Arbeitsblatt: Der Stuhl

Material-Details

Werkarbeit zum Thema Stuhl / Keltenstuhl
Werken / Handarbeit
Holz
3. Schuljahr
15 Seiten

Statistik

73139
2844
32
17.12.2010

Autor/in

Gelöschtes Profil (Spitzname)
Land:
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

2010 Der Stuhl Michael Zimmermann Jannis Metaxas Fhnw Pädagogik Liestal 08.12.2010 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas Inhaltsverzeichnis 1. Seite: 3 5. 5.1. 5.2. 6. 6.1. Sachinformationen Kommentar Definition Geschichte des Sitzens Funktion Sitzen in der Schule Stuhlmuseum Besuch des Stuhlmuseums Stuhlmodelle Einstieg ins Projekt Projektbeschreibung Unterrichtseinheiten Ziele Unterrichtsphasen Rückblicke Ausblicke 1. Semester 6.2. 7. 7.1. 7.2. 2. Semester Reflexionen Ausblick für weitere Projekte Gesamtreflexion Konklusion Seite: 13 Seite: 14 Seite: 14 Seite: 15 1.1. 1.2. 1.3. 1.4. 2. 2.1. 3. 4. Dozentin Therese Weber Seite: 3 Seite: 3 Seite: 3 Seite: 4 Seite: 4 Seite: 4 Seite: 5 Seite: 7 Seite: 8 Seite: 8 Seite: 9 Seite: 12 Seite: 12 Seite 2 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 1. Sachinformation Kommentar 1.1. Stuhl (Möbel) Definiton Nicht alle Stühle müssen diese einzelnen Teile besitzen. Es gibt auch Modelle zum Beispiel ohne Rückenlehen (siehe verschiedene für unsere Arbeit interessante Stuhlsorten). Ein Stuhl ist ein in vielen Varianten ausgeführtes Sitzmöbel für eine Person, das sich in der Regel aus einem Fussgestell, einer einfachen oder gepolsterten Sitzfläche und einer Rückenlehne zusammensetzt und sich von dem einfachen Schemel ohne Lehne und dem gepolsterten Armsessel unterscheidet. Die ideale Höhe der Sitzfläche liegt bei 42– 48 cm. Sonderformen sind unter anderem Klapp- und Faltstühle, der Schaukelstuhl und der Kniestuhl. 1.2. Geschichte des Sitzens Im alten Ägypten thronten nur die Pharaonen als Symbol ihres Machtstatus. Während es ansonsten üblich war, sich auf dem Boden niederzulassen, nahmen sie als Herrscher die erhobene Position auf einem Sitz ein. Die weitere Verbreitung der Sitzhaltung vollzog sich, beginnend mit dem Thronen der Könige und Fürsten, an den Plätzen weltlicher und geistlicher Macht, in Herrscherhäusern und Klöstern. In der Folge, etwa ab dem 16. Jahrhundert, wurde die Praxis des Sitzens vom erstarkenden Bürgertum übernommen. 1.3. Funktion Für die Ausstattung von Restaurants ist eine flexible Bestuhlung für verschiedene Besucherzahlen wichtig, auch für Sitzmöglichkeiten im Freien. Dabei ist eine Stapelbarkeit der Stühle wichtig, damit der Stauraum auch bei Nichtbenutzung klein bleibt. Stühle dienen auch als Statussymbol. Im Büro erkennen wir den Chefsessel an Umfang, Größe, Exklusivität der Armlehnen, Bequemlichkeit, Unverrückbarkeit und Feinhheit der Materialien. Charlie Chaplin nutzte diese Symbolik in seinem Film Der große Diktator bei einer Begegnung zwischen Hitler und Mussolini, als jeder höher sitzen wollte als der andere. Hier wird der Stuhl ganz klar als Machtsymbol dargestellt. Dozentin Therese Weber Seite 3 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 1.4. Sitzen in der Schule In der Schule ist es unvorstellbar, unvorstellbar dass der Lehrer denselben Stuhl hat,, wie der Schüler. Sitzgelegenheiten in der Schule machen immer wieder von sich reden. Mal sind es Sitzbälle und dann wieder Keilkissen, die für Aufruhr sorgen. In der Primarschule ist jeder jed Schüler stolz, wenn sein Stuhl um einen Punkt höhergestellt wird. Kommt man in weiterführende Schulen, werden die Sitzgelenheiten oft moderner und lassen sich hydraulisch auf und absenken. Bei modernen Schulsitzmöbeln wird auch auf eine hohe Ergonomie geachtet. Früher waren Schulsitzmöbel auch oft wahre Folterinstrumente, Folterinstrumente bei denen es um militärisch korrekte Haltung ging. Moderne ergonomische Sitzgelegenheit für die Schule. 2. Stuhlmuseum 2.1. Besuch des Stuhlmuseums in Deutschland Im Vitra Design Museum in Weil am Rhein haben wir uns zum Weiterarbeiten inspirieren lassen. Rolf Fehlbaum, der Inhaber, plante zunächst ein Gebäude für eine dauerhafte Ausstellung einer StuhlStuhl und Möbelsammlung. Durch die Begegnung mit Alexander v. Vegesack wurde wur das Vitra für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen konzipiert. Ziel ist es, unbekannte Designer, Architekten und Designs in ihren unterschiedlichen Formen und Ausprägungen bekannter zu machen. Nach einem Grossbrand 1981 wurde der englische Architekt Arch Nicholas Grimshaw mit dem Wiederaufbau eines Gebäudes beauftragt. Nach der Vollendung des ersten Gebäudes wurde ein Masterplan erstellt, der unterschiedliche, aber nicht beliebige Architektur aufeinander treffen lassen sollte. Die Folge daraus war, dass jedes entstehende Gebäude von einem anderen Architekten (u.a Gehry, Citrerio, Grimshaw, Ando, Hadid, Siza und Herzog de Meuron) entwickelt wurde und somit der Unverwechselbarkeit des Systems Ausdruck verleihen sollte. Dozentin Therese Weber Seite 4 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas Wir haben uns Charles und Ray Eames Lounge Chair angeschaut und uns vertieft, da dieser noch heute mit „unübertroffenes Design-Vorbild (Notizen J. Serrano 2010) tituliert wird. Hermann Miller produziert und vertreibt den Lounge Chair noch heute im Vitra. Der Lounge Chair wurde aus u.a. Kirschholz gefertigt, da der Import von Tropenholz zur Entstehungszeit verboten war. Wir haben uns von der Idee des Stuhls inspirieren lassen. Als Laien hatten wir Schwierigkeiten, ein Projekt wie unseres zu vergleichen und Anhaltspunkte zu finden. Durch die 10 Regeln des D. Rams konnten wir uns aber an etwas festhalten. 3. Verschiedene, für unsere Arbeit interessante, Stuhlmodelle: Faltstuhl Rekonstruktion eines Stuhls aus dem 6. Jahrhundert. Der Stuhl wurde in Trossingen in Deutschland verwendet. Das Gerüst ist aus Holz und für die Sitzfläche wurde gegerbte Tierhaut verwendet. Kniestuhl oder Kniehocker Ein Stuhl beziehungsweise Hocker ohne Rückenlehne, der kniend verwendet wird. Unter dem Begriff werden gepolsterte Möbelstücke oder einfache Hocker für die Gartenarbeit geführt. Die Bezeichnung der Kniehocker bzw. Kniestühle ist uneinheitlich. Dozentin Therese Weber Seite 5 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas Orthopädischer Kniestuhl Fördert eine dynamische Sitzhaltung. Auf dem Stuhl muss der Körper sein Gleichgewicht selber, so wird die Rumpfmuskulatur gestärkt. Wikingerstuhl Der Wikingerstuhl kommt ohne Nägel oder Leim aus. Er ist einfach konstruiert und wirkt sehr rustikal. Man kann ihn beliebig oft zusammensetzten und wieder auseinandernehmen. Stabelle Ein Stuhl mit vier schrägen Beinen, der genutet wird. Die Stabelle hat oftmals eine dekupierte, geschnitzte Rückenlehne, die in das Sitzbrett eingelassen und unten verkeilt wird. Traditionell steht das Rücklehnenblatt zur Stabilisation an den hinteren Beinen an. Das führt dann zu zwei Schlitzen im Sitzbrett. Quellen: Dozentin Therese Weber Seite 6 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 4. Einstieg ins Projekt Projektbeschreibung Wir kamen in die erste Lektion von „machen was ihr wollt und hatten noch keine Ideen, was wir machen könnten. Wir haben aber schon die Arbeiten der letzten Semester beobachtet und waren von der Ideenvielfalt beeindruckt. Nach der Einführungslektion von Therese Weber brauchten wir mehrere Stunden, um uns auf ein Thema zu einigen. Ziemlich schnell war klar, dass wir etwas grösseres (rein optisch gesehen) produzieren wollten. Nach einer längeren Diskussion einigten wir uns auf das Thema Möbel. Diese Entscheidung war ein Kompromiss, da beide in andere Richtungen tendierten, die sich nicht vereinen liessen. Jannis wollte eher in Richtung Instrumentenbau gehen, während Michael sich eher Richtung Holzskulpturbau bewegen wollte. Nachdem unser Thema gefunden war, machten wir ein Brainstorming, um das weite Thema Möbel zu erfassen. Verschiedene Produkte, Materialien und die Frage nach der Qualität wurden aufgeworfen und die Grösse des Themas wurde uns erst jetzt bewusst. Nach weiteren Diskussionen waren das Thema und der Werkstoff bekannt. Ein Stuhl aus Holz sollte unser Endprodukt werden. Wir entschieden uns einen Stuhl auf Erwachsenenebene zu produzieren und einen auf Schülerebene, den man mit einer ganzen Schulklasse (für jeden SuS einen) herstellen kann. Ein grober Zeitplan wurde erstellt, der vorsah, dass der Stuhl auf Schülerebene bis Ende des Frühlingssemesters fertiggestellt werden sollte und der Stuhl auf Erwachsenenebene die Zeit des Herbstsemesters in Anspruch nehmen sollte. Mit dem Stuhl auf Schülerebene wollten wir auch Erfahrungen sammeln und Fertigkeiten aneignen, die wir für den anspruchsvolleren Stuhl auf Erwachsenenebene brauchen konnten. Nun war nur noch die Art von Stuhl zu klären, die wir herstellen konnten und wollten. Im Internet wurden wir für den Stuhl auf Schülerebene fündig. Der Keltenstuhl schien eine interessante Aufgabe zu sein. Ein Stuhl ohne Leim und Nagel, den man je nach Gebrauch auf- und abbauen kann, würde wohl auch in einem Schulzimmer eine gute Figur machen. Ausserdem ist er nicht zu kompliziert aufgebaut. Beim Stuhl auf Erwachsenenebene brauchten wir etwas länger, um die richtige Sorte zu finden. Unabhängig voneinander machten wir in unserer Freizeit Skizzen, wenn uns eine Idee in den Sinn kam. In den nächsten Stunden besprachen wir unsere gemeinsamen Ideen und kamen so auf die Idee einen Uhrenstuhl zu bauen. Das Ziel war einen Stuhl zu bauen mit einer Uhr auf der Sitzfläche. Der Stuhl sollte nicht nur Ausstellungsmodell sein, er sollte voll brauchbar sein. Mit diesen Ideen und Skizzen gingen wir zu unserer Dozentin Therese Weber, die uns auf eventuelle Schwierigkeiten aufmerksam machte, aber im Grunde mit der Idee einverstanden zu sein schien. Schon bei der groben Vorplanung stellten wir fest, dass wir dieses Projekt wohl nicht ohne professionelle Hilfe bewältigen könnten. Da wir den Stuhl komplett selber herstellen wollten, war es nötig, entsprechendes Material zu organisieren. Der Stuhl sollte später auch brauchbar sein und so war auch die Sicherheit ein wichtiger Punkt. Entsprechende Verbindungen mussten gemacht werden (Dübeln, Lamellos) und der Leim spielte eine wichtige Rolle. Auch bei Fräsearbeiten mussten wir erkennen, dass die Schulwerkstatt nicht ausreicht. So nahmen wir Kontakt mit einem Schreiner auf und klärten die Möglichkeiten von Material und Maschinenbeschaffung ab. Schon nach einem kurzen Gespräch stellten wir fest, dass dieses Projekt mit maschineller und materieller Hilfe einer Schreinerei zu verwirklichen war. Dozentin Therese Weber Seite 7 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 5. Unterrichtseinheiten zum Thema Keltenstuhl 5.1. Ziele Grobziel: Die SuS können eine Sitzgelegenheit fürs Klassenzimmer im Werkunterricht selber herstellen. Feinziele: Kognitives Ziel: Die SuS können die Bedeutung des modernen Stuhls kritisch einschätzen Affektives Ziel: Die SuS stellen ein Produkt her, das sie individuell gestalten können und ihr Eigen nennen dürfen. Pragmatisches Ziel: Die SuS können mit einigen Maschinen im Werkraum arbeiten und können nach individuellen Bedürfnissen Holz weiter umgestalten. Soziales Ziel: Die SuS respektieren die Arbeitsbereiche ihrer Mitschüler und gehen mit dem Material sparsam um. Dozentin Therese Weber Seite 8 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 5.2. Unterrichtsphasen I. Einführungsphase Koginitives Ziel: Die SuS denken über die Bilderreihe zum „Thema sitzen nach und können sich dazu äussern. Die SuS kennen eine Definition vom Wort Stuhl. Die SuS werden ins Thema eingeführt. Was ist ein Stuhl? Gemeinsames Suchen einer Definition. Abgrenzung des Begriffs gegenüber anderen Möbeln. Reflektieren über die Bedeutung des „Stuhls heute anhand des Bildverlaufs (Rückblick erstes Semester) II. Versuchsphase Pragmatisches Ziel: Die SuS können Karton ohne Klebstoff verbinden. Soziales Ziel: Die SuS können in Teamarbeit eine Problemstellung bearbeiten. Kognitives Ziel: Die SuS denken über Kräfte nach und können diese Überlegungen in ihren Miniaturstuhl einfliessen lassen. Konstruiert euch einen Miniaturstuhl aus Karton. Ohne Klebestoff. Geht das überhaupt? Erproben der Miniaturstühle. Welcher ist belastbar? Welche Konstruktion könnte man auch in der Realität (mit Holz) umsetzen? Weitere Überlegungen werden angestellt zum Thema Stabilität und Konstruktion. Gibt es eine Lösung? Erster Kontakt mit dem Werkstoff Holz wird hergestellt. Information zu den Maschinen die verwendet werden dürfen. Wie funktionieren sie? Der Keltenstuhl in zerlegter Form wird hingestellt. Die Schüler versuchen gemeinsam den Stuhl zusammenzustellen. Eventuell erkennen die SuS Techniken, die sie selber herausgefunden haben. Die SuS versuchen einen Plan des Keltenstuhls zu zeichnen. Der Stuhl steht zur Hilfe in zusammengebauter Form vorne auf dem Lehrerpult. Die Pläne werden miteinander verglichen. Was ist richtig? Was funktioniert nicht? Dozentin Therese Weber Seite 9 BTG III. „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas Hauptteil Pragmatisches Ziel: Die SuS können mit den Maschinen arbeiten, bearbeiten das Holz mit weiteren Mitteln, wie Schleifpapier und Feile. Soziales Ziel: Die SuS arbeiten effizient neben- und miteinander in der Werkstatt. Bei der Planerarbeitung werden alle Meinungen angehört. Kognitives Ziel: Im gemeinsamen Gespräch erkennen die SuS Qualitäten in den Plänen und setzen so einen korrekten Plan zusammen. Gemeinsam wird ein korrekter Plan hergestellt. Dazu werden alle Pläne gemeinsam gebraucht. Die Diskussion über den richtigen Plan wird zuerst in Gruppen durchgeführt und anschliessend wird eine endgültige Version im Plenum gefunden. Der korrekte Plan wird für alle SuS kopiert. Die SuS beginnen nun anhand des korrekten Plans mit der Bearbeitung des Holzes. Zuerst wird alles mit Bleistift angezeichnet. Erst nach der Prüfung des Lehrers darf geschnitten werden. Geschnitten wird nur mit der Bandsäge unter Aufsicht des Lehrers. Zuerst werden nur die groben Stücke zurechtgeschnitten und geschliffen (Kanten brechen wegen Verletzungsgefahr). Die SuS bohren die Löcher für die Stichsäge. Das Sägen mit der Stichsäge übernimmt die LP. Die Anpassungsarbeit wird von den SuS übernommen. Es wird nur mit Schleifpapier und Feile gearbeitet. Ist jemand mit der Arbeit fertig hilft er seinen Mit-SuS. Nun können die SuS selber bestimmen, wie sie ihren Stuhl gestalten möchten. Die „normalen Methoden wären das Lackieren oder Einölen des Stuhls. Je nach Thema MundU Thema, das gerade in der Schule behandelt wird, ist dem Ausschmücken des Stuhl keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel: Indianer Jeder SuS schmückt sich seinen eigenen Häuptlingsstuhl etc. Dozentin Therese Weber Seite 10 BTG IV. „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas Abschluss Metakognition Kognitives Ziel: Die SuS sind sich ihrer Leistung bewusst und wissen was sie geleistet haben. Affektives Ziel: Die SuS blicken mit Emotionen auf ihre Arbeit und die Arbeitszeit. Die SuS präsentieren ihr Projekt. In welcher Form dies geschieht, steht offen. Eine Stuhlausstellung mit eventuellem Stuhlmuseumsbesuch, eine persönliche, mündliche Präsentation, eine gegenseitige Beurteilung (soziale Ziele) oder ein eigener schriftlicher Rückblick sind möglich. Je nach Thema können die Stühle vielleicht sogar als Requisite für ein Theaterstück gebraucht werden. Dozentin Therese Weber Seite 11 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 6. Rückblicke Ausblicke 6.1. Erstes Semester: Rückblick Der Start fiel uns ziemlich schwer. Wir hatten verschiedene Vorstellungen, in welche Richtung sich unser Projekt entwickeln soll. Durch das Brainstorming fanden wir eine genauere Vorstellung, die unsere Motivation zu arbeiten, skizzieren und reflektieren anregte. Den Pfad zum Thema Stuhl fanden wir durch die Lage, die SuS und Studenten, wie auch viele Andere in ihrem Berufsleben teilen. Wir sitzen extrem viel auf Stühlen. Wenige sehen einen Stuhl als etwas Negatives in unserer Gesellschaft. Die Assoziation eines Stuhles wird meist mit Gemütlichkeit, Bequemlichkeit, Erholung und ähnlichem in Verbindung gebracht. Durch unsere Sachanalyse sind wir jedoch auch auf negative Punkte gestossen. Die Evolution scheint sich rückwärts zu bewegen, wenn man dieses Bild betrachtet. Die Bewusstheit, was sich in einem Stuhl alles befindet, bleibt oft auf der Strecke. Wir haben uns nach langem Überlegen dafür entschieden, einen Stuhl herzustellen, den die Kinder für sich machen können und einen Bezug dazu haben. Der Stuhl soll für das Sitzen im Kreis (wenn genügend Platz vorhanden ist) und für Zeichnungsaufträge ausserhalb des Schulhauses genutzt werden können. Der Stuhl soll auch eine Anregung für die SuS sein, diesen mit der Pfadigruppe oder mit Freunden noch mal zu bauen. Die Tatsache, dass wir im Leben so viel sitzen, hat auch schon Auswirkungen auf die Schule gehabt. Rhythmisierung und Bewegungselemente in den Unterricht einzubauen sind Ziele einer modernen Lehrperson. Wir finden wichtig, dass die Kinder über Stühle Bescheid wissen. Wie kann man einen Stuhl selber herstellen entstand folglich aus den Nachforschungen. Wir haben uns dazu entschlossen, zwei verschiedene Stühle herzustellen, um Design und die Arbeit mit Kindern in einem Projekt zu vereinen. Wir begannen Anleitungen für Stuhlkonstruktionen zu suchen und besprachen die Möglichkeiten, diese für die Kinder zu vereinfachen. Dozentin Therese Weber Seite 12 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 6.2. Zweites Semester: Ausblick Durch die Kritik der Mitstudierenden und der schwierig einzuschätzenden Zeit, haben wir uns fest vorgenommen, den zweiten Teil unserer Arbeit besser zu strukturieren. Wir haben den Kinderstuhl geplant, gebaut und die Stabilität getestet, somit können wir uns auf die Planung des zweiten Semesters konzentrieren. Die Produktion unseres Designerstuhls und die Weiterarbeit am schriftlichen Teil, stehen im Fokus. Zuerst muss die Idee des „Zeitstuhls auf Skizzen festgehalten, geöffnet und schlussendlich fixiert werden. Die Skizzen sollen auch zum Denken Anstoss geben, da gewisse Schwierigkeiten durch das Betrachten ersichtlich gemacht werden können. Als zweites muss ein konkreter Plan zum Bau unseres Projektes entstehen, der sowohl masseinheitlich, als auch materialbezogen dem Original am Schluss entsprechen soll. Die Informationen zur Stabilität der Materialien sind uns durch die Sachanalyse bereits ersichtlich geworden. Die grösste Schwierigkeit im Planen dieses Projekts wird darin liegen, die „10 principles for good design von Dieter Rams so gut wie möglich zu befolgen. Diese sind folgende Good design • is innovative • makes product useful • is aesthetic • makes product understandable • is unobtrusive • is honest • is long-lasting • is thorough, down to the last detail • is environmentally-friendly • is as little design as possible Der Stuhl ist zwar prinzipiell schlicht, jedoch bis ins Detail genau verarbeitet. Die Nützlichkeit eines Stuhls ist nicht in Frage zu stellen. Er kann als „gewöhnlicher Stuhl benutzt werden und repräsentiert mit seiner Uhr die Zeit, die wir in unserer Gesellschaft auf einem Stuhl verbringen. Somit wird die Veränderung des Zwecks, der Form und der Entwicklung angesprochen. Der Stuhl ist robust, anschaulich und mit einer Persönlichkeit ausgestattet. Das schriftliche Werk wird fortlaufend mit dem Prozess der Arbeit weitergeführt und am Schluss noch mal verbessert. Dozentin Therese Weber Seite 13 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 7. Reflexionen 7.1. Ausblick für weitere Projekte Das Projekt an sich zeigt uns, wie ein scheinbar einfacher Gegenstand (der Stuhl) viele interessante Facetten und Arbeitsmöglichkeiten aufweist. Auf der Erwachsenen- und auf der Schülerebene gibt es zahlreiche Lernmöglichkeiten und andere Gebiete, die sich mit dem Thema verbinden lassen. So zum Beispiel die „10 Principles for good Design, das Besuchen eines ausserschulischen Lernortes (Schreinerei) oder die Projektarbeit. Speziell auf den Keltenstuhl bezogen kommt uns in erster Linie ein weiteres Projekt in den Sinn. Eine Möglichkeit ist die Umsetzung mit einer Schulklasse. Wie wir feststellen konnten, erfüllt der Keltenstuhl zahlreiche Zielformen und scheint für eine Primarschulklasse eine gute Werkarbeit zu sein. Man sollte die SuS für ein solches Projekt schon besser kennen. Die Herausforderungen sind vielfältig und gerade die sozialen und pragmatischen Ziele sind anspruchsvoll und müssen vorher schon konsequent gefördert worden sein. Vor allem das Grobziel (Die SuS können eine Sitzgelegenheit fürs Klassenzimmer im Werkunterricht selber herstellen) ist ein Ziel, das auch einen gewissen Druck auf die SuS ausübt. Ein nicht Erreichen des Ziels wäre klar ersichtlich und so sind Spannungen wie Druck und Unsicherheit während der Arbeit wohl kaum zu verhindern. Aber mit einer gut vorbereiteten Klasse sollten auch solche Hürden überwindbar sein und einer spannenden und sinnvollen BTG Arbeit steht nichts im Weg. Mit Blick auf den Uhrenstuhl sehen wir viele Weiterbildungsmöglichkeiten für uns selber. Die Arbeit war sehr fordernd und hat uns immer wieder unsere eigenen Grenzen aufgezeigt. Trotzdem haben wir alle Hürden gemeistert und sind nun stolz auf das Resultat. Auch dieser Fakt lässt aufhorchen. Die grosse Freude über das gelungene Projekt und das Produkt schiebt für uns die Projektarbeit in den Vordergrund. Gerade im Werkunterricht haben wir noch nie mit den SuS im Projektstil gearbeitet. Das wird sich im nächsten Praktikum vielleicht ändern. Es gibt auch Dinge in unserer Arbeit, die wir wohl nicht so in den Schulunterricht einbringen können. Die „10 Principles of good Design können wohl von den SuS so nicht übernommen werden. Aber man könnte mit den SuS einen „einfacheren Kriterienkatalog zum Thema erstellen. Zum Beispiel „unsere Arbeiten sind überlegt Haben einen Sinn Können vom SuS erklärt werden verfolgen ein Ziel usw. Auch das eigentliche Erfinden des Stuhls ist ein interessanter Vorgang. Wir sind uns einfach gegenüber gesessen und haben überlegt und skizziert. Nach einer Stunde haben wir die Skizzen miteinander verglichen, besprochen und haben weiter skizziert. So kommen viele spannende und oft völlig neue Ideen zusammen. Diese Art von Brainstorming ist eigentlich sehr simpel und trotzdem effizient. Sie kann auf Erwachsenenebene oder auch auf SuS Ebene in Zukunft in den unterschiedlichsten Projekten weiter verwendet werden. Dozentin Therese Weber Seite 14 BTG „Machen was ihr wollt M. Zimmermann J. Metaxas 7.2. Konklusion Gesamtreflexion Wir haben uns im Team sehr gut ergänzt. Partnerarbeit und Arbeitsteilung haben sich abgewechselt und wurden jeweils strukturiert. Wir haben uns durch ein Brainstorming im Unterricht auf das Bauen von Möbeln geeinigt. Welche diese dann schlussendlich sein sollten, wollten wir noch nicht zu früh beschliessen. Durch Skizzieren und Überlegen sind wir auf das Thema Stühle gekommen. Wir mussten schliesslich einen Rahmen haben, worin wir uns bewegen konnten. Die Idee des Stuhls stand fest. Was für ein Modell, aus welchem Material, mit welcher Zielebene? Diese Fragen beschäftigten uns während der Sachanalyse am meisten. Wir haben gemeinsam entschlossen, einen Stuhl auf der Kinderebene, also einen Steckstuhl (Kelten-/Wikingerstuhl) zu bauen. Parallel dazu wollten wir etwas Persönliches herstellen und skizzierten weiter. Die Idee des Uhrenstuhls kam zufällig. Einer von uns hat auf die Uhr geschaut, deren Zifferblatt vom Betrachtungswinkel aus genau die Sitzfläche eines skizzierten Stuhls abdeckte. Die Idee stand. Wir haben Pläne entwickelt und berechnet, wie der Stuhl aussehen sollte. Der Übertragung ins praktische liess uns aber immer wieder auf Neuerungen stossen, also erstellten wir den Plan fortlaufend. Die Arbeit an den Maschinen in der Schreinerei haben wir dokumentiert und haben uns nach jedem Besuch dort einen Plan zur Weiterarbeit erstellt. Der schriftliche Teil wurde aufgeteilt. Jeder hat sich einen Bereich ausgewählt, der ihn interessiert hat, sodass die Motivation nicht nachgelassen hat. Beim Zusammentragen haben wir erneut gemerkt, dass wir das gleiche Ziel verfolgt haben und konnten so einen guten Nutzen aus der Partnerarbeit schliessen. Die Arbeit am Uhrenstuhl hat uns vor mehrere, noch nie bewältigte Aufgaben gestellt. Gerade in der Schreinerei mussten wir zahlreiche Maschinen neu kennenlernen. Sie waren zum Teil auch sehr gefährlich und so war grosse Konzentration bei der Arbeit wichtig. Vom pragmatischen her war die Arbeit in der Schreinerei aber überraschend anspruchslos. Oft muss die Maschine per Computer eingestellt werden, was eher einen kognitiven Anspruch stellt. Das Holzstück wurde anschliessend von der Maschine eingezogen und kam auf der anderen Seite in der gewünschten Form wieder heraus. Natürlich mussten wir vor dieser Arbeit genaue Pläne zeichnen, um die vielfältigen Vorteile dieser Maschinen auch wirklich nutzen zu können. Dozentin Therese Weber Seite 15