Arbeitsblatt: Handschrift als grafisches Mittel

Material-Details

Unterrichtsentwurf, Schriftbilder mit der eigenen Handschrift entwerfen, Hell-Dunkelmodellierung, Strukturen
Bildnerisches Gestalten
Grafik
7. Schuljahr
6 Seiten

Statistik

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08.05.2011

Autor/in

Diane Pianka
Land: Deutschland
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Entwurf für den Unterrichtsbesuch am 18.3.2011 im Fach Kunst (Modul 6/7, Schwerpunkt Methodik) Thema der Unterrichtstunde: Handschrift als grafisches Mittel zur Hell- Dunkel-Modellierung der Fläche kennenlernen Thema der Reihe: Umgang mit Schrift als grafisches Mittel Didaktische Analyse Die eigene Handschrift wird normalerweise nur zweckgebunden verwendet. Sie transportiert einen Inhalt und soll lesbar sein. Bis auf die Unterschrift, die als individueller Daumenabdruck in Schriftform eine wichtige Rolle spielt, werden ästhetische Aspekte der Handschrift im Alltag nur untergeordnet betrachtet. Handschrift ist allgegenwärtig und verankert im täglichen Gebrauch. Von der Anfangsphase des Schreibenlernens ist vielen meist das disziplinierte Erlernen und rigide Einüben der „Schönschrift in Erinnerung. Dass Handschrift auch in der ihr eigenen Charakteristik, eine Linie zu sein, verwendet werden kann, eröffnet eine völlig neue Sichtweise. Das geschriebene Wort besitzt viele Elemente der grafischen Gestaltung. Die gesetzte Linie, die die Buchstaben formt, kann dick oder dünn sein, die einzelnen Linien können eng beieinander oder mit viel 1 Abstand zueinander liegen, die Buchstaben selber können groß oder klein, verschnörkelt, genau oder flüchtig geschrieben sein. Die Handschrift hat immer etwas ganz persönliches und sehr expressives, was gerade in Unterschriften zum Vorschein kommt, aber auch jedem handschriftlichem Text eine individuelle Ästhetik verleiht. Für den Kunstunterricht beherbergt die Schrift als Liniengefüge somit die Möglichkeit, verschiedene grafische Gestaltungselemente und ihre -möglichkeiten zu erfahren und zu erproben. Schrift als grafisches Gestaltungselement zu nutzen beinhaltet zudem die Möglichkeit eine bekannte, alltägliche und wenig beachtete Sache einmal in einem völlig neuen Kontext zu sehen und zu nutzen. Gerade das Heraustreten aus den üblichen Denkmustern kann im Kunstunterricht durch z.B. die unübliche, andersartige Verwendung von etwas Alltäglichem, neue Möglichkeiten und kreative Prozesse eröffnen. Da die SuS die Schraffur zum Zwecke der Hell-Dunkel-Modellierung bereits kennengelernt haben, können sie an vorhandenes Wissen anknüpfen. Sie können die Schrift im Grunde wie eine Art Schraffur einsetzen. Hell-Dunkel-Werte lassen sich hierbei durch die Dicke der Linie an sich, aber auch durch die Dichte bzw. den Abstand der einzelnen Linien zueinander ebenso wie die Größe der Schrift bestimmen. Die Schüler müssen zudem mit der neuen Situation, keine Konturen in dem Sinne zu haben, wie sie es gewohnt sind, umgehen und können nur mit der Modellierung der Fläche arbeiten. Dies sehe ich als eine recht hohe Anforderung. Gleichzeitig als eine Möglichkeit, ihnen das bewußte Umgehen mit der Fläche und deren Modulation ein Stück weit näher zu bringen. Es ergeben sich neue Ausdrucksmöglichkeiten, dadurch, dass sich immer auch eine Struktur der einzelnen Flächen ergibt. Diese ist stark vom Ausdruck der individuellen Handschrift und von den Möglichkeiten des Überschreibens, z.B. quer zur Schriftrichtung, geprägt. Im Grunde kann das Geschriebene bis zur Unleserlichkeit überschrieben werden und sogar in eine fast schwarze Fläche verwandelt werden. In der Vorübung kommt ein weiterer Aspekt hinzu: der des genauen Hinsehens und Beobachtens. Die SuS müssen die Hell-Dunkel-Verteilung erstmal genau wahrnehmen und beobachten, um sie auf ihr eigenes Bild übertragen zu können.3 Arbeiten die SuS hier ungenau, wird ihr Ergebnis nicht den Inhalt der als Vorbild genutzten Zeichnung erkennen lassen. Andererseits können hier unbewußt aus weniger sorgfältigen Arbeiten spannende abstrakte Arbeiten entstehen. Hell-Dunkel-Modellierung setzt bereits ein relativ hohes Abstraktionsvermögen der SuS voraus. Bei den meisten SuS dieser Klasse hat sich dieses un die dazugehörige Umsetzungsfähigkeit in den letzten Stunden verbessert. Sie haben erkannt, dass Schraffur aus unterschiedlichen Linien besteht und je nach Dichte und Dicke der Einzellinien genutzt werden kann, um die Illusion dreidimensionaler Objekte auf dem Papier zu erreichen. 3 Dies ist noch teilweise für SuS der E-Phase – wie ich feststellen musste- nicht einfach. 2 Methodische Analyse Der Einstieg über die Folie mit einem Schriftbild bietet die Möglichkeit, die SuS selber eine Entdeckung machen zu lassen und einen Überraschungseffekt einzubauen. Die Folie wird erst unscharf projeziert, so dass zwar das Portrait sichtbar wird, nicht jedoch die verwendete Schrift. Durch den Überraschungseffekt erwarte ich, dass das Interesse der SuS verstärkt geweckt wird und möglichst viele SuS aktiviert werden, sich in dieser Einstiegs- bzw. folgenden Erarbeitungsphase zu beteiligen. Durch die Methode des Unterrichtsgesprächs haben die SuS die Möglichkeit, sich spontan zu äußern. In dieser ersten Abbildung variiert die Schriftdicke. Die einzelnen Reihen bleiben gut erkennbar und das Schriftbild kann als „sehr ordentlich bezeichnet werden. Das Bild demonstriert noch nicht die Bandbreite der Möglichkeiten der Verwendung der Handschrift. Deshalb will ich daran anschließend den SuS eine Folie mit drei weiteren Darstellungen zeigen. Sie sollen für die SuS zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten4 wie die Variierung in der Schriftgröße, die Überschreibung bzw. Überschneidung sowie die gezielte Anordnung der Wörter, demonstrieren. Sinnvoll und ausreichend halte ich für diese erste Erarbeitung den OHP, da es sich um s/wAbbildungen handelt und das anfängliche unscharf stellen hier produktiv genutzt werden kann. Die Methode des Unterrichtsgesprächs kann hier wiederum zielgerichtet eingesetzt werden, da der Lehrer Möglichkeiten zur Lenkung und Vertiefung des Gesprächs in der Hand behält. Sollte die SuS-Beteiligung sehr niedrig sein, kann z.B. spontan eine kurze Flüster- und Austauschphase mit dem Nachbarn eingebaut werden. Nach dieser ersten Erarbeitungsphase halte ich es für sinnvoll, eine erste Sicherung einzubauen. Ich habe mich entschlossen, die wichtigsten Ergebnisse der SuS an der Tafel festzuhalten. So werden die Ergebnisse visualisiert, bleiben dadurch besser im Gedächtnis haften und für den Rest der Stunde präsent. Nennen die SuS nicht alle wichtigen Aspekte und kann ich sie auch durch gezieltes Fragen nicht dazu bringen, behalte ich mir vor, diese selber anzusprechen und zu ergänzen (und evtl. durch SuS oder mich erläutern zu lassen). Die erste Erarbeitung vollzog sich nur kognitiv und da ja erst im eigenen Tun die Dinge oft wirklich begriffen und verinnerlicht werden, schließt sich nun eine kleine praktische Arbeitsphase an. Das erste Herantasten und Experimentieren mit der ungewohneten Verwendung der Handschrift findet innerhalb kleinerer Übungen statt. Diese sind zeitlich nicht so aufwendig so dass man nochmal eine kurze Zwischenbesprechung vor der eigentlichen Hauptaufgabe einbauen kann. Die Übungen dienen zudem dem Vertrautwerden mit dem Thema Schriftbild und sollen die SuS erstmal nur mit der Technik vertraut machen. Außerdem können in der Umsetzung Schwierigkeiten und Probleme erfahren, besprochen und gemeistert werden. Die Übungen sind in zwei Schwierigkeitsstufen eingeteilt, so dass die SuS sich langsam mit der neuen Technik vertraut machen können. Ein 4 Überschneidung, Verdichtung, unterschiedliche Größe, Schriftform 3 leeres Blatt würde einige SuS überfordern und dadurch demotivieren. Auch das Bildformat, in dem die Übungen stattfinden, ist absichtlich relativ klein gewählt, um die Ausdauer der SuS bei der eher technischen Vorübung nicht zu überstrapazieren. In der ersten Übung geht es darum, eine vorhadene Zeichnung zu reproduzieren, allerdings mit der Handschrift als Zeichenmittel. Die SuS bekommen außerdem ein bereits angefangenes Schriftbild, um nicht vor dem Anfang und dem leeren Blatt zurückzuschrecken. Sie sollen erstmal Erfahrung sammeln können mit dem neuen Gestaltungsmittel und hier vor allem die verschiedenen Verdichtungsmöglickeiten ausprobieren. In der zweiten Vorübung „Lauter verrückte Bäume soll die Kreativität angekurbelt werden und das freiere Ausprobieren der verschiedenen Modellierungsmöglichkeiten im Vordergrund stehen. Nach den ersten Erkundungsaufgaben wäre es möglich, direkt die Hauptaufgabe anschließen zu lassen. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Stunde relativ weit fortgeschritten ist und ich die Aufgabe nicht „auf den letzten Drücker stellen will. Deshalb nehme ich mir eine kleine Zwischenbesprechung vor, in der die SuS zuerst die Möglichkeit haben, sich die Arbeiten der anderen anzuschauen.5 Im anschließenden Unterrichtsgespräch können gelungene Exemplare angesprochen werden ebenso wie die Umsetzung der einzelnen Techniken. Je nach Zeit werde ich die Hauptaufgabe das Bildthema „Das Monster aus dem Moor. einführen. Es ist aber wahrscheinlich, dass ich hierzu in der ersten Stunde eher nicht mehr kommen werde. Bei dieser praktischen Aufgabe soll durch den kreativen Aspekt die Motivation nochmal gesteigert werden. Zudem soll am Ende nicht eine Reihe technischer und gleich aussehender Bilder entstanden sein. Vielmehr soll durch den individuellen grafischen Stil, bedingt durch die eigene Handschrift, sowie die individuelle inhaltliche Umsetzung eine Reihe möglichst unterschiedlicher Ergebnisse entstehen. Als Bildthema habe ich mir „Das Monster aus dem Moor. ausgedacht, da ich in einer Fantasiegestalt viel mehr Möglichkeiten der Umsetzung sehe. Gleichzeitig ist durch die Darstellung der Umgebung des „Moormonsters auch die Möglichkeit gegeben, sich an Bekanntem und Erprobtem wie Bäumen etc. zu orientieren. Die Idee hierzu kam mir unter anderem, als ich die Arbeit von Carlfriedrich Claus -„Ausblick, 1963 – gesehen habe. Ich denke, dass die SuS aufgrund der ungewohnten Technik in kleinen Schritten zum Gestalten eines eigenen Schriftbildes herangeführt werden müssen und einige Anregungen brauchen, damit keine Frustration durch Überforderung entsteht. Lernziele Die SuS sollen erkennen, dass Handschrift ein Liniengebilde ist und somit ein grafisches Element, mit dem sich Strukturen erzielen lassen, die zur Modellierung der Fläche genutzt werden können. 5 Dies sollte in dieser Klasse kein Problem sein, da die SuS relativ ruhig und diszipliniert sind. 4 Die SuS sollen erfahren, dass Handschrift unabhängig von dem transportierten Inhalt als grafisches Mittel bewußt verwendet werden kann. Die SuS sollen die Hell-Dunkel-Verteilung einer Abbildung genau beobachten und in ein Schriftbild umsetzen. Die SuS sollen mit ihrer Handschrift die Bildfläche modellieren, indem sie die Hell-DunkelVerteilung und -struktur einsetzten, um ein Schriftbild zu produzieren. Die SuS sollen mit dieser neuen Technik sich kreativ zu einem vorgegebenen Thema äußern. Quellen: Kunst Unterricht, Heft135 (1989) Kunst Unterricht, Heft 343/344 (2010) H.Schöttle, Workshop Kunst. Grafik: Zeichnung und Schrift. (2004) Klett Verlag: Moderne Kunst. Zugänge zu ihrem Verständnis.(1994) 5 Verlaufsplan Zeitrahmen, Unterrichtsphase Unterrichtsinhalt, Impulse, antizipiertes SuS-Verhalten Sozialform Medien Methode Material Einstieg (2 Min.) „Was seht ihr? „Schaut jetzt mal genauer hin! (SuS erkennen zunächst ein Portrait. Nachdem die Projektion schärfer gestellt wurde, erkennen sie, dass das Bild geschrieben wurde.) UG OHP, Folie Erarbeitung 1 (3 Min.) „Wie entsteht aus der Schrift ein Portrait? „Wieso erkennt man überhaupt ein Portrait? UG OHP, Folie (5 Min.) Zweite Folie wird aufgelegt „Welche weiteren Möglichkeiten der Gestaltung erkennt ihr? Sicherung Tafelanschrieb UG Tafel, Tafelbild (5 Min.) mögliches Tafelbild: EA DinA4 AB Bleistift Schriftbilder – mit Handschrift zeichnen Hell-Dunke l-We rte durch: Unterschiedliche Strichstärke Unterschiedliche Größe der Buchstaben und Wörter Überlagerte Schrift (parallel, quer) Abstände zw ischen den Buchstaben innerhalb der Schrift Strukture durch: Unterschiedliche Handschriften, unterschiedliche Charakteristik (w ild, ordentlich, eckig, rundlich etc.) Überkreuzende Schrift Größe der Schrift Erarbeitung 2 (20 Min.) Kleine Übungen mit Erprobungs- und Experimentiercharakter (Kopieren einer Zeichnung mit Schrift als Gestaltungsmittel, Bäume aus Handschrift) Sicherung (5-10 Min.) Hier erwarte ich das Stundenende (Notausstieg) SuS legen ihre Ergebnisse auf den Tisch, schauen sich Rundgang Ergebnisse UG der EA die anderen Arbeiten an; gelungene Arbeiten werden ausgewählt und hinsichtlich ihrer Umsetzung untersucht Erarbeitung LV, Umsetzung des Bildthemas „Das Monster aus dem EA Moor. (Tafelanschrieb: Gestalte ein Schriftbild mit dem Thema „Das Monster aus dem Moor.) 6 DinA3 Blätter, Bleistift