Arbeitsblatt: Alkohol-Dossier
Material-Details
Dossier zum Thema Alkohol und der Konsum in der Schweiz
Lebenskunde
Drogen / Prävention
klassenübergreifend
4 Seiten
Statistik
78698
1172
12
15.03.2011
Autor/in
Emanuel Gisler
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Alkohol 3 Inhaltsverzeichnis: Alkohol2 Alkoholkonsum in der Schweiz2 Getränketypen.2 Verteilung des Alkoholkonsums.2 Konsumhäufigkeit.2 Konsumhäufigkeit nach Geschlecht2 Alkoholkonsum international3 Risikokonsum3 Risikokategorien.3 Konsummuster3 Verteilung von Konsummustern.4 1 Alkohol Alkohol wird seit Menschengedenken als Nahrungs-, Heil-, Genuss- und Rauschmittel gebraucht. Bier, Wein und gebrannte Wasser in unseren Breiten oder vergorene Stutenmilch und Kaktusschnaps anderswo waren und sind Kultur- und Konsumgüter von symbolischer und ökonomischer Bedeutung. Die Substanz, die allen alkoholischen Getränken zugrunde liegt, wird als Ethylalkohol (Ethanol, C2H5OH) bezeichnet. Ethanol ist eine farblose, brennend schmeckende Flüssigkeit. Ethanol, auch Trinkalkohol genannt, entsteht bei der Vergärung kohlenhydrathaltiger Materie wie Früchte, Getreide oder Kartoffeln. Gärungsalkohol enthält höchstens 18 Volumenprozent (% Vol.). Durch Destillation des Gärungsalkohols kann der Alkoholgehalt noch erhöht werden (bei Spirituosen bis zu 80% Vol.). Bei der Gärung und Destillation können andere, hochtoxische Alkohole wie Methanol und Begleitstoffe wie Aldehyde oder Fuselöle entstehen. Ethanol lässt sich auch rein synthetisch herstellen und findet als Industriealkohol zur Herstellung von Farbstoffen und Arzneimitteln Verwendung. Alkoholkonsum in der Schweiz Der Durchschnittskonsum alkoholischer Getränke in einem Land wird bestimmt durch die Trinksitten eines Landes, die wirtschaftliche Lage und das verfügbare Einkommen, ebenso wie durch die Erhältlichkeit alkoholischer Getränke und deren Preis. Der Pro-Kopf-Konsum betrug im Jahr 2009 zum sechsten Mal in Folge weniger als 9 Liter reinen Alkohols. Seit 1990 hat sich der Wert um rund 2.2 Liter reinen Alkohols pro Kopf der Bevölkerung verringert. Der Gesamtverbrauch pro Einwohner ist von 8.7 Liter reinen Alkohols im Jahr 2008 auf 8.6 Liter im Jahr 2009 gesunken, mit diesem Wert befindet sich die Schweiz immer noch im Mittelfeld im internationalen Vergleich. Die Tendenz kann dahingehend interpretiert werden, dass der Pro-Kopf-Konsum in der Gesamtbevölkerung zwar seit langem rückläufig ist, der Konsum bestimmter Risikogruppen beispielsweise junge Rauschtrinker in den letzten Jahren aber ansteigt. Die Totalrevision des Alkoholgesetzes sieht einige Massnahmen vor, welche unter anderem Verbesserungen im Bereich des Jugendschutzes und der Prävention bringen sollen. Quelle: Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) (2010). Medienmitteilung und Alkohol in Zahlen 2010. Getränketypen Zwischen den Jahren 1997 und 2007 konnte bei der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen ein erhöhter Alkoholkonsum in Form von Bier und Spirituosen beobachtet werden, während der Weinkonsum zurückging. In anderen Altersklassen hat der Weinund Bierkonsum abgenommen und der Spirituosenkonsum ist stabil geblieben. Der Konsum von Obstwein war nur bei Personen ab 65 Jahren deutlich rückläufig, wenngleich diese Altersgruppe nach wie vor die grösste Konsumgruppe dieses Getränks stellt. Bei den mindestens wöchentlich Alkohol konsumierenden Personen sind es generell die Jugen, die am liebsten Bier trinken – je älter jemand ist, desto eher bevorzugt er oder sie Wein als alkoholisches Getränk. Quelle: SFA (2009). Schweizerische Gesundheitsbefragungen der entsprechenden Jahre Verteilung des Alkoholkonsums Die neueste Bevölkerungsbefragung kommt zum Schluss, dass die Hälfte des konsumierten Alkohols von einer kleinen Minderheit der erwachsenen Bevölkerung getrunken wird (12.5%). Die kumulierten Anteile zeigen ebenfalls, dass 90% des konsumierten Alkohols von etwas weniger als der Hälfte (46.5%) der Bevölkerung getrunken wird. Der Anteil der Abstinenten macht rund 17% aus. Konsumhäufigkeit Konsumhäufigkeit nach Geschlecht Männer trinken deutlich häufiger und mehr Alkohol als Frauen. Dies gilt für alle Altersgruppen. Rund doppelt so viele Frauen wie Männer leben abstinent. Von 1992 bis 2007 ist der Anteil an Männern, die täglich ein oder mehrmals Alkohol konsumieren, gesunken, während der Anteil derjenigen, die seltener (d.h. ein bis zweimal pro Woche) Alkoholisches trinken, zugenommen hat. Diese Tendenz ist bei den Frauen weniger ausgeprägt. 2 Der Anteil Personen, die täglich Alkohol konsumieren, war zwischen 1992 und 2007 abnehmend, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Von der abnehmenden Tendenz nicht betroffen war die Altersgruppe der Männer ab 65 Jahre sowie diejenige der Frauen ab 55. Der Konsum ist in diesen Altersgruppen relativ stabil geblieben. Eine Ausnahme stellten die 65- bis 74-jährigen Frauen dar: der Anteil derjenigen, die täglich Alkoholisches konsumieren, ist in dieser Altersgruppe erheblich gestiegen. Unter den Personen, die angaben, ein oder mehrmals täglich Alkohol zu konsumieren, stellt die Gruppe der über 75-jährigen Männer den grössten Anteil. Im Hinblick auf die verschiedenen Risikokategorien kann allerdings für die grosse Mehrheit dieser Personen von einem moderaten Konsum ausgegangen werden. Quelle: SFA (2009). Schweizerische Gesundheitsbefragung der entsprechenden Jahre. Alkoholkonsum international In vielen europäischen Ländern ist der Alkoholkonsum in den letzten 15 Jahren zurückgegangen. Gleichzeitig werden die traditionsbedingten Konsumunterschiede zwischen den einzelnen Ländern geringer. Tendenziell steuern die meisten Länder auf ein sich ähnelndes Alkoholkonsummuster zu. Risikokonsum Risikokategorien Man unterscheidet zwischen risikoarmen, problematischen und abhängigen Konsumformen. Alkoholtrinken gilt dann als risikoarm, wenn massvoll und an die jeweilige Situation angepasst getrunken wird. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Alkoholmenge und das Umfeld, in dem getrunken wird, spielen dabei wichtige Rollen. Die Grenze zwischen einem vertretbaren und einem risikoreichen Alkoholkonsum festlegen zu wollen, ist ein schwieriges Unterfangen. Gemäss den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöht ein durchschnittlicher Tageskonsum von mehr als 20 Gramm reinen Alkohols für eine Frau und von mehr als 40 Gramm für einen Mann deutlich die Risiken für die Gesundheit. Beim problematischen Alkoholkonsum wird zwischen folgenden Konsummustern unterschieden: • • • Chronischer Risikokonsum: Die Grenzwerte liegen bei 20 reinen Alkohols pro Tag für Frauen bzw. 40 pro Tag für Männer (zwei bzw. vier Standardgläsern). Rauschtrinken oder episodischer Risikokonsum: Von «Rauschtrinken» spricht man in der internationalen Alkoholforschung, wenn Männer fünf Standardgläser Alkoholisches oder mehr und Frauen vier Gläser oder mehr zu einer Gelegenheit trinken. Situationsunangepasster Alkoholkonsum: Ein solches Konsummuster liegt dann vor, wenn Alkoholgebrauch in bestimmten Situationen unangebracht bzw. mit Risiken verbunden ist (am Arbeitsplatz, im Strassenverkehr, während der Schwangerschaft, bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten etc.). Der Übergang von einem problematischen zu einem abhängigen Alkoholkonsum ist fliessend. Eine Alkoholabhängigkeit wird nicht über die Menge des konsumierten Alkohols definiert, sondern ist eine Krankheit, die anhand bestimmter, international festgelegter Kriterien diagnostiziert wird. Konsummuster Die überwiegende Mehrheit der schweizerischen Bevölkerung ab 15 Jahren (95.5% im Jahr 2007) konsumiert Alkohol auf eine risikoarme Art und Weise oder ist abstinent. Zwischen 1997 und 2007 ist dieser Anteil deutlich gestiegen (94.2% im Jahr 1997). Jede fünfte erwachsene Person in der Schweiz trinkt keine alkoholischen Getränke. Im jüngeren Lebensalter, d.h. im Alter zwischen 15 und 24 Jahren, sind die Abstinenzraten höher als im späteren Leben. Erst im Alter steigen die Abstinenzraten wieder, insbesondere bei den Frauen: Ein Drittel der über 75-jährigen Frauen trinkt keinen Alkohol. In der Westschweiz und insbesondere im Tessin ist der Anteil der Abstinenten allgemein deutlich höher als in der deutschsprachigen Schweiz. Der Anteil der Männer und Frauen, welche mit ihrem Alkoholkonsum ein mittleres Risiko eingehen (20-40 Gramm Alkohol bei Frauen, 40-60 Gramm Alkohol bei Männern), war 2007 annähernd gleich hoch. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung über die 3 Jahre hinweg, dass dieses Konsumverhalten bei den Männern im Abnehmen begriffen ist, während es bei den Frauen relativ stabil geblieben ist. Es sind vor allem die Männer, welche risikoreich Alkohol trinken: der Anteil derjenigen, die einen durchschnittlichen Tageskonsum von mehr als 60 Gramm reinen Alkohols haben, ist zweimal so hoch wie jener der Frauen, die durchschnittlich mehr als 40 Gramm täglich konsumieren. Im Vergleich zwischen 1997 und 2007 ist dieser Anteil bei den Männern jedoch leicht zurückgegangen, was bei den Frauen nicht der Fall war. Zwischen den Jahren 1997 und 2007 hat der Anteil der Männer und Frauen, welche mit ihrem Alkoholkonsum ein mittleres Risiko eingehen, sowie der Anteil jener, die risikoreich konsumieren, generell abgenommen. Die Ausnahme bilden die 15- bis 24-Jährigen: Der Anteil der risikoreich Alkohol Konsumierenden war im Jahr 2007 in dieser Altersgruppe leicht höher als in den beiden vorhergehenden Erhebungsjahren. Quelle: SFA (2009). Schweizerische Gesundheitsbefragungen der entsprechenden Jahre. Verteilung von Konsummustern Rund 80% der in der Schweiz lebenden Bevölkerung im Alter von 15 bis 74 Jahren trinken risikoarm. Über eine Million Menschen haben einen problematischen Alkoholkonsum. In Zahlen: 1 103 000 Männer und Frauen trinken keinen oder praktisch keinen Alkohol 3 398 000 Männer und Frauen trinken risikoarm 105 000 Männer und Frauen trinken chronisch zu viel alkoholische Getränke 782 000 Männer und Frauen trinken episodisch zu viel Alkoholisches 155 000 Männer und Frauen trinken sowohl chronisch als auch episodisch zu viel Alkohol (Risikokumulierer) Quelle: Wicki Gmel (2005). Rauschtrinken und chronisch risikoreicher Konsum. Konsistente Schätzung der Risikoverteilung in der Schweiz aufgrund verschiedener Umfragen seit 1997. 4