Arbeitsblatt: Domestikation der Wildtiere - Pferd
Material-Details
Text und Arbeitsanweisung zum Erstellen eines Plakats in Gruppenarbeit
Biologie
Anderes Thema
5. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
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28.05.2011
Autor/in
Simone Blessing
Land: andere Länder
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Vom Wildpferd zum Hauspferd Der Vorfahr unserer Pferde, das Wildpferd, lebte früher in großen Herden in den weiten Steppen Europas und Asiens. Wildpferde wurden bereits von steinzeitlichen Jägern als Beutetiere angesehen und bejagt. Oftmals wurden ganze Herden von Wildpferden Opfer größerer Jagdgruppen. Da Pferde Fluchttiere sind die in Herden leben, kreisten die Jäger die Tiere ein und trieben sie in die Nähe von steilen Abgründen. In ihrer Panik stürzten diese von den Klippen der Felsplateaus. Gerade in Südfrankreich findet man noch heute am Fuße solcher Abgründe die Knochenreste von Hunderten von Wildpferden. Anders als zum Teil in der heutigen Zeit, konnten es sich unsere Vorfahren nicht leisten, eine Tierart nur einseitig zu verwerten. Neben dem Fleisch wurden weitere Produkte des Pferdes verwertet, wie die Milch der Stuten, Knochen und Häute. So ist zum Beispiel vergorene Stutenmilch noch heute ein traditionelles Getränk bei den mongolischen Nomaden und bis ins Mittelalter wurden neben Rinder und Rentierknochen auch speziell bearbeitete Pferdeknochen als Schlittschuhe verwendet. Vor über 5000 Jahren begann man dann auch die ersten Wildpferde zu zähmen. Die Menschen hatten zu dieser Zeit schon Erfahrung damit, Wildtiere wie zu domestizieren und so lag es nahe, Wildpferde als Fleischlieferanten zu züchten. Die Lebensbedingungen der Pferde änderten sich durch die Haltung in Gefangenschaft. Man geht heute davon aus, dass zunächst kleine Herden gefangen wurden. Aus dieser kleinen Herde wurden die Pferde mit den besten Eigenschaften und der geringsten Scheu ausgewählt und mit diesen Pferden wurde weitergezüchtet. So entstanden die ersten Pferderassen. Schnell merkten die Menschen, dass man Pferde für die Beförderung von Waren und anderen Gegenständen gut einsetzen konnte. So wurde aus dem wegen seines Fleisches gejagten Pferd das Packpferd. Am Ende der Steinzeit wurde in Europa und Asien aber auch das Rad und damit der Wagen bekannt und man begann die Pferde auch vor Karren zu spannen, damit sie noch schwerere Lasten ziehen konnten. Als Fortbewegungsmittel nutzten die Menschen die Pferde wohl erst viel später. 2000 vor Christus wurden im Vorderen Orient die ersten Streitwagen gebaut, die von Pferden gezogen wurden Und ab dem ersten Jahrtausend vor Christus wurden immer mehr berittene Kampftruppen eingesetzt. Die ersten kriegerischen Reiter gab es unter den Nomaden des europäischasiatischen Steppenraums. Sie zogen mit ihren Pferde und Schafherden zu Pferd durch die Steppen und hielten so ihre Tiere zusammen. Wie weit sich die heutigen Pferde von der Wildform unterscheiden ist schwierig zu beurteilen, da es heute keine wirklich freilebenden Pferde mehr gibt. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass das Hauspferd gegenüber der Wildform heute weniger aggressiv gegenüber Menschen und Artgenossen ist und ein weniger ausgeprägtes Fluchtverhalten hat. Die Domestikation des Pferdes spielte eine große Rolle in unserer kulturellen Entwicklung. Ohne Pferde hätte es weder Postkutschen gegeben noch Ritter hoch zu Ross. Ob in der Landwirtschaft oder beim Militär, das Pferd wurde zu einem unentbehrlichen Helfer. Erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde der Mensch zunehmend von der Nutzung des Pferdes als Reit, Last und Zugtier unabhängig.