Arbeitsblatt: Domestikation der Wildtiere - Ziege
Material-Details
Text und Arbeitsanweisung zum Erstellen eines Plakats in Gruppenarbeit
Biologie
Anderes Thema
5. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
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28.05.2011
Autor/in
Simone Blessing
Land: andere Länder
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Von der Wildziege zur Hausziege Ziegen werden heute allgemein als die ältesten Haustiere angesehen. Ziegen wurden von prähistorischen Jägern gern und häufig wegen ihres Fleisches und ihrer Felle gejagt. Die ältesten, gesicherten Reste von Hausziegen sind etwa 9000 alt. Beide wurden also vor mehr als 9000 Jahren domestiziert. Das Zentrum der Domestikation lag wahrscheinlich in Südwestasien, von wo aus sie sich rasch verbreitet haben. Wildziegen sind Gebirgstiere mit einem ausgezeichneten Klettervermögen. Durch die Domestikation wurden dem Menschen auch schwer zugängliche Gebirgsgelände der Nutzung zugänglich gemacht. In Europa gab es ebenfalls bereits zu frühgeschichtlichen Zeiten eine umfangreiche Ziegenhaltung. Auch hier waren es die trockenen Gebirgsregionen in Südeuropa und die Alpen, wo die Ziege ihre Überlebensvorteile ausspielen konnte. Hausziegen gewannen schon bald eine wichtige Stellung für die Wirtschaft. Sie waren Fleischlieferanten, aus den Häuten stellte man wertvolles Leder und Schläuche für den Transport von Flüssigkeiten her. Seit gut 4500 Jahren werden Ziegen auch gemolken. Außerdem fand man babylonische Kaufverträge, die das Scheren der Ziegen und den Verkauf von Ziegenhaaren belegen. Vermutlich von Palästina aus wurde die Hausziege zusammen mit der Landwirtschaft vor 7000 Jahren in Ägypten eingeführt. So wichtig die Ziegen als Haustiere waren: im Gegensatz zum Rind oder zum Pferd hat man sie erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nach speziellen Rassen gezüchtet. Fleischziegen werden heute vor allem in Asien und Afrika gehalten. Mit 30 Millionen Tieren am weitesten verbreitet ist die westafrikanische Zwergziege. Kurzbeinig und mit schwärzlichem Fell, kann das 25 Kilogramm leichte Tier sogar auf Bäume klettern. Zur Gattung der Wollziegen zählen die Angora und die Kaschmirziegen. Bei der Angoraziege aus der Türkei hängen die Haare in langen, weißen Locken herab; die Wolle (die bei uns oft fälschlicherweise als «Kamelhaar» bezeichnet wird) wird für Samt, Teppiche und Decken benutzt. Die Kaschmirziegen, die im Hochland von Tibet und in der Mongolei leben, sind aufgrund ihres besonders dichten und langen Unterhaars gezüchtet worden. Der sehr feine Flaum wird aus dem Haarkleid gekämmt und liefert die Wolle für den kostbaren federleichten Kaschmirschal. Die Milchziegen sind die dominierende Gattung in Europa, wobei die Schweiz als Pionierland gelten darf. Die weißen Saanenziegen liefern bis zu 1000 Liter Milch pro Jahr und finden nicht nur in West und Südeuropa, sondern auch in Nordamerika ihre Liebhaber.