Arbeitsblatt: Made in hell

Material-Details

Infotext zu ungerechten Arbeitsbedingungen
Lebenskunde
Gemischte Themen
7. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

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837
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12.10.2011

Autor/in

Rosa Hofer
Land: Österreich
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Made in Hell Wer am meisten verdient: In der Konfektionierung – Zuschneiden, Nähen, Ausarbeiten – bleibt die Handarbeit vorrangig. Hohe Gewinne werden mit immer noch tieferen Löhnen erzielt. In den Hinterhöfen der Modewelt arbeiten Frauen heute noch immer 10 bis 18 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Am 25. November 2000 verbrannten 35 Frauen und 10 Kinder in einer Fabrik in Bangladesch, weil Notausgänge und Feuerlöscher fehlten. Wenn Näherinnen schwanger sind, werden sie entlassen oder sind gezwungen unter erbärmlichen Bedingungen abzutreiben. Überstunden in der Nacht und an Wochenenden werden einfach vorgeschrieben und nicht abgegolten. Sobald sich Arbeiterinnen für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und für die Einhaltung gesetzlich vorgeschriebener Mindestlöhne einsetzen, werden sie entlassen, unter Druck gesetzt, überfallen, Im Jahr 1999 starben mindestens 140 Gewerkschaftsmitglieder im Kampf für ihre Rechte (Lt. Intern. Verband der Textilgewerkschaften) Dies alles sieht man dem schicken Fummel im Geschäft nicht an. Er ist gestärkt und dank Weichmachern angenehm auf zarter Haut. Aber wer denkt, die teuren Klamotten wären Garant dafür, dass die Näherinnen gerecht entlohnt werden, irrt: Ob Billighose oder Markenjeans – nicht garantiert uns, dass das Stück nicht in der gleichen Billiglohnfabrik von der gleichen Arbeiterin unter den gleichen miesen Bedingungen hergestellt wurde. Arbeitszeiten in der Größe XXL Frauen nähen über 70% der weltweit hergestellten Bekleidung. Sie sind die Schwächsten und damit auch die Verliererinnen in der Weltmarktkette. Auch beträchtliche Lohnerhöhungen der Arbeiterinnen würden sich nur geringfügig auf die Verbraucherpreise niederschlagen. Frauen werden jedoch durch extrem niedrige Löhne und unsichere Arbeitsbedingungen bewusst gefügig gehalten. In den Regionen, in denen sich die Bekleidungsindustrie bevorzugt niederlässt, haben die Hälfte der Frauen nie eine Schule besucht. Sie sind daher unerfahren und kennen ihre Rechte nicht. Auf das magere Einkommen sind sie angewiesen und andere Arbeitsmöglichkeiten haben sie nicht. Im Allgemeinen sehen die lokalen Gesetze mindestens einen freien Tag pro Woche vor und setzen bei den Überstunden ein Limit. In der Praxis sieht es jedoch ganz anders aus: aber XXS Löhne Die Löhne sind so klein wie die Arbeitszeiten lang sind. Ein Überstundenzuschlag wird selten ausbezahlt. Es wird zuvor ein unerfüllbares Tages-Produktionssoll festgesetzt. Alle, die dieses Maß nicht erfüllen können, müssen unbezahlte Übersunden machen, um ihren Job nicht zu verlieren. Dabei reichen die Mindestlöhne sowieso schon nicht zur Deckung der Grundbedürfnisse einer Arbeiterfamilie. Die Fabriken werden in militärischen Stil geführt. Dauernde Überwachung durch (männliche) Aufseher, Schikanen wie Verschließen der Türen während der Arbeitszeit, Ausgehverbot in der Freizeit, Entzug der Ausweise, ständiges Drohen mit Entlassung und Fehlen von Arbeitsverträgen sind die Regel. Außerdem gilt Sprechverbot während der Arbeitszeit. Wenn die Angestellten Kost und Unterkunft beim Arbeitgeber nehmen, werden auch diese Kosten noch vom Gehalt abgezogen. Die Unterkunft ist kein geeigneter Ort zum Erholen. Die Kantinen sind winzig. Toiletten zu wenige vorhanden und die Schlafsäle sind überfüllt. Oft befinden sie sich im selben Gebäude wie die Fabriken.