Arbeitsblatt: Nikolaus von Myra
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Zusammenstellung von Wikipedia
Diverses / Fächerübergreifend
Anderes Thema
klassenübergreifend
1 Seiten
Statistik
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815
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21.09.2011
Autor/in
Mirjam Bolliger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Nikolaus von Myra Historische Person Über das Leben des historischen Nikolaus gibt es nur wenige historisch belegte Tatsachen. Myra in Lykien, heute Demre, ist ein kleiner Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Im 4. Jahrhundert war es ein Bischofssitz. Quellen über Nikolaus Leben stammen z. B. von Andreas von Kreta (um 700) und von einem Mönch Johannes aus dem Studitenkloster (gegründet im 5. Jahrhundert) in Konstantinopel. Nach verschiedenen Überlieferungen wurde Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara geboren, einer Stadt in Lykien in Kleinasien. Er sei mit 19 Jahren von seinem Onkel, ebenfalls mit Namen Nikolaus und ebenfalls Bischof von Myra, zum Priester geweiht worden und sei dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra gewesen. Während der Christenverfolgung 310 soll er gefangen genommen und gefoltert worden sein. Als Sohn reicher Eltern soll er sein ererbtes Vermögen unter den Armen verteilt haben (was auch von den besser bezeugten Bischöfen des 4. Jahrhunderts Ambrosius von Mailand und Basilius von Caesarea berichtet wird und dort als historische Tatsache gilt). Im Fall von Nikolaus ranken sich darum verschiedene Legenden. Nikolaus der Geschenkebringer Es ist vor allem ein Tag der Kinder, da Nikolaus seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt wird; das Brauchtum zum Nikolaustag ist regional äußerst unterschiedlich ausgeprägt. Manche der Bräuche hängen ursprünglich mit der Perikopenordnung der Kirche zusammen. Am 6. Dezember war verbindlich die Stelle Mt 25,14–23 EU vorgesehen. Dort wurde das Gleichnis von den anvertrauten Talenten erzählt: Drei Knechten wurden Geldstücke entsprechend ihrer Fähigkeiten anvertraut. Nach der Rückkehr des Herrn musste jeder Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hatte. Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht auf diese Praxis zurück. Der Einlegebrauch, das heißt das nächtliche Füllen der Schuhe oder ähnliches, basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Mit den meisten anderen Bräuchen verhält es sich ähnlich. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er dies auch heute noch. Erst wegen der Haltung der Reformatoren gegen die Heiligenverehrung wurde die Bescherung in vielen Ländern auf den Weihnachtstag verlegt, und infolge dessen wurde Nikolaus als Gabenbringer mancherorts vom Christkind abgelöst. In mittelalterlichen Klosterschulen gab es den Brauch, dass die Kinder sich am Nikolaustag einen „Kinderbischof aus ihren Reihen wählen durften. Nach dem Prinzip der verkehrten Welt predigte er den Erwachsenen und durfte ihr Verhalten tadeln. An einigen Orten blieb er bis zum 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, im „Amt. Oft werden Kinder angehalten, ihre Geschenkwünsche auf einem Wunschzettel festzuhalten. Viele Kinder schicken in der Vorweihnachtszeit Briefe an St. Nikolaus (oder auch an das Christkind). Diese werden in extra eingerichteten Weihnachtspostämtern gesammelt und zumeist auch beantwortet. Schiffchensetzen nennt man den seit dem 15. Jahrhundert bekannten Brauch, bei welchem aus Papier oder anderem Material Nikolausschiffe gebastelt werden, in die der Heilige seine Gaben legen soll. Hintergrund für diesen Brauch dürfte das Schifferpatronat sein. Auch heute noch findet sich auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis des St. Nikolaus. Das Nikolausschiffchen wurde später durch Stiefel, Schuh oder Strumpf abgelöst, zu denen später noch der Gabenteller hinzukam. Auch heute noch stellen Kinder am Vorabend des Nikolaustages Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Tür oder hängen Strümpfe vor den Kamin, damit der Heilige sie auf seinem Weg durch die Nacht mit Nüssen, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen usw. füllen kann. Außerdem gibt es morgens gern einen aus Hefeteig gebackenen Nikolaus. Indessen bringt der Nikolaus nicht nur Geschenke: In vielen Erzählvarianten beschenkt und lobt er die guten Kinder, während er die bösen tadelt und durch Schläge mit einer Rute bestraft. Welche Kinder im letzten Jahr gut und welche böse waren, liest er in seinem „goldenen Buch. Viele Eltern laden ehrenamtliche oder bezahlte Nikolause ein, den Kindern zu Hause eine derartige „Predigt zu halten, die jedoch stets mit einer Bescherung endet. Nikolaus und seine böse Begleitung In ganz Österreich und Südtirol, Ungarn, Tschechien, Teilen Norditaliens und Teilen Kroatiens und dem rumänischen und serbischen Banat kommt der Nikolaus (Nikolo) am Abend des Nikolaustags mit den Krampussen (Kramperln): Während der Nikolaus die Kinder, die das Jahr über brav waren, mit Geschenken belohnt, rasseln die bösen, teufelartigen Krampusse mit Ketten und erschrecken die Kinder, die böse waren. Der Krampus ist eine eigenständige Figur des Brauchtums, die entfernt mit den diversen Perchten verwandt ist, aber nur als Gefolge des Nikolaus vorkommt. Die Krampusse selbst jagen schon am Vorabend, dem 5. Dezember (Krampustag), wie eine Wilde Jagd durch die Dörfer (Krampuslauf), noch ungezähmt vom Nikolaus vor dessen Erscheinen. Im südlichen Oberallgäu findet an den Abenden vor dem Nikolaustag (genauer: 4. bis 6. Dezember) ein ähnliches Brauchtum statt, das Klausentreiben. Beim Schweizer Klausjagen/Chlausjagen am 5. Dezember, besonders farbenprächtig im schwyzerischen Küssnacht, wird umgekehrt der Samichlaus durchs Dorf getrieben. In Basel wird seit 1998 jeweils am ersten Samstag im Dezember ein Event organisiert, bei dem etwa fünfzig Harley-Fahrer als Nikoläuse verkleidet ihre aufwendig geschmückten Motorräder präsentieren, im Konvoi durch Basel fahren und Kindern Säckchen mit Erdnüssen und Süssigkeiten schenken. Sie sammeln Geld zugunsten der Theodora Stiftung, welche Clowns für kranke Kinder in Spitälern organisiert. Ähnliche Paraden mit wohltätigem Hintergrund finden auch in Zürich statt. Im nördlichen und mittleren deutschen Sprachraum, und allgemein auch im protestantischeren Einflussgebiet, wird der Nikolaus nicht von Krampussen, sondern dem Knecht Ruprecht begleitet (wohl ursprünglich ebenfalls eine Perchtenfigur) – Regional kommt der Ruprecht aber anstatt des Nikolaus. Im niederländisch-niederdeutschen Sprachraum (Niederlande) ist der Zwarte Piet (Schwarze Peter) der Helfer von Sinterklaas. Andere Figuren sind vom Schimmelreiter im früheren Ostpreußischen, Bullerklas im Norddeutschen, über Beelzebub im Rheinland, Hans Trapp im Elsass, Housecker im Luxemburgischen, in Frankreich Père Fouettard, Rupelz/Rüpelz in Deutschlothringen, Pelzebock oder Hans Muff im Rheinland, Pelznickel am Mittelrhein, Klaus im Allgäu, bis zum Schmutzli in der Deutschschweiz, erstere teilweise noch in nähe zur Ruprechtsgestalt, letztere stellen dann schon den Übergang zum Krampusbrauch darstellen. Im südlichen Raum gesellen sich mit dem alemannischischen Kinderfresser (Chindlifrässer) und der bayerischen Butzenbercht dann auch Schirchperchtenfiguren zu Nikolaus und Ruprecht, und bilden passenartige Gruppen