Arbeitsblatt: Förderung des Selbstbewusstseins
Material-Details
Anhand des gemachten Tests kann man den Kindern unterschiedliche Aufgaben zum lösen geben.
Lebenskunde
Persönlichkeitsentwicklung
klassenübergreifend
6 Seiten
Statistik
89431
902
5
10.11.2011
Autor/in
Susanne Elias
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Selbstvertrauen und positives Denken 1) Lies folgende zwei Beispiele Die Geschichte von Monika: Monika trifft sich mit Freunden zum Skaten. Sie kann es noch nicht so gut, geht aber trotzdem mit. Die coolsten Jungs und Mädchen aus ihrer Klasse sind auch dabei. Kaum dort, hört sie eine innere Stimme, die ihr sagt: Wie kannst Du nur denken, dass Du mit den anderen mithalten kannst! Die sind viel besser als Du. Du machst dich hier nur lächerlich! Kaum sind ihr diese negativen Gedanken durch den Kopf gegangen, landet sie auch schon mit einem peinlichen Sturz auf dem Boden. Und die Geschichte von Roger: Roger hat ein Date mit einem Mädchen, das ihm schon lange gefällt. Endlich hat er es geschafft, sie zu fragen, ob sie mit ihm ins Kino kommt. Und sie hat ja gesagt. Nun steht er vor seinem Kleiderschrank und denkt: „Diese Jeans ist ja total out, die kann ich unmöglich anziehen! Und überhaupt, was soll sie schon an mir finden! Ich sehe einfach nicht gut genug aus für so ein hübsches Mädchen. 2) Kennst du solche Situationen? Beschreibe eine solche Situation, welche dir passiert ist. Du darfst auch mehrere dazu schreiben. 3) Wie könntest du auf solche Gedanken reagieren. Überlege und notiere. Warum lassen wir diese nörgelnde innere Stimme in uns hausen? Ungebetene Gäste stellen wir doch auch vor die Tür! Ein Gast sollte sich anständig verhalten, wie es von Freunden erwartet werden darf. 4) Lies folgenden Text Der nörgelnde Gast Der ungebetene, ständig nörgelnde Gast (unsere innere Stimme, die schlecht über uns spricht), nennen wir Gnomio, kann stark sein. Egal, wie erfolgreich Du in der Schule, der Lehre oder bei Aktivitäten mit Freunden bist. Er schafft es immer wieder, Dich anzugreifen, einzuschüchtern, so lange, bis Du Dich selber vor lauter Selbstzweifel überhaupt nicht mehr magst und nicht mehr an Dich glaubst. Damit andere das nicht merken, setzen manche eine schützende coole Maske auf und leben in ständiger Panik, jemand könnte sie ihnen abnehmen und dahinter blicken. So kann sich der Einfluss des nörgelnden Gastes auch noch äussern: Sogar wenn Dir jemand ein ehrlich gemeintes Kompliment macht, glaubst Du zu wissen, dass er/sie es nicht so gemeint haben kann. Stattdessen hörst Du auf Deinen nörgelnden Gast, der diese Komplimente als Lügen abtut. 1 Selbstvertrauen und positives Denken 5) Kennst du solche Situationen, schreibe eine mögliche Lösung des Problems auf. Was könntest du in diesem Beispiel unternehmen, dass Gnomino keine Chance hat? 6) Lies das 2. Beispiel Auch einen Erfolg kann Dir die Stimme in Deinem Kopf vermiesen. Sei es in der Schule, im Job, beim Sport oder anderswo: Sobald Du etwas erreicht hast, hörst Du sie spotten: „Das war doch gar nicht schwer, das hätte jede/jeder Andere auch gekonnt. Oder: Du hast doch nur Glück gehabt. Das nächste Mal wird es schief gehen. Egal, wie gut Du in etwas bist, Dein Gast hindert Dich daran, den Erfolg auf Deine Person zurückzuführen. Und so verlierst du vielleicht auch gute Chancen, wie die Geschichte von Marc zeigt Marc ist einer der Besten in seiner Fussballmannschaft und beliebt im Team. Deshalb will sein Trainer ihn zum Kapitän der Gruppe machen. Marc aber zögert, weil er sich diese Aufgabe nicht zutraut. Seine innere Stimme sagt ihm, dass er nicht gut genug ist und der Trainer ihn nur zufällig gefragt hat. Nach einigen Wochen gibt der Trainer auf und ernennt ein anderes Mannschaftsmitglied zum Kapitän. 7) Kennst du solche Situationen, schreibe eine mögliche Lösung des Problems auf. Was könntest du in diesem Beispiel unternehmen, dass Gnomino keine Chance hat? 8) Lies den Text, 10 Tricks von Gnomino 10 Tricks von Gnomino Dein ungebetener Gast, dieser sesshaft gewordene Gnomio, versteht es blendend, Dich seinen Unsinn glauben zu machen. Du solltest ihn also nicht unterschätzen. Sind jedoch seine Tricks einmal entlarvt, kann er nicht mehr grossen Schaden anrichten. Darum gehen wir ihm jetzt auf die Spur. Vor über 2000 Jahren hat der Philosoph Epiktet gesagt: Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge. So wie wir sie wahrnehmen. Dein Gast kennt diese Aussage und benutzt sie gegen Dich, z.B. indem er Dich auf eine Deiner Eigenschaften aufmerksam macht und diese zur Katastrophe ausbaut. Gnomio benutzt 10 Tricks, mit denen er Dir ein schlechtes Gefühl machen kann. 2 Selbstvertrauen und positives Denken 1. Wer nicht gewinnt hat alles verloren Gnomio kennt nur Sieger und Verlierer. Silber- und Bronzemedaillen zählen für ihn nicht. Und da nur einer gewinnen kann, gelten für Gnomio (fast) alle als Verlierer. Deine Chance, auf der Verliererseite zu stehen, ist also bei Gnomio sehr gross. Denn es gibt eigentlich immer jemanden, der/die etwas noch besser kann als Du! Auf eine gute Leistung solltest Du aber stolz sein können, auch wenn Du nicht die Nummer 1 bist. Beachte: Egal wie viel Gutes Du leistest, beim kleinsten Fehler, den Du machst (und Fehler machst Du ohnehin einmal, jeder macht Fehler) bezeichnet Dich Gnomio mit Genugtuung als Versager. Dabei macht eine verpatze Handlung noch lange keinen Versager aus. Mach ihm das klar! 2. Einmal verlieren immer verlieren Gnomio möchte erreichen, dass Du aufgibst. Du sollst glauben, dass, wenn Dir einmal etwas nicht gleich auf Anhieb gelungen ist, Du die Sache nie schaffen kannst. So hindert er Dich daran, etwas ein zweites oder drittes Mal zu versuchen. Dabei wissen wir, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Also, tue ihm diesen Gefallen nicht, gib nicht auf! Stell Dir vor: Nur weil z.B. ein bestimmtes Mädchen oder ein gewisser Junge nicht mit Dir ausgehen will, lass Dich nicht von Deinem Gast verunsichern und denke nicht, dass nie ein Mädchen/Junge mit Dir ausgehen wird. 3. Fast alles ist schlecht Gnomio lenkt Deine Aufmerksamkeit auf Eigenschaften an Dir, die nicht so toll sind, und lässt Dich glauben, dass fast alles an Dir schlecht ist. Du kannst nun versuchen, seine Aufmerksamkeit auf die guten Seiten Deiner Person zu lenken und Du wirst feststellen, dass die positiven Eigenschaften an Dir überwiegen. 4. Was habe ich falsch gemacht? Du kennst bestimmt die Redewendung „Jeder ist seines Glückes Schmid? Sie bedeutet, dass Du einen sehr grossen Einfluss darauf haben kannst, wie es Dir selber geht. Die Verantwortung für Dein Wohlbefinden liegt aber nicht nur bei Dir. Auch äussere Umstände können Auswirkungen auf Dein Wohlgefühl haben, z.B. das Wetter, die Gesundheit, die Familie, Freunde, Schule, Job usw. Nicht alles können wir beeinflussen. Gnomio jedoch will uns für alles, was schief geht, verantwortlich machen. Das kann er aber nicht. Stell Dir vor: Deine Mutter hat einen schlechten Tag und meckert Dich an. Du fühlst Dich schuldig und machst Dir Gedanken darüber, was Du falsch gemacht haben könntest. Dabei könnte es auch sein, dass ihre schlechte Laune einen anderen Grund hat, vielleicht hat sie Kopfschmerzen, Streit mit einer Freundin usw. 3 Selbstvertrauen und positives Denken 5. Die Macht der negativen Gefühlen Gnomio ist nicht auf den Kopf gefallen! Zuerst redet er Dir unermüdlich ein, dass Du nichts taugst, dass Du hässlich und dumm bist solange, bis Du es selber glaubst. Sobald Du restlos von Deiner Unfähigkeit überzeugt bist, erhebt er seinen Zeigefinger und sagt: Siehst Du, Dein Gefühl sagt Dir auch, dass Du unbrauchbar bist. Das beweist, dass es tatsächlich so ist!. Aber aufgepasst: Damit ist noch nichts bewiesen! Ausser, dass Dich Gnomio mit seiner Redekunst übertölpelt hat. Nur weil Du Dich schuldig oder unfähig fühlst, heisst das noch lange nicht, dass Du schuldig oder unfähig bist. Deine Einstellung macht nur deutlich, dass Du an Deiner Meinung über Dich noch arbeiten solltest. 6. Der zufällige Erfolg Wenn Dir z.B. etwas Tolles gelungen ist oder jemand etwas Nettes zu Dir gesagt hat, lässt Dir Gnomio keine Chance, das zu geniessen. Er redet Dir ein, dass es entweder reiner Zufall oder Glück war. Stell Dir vor: Jemand macht Dir ein liebes aufmunterndes Kompliment. Dann redet Dir Gnomio ein, dass diese Person einfach nur höflich sein wollte und es unmöglich ernst gemeint haben kann. Dein ungebetener Gast spielt jeden Deiner Erfolge herunter und lässt Dir kaum die Möglichkeit, Dich daran zu erfreuen. 7. Aus einer Mücke einen Elefant machen Auch darin, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, versteht sich Dein GnomioGast bestens. Stell Dir vor: Du bist mit Freunden beim Picknick. Ihr esst selber gemachte Sandwiches. Dabei kippt Deine Büchse Cola um und leert auf Deiner Hose aus. Alle Lachen. Darauf hat Gnomio nur gewartet. Sofort macht er aus dieser kleinen Sache eine Katastrophe. Er lässt Dich glauben, dass Dich nun alle für einen riesigen Tollpatsch halten 8. Gedanken lesen Gnomio ist ziemlich eingebildet. Er tut so, als könne er die Gedanken anderer Leute lesen. Und das sind natürlich ausschliesslich negative Gedanken, die sich gegen Dich richten. Stell Dir vor: Du rufst einen Freund/eine Freundin an, um mit ihm/ihr etwas abzumachen. Er/Sie hat aber schon etwas anderes vor. Nun redet Dir Gnomio ein, dass dieser Freund/diese Freundin gar nichts Anderes vorhat. Gnomio lässt Dich glauben, dass er/sie einfach nicht mit Dir ausgehen will. Noch ein Beispiel: 4 Selbstvertrauen und positives Denken Am liebsten mag es Gnomio, wenn einige Leute zusammen stehen und laut kichern. Dann kann er sofort reagieren und Dir weismachen, dass alle über Dich lachen. Solltest Du ihm das glauben, kann es passieren, dass Du Dich in der Gegenwart dieser Personen nicht mehr wohlfühlst, die wiederum merken das und gehen Dir nun vielleicht tatsächlich aus dem Weg. 9. Der Perfektionist Wir wissen alle, dass es nicht immer möglich ist, alles perfekt zu machen. Gnomio jedoch begnügt sich nicht mit guter Arbeit. Er lässt Dich als ewigen Versager dastehen, wenn eine Arbeit nicht 100ig perfekt ist. Vielleicht hat er das bei Deinen Eltern abgeschaut, die gerne ein Kind hätten, das alles perfekt kann. Gnomio hat sich gut eingeprägt, was sie darüber gesagt haben, wie die Dinge im Idealfall sein sollten. Beachte: Das sind Gnomios Idealvorstellungen! Du solltest selber herausfinden, inwiefern Du ihnen gerecht werden willst oder kannst 10. Der ungerechte Ritter Gnomio lässt Dich gerne Vergleiche mit anderen Personen anstellen. Natürlich ausgerechnet mit jenen, die schöner, besser und erfolgreicher sind als Du. Er schafft es prima, Dich viel strenger zu bewerten als Andere. Mit dieser Taktik kannst Du fast nur verlieren! Es gibt immer Menschen, die etwas besser können als Du! Auch verzeiht er Dir einen Fehler kaum, bei anderen jedoch empfindet er den gleichen Fehler als verschwindend klein. Stell Dir vor: Der Gnom stellt am Morgen mit Freude einen Pickel in Deinem Gesicht fest. Er lässt Dich glauben, dass Du deshalb furchtbar hässlich aussiehst. Du denkst, dass Dich alle blöd angucken und auslachen werden. Du genierst Dich und traust Dich fast nicht zur Schule zu gehen. Nun überlege Dir: Hat der Pickel Dein gesamtes Aussehen verändert? Bist Du deshalb ein weniger liebenswerter Mensch? Ausserdem wird der Pickel bald wieder verschwinden, aber daran erinnert Dich Gnomio in diesem Moment nicht. Überlege Dir, als Dein bester Freund/Deine beste Freundin das letzte Mal einen Pickel hatte? Hast Du sie/ihn deshalb ausgelacht? Oder hast Du sie/ihn deshalb gar weniger gern gehabt? Sicher nicht, oder? 9) Finde zu den Beispielen (Nummer) entwaffnende Möglichkeiten. Was kannst du tun, damit Gnomino keine Chance hat? Welche Nummer du bearbeiten musst, steht auf deinem Aufgabenblatt. 5