Arbeitsblatt: Haiti Umweltkatastrophe
Material-Details
Die Rolle von Hurrikans und Erdbeben in Haiti
Geographie
Geologie / Tektonik / Vulkanismus
9. Schuljahr
4 Seiten
Statistik
89326
948
1
08.11.2011
Autor/in
Céline Grob
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Soziale und wirtschaftliche Fragen Lateinamerikas LN HS 2011 Tiziana Merlo, Flavia Crameri, Céline Grob Unterrichtsinhalt Geschichtlicher Hintergrund Haiti war im 17. Jahrhundert eine französische Kolonie und konnte schnell den Aufstieg zur reichsten Kolonie der neuen Welt erreichen. Die einzelnen Monokulturen (Tabak, Indigo, Zuckerrohr, Kaffee, Baumwolle) wurden von Sklaven angebaut, die durch den Dreieckshandel von Afrika nach Haiti gebracht wurden. Da Haiti eine französische Kolonie war, schwappte das Gedankengut der Französischen Revolution von 1789 auch auf die Kolonie über. 1791 kam es zu einem Sklavenaufstand und 1804 erreichte Haiti die Unabhängigkeit. Die Sklaven, die als junge Männer von Afrika kamen, hatten jedoch keine Erfahrung, wie ein Staat zu führen war, daher konnten sie die Unabhängigkeit nicht nutzen um den Staat erfolgreich zu führen. Dieser geschichtliche Hintergrund prägt bis heute die politische Situation im Land. Haiti vor dem Erdbeben Durch die schwache Staatsführung war Haiti vor dem Erdbeben (12.01.2010) auf internationale Hilfe angewiesen. Haiti gehört gemäss HDI (Human Development Index) zu den Ländern mit niederem Entwicklungsstand. Der Grossteil der Bevölkerung ist sehr arm und daher ist die Infrastruktur schlecht gebaut. Geografische Lage Haiti liegt auf einer Transformstörung und auf Plattengrenzen von verschiedenen Mikroplatten. Diese tektonische Lage führt zu verschiedenen Erdbeben. Das letzte schwere Erdbeben war am 12.01.2010 und erreichte eine Stärke von 7 auf der Richterskala. Das Erdbeben richtet grosse Schäden an (220 00 Tote, 300 00 Verletzte, 2 Millionen Obdachlose ). Kurz nach dem Erdbeben trat die Cholera-Epidemie auf. Die Gebäudeschäden, der Schutt, wurde bis heute nur geringfügig entsorgt. In der Regierung fühlt sich niemand für die Aufräumarbeiten zuständig, sodass der Schutt zum Alltagsleben wird. Haiti (18-20 Breitengrad N.) liegt in der Tropenzone und ist somit in der Hurricanezone (5 – 20 Grad Nord oder Süd vom Äquator). Voraussetzung für die Entstehung eines Hurricanes ist eine Meerestemperatur von 26.5 Grad oder mehr. Wasserdampf steigt in grossen Mengen auf, kondensiert in der Höhe und bildet grosse Wolken. Dies setzt enorme Energie frei, welche die Luft aufwärmt, sodass in der Höhe ein enormer Druck entsteht und über der Wasseroberfläche ein Unterdruck. Aus der Umgebung strömt Luft nach, die durch die Corioliskraft in Rotation gesetzt wird, ein grossflächiger Wirbel entsteht. Lernziele • Die Schülerinnen und Schüler können in eigenen Worten erklären, wie ein Erdbeben entsteht. • Die Schülerinnen und Schüler können die geografische Lage anhand einer tektonischen Karte von Haiti bezüglich der Erdbebengefahr analysieren. • Die Lernenden können mit Hilfe von wenigen Stichworten die Entstehung eines Hurricans erklären. • Die Schülerinnen und Schüler können die Auswirkungen (unmittelbare und langfristige Folgen) von Hurricans und Erdbeben auf Haiti beschreiben. Thema: Name: Tiziana Merlo, Flavia Crameri, Céline Grob Zeit Ziel/Inhalt/Methode: Aktivitäten Lehrperson Aktivitäten Schüler/innen Medie 5‘ Einstieg mit Bilder Die SuS setzen sich in Zweiergruppen zusammen. Die LP verteilt pro Gruppe zwei Bilder (siehe Beilage). Die SuS machen eine Bildanalyse und jeder wählt danach eines der Bilder aus. Puzzle Pro Zweiergruppe erhält jedes Mitglied einen von zwei Texten (Erdbeben/Hurrican). Der Text wird individuell gelesen. Die SuS zeichnen ihr Naturereignis auf einer stummen Karte ein. Anschliessend tauschen sich die SuS in der Zweiergruppe aus und sammeln Fragen. Klärung der Fragen Im Plenum stellen die SuS Fragen zur Thematik. Die LP zeigt einen Videoausschnitt vom letzten Erdbeben auf Haiti und erläutert die heutige Lage und zeigt Verbindungen zur Geschichte der Insel auf. Tafel Die Su lenken 2 Text Blätte Video Unterrichtsmaterial Erdbeben in Haiti Lese den untenstehenden Text und beantworte die folgenden Fragen: 1) Welche Magnitudenstärke ist bei einem Erdbeben am schlimmsten? Warum? 2) Wie ist das Erdbeben in Haiti entstanden? Zeichne auf und beschrifte mit Pfeilen! «Stärke 6 bis 7,5 ist am schlimmsten» ZÜRICH – Ein Erdbeben mit Stärke 7,0 machte Haiti zur Hölle. Warum die Stärke so schlimm ist, erklärt der Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes, Professor Domenico Giardini. Herr Giardini, wie muss man sich ein Erdbeben der Stärke 7 etwa vorstellen? Domenico Giardini: Ein Beben mit einer Magnitude von 7 dauert lange, sehr lange. Nicht die Stärke, sondern die Frequenz ist das Problem. Die Häuser können nicht mehr hin- und herschwingen und der Bewegung nicht mehr standhalten. Dazu kommt, dass die Häuser in Haiti zuwenig stabil gebaut sind. Aber es gilt doch: Je stärker, desto schlimmer? Nein, ein Erdbeben der Stärke 9 wäre nicht so schlimm für Haiti gewesen, da die Energie sich auf ein viel grösseres Gebiet verteilt hätte. Das müssen Sie erklären. Sehen Sie, vergleicht man die Frequenzen der Erdbeben mit Musikinstrumenten, so ist ein Beben der Stärke 7 eine Geige, eine 9 ist ein Kontrabass. Die Frequenz einer Geige ist höher als die eines Kontrabasses; eine Magnitude 7 erzeugt Frequenzen die ähnlich zu den natürlichen Frequenzen der Gebäude sind, und richtet also auch mehr Schaden an. Was sind denn die verheerendsten Beben? Die Erdbeben mit einer Stärke von 6 bis 7,5 sind die schlimmsten. Die zehn Kilometer Entfernung, die Port-au-Prince zum Epizentrum hatte, haben nicht gereicht, die Schäden zu verhindern. Wie ist das Beben in Haiti eigentlich entstanden? Die karibische Platte bewegt sich entlang der nordamerikanischen Platte einen Zentimeter pro Jahr. Wird ein Teil der Plattengrenze nun blockiert, kann sie sich nicht mehr bewegen und baut eine grosse Spannung auf. Im Fall von Haiti war das letzte grosse Beben in 1860, und dies ergibt etwa 1,5 Meter, die sich am Rand der Platte innert Sekunden bewegt haben. Müssen die Menschen in Haiti nun noch weitere Beben erwarten? Solche grossen Beben lösen immer wieder auch andere Beben aus. Östlich oder westlich von Haiti könnte es in der nächsten Zeit zu ähnlich starken Beben kommen. Wir haben aber bis jetzt kein Anzeichen, dass das in der nahen Zukunft passieren wird. Theoretisch: Was würde ein Beben dieser Stärke in der Schweiz anrichten? In der Schweiz würde ein Beben in Basel mit der Magnitude von 6,7 ungefähr 40 Milliarden Franken Schaden an Gebäuden anrichten. Das hat man mal ausgerechnet. Aber das letzte derart grosse Beben gab es 1356 in Basel. Die Entstehung eines Hurrikans Ein tropischer Wirbelsturm entwickelt sich meistens im Atlantik, im Norden des Pazifiks oder im Südpazifik. Zum Hurrikan wird er erst, wenn er eine Windstärke von mehr als 118km/h hat oder die Windstärke 12 erreicht. Dann wird der Wirbelsturm als Hurrikan bezeichnet. Hurrikans können wochenlang bestehen bleiben und viele Teile von Quadratkilometer auf einmal zerstören. Wirbelstürme entstehen in der Zeit von Juni bis Ende November, dann ist die offizielle Zeit der Hurrikan-Saison. Die Entstehung des Hurrikans kann nur über dem Meer erfolgen. Wenn sich das Wasser auf der Oberfläche und in der Tiefe bis zu 50 Meter über 26.5C erwärmt hat, verdunstet das Wasser in grössere Mengen, die als Wasserdampf aufsteigen, dadurch entsteht ein Unterdruck und Gewitterwolken bilden sich. Daraus entsteht ein Rüssel, in diesem steigen die Luftmassen auf, die wiederum in Rotation versetzt werden. Der Hurrikan besteht auch aus einem Auge, in diesem Zentrum, das kilometerlang sein kann, hat er keine Wolken, es gibt keine Niederschläge und das Auge ist windfrei. Das Auge kann gefährlich werden, dann wenn Menschen denken, dass der Sturm vorüber ist und der Hurrikan nach dem Durchzug des Auges wieder zuschlägt.