsblatt: Energy Drinks Auseinandersetzung

Material-Details

Zwei einfache Artikel zum Thema Energy-Drink. Diente mir als Diskussionsgrundlage
Lebenskunde
Drogen / Prävention
6. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

70412
1889
7
02.11.2010

Autor/in

Tom Novotny
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Energy-Drinks wie Red Bull, Flying Horse oder Rockstar haben vor allem bei Jugendlichen den Kaffee als KoffeinSpender ersetzt. Doch anders als Kaffee, werden Energy-Drinks auch schon von Kindern als Mittel gegen Müdigkeit im Alltag genutzt. Das schadet der Gesundheit und wirft zugleich ein zweifelhaftes Bild unsere heutige Leistungsgesellschaft. Als Kaffee einer neuen Generation bezeichnet die Ernährungswissenschaftlerin Stephanie Cote von der Universität Montreal Energy-Drinks, die vor rund 15 Jahren auf den Markt gekommen sind und seitdem vor allem bei Jugendlichen an Beliebtheit gewonnen haben. Kaffee und Energy-Drinks: Beide Produkte enthielten Koffein und meist viel Zucker und hätten deshalb auf jeden Fall einen negativen Einfluss auf die Gesundheit, so Cote. Immerhin enthält ein 250 Milliliter-Dose Energy-Drink soviel Koffein wie eine Tasse Kaffee, nämlich rund 80 Gramm. Drogenähnliches Konsumverhalten Bei entsprechender Dosis versetzen Energy-Drinks wie auch Kaffee den Körper in einen Zustand, der nicht den eigenen Energiereserven entspricht, sagt Ulla Klein, Ernährungsphysiologin an der TU München. Dabei sei der erhoffte Aufputscheffekt kurzfristig und würde bloß den Eindruck vermitteln, mehr Energie zur Verfügung zu stellen. Das Risiko besteht, dass Kinder und jugendliche durch den Konsum von Energy-Drinks langfristig gesundheitlich schaden. Auch weil sie die Getränke gern in größeren Mengen oder gar gemixt mit Alkohol konsumieren. Der Zweck des Aufputschens steht dabei im Vordergrund. In der Schweiz wird auch deshalb derzeit ein Verbot der energiespendenden Trend-Getränke an Schulen diskutiert, weil der Genuss von Energy-Drinks dort mittlerweile parallelen zum Drogenkonsum aufweist. Keine Energy-Drinks vor dem Ende der Pubertät Von der Beliebtheit der Energy-Drinks schließt Ulla Klein auf ein Gesellschaftsproblem. Der Zwang zu ständiger Leistung steigt, und auch in der Schule wird immer mehr verlangt. Das führt dazu, dass sogar schon Kinder anfangen, Energy-Drinks als Mittel gegen Müdigkeit zu sehen. Für die kindliche Entwicklung sei dies bedenklich, so Klein. Da Energy-Drinks das vegetative Nervensystem ankurbeln, verstärken sie Hyperaktivität und machen Kinder zappelig und nervös. Bis Körper und Nervensystem in der Pubertät voll ausreifen, sollte man davon die Finger lassen. Getränkehersteller sind sich der Verantwortung bewusst Seitens der Getränkehersteller stimmt man dieser Ansicht zu. Red Bull kann ab jenem Alter getrunken werden, ab dem Kaffee oder andere koffeinhältige Getränke konsumiert werden, sagt Claudia Memminger, Pressesprecherin von Red Bull Deutschland. Kindern und Koffein-empfindlichen Personen sei Red Bull nicht zu empfehlen, zudem solle die täglich zu sich genommene Menge höchstens dem üblichen Koffeinkonsum entsprechen. Statt regelmäßigem Aufputschen empfiehlt Klein, sich auszuschlafen. Sich einmal ein paar Nachtstunden mit Energy-Drinks wach zu halten, ist unbedenklich. Auf Dauer wird es jedoch kritisch, denn der übertriebene Zustand durch ständiges PseudoWachhalten führt dazu, dass der Körper irgendwann einmal viel tiefer stürzt. So eindringlich die Warnungen auch sind, so wenig werden sie wohl die steigende Nachfrage beeinträchtigen. JM Kampf gegen Energy-Drinks: Mehrere Schulen haben Redbull und Co. verboten. Grund: Die Jugendlichen würden nach zwei bis drei Dosen nervös und störten den Unterricht. SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi fordert sogar ein nationales Verbot. Der Lehrerverband hält nichts von der Idee. Zum Thema An den Schulen von Gerzensee BE, Neuendorf SO und Rümlang ZH wurde der Konsum von EnergyDrinks bereits verboten. Der Grund: «Die Jugendlichen wurden verhaltensauffällig und nervös. Sie konnten nicht mehr am Unterricht teilnehmen», sagte Schul leiter Stefan Bähni zur Zeitung «Sonntag». Zu nervöse Schüler: Verbot für Red Bull und Co. (Bild: AP) Doping? Toni Bortoluzzi, Mitglied der nationalrätlichen Gesundheitskomission, geht noch weiter, er will die Koffeinbomben landesweit verbieten: «Stimulierende Getränke sollen an allen Schulen auch an Berufsschulen verboten werden. Es darf keine hyperventilierenden Schüler mehr im Unterricht geben.» Und: «Energy-Drinks sind halbwegs wie Drogen, kiffen wird ja auch nicht toleriert», behauptet der SVP-Nationalrat. Schützenhilfe bekommt Bortoluzzi von Peter Grütter, Präsident des Schweizer Verbandes der Kantonschemiker. Auch er spricht sich gegen Redbull und Co. an Schulen aus: «Das geht in Richtung Doping.» Lehrer sind nicht begeistert Beim Dachverband Schweizer Lehrer stösst Bortoluzzi auf Unverständnis: «Es ist traurig, dass sich die Schule jetzt auch noch darum kümmern soll», sagt Vizepräsidentin Marie-Hélène Stäger. Urs Peter Naef, Presseprecher der Migros, findet die Forderung merkwürdig. Und: «Es ist nicht unsere Arbeit, den Leuten auf die Finger zu schauen. Die EnergyDrinks sind legal, also verkaufen wir sie.»