Arbeitsblatt: Frauen im Senegal
Material-Details
Frauen früher und heute
- Polygamie
- Beschneidung
- Leben allgemein
Geographie
Afrika
7. Schuljahr
17 Seiten
Statistik
78637
1025
7
15.03.2011
Autor/in
Andrea Bachmann
Land: andere Länder
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Frauen in Senegal Beschneidung A. Bachmann, B. Schaub Frauen in Senegal Grobziele 7. Schuljahr: GZ 2: Völker und ihre Lebensformen in verschiedenen Klimazonen. a) Erkennen, wie menschliche Lebensformen durch Klima und Vegetation geprägt werden: In den vier großen Klimazonen Grunddaseinsfunktionen vergleichen und erklären. 9.Schuljahr: GZ1: Entwicklungsländer – Industrieländer b) Entwicklungs- und Industrieländer vergleichen und Einsichten in grundlegende Strukturmerkmale gewinnen. d) Wege der Entwicklung erkennen und beurteilen Wahlprogramm: GZ 2: Räume im Überblick Eine Region mit ihren Besonderheiten als natürliches, wirtschaftliches, politisches und historisches Gebilde erkennen soziales, Einbettung im Unterricht Im 7. Schuljahr könnte man dieses Thema ins Thema Klimazonen und ihre Bewohner einbauen, indem man auf verschiedene Bevölkerungsgruppen in verschiedenen Zonen eingeht. Da könnte man speziell die Frauen einiger Länder hervorheben. Der Vergleich zu den Frauen in Europa eignet sich immer besonders gut, da die Jugendlichen diese Lebensform kennen und sie gewohnt sind und somit gutes Vergleichsmaterial haben. Im 9. Schuljahr, wenn die Entwicklungsländer und die Industrieländer etwas genauer betrachtet werden, könnte man auf die Ressourcen, Bildung, etc. eingehen. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau in gewissen Ländern drängt sich da stark auf. Als Wahlprogramm könnte man das Land Senegal mit seinen Besonderheiten genauer anschauen. Im sozialen Bereich wäre das Thema „Stellung der Frau lohnenswert anzuschauen, da es viele Unterthemen bietet (typische Arbeiten einer Frau, Stellung der Frau, Kinderehe, Polygamie, Beschneidung etc), welche die Schülerinnen und Schüler mit ihrem europäischen Leben vergleichen können. 1 Frauen in Senegal Beschneidung A. Bachmann, B. Schaub Grobziele zu den Unterrichtsmaterialien Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich Den Art.3 des Grundgesetzes kennen Ungleichberechtigung in der Schweiz und in Senegal aufzeigen Zukunftswünsche Seinen eigenen Zukunftswünsche nach Prioritäten bewusst werden Zukunftswünsche senegalesischer Menschen erahnen Die Chancen der Realisierung eigener und senegalesischer Wünsche kritisch abschätzen Die größten Unterschiede senegalesische und eigenen Wünsche aufzählen Tagesablauf Den eigenen Tagesablauf auf Stunden genau notieren Einen Tagesablauf für ein senegalesisches Mädchen erstellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede eines senegalesischen und schweizerischen Tagesablaufs nennen Beschneidung Statistik, Gründe, Folgen, Gesetze der Beschneidung aufzeigen Powerpointpräsentation Die Stellung der Frau in der Politik früher und heute aufzeigen Die Stellung der Frau in der Familie früher und heute aufzeigen Regeln der Polygamie kennen Gründe von Zwangsehen nennen Statistiken zu Kinderehen wiedergeben Die vier Typen der Beschneidung aufzählen, Fakten zu den Betroffenen angeben, die Durchführung und Konsequenzen im Wesentlichen schildern, die strafrechtlichen Regelungen angeben 2 Frauen in Senegal Beschneidung A. Bachmann, B. Schaub Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich Auftrag a) Gehe die PPP am PC nochmals durch. Schreibe auf ein liniertes Blatt den Titel „Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich und notiere, wo nach Art. 3 des Grundgesetze verstossen wird. b) Diskutiert in Kleingruppen, wo in der Schweiz Ungleichberechtigung herrscht. Gibt es auch Vorteile, die durch die Ungleichberechtigung entstehen? „Frauen sind die Hälfte der Weltbevölkerung, sie leisten fast 2/3 der Arbeitsstunden, sie erhalten nur 1/10 des Welteinkommens und sie besitzen weniger als 1/100 des Eigentums der Welt. Diese ungleiche Bilanz entspringt unserem traditionellen Rollenverständnis. Nach dem Gesetz sind wir gleich, nicht aber nach unserem eigenen Denken und Empfinden. „Schrecklich, diese Benachteiligung der Frauen in Indien! Sie soll ihren Mann verehren wie einen „Gott!!! „Und viele Frauen in Dritte WeltLändern müssen sich und die Kinder selber ernähren. Die Männer können mit ihrem Geld machen, was sie wollen! Also wenn das gerecht ist!? „Ja, und diese ausgebeuteten Näherinnen in Senegal! Stellt euch das mal vor: kaum Lohn und auch noch unbezahlte „Ein Glück, dass wir in der Schweiz leben! Art. 3 des Grundgesetzes: 1. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. 2. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. 3. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt 3 Frauen in Senegal Beschneidung A. Bachmann, B. Schaub Frauen in Senegal: Zukunftswünsche Auftrag a) Schreibe ohne lange zu überlegen, fünf wichtige Wünsche für dein zukünftiges Leben auf. b) Wie weit stimmen deine Wünsche mit dieser Schweizer Umfrage überein? Wo ergeben sich Unterschiede? c) Setzt euch in einer kleinen Gruppe zusammen. Betrachtet das Typbild und die Fotos, die etwas vom Leben im westafrikanischen Land Senegal zeigen. Welche Wünsche Gleichaltrige haben wohl Senegalesinnen und Senegalesen? Schreibt fünf vermutete Wünsche auf. Einige eurer Vermutungen könnt ihr überprüfen, wenn ihr die Geschichte der Familie Traoré lest. d) Vergleicht diese Wunschliste mit eurer eigenen oder derjenigen der Schweizer Jugend: Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Reihenfolge? e) Wünsche sind das eine, ihre Erfüllung oder Realisierung schätzt ihr die das andere. Chancen zu Wie ihrer Realisierung ein – hier bei uns und dort in Afrika? Diskutiert in derselben Gruppe. f) Gebt in Stichworten an, welches nach eurer Einschätzung die größten Unterschiede zwischen eurem Leben und demjenigen von Jugendlichen in Senegal sind. 4 Frauen in Senegal Beschneidung A. Bachmann, B. Schaub Frauen in Senegal: Zukunftswünsche a) In einer Befragung in der Schweiz haben einige tausend Jugendliche ihre wichtigsten Wünsche für die Zukunft genannt. Dabei hat sich folgende Rangliste ergeben: Gesund bleiben können Freunde haben Eine sichere Arbeit finden, die einem Freude macht Über genügend Freizeit verfügen Genug Geld haben, um sich vergnügen zu können Viel herumreisen können b) c) 5 Frauen in Senegal Beschneidung A. Bachmann, B. Schaub 6 Frauen in Senegal Beschneidung A. Bachmann, B. Schaub Familie Traoré Die Großfamilie mit Grosseltern, Eltern, Tanten, Onkeln und ihren Kindern lebt in Gebäuden rund um einen Hof, der von einer halbhohen Mauer eingefasst ist. Bineka (Alter: 54) und Moussa (58) Moussa ist der „chef de famille. Er bestimmt alles Wichtige in der Familie: Wer in die Schule gehen kann, wer im Ausland arbeitet, ob man Geld für eine medizinische Behandlung aufwendet, wann geheiratet werden sollte. Regelmäßig geht er abends zum Gebet in die Moschee und plaudert anschließend mit andern Älteren unter dem großen Baobabbaum auf dem Dorfplatz. Bineka hat neun Kinder geboren. Davon sind allerdings vier schon in den ersten Lebensjahren gestorben. Die harte Feldarbeit und das tägliche Stampfen der Hirse kann sie ihren Schweigertöchtern überlassen. Dafür schaut sie aber zu den kleinen Großkindern. Sie trifft sich häufig mit andern Frauen zum Teetrinken und zum Plaudern. Zwei Töchter leben verheiratet in andern Dörfern, eine Tochter ist mit einem Büroangestellten in der Stadt Dakar verheiratet. Der ältere Sohn Abdou lebt mit seiner Frau und sechs Kindern im Hof der Eltern. Fatouma (36) Sie wurde vor 20 Jahren mit dem jüngeren Sohn Getu der Familie Traoré verheiratet. Sie ist Mutter von fünf Kindern. Wie die meisten jungen Männer des Dorfes ging Getu in der langen Trockenzeit des Jahres auf die Suche nach Arbeit. Zu Fuß legte er Hunderte von Kilometern zurück und fand in einer Kaffeeplantage eine Beschäftigung. Die ersten Jahre kam er immer vor der Regenzeit ins Dorf zurück, um die Felder für die Hirseaussaat vorzubereiten und bei seiner Familie zu leben. Den Rest des Jahres musste Fatouma alle Arbeiten selber verrichten. Seit fünf Jahren ist Getu 7 nicht mehr im Dorf aufgetaucht. Er hat in der Nähe der Kaffeeplantage eine neue Frau geheiratet. Fatouma ist nun für Feldund Hausarbeit selber verantwortlich. Sie wird glücklicherweise von der Familie des Schwagers unterstützt. Auch im Haushalt teilen sich die Frauen alle Arbeiten. Trotzdem ist sie von morgens fünf Uhr bis spät in den Abend hinein dauernd an der Arbeit. Ihre fünf Kinder mussten die Schule schon nach den ersten Schuljahren verlassen, um zu Hause zu helfen. Einzig der älteste Sohn, Maliza, ha die Schule beenden können. Fatouma verlor keines ihrer Kinder durch verunreinigtes Wasser, weil das Dorf vor einigen Jahren einen tiefen Brunnen mit sauberem Wasser gebaut hatte. Damit erhielten die Frauen auch genug Wasser, um eine Gemüsegenossenschaft gründen zu können. Sie pflanzen in einem großen bewässerten Garten gemeinsam Gemüse an, das sie dann auf dem Markt verkaufen können. So gewinnen sie eine gewisse Selbstständigkeit, denn über das verdiente Geld können sie selber verfügen. Allerdings bedeutet der Weg zum Markt jedes Mal etwa vier Stunden Fußmarsch. Fatouma hat durch die Gemüsefrauen viel Kontakt und Unterstützung erhalten. Die Frauen, die fast alle in ihrer Jugend keine Schule besuchen konnten, haben einen Alphabetisierungskurs besucht. Seit sie rechnen und schreiben können, sind sie viel sicherer im Auftreten. Sie müssen sich gemeinsam organisieren, weil viele junge Männer während langer Zeit im Jahr im Ausland arbeiten. In dieser Phase tragen die Frauen die ganze Verantwortung für Felder und Familie. Frauen in Senegal Beschneidung Auch die Initiative für die Beschaffung einer Hirsenmühle, die das mühsame Getreidestampfen ersetzt, kommt von der Gemüsefrauengruppe. Zudem ließen sie sich von den Männern neue Öfen bauen, die viel weniger Holz verbrauchen. Nun verlieren die Frauen und Mädchen auch weniger Zeit mit der Suche des raren Brennholzes. Maliza (20), Pai (18), Touré (17) Maliza hat als ältester Sohn nach seiner Schulzeit eine Stelle in der Stadt gesucht. Außer einigen Gelegenheitsarbeiten auf dem Bau und dem Verkaufen von Biskuits in den Strassen fand er aber keine Beschäftigung. Er merkte, dass neben ihm Tausende von Jugendlichen aus vielen Dörfern mit gleichen Ideen in die Stadt ziehen. Er kam mit einem Gleichaltrigen in Kontakt, der ihm von einer neuen Möglichkeit berichtetet: mit einem Touristenvisum für einige Monate als Strandverkäufer an der italienischen Küste bei Rimini arbeiten und viel Geld verdienen. Großvater Moussa fand diese Idee gut. Mit dem Verkauf einiger Tiere finanzierte er für sein Großkind den Flug nach Mailand. Maliza hatte die Adresse anderer Senegalesen, die schon in Rimini arbeiten. Er wurde dank ihrer Vermittlung in eine Verkäufergruppe aufgenommen und lebt zusammen fit fünf andern Afrikanern in einem kleinen, aber sehr teuren gemieteten Zimmer. Den ganzen Tag den Badegästen „günstige Uhren und Sonnenbrillen zu verkaufen, ist eine harte Arbeit. Nach der ersten Sommersaison hatte er viel weniger Geld zusammengespart, als er erwartet hatte. An einen Rückflug war jetzt gar nicht zu denken. So tauchte er mit andern während des schrecklich feuchten und kalten Winters in Mailand unter. Seither lebt er illegal in Italien. Seine Familie hat einige Fotos von Strandnixen und 8 A. Bachmann, B. Schaub schönen Palmenpromenaden zweimal auch etwas Geld erhalten. und Pai ist seit einem Jahr mit einem Bauern aus dem Nachbardorf verheiratet und hat eine kleine Tochter. Touré, die zweitälteste Tochter, hat über ihren Onkel, der in der Hauptstadt Dakar wohnt, eine Stelle als Kindermädchen erhalten. Sie ist aber bei ihrer Familie nicht glücklich. Weil sie nicht lesen und schreiben kann, wird sie noch mehr ausgenutzt als viele andere Kameradinnen. Eigentlich möchte sie Geld zusammensparen, aber sie verdient fast nichts. Als sie sich zu weheren wagte, erklärte Madame, sie könne gehen, es gäbe gebe genug andere, die froh um diese Stelle wären. Cia ging nur zwei Jahre in die Schule. Seither hilft sie der Mutter auf den Feldern und im Haushalt. Die schönste Zeit sind die Abendstunden, wenn sie mit Nachbarn im Fernsehen Spielfilme anschauen kann. Für die Medizin gegen ihre Augenkrankheit musste der Großvater letztes Jahr zwei Schafe verkaufen. Ohne Behandlung wäre sie erblindet. Mamadou ist seit zwei Jahren Schaf und Ziegenhirte und viele Monate des Jahres im weiten Umkreis des Dorfes mit seiner Herde auf den Weiden unterwegs. Er bedauert sehr, dass er nicht wie sein ältester Bruder länger in die Schule gehen konnte. Das Schreiben und Rechnen hat er praktisch schon vergessen. Sein sehnlichster Wunsch ist ein Fahrrad, um schneller zu seinen Tieren hinausfahren zu können. Aber das wird ein Traum bleiben. Ein Junge aus dem Dorf musste für sein neues Velo fünf ganze Monatslöhne hinlegen! d) Gemeinsamkeiten:_ Unterschiede:_ Reihenfolge: e) Chancen der Realisierung in der Schweiz. Chancen der Realisierung in Afrika: f) Frauen in Senegal: Tagesablauf Auftrag 1 c) Schreibe deinen Tagesablauf in die dafür vorbereitete Tabelle. d) Schreibe alle Tätigkeiten auf, die du während des Tages machen musst. e) Vergleiche deine Tätigkeiten mit denen von Aida und versuche für Aida einen Tagesablauf zu erstellen. Zeit 06.00h 07.00h 08.00h 09.00h 10.00h 11.00h 12.00h 13.00h 14.00h 15.00h 16.00h 17.00h 18.00h 19.00h 20.00h 21.00h 22.00h 23.00h 24.00h Dein Tagesablauf Möglicher Tagesablauf von Aida Deine Tätigkeiten während eines Tages: Aidas Tätigkeiten während eines Tages: Wasser vom Brunnen holen, Haus reinigen, auf Geschwister aufpassen, Hirse zu Mehl stampfen, Feuerholz sammeln, Geschirr waschen, Essen machen, zur Schule gehen, lernen, Aufgaben machen, Geschichten hören, spielen Auftrag 2 a) Schneide die Bilder aus und gestalte daraus eine Collage. Frauen in Senegal: Tagesablauf Auftrag 3 a) Studiere den Tagesablauf einer senegalesischen und einer europäischen Frau. b) Überlege dir, was diese gemeinsam haben und was die Unterschiede sind. c) Schreibe deine Erkenntnisse auf ein liniertes Blatt, mit dem Titel „Tagesablauf. Tagesablauf einer senegalesischen Frau: Yazmin wohnt in einer Spontansiedlung am Rand der Hauptstadt Dakar. Sie lebt mit ihren vier Kindern und ihrer Mutter in einer kleinen, einfachen Hütte aus Wellblech mit zwei kleinen Zimmern. Ihr Mann Merlo hat sie vor zwei Jahren verlassen. Der Tag beginnt für Yazmin um sechs Uhr morgens. Dann heißt es erst mal Frühstück zubereiten und die Kleinen für die Schule zurechtmachen. Gestern hat sie noch bis zwei Uhr nachts Wassertonnen aufgefüllt. Da endlich der Wasserdruck in den Leitungen groß genug war, dass auch aus ihrem Hahn etwas Wasser kam, Normalerweise wird das Wasser vom Wasserversorgungsunternehmen etwa alle acht Tage in die Siedlung gepumpt. Gestern Nacht konnte sie ein etwas Wasser für die nächsten Tage speichern. Glücklicherweise, denn die Kleidung der Kinder muss dringend gewaschen werden. Die Schulzeit hat vor einer Woche wieder angefangen und die zwei Schulkinder müssen sich sauber kleiden und täglich waschen. Während Yazmin Hirsebrötchen backt, duschen sich die Kinder, indem sie das Wasser aus der Tonne in kleine Dosen schöpfen und über sich ausgießen. Danach kleiden sie sich an. Delia, die Elfjährige, wickelt ihre kleine Schwester Ana. Nach dem Frühstück werden die Kinder von ihrer Mama gekämmt. Die beiden Ältesten machen jetzt ihre Schularbeiten. Nur für sie ist genug Geld da, um Schulkleidung und Unterrichtsmaterialien zu kaufen. Der zehnjährige Jos treibt sich in den Gassen herum und sammelt leere Aluminiumdosen, für die er bei einem Händler ein wenig Taschengeld bekommt. Yazmin hofft, dass sie blad eine Arbeit für ihn findet. Nachmittags kümmern sich immer ihre Mutter und Jos um die Kleinste. Yazmin nimmt das Sammeltaxi, um zu ihrer Arbeitsstelle, einer Keramikfabrik zu gelangen. Sie hält den Jeep mit einem Handzeichen an und steigt ein. Um die Nachmittagszeit gibt es selten Probleme mit überfüllten Jeeps. Fast immer ist noch ein Platz frei, zumal sie so weit außerhalb der Stadt wohnt, dass vor ihr nur wenige Leute zusteigen. Der Jeep braucht etwa 15 Minuten in den Stadtkern. Da in der Strasse an einigen Stellen tiefe Schlaglöcher sind, fährt der Fahrer etwas langsamer. Bei sturzartigen Regenfällen dauert der Transport noch etwas länger. Yazmin töpfert Figuren und Gefäße. Um 19 Uhr verlässt Yazmin die Firma und geht die kurze Entfernung zur Jeephaltestelle. Abends stehen die Leute in langen Schlangen an. Sie wartet oft zwei Stunden, bis sie an der Reihe ist. Theoretisch könnte sie die zwanzig Minuten auch zu Fuß gehen und könnte sich so die lange Wartezeit und das immer teurer werdende Fahrgeld sparen. Doch es ist gefährlich, bei der schlechten Straßenbeleuchtung und der zunehmenden Kriminalität nachts allein durch das Ghetto zu gehen. Es bleibt ihr also nichts anderes übrig, als das lange Warten auf sich zu nehmen. Tagesablauf einer europäischen Frau: Nicole Zimmermann wohnt mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann Roman in einer 5 -Zimmerwohnung in einer Agglomerationsgemeinde von Luzern. Der Wecker bei Zimmermanns läutet jeden Morgen um sechs Uhr dreißig morgens. Währenddem Nicole das Frühstück für die Kinder zubereitet, macht sich ihr Mann für den bevorstehenden Arbeitstag bereit, indem er sich duscht, rasiert und den Anzug mit dem frisch gebügelte Hemd anzieht. Um sieben Uhr wird gemeinsam das Frühstück eingenommen. Währenddem sich Roman auf den Weg nach Luzern macht, wo er als Anlageberater in der Luzerner Kantonalbank arbeitet, macht Nicole ihre Kinder für die Schule und die Kinderkrippe bereit. Die ältere Tochter besucht die 1.Klasse, die jüngere ist von 8.00 Uhr bis 11.30 Uhr in der Kinderkrippe. Während dieser Zeit ist Nicole in einem kleinen Unternehmen als Büroangestellte tätig. Um 11.30 fährt sie in die Krippe, holt die Kleine ab und geht nach Hause, um das Mittagessen vorzubereiten. Die ganze Familie nimmt täglich gemeinsam um 12Uhr das Mittagessen ein. Für Nicole ist es sehr wichtig, dass die Mahlzeiten mit der ganzen Familie eingenommen werden, da beide zusammen 150% arbeiten und wenig Zeit für die Kinder bleibt. Nachmittags arbeitet Nicole zuhause, macht den Haushalt und unternimmt etwas mit den Mädchen. Abends um 18Uhr kommt jeweils Roman nach Hause. Die Kleinen stürzen sich immer auf ihn und erzählen ihm aufgeregt, was sie tagsüber erlebt hatten. Danach essen sie gemeinsam das Abendessen. Nachdem die Mädchen im Fernseher die Gutenachtgeschichte schauen durften, machen sie die Eltern gemeinsam bereit für das Bett. Um 20Uhr wird es ruhig in der Wohnung. Die Kinder schlafen und so haben die Eltern noch einige Stunden für sich. Oft schauen sie gemeinsam einen Film, um den Tag ausklingen zu lassen, trinken ein Glas Wein, oder lesen etwas Unterhaltsames. Frauen in Senegal: Beschneidung Auftrag 1 a) Lies die Geschichte von Ourèye Sall durch und erkläre dem Pultnachbarn den Wandel, den sie durchgemacht hat. b) Unterstreiche im Text Schlüsselstellen, welche zu ihrem Wandel führten. Beschneidung: Die Schreie unserer Töchter „Wir taten es, weil wir unsere Töchter lieben. Es war unsere Tradition, wir haben nichts Schlechtes darin gesehen. Ourèye Sall ist eine stolze afrikanische Frau. Sie ist Mutter und Großmutter. Und bis vor wenigen Jahren war sie die Beschneiderin des Dorfes Nguerigne Bambara im Senegal. 18 Jahre übte sie die Tradition der Beschneidung aus: Mit einer Rasierklinge, die nur mit Parfum oder Alkohol sterilisiert wurde, entfernte Ourèye Sall jungen Mädchen in einer äußerst schmerzhaften Prozedur die Klitoris und die inneren Schamlippen. Viele der Mädchen wurden anschließend bis auf eine kleine Öffnung zugenäht und erst für die Hochzeitsnacht wieder geöffnet. Und alle litten schreckliche Schmerzen. Blutungen und Infektionen, fortdauernde Beschwerden, gefährliche Komplikationen bei Geburten – das Ritual hat für viele Mädchen und Frauen lebensbedrohliche Folgen. Zwei Monate alte Säuglinge, Zehnjährige – alle Mädchen wurden von ihren Müttern zu Ourèye gebracht. „Ich habe das getan, weil schon meine Mutter Beschneiderin war. Ich tat es nicht, um jemanden weh zu tun, sondern für einen guten Zweck, sagt Ourèye Sall. Denn unbeschnittene Frauen galten in ihrem und vielen anderen Dörfern des Senegal als Außenseiterinnen, als unrein. „Niemand wollte einer solchen Frau zu nahe kommen. Und niemals wäre sie verheiratet worden. Heute sagt die 56-Jährige: „Die Tradition war schlecht. Aber wir wussten es nicht. Das Wissen über die Gefahr, die den Mädchen durch die Beschneidung drohte, erarbeitete sich Ourèye Sall in einem Bildungskurs der von UNICEF geförderten Organisation TOSTAN. Lesen, Schreiben, Rechnen wollten die Frauen und auch einige Männer hier lernen. Doch in den TOSTAN-Kursen haben auch die Menschenrechte, Fragen der Gesundheit und vor allem die Fähigkeit, Probleme zu erkennen und diese zu lösen, einen wichtigen Platz. Ourèye Sall erinnert sich: „Die Leute im Dorf erkannten, dass die Beschneidung Ursache für viele Beschwerden und sogar für den Tod vieler Frauen war. Für Ourèye Sall war dies der Abschied von ihrem Beruf und von einer wichtigen Tradition. „Es war hart für mich, denn ich verdiente damit ja auch mein Geld. In der Landessprache Wolof bedeutet TOSTAN „Durchbruch. Ourèye Sall leitet heute selbst eine Frauengruppe und setzt sich mit aller Kraft dafür ein, den Durchbruch gegen die Beschneidung zu schaffen: „Wir selbst müssen unseren Leuten klar machen, dass wir nicht gegen unsere Traditionen kämpfen, sondern für bessere Gesundheit, sagt sie. Und gemeinsam mit immer mehr Frauen kämpft sie dafür, „dass unsere Töchter nicht mehr leiden müssen! Frauen in Senegal: Beschneidung Auftrag 2 Recherchiere im Internet zum Thema Beschneidung und beantworte folgende Fragen. 1. Wie viele Mädchen/ Frauen in Afrika sind von der Beschneidung betroffen? 2. Warum werden Beschneidungen durchgeführt? 3. Was sind die Folgen einer Beschneidung? 4. Was sagt das Gesetz im Senegal zur Beschneidung? 5. Was kann man dagegen machen? Welche Organisationen machen bereits etwas gegen die Frauenbeschneidung? Frauen in Senegal: Beschneidung Lösung Auftrag 2 1. Wie viele Mädchen/ Frauen in Afrika sind von der Beschneidung betroffen? Täglich werden 6000 Mädchen oder Frauen in Afrika durch Beschneidung verstümmelt. 2. Warum werden Beschneidungen durchgeführt? Ihnen wird beigebracht, dass nur eine beschnittene Frau eine gute Mutter sein kann. Frauen, die nicht beschnitten sind, wollen die Männer nicht heiraten. 3. Was sind die Folgen einer Beschneidung? Es kann zu unstillbaren Blutungen kommen oder Infektionen auftreten. Viele verbluten sofort und werden hinter der Hütte vergraben. Die Überlebenden leiden oftmals an Traumata und an den schwerwiegenden Infektionen ihrer Beschneidung. Es gibt noch keine umfassenden Studien, aber die Erfahrungen deuten darauf hin, dass die hohe Müttersterblichkeit auf die Beschneidung zurückzuführen ist. Nur beschnittene Frauen gelten bisher auf dem Heiratsmarkt als angesehene Frauen. 4. Was sagt das Gesetz im Senegal zur Beschneidung? Es gibt seit Ende des Jahres 1998 im Senegal ein Gesetz, welches die genitale Verstümmelung von Mädchen und Frauen verbietet (sonst drohen Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren). Doch die Zahl der Betroffenen geht nur sehr langsam zurück. 5. Was kann man dagegen machen? Welche Organisationen machen bereits etwas gegen die Frauenbeschneidung? Viele Organisationen wie Unicef, INTACT, etc. sind dabei, die Beschneidungen zu bekämpfen und den Leuten klar zu machen, dass diese Tradition sehr gefährlich ist.