Arbeitsblatt: Zusammenfassung Geschichte Burgunderkriege

Material-Details

Kurze Zusammenfassung der Abläufe währen der Burgunderkriege. Nach Stettler Bernhard.
Geschichte
Schweizer Geschichte
10. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

80082
1507
9
12.04.2011

Autor/in

Sven Mangold
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Geschichte der Schweiz I: Die Festigung der Eidgenossenschaft Bernhard Stettler: Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert. Kapitel 10, die Burgunderkriege. Zürich 2004. A.) Wichtige Thesen: Verwirrend viele Handlungsträger, die ständig die Seiten wechseln zeugen von grossen Eigeninteressen der Parteien. Die eidgenössischen Orte waren politisch nicht im Zentrum, darum wurden sie immer wieder im Stich gelassen. Bern wurde von den anderen Kriegsparteien, Habsburg und Frankreich als Werkzeug missbraucht, um eigene machtpolitische Interessen durchzusetzen Bern handelte im eigenen Interesse, da Bern ein führender zentraler Ort in der Politik Europas war. Die anderen eidgenössischen Orte unterstützten Bern nur bei der Aussicht auf Gewinn der Auseinandersetzung. Die Eidgenossen zeigten sich nicht als Gemeinschaft, wie man das nach den Zürichkriegen erwartet hatte. Vielmehr standen Eigeninteressen im Vordergrund des Handelns. Kurz: Kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Haus Burgund mit seinem Herzog Karl dem Kühnen gegen die Eidgenossen, die durch die Niedere Vereinigung unterstützt wurde. B.) Zusammenfassung 1. Hauptakteure Vier Hauptakteure waren in die Burgunderkriege verwickelt: Das Haus Österreich repräsentiert durch Herzog Siegmund und Kaiser Friedrich, der jedoch im Hintergrund blieb, die Burgunder, Frankreich sowie die Eidgenossen, repräsentiert von Bern. Dazu kamen zahlreiche Nebenakteure wie Savoyen, Mailand, Bayern, Böhmen, Ungarn und das Osmanische Reich. 2. Diplomatisches Vorspiel Durch den Vertrag von Saint-Omer wurde im Mai 1469 verpfändete Herzog Sigmund den Sundgau und andere Gebiete an den Burgund. Er erhielt dafür 50000 Gulden und die Zusicherung um Hilfe bei einem eidgenössischen Übergriff. Kaiser Friedrich unterstützte die neuerliche Verbündung gegen die Eidgenossen und belegte die Eidgenossen mit einer Acht. Bern wurde durch die Acht hart getroffen, zudem waren die Orte in einem Bündnis mit Burgund, das sich jedoch nun von den Orten abwandte. Das bisher freundschaftliche Verhältnis wich einem Misstrauen gegenüber dem Burgund. Herzog Karl hatte allgemein die Bestrebung seine Verbindung mit Österreich auszubauen, zusätzlich war er interessiert an der Erhebung ins Römische Königtum und somit an der Nachfolge im Kaisertum. Kaiser Friedrich war zu einer Verbindung Habsburg Burgund bereit. Friedrich stimmte einer Verschwägerung zu, stellte sich jedoch gegen eine Erhebung Karls ins Königtum. Karl fühlte sich zurückgewiesen und die beiden Parteien entfernten sich voneinander. Bern seinerseits ergriff die Initiative und traf sich mit dem französischen König Ludwig XI. zu geheimen Verhandlungen. Dabei wurde klar, dass eine grosse Feindschaft zwischen König Ludwig von Frankreich und Karl dem „Kühnen aus Burgund bestand. Bern gelang es erst 1470, als die Bedrohung durch das Burgunder Regime bekannt wurde, die weiteren Eidgenössischen Orte von der dringlichen Neuorientierung zu überzeugen. So wurde im September 1472 ein Vertrag mit dem französischen König, über gegenseitige Neutralität, abgeschlossen. 3. Die Ewige Richtung 1474 Ziel des Vertrages war eine Annäherung zwischen den Eidgenössischen Orten und dem Fürsten von Österreich. Die Eidgenossen forderten von Sigmund den völligen Verzicht auf die eroberten Gebiete und die Auslösung der Pfandgebiete am Oberrhein. Im April 1972 kam es dazu in Konstanz zu keiner Einigung. Trotzdem war Karl der Kühne von der Annäherung der Eidgenossen und Österreich irritiert. In der Folge geriet Sigmund unter starken Druck durch die Eidgenossen, die eine kräftige und schlagfertige Armee besassen. Sigmund war gewillt den Vertrag von Saint-Omer aufzugeben und die Hilfe des französischen Königs anzurufen, um die Gebiete am Oberrhein mit einem Pfand auszulösen. König Ludwig war jedoch nur bereit die Österreicher zu unterstützen, wenn diese wiederum einen Frieden mit den Eidgenossen eingehen. Somit wurden die Gespräche hinsichtlich der „Ewigen Richtung neu lanciert und gleichzeitig bildete sich ein anti-burgundisches Bündnis zwischen Frankreich, Herzog Sigmund und den Eidgenossen. Im Herbst 1473 kam es jedoch zu einem weiteren Treffen von Karl dem Kühnen und Sigmund. Karl forderte wiederum die Verschwägerung und die Ernennung des Burgunds als Königreich. Durch den Widerstand der Kurfürsten, die sich gegen eine Expansion des Burgunds stellten, kam es wiederum zu keinem Abschluss eines Bündnisses. Sigmund war nun fest entschlossen die „Ewige Richtung mit den Eidgenossen einzugehen. So kam es am 30. März 1474 in Konstanz zu einer Übereinkunft zwischen allen eidgenössischen Orten, Herzog Sigmund, den oberrheinischen Städten, den Bischöfen von Basel und Strassburg und den Abgeordneten des Königs von Frankreich. Gefordert wurde eine Auslösung der Pfandgebiete am Oberrhein sowie je ein Bündnis von Sigmund mit den eidgenössischen Orten und den oberrheinischen Städten und Bischöfen. Im Oktober 1474 wurde die „Ewige Richtung definitiv verabschiedet, anschliessend wurde den Burgundern der Krieg erklärt. 3. Reichskrieg 1474/75 In einer ersten Phase kam es zu einem Reichskrieg gegen die Grafschaf Burgund und somit zum Vorstoss der Eidgenossen in burgundische und savoyische Gebiete. Gleichzeitig griffen die französischen Truppen aus der Champagne an. König Ludwig seinerseits musste wiederum den Kontakt mit Karl dem Kühnen suchen, da Frankreich ein Angriff der Engländer drohte. Somit brach Frankreich den Angriff auf das Burgund ab. Nun mussten die Eidgenossen unter der Führung von Bern alleine gegen die Burgunder vorgehen. Später folgten einige kleinere kriegerische Auseinandersetzungen in der Westschweiz, Bern fühlte sich jedoch nicht in der Lage alleine gegen das Burgund vorzugehen. Es folgte ein weiterer Plan gemeinsam mit Frankreich gegen das Burgund vorzugehen, dieser Plan stiess jedoch bei den eidgenössischen Orten auf Ablehnung und wurde wiederum verworfen. Die ehemaligen Koalitionsparteien Frankreich, Sigmund und die Eidgenossen hatten nun eigene Interessen. Frankreich stellte den Krieg gegen Karl den Kühnen ein und schloss einen Friedensvertrag über neun Jahre. Friedrich wurde mit dem Erzbistum Köln ruhig gestellt und stellte den Krieg ebenfalls ein. Neu bestand die anti-burgundische Koalition lediglich aus den eidgenössischen Orten Bern, Freiburg und Solothurn, sowie der Niederen Vereinigung und Herzog Sigmund. Im Herbst 1475 stellte auch Bern seinen Kriegszug gegen Burgund ein, um sich weiter um den Waadt zu kümmern und diesem den Krieg zu erklären. 4. Konfrontation mit Karl dem Kühnen1476/77 Durch den Friedensvertrag mit Frankreich hatte Karl freie Hand und wollte nun den Waadt wieder zurückgewinnen. Im Januar 1476 kam es zu einer blutigen Schlacht bei Grandson, in welcher Karl siegte. Durch verschiedene Missverständnisse und einen Überraschungsangriff verloren die Burgunder später ihr ganzes prunkvolles Lager an die Eidgenossen. Karl der Kühne setzte jedoch ein weiteres Heer ein und belagerte anschliessend Murten. Die Berner versuchten nun eine weiteres Mal die anderen eidgenössischen Orte um Hilfe an. Im Juni 1476 gelang der Koalition um Bern, Freiburg und Solothurn die Vernichtung der burgundischen Truppen. Im Januar 1477 wurden die burgundischen Truppen bei Nancy endgültig besiegt und Karl der Kühne fand den Tod. Frankreich und Habsburg teilten das burgundische Reich in der Folge auf. Die Eidgenossen erhalten die Freigrafschaft im Jura. Erst im Stanser Vorkommnis 1481 wird die Aufteilung der Burgunder Beute geklärt. C.) Kommentar: Die Zusammensetzung der verschiedenen Parteien veränderte sich im Laufe des Konflikts ständig. Dadurch standen vor allem diplomatische Bemühungen im Vordergrund. Die Parteien wechselten auch ständig die Fronten, was dazu führte das die Machtverhältnisse schwer abzuschätzen waren. Der Vorteil der Burgunder und ihres Führers Karl dem Kühnen lag insbesondere in ihrem Ruf, der sie als starke, blutige und kompromisslose Armee beschrieb. Ihr grosser Nachteil waren die schlechten Beziehungen von Karl zu Ludwig dem König von Frankreich. Dadurch unternahm Ludwig fast alles um die Macht der Burgunder zu begrenzen. Teilweise näherte er sich den Burgundern an, um sich gegenüber anderen Parteien abzusichern. Die Eidgenossen, allen voran die Berner, hatten eigene machtpolitische Interessen. Dabei ist nicht ganz klar, ob Bern eine zentrale Funktion in der Diplomatie Europas einnahm oder ob Bern nur ein Werkzeug zur Zweckerfüllung war. Der Verlauf des Krieges weist eher auf die zweite These hin. So konnte Bern zwar seine Ziele verwirklichen, sie konnten jedoch am Schluss des Konflikts nur marginal profitieren. Das Burgunder Erbe teilten sich Frankreich und Habsburg, die Eidgenossen erhielten „nur den Freistaat im Jura. Schlussendlich profitierten auch die Habsburger, trotz ihren wechselhaften Interessen am Konflikt. Die Habsburger, repräsentiert durch Sigmund, wechselten ständig die Fronten und wollten in erster Linie ihre Interessen durchsetzten. Nach dem der Plan zur Expansion zusammen mit den Burgundern nicht aufging, wechselten sie auf die Seite von Frankreich und den Eidgenossen. Trotz dem Abschluss der Ewigen Richtung waren das Thema Burgund und die Verbindung dorthin noch nicht vom Tisch. So zeigten sich die Habsburger trotz ihrem illoyalen Verhalten den Verbündeten gegenüber als Sieger des Konflikts.