Arbeitsblatt: Geschichte Abfall

Material-Details

Die Geschichte des Abfalls früher auf dem Land, früher in der Stadt und heute im Vergleich. Mit Fragen zum Text
Lebenskunde
Gemischte Themen
5. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

87528
992
7
01.10.2011

Autor/in

Marina Berry
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Geschichtliche Entwicklung des Abfalls und Recyclings Früher auf dem Lande Bis vor 200 Jahren lebten die meisten Menschen auf dem Lande. Essensreste und Gemüseabfälle verfütterten die Bauern an die Tiere. Das Tongeschirr, die Holzschüsseln, Töpfe und Pfannen benutzten sie, solange kein Loch darin war, zum Kochen. Danach konnten sie in den Behältern zumindest noch einige Vorräte aufbewahren. Die Kleidung wurde gestopft und geflickt. Wenn das Hemd nun endgültig kaputt war, riss die Bäuerin es in Streifen und webte einen Teppich daraus. Flickenteppiche kennen wir in einigen Gegenden heute noch. Aus einem ausgerissenen Ledergürtel konnte der Bauer noch einen Riemen zurechtschneiden. Fast alles, was zum Leben benötigt wurde, stellten die Bauern selbst her. Soweit es möglich war, verwendeten sie die kaputten Sachen als Rohstoff wieder. Abfall gab es kaum. Geschichtliche Entwicklung des Abfalls und Recyclings Früher in der Stadt In den Städten sammelten sich Berge von Abfall an, da die Leute auf engem Raum lebten. Der Abfall war also schon damals ein grosses Problem. Mit der Zunahme der Bevölkerung wurde es innerhalb der Stadtmauern immer enger. Die Felder verschwanden, und die neuen Häuser erhielten immer mehr Stockwerke. Auf ihre Viehhaltung wollten die Bürger aber nicht verzichten. So trieben sich jetzt überall in den Gassen und auf den Plätzen Scharen von Hühnern, Schweinen und anderem Kleinvieh herum. Schweine galten als besonders nützlich, weil sie sich von Abfällen ernähren. Grosse Mengen von Tierkot, mit dem früher die Felder gedüngt wurden, blieben auf der Strassße liegen. Der Rat der Stadt versuchte, die Mengen des anfallenden Mists zu begrenzen, indem er anordnete, wie viele Tiere jeder Bürger besitzen durfte. Aber nicht nur die Tiere verschmutzten die Straßsse. Die Bürger warfen alles vor die Türen oder aus dem Fenster, was sie nicht mehr haben wollten. Und das wurde immer mehr! Denn in den Städten blühte der Handel. Immer mehr Dinge, die man zum Leben brauchte, wurden angeboten und gekauft. Alte Sachen wieder verwenden, das geschah immer seltener. So waren die Strassßen nicht nur mit Abfällen und Tierkot, sondern auch mit allerlei anderem Abfall übersät. Geschichtliche Entwicklung des Abfalls und Recyclings Früher in der Stadt 2: Früher sammelten sich in der Stadt grosse Berge von Abfall an. Diese Abfallberge lockten viele Ratten an. Sie frassßen die Vorräte weg und übertrugen Krankheiten wie etwa die Pest. Aber die Krankheiten breiteten sich auch ohne Ratten, Fliegen und andere Tiere aus, und zwar durch den Regen. Das Regenwasser spülte die Abfälle zum Teil in den Bach oder liessß sie einfach im Boden versickern. Damit gelangten Krankheitserreger und Giftstoffe, die beim Verfaulen des Abfalls entstanden waren, ins Grundwasser. Der Weg zum nächsten Brunnen war nicht weit. In Eimern und Kübeln hochgezogen, tranken die Menschen dieses verseuchte Wasser und wurden krank. Die Leute wussten nicht, dass das verseuchte Wasser an den Krankheiten schuld war. So durften kranke Menschen nicht mehr in der Stadt leben. Für sie wurden Häuser ausserhalb der Stadtmauern gebaut. Die Kranken wurden also abgeschoben, statt die Ursachen der Krankheit, den Abfall, zu beseitigen. Erst später hat man den Abfall in Eimern gesammelt und ausserhalb der Stadt deponiert. Da die Deponieplätze immer knapper wurden, entschied man sich schon damals für Kehrichtverbrennungsanlagen. Die Schlacke, das was nach der Verbrennung übrig blieb, wurde als Auffüllmaterial und Düngemittel und die Wärme wurde zur Dampferzeugung genutzt. Schon damals wurde also auf die Wiederverwertung des Abfalls geachtet. Geschichtliche Entwicklung des Abfalls und Recyclings Heute Gegenstände, die uns wert- und nutzlos erscheinen, werden oft in den Abfallsack geworfen. 718 kg Abfall entstehen pro Person und Jahr in der Schweiz, wovon 367 kg rezykliert werden können (Papier, Karton, Glas ect. welches separat gesammelt wird). Die restlichen 351 kg landen im Abfallsack und später in der Kehrichtverbrennungsanlage. Die Menge des Abfalls nimmt immer mehr zu. Vor 50 Jahren wurden pro Person nur 180 kg Abfall im Jahr produziert. Wir produzieren also fast viermal so viel Abfall, wie vor 50 Jahren. Gründe dafür sind: Wir haben mehr Sachen als wir brauchen (Beispiel. Spielzeuge: Vor 50 Jahren hatte man vielleicht 1 oder 2 Spielzeugautos oder Puppen und nicht 10 oder sogar noch mehr) Viele Sachen werden weggeworfen, wenn wir der Meinung sind, dass es nicht mehr modern ist, oder wenn es uns nicht mehr gefällt. (Beispiel Kleider, Musik CDs) Reparaturen sind oftmals teurer als ein neues Gerät kaufen (Beispiel Uhr, Radio) Produkte gehen meistens früher kaputt, werden weggeworfen und ersetzt (Natel) Viele Sachen sind heute mehrmals verpackt, so entsteht viel unnötiger Abfall. Heute gibt es in der Schweiz 28 Kehrichtverbrennungsanlagen und 39 Kompostierwerke. Die separate Sammlung von Wertstoffen hat immer mehr zugenommen, die Schweiz ist weltweiter Spitzenreiter. Geschichtliche Entwicklung des Abfalls und Recyclings Entstand früher auf dem Land viel Abfall? Begründe deine Antwort. Wieso hatte man in der Stadt früher schon viel Abfall? Wieso wurden die Leute früher oft krank? Nenne Gründe, wieso immer mehr Abfall entsteht.