Arbeitsblatt: Sport gestern und heute

Material-Details

Vergleich von Bobfahren gestern und heute, was hat sich im Sport verändert
Bewegung / Sport
Gemischte Themen
6. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

85942
1063
1
01.09.2011

Autor/in

Margrit Cellana
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Sport früher und heute von Andy Cellana Interview mit meinem sportlichen Grossvater 1. An welchen grossen Sportveranstaltungen hast du schon teilgenommen? An Stockcar-Rennen habe ich schon teilgenommen. Dies ist ein Rennen mit alten Autos und zwar vor allem schwere Amerikaner-Wagen. In den 50 er-und 60 er Jahren. Das erste Rennen fand in Belp bei Bern statt. 20‘000 Zuschauer kamen an diesen Anlass neben dem Flugplatz. Mit meinen Freunden zusammen nahmen wir mit insgesamt fünf Wagen teil. Wir erreichen die Ränge 1, 2 und drei. Dies war 1958. Ich habe den ersten Platz erreicht und habe einen Pokal erhalten. Dieses Foto zeigt mich nach der Siegerehrung. Auch bekam ich einen grossen Siegerkranz und musste eine Ehrenrunde drehen. Später habe ich an zahlreichen Stockcar-Rennen teilgenommen in der Schweiz. Dies ging so vier bis fünf Jahre lang, dann wurden die Stockcar-Rennen verboten. Allgemein beschloss man keine Rundstreckenrennen mehr zu erlauben. Nach dieser Epoche habe ich mich für den Bob-Sport begonnen zu interessieren. Mit meinem Schwager und Freund Fritz Lüdi, der noch Vizeweltmeister und Europameister wurde. Gefahren sind wir in St.Moritz oder in Insbruck. Dies waren Schweizer,- Europa oder Weltmeisterschaften. 2. Wie waren die Turniere gesichert? Mein Grossvater lacht. Dies ist eine gute Frage. Bei den Stockcar-Rennen hatten wir in einem Oval von etwa 200m Längendurchmesser. Hatten wir im Innenraum am Rand Ölfässer aufgestellt. Am äusseren Rand lagen Strohballen. Einen 30m breiten Sturzraum trennten die Zuschauer von der Rennbahn. Ebenfalls stand noch ein Gitter vor den Menschen die zuschauten. Wir hatten aber nur kleine Unfälle bei unseren Rennen. Beim Bobfahren wie bei den Autorennen trugen wir einen Sturzhelm. Wir fuhren mit unseren Bobs noch ausschliesslich auf Natureis. Heute sind, ausser St-Moritz alle Eisbahnen aus Kunsteis gebaut. Auf Natureis ist die Bahn viel unberechenbarer und es hat fast jede Saison einen Toten gegeben. 3. Wo fanden diese Turniere statt? Die Stockcarrennen in der ganzen Schweiz in den Vororten grosser Städte. Die Bobrennen, wie gesagt in St-Moritz oder Igels bei Insbruck. 4. Welcher war der schönste Moment bei diesen Anlässen, und warum? Natürlich war der Moment, da ich das erste Schweizer Stockcarrennen gewinnen konnte, einer der schönsten Momente. Dies nach langem Training und Übung. Diese Ehrenrunde vor diesen vielen Zuschauern war unvergesslich. Beim Bobfahren war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1964 in Insbruck und die damit verbundene Aufnahme ins Schweizer Nationalmannschafts Team ein Wunderbares Erlebnis. Im Olympischen Dorf der feierliche Fahnenaufzug der Schweizer Flagge mit der Landeshymne im Hintergrund war auch so ein Moment den man nie mehr vergisst. Die Teams der Schlitter und der anderen Wintersportler Teams waren alle zusammen und schlossen gute Freundschaften. 5. Welcher war der schlimmste Moment bei diesen Anlässen? Beim Bobfahren waren es die Unfälle allgemein auch die Angst sich selber schwer zu verletzen. Im Speziellen, in St-Moritz 1963 an der Schweizer Meisterschaften wurde die Bahn am Morgen durch sogenannte Spurläufer eingefahren, wir waren an diesem Tag dazu eingeteilt, denn jedes Team musste dies einmal machen. In der Telefonkurve stützen wir, kippten auf die Seite mit 110 km/h. Wir fuhren auf der Seite liegend und mit dem Sturzhelm an der Eiswand streifend donnerten wir die nächsten zwei Kurven weiter. In der dritten Kurve konnten wir uns wieder aufstellen und erreichten das Ziel. Wir stiegen aus und schüttelten uns. Einer hatte die Hand gebrochen, Abschürfungen und blaue Flecken waren das Resultat dieses Erlebnisses. Beim Stockcar gab es einen schlimmsten und gleichzeitig lustigsten Moment: Wir mussten ja bei diesen Rennen versuchen die anderen auszuschalten indem wir sie touchierten. In Schänis wollten wir einmal den Zuschauern etwas bieten und machten mit wie weiteren Fahrern ab sie sollten mit Vollgas in unsere hintere Seite fahren. Dies machte dieser dann auch und mich erwischte es so fertig, dass es mich zweimal überrollte, wohlgemerkt man hatte keine Überrollbügel. Ich blieb auf der Seite liegen und musste aus dem Fenster klettern, ich hatte noch das Lenkrad in der Hand. Die Zuschauer tobten vor Freude. Aber mir war es natürlich nicht nur zum Lachen zu Mute. 6. Hast du eher gute oder schlechte Erinnerungen? Es blieben eigentlich nur die guten Erinnerungen. Eine lustige Erinnerung war auch, dass mich in den 60 er Jahren der Touring-Club als Stuntman angestellt hatte um Testfahrten zu machen. 7. Was für Gegenstände blieben dir als Erinnerungen? Pokale, Medaillen und Fotos 8. Wie viel kostete damals der Eintritt? Etwa Fr. 5.--bis Fr. 10.—bei den Stockcarrennen. Bei den Bobrennen machten dies die Veranstalter, das weiss ich gar nicht so genau. Aber ich denke auch etwa 5.--bis 10.—Fr. 9. Wie viele Zuschauer hatten solche Veranstaltungen? Bei den Olympischen Spielen natürlich sehr viele, dies ist ja klar. Bei den stockcarrennen war es verschieden. Als am ersten Rennen 20‘000 Leute kamen war man so überrascht, dass man sie mit der Zeit einfach hereinliess, weil wir gar nicht ausgerüstet waren. 10. Was hat sich am Sport verändert? Sehr viel. Die Sicherheitsbeurteilungen und Vorkehrungen. Beim Bob wurden die Schlitten sehr verändert vor allem an der Seite teilweise geschlossen, damit man nicht hinausgeschleudert wird. Die Kunsteisbahnen sind viel sicherer und natürlich berechnet. Früher war es nur von Hand gebaut und geschaufelt. Wie gesagt es gab sehr viele Tote. Vielen Dank Bruno Kessler