Arbeitsblatt: Textverständnis

Material-Details

alle sahen zu
Deutsch
Textverständnis
5. Schuljahr
9 Seiten

Statistik

89671
2112
53
15.11.2011

Autor/in

FabS (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Alle sahen zu Sie standen, die Hände in den Hosentaschen und die Ellbogen angewinkelt, im Halbkreis um Eddie herum und sahen zu, wie der Boss ihn boxte. Eddie stand mit dem Rücken zur Friedhofsmauer und wehrte sich nicht. Er war bleich bis in die Lippen. Der Schweiss trat ihm auf die Stirn, rann über sein Gesicht und tropfte auf seine gelbe Lederweste. Er machte keinen Versuch, dem Boss auszuweichen, er hob nicht einmal die Hände, um die Schläge abzuwehren oder sich wenigstens vor ihnen zu schützen. Der Boss, in roter Lederweste und schwarzer Samthose, stand breitbeinig vor Eddie mit vorgestrecktem Kopf und erhobenen Fäusten. Jedes Mal, wenn die Faust auf ihn zustiess, zuckte Eddie zusammen, ob die Faust ihn traf oder nicht. Er hätte ausweichen können; der Halbkreis, den die anderen um ihn bildeten, war weit genug; aber er tat es nicht. Einmal nur hatte er sich zur Seite gedreht, sich aber, unter dem anschwellenden Gemurmel der anderen, sogleich wieder zurückgebogen, so dass der Boss ihn voll treffen konnte, ohne seine Stellung auch nur um einen Zentimeter zu TV ändern. Er wusste, der Boss wartete nur darauf, dass er den Versuch machte, sich zu wehren. Dann wäre er mit ein paar schnellen Hieben niedergeschlagen worden. So hatte er die Hoffnung, noch einmal davonzukommen, mit ein paar losen Zähnen oder mit aufgeschlagenen Augenbrauen, aber immerhin. Denn der Boss verstand keinen Spass, wenn sich einer gegen die Gesetze der Bande vergangen hatte. Die anderen, alle mit gelben Lederwesten, grüner Schnalle im Knopfloch und schwarzen Samthosen, standen reglos und sahen zu, wie der Boss das Strafgericht vollzog. Auch Michael, den sie Micky nannten, sah zu und regte sich nicht. Wenn die Faust des Bosses auf Eddie zustiess, zuckte er zusammen, als sei sie auf ihn gezielt. Er hatte die Hände tief in die Hosentaschen geschoben und zu Fäusten geballt, seine Lippen zitterten, sein Herz schlug schnell und hart gegen die Rippen, er fühlte, wie ihm der Schweiss aus allen Poren brach. Er erlebte zum erstenmal, dass der Boss einen strafte. Wieder schlug der Boss zu. Diesmal traf er Eddies Nase. Seite 1 Sie begann zu bluten. Das Blut lief ihm über die geschwollene Oberlippe, tropfte auf sein Kinn und die gelbe Lederweste. Als er die Hand hob, um das Blut fortzuwischen, traf ihn sofort ein zweiter Schlag. Er taumelte gegen die Mauer, liess die Hand sofort sinken und versuchte nur, das Blut mit der Zunge aufzufangen. Michael zog die Hände mit einem Ruck aus der Tasche und trat einen Schritt vor. Bert packte ihn bei den Schultern und riss ihn zurück. „Bist wohl verrückt! zischte er. „Der Boss schlägt dich kurz und klein, wenn du . Michael fühlte, wie seine Muskeln wieder erschlafften. Bert hatte recht, es war Wahnsinn, sich gegen den Boss aufzulehnen. Der Boss war grösser und stärker, und er hatte die Macht, denn alle waren auf seiner Seite. Sie würden tatenlos zusehen, wie der Boss ihn fertig machte, so wie sie jetzt tatenlos zusahen, wie er Eddie fertig machte, nach dem Gesetz, dem sie sich freiwillig unterworfen hatten. Der Boss schien jedoch etwas gehört zu haben. Er liess die Fäuste sinken und wandte sich langsam um. Er blickte an der Reihe der Buben entlang, so wie einer, der seiner Herrschaft sicher ist und seine TV Untergebenen mustert. Seine dünnen Lippen lächelten höhnisch. „Hat da jemand etwas gesagt? fragte er. Keiner antwortete, keiner rührte sich, auch Michael nicht. „Oder ist da einer der Meinung, dass Eddie nicht bestraft werden soll? fragte der Boss weiter. Sein Blick hielt bei Michael. Michael war der einzige, der die Hände nicht in den Taschen hatte. „Vielleicht . vielleicht . du, Micky? Er schleuderte ihm die Frage wie einen Stein ins Gesicht. Seine Augen waren ganz schmal geworden. Michael duckte sich diesem Blick, aber schoss es heiss in unter dann ihm auf. Trotz, Wut, Mitleid und Auflehnung, er wusste nicht, was es war, nur dass es ihn zum Handeln zwang, das wusste er. „Ja stiess er heraus. „Mach Schluss. Siehst du nicht, dass Eddie . „Micky ist verrückt geworden, Boss! rief Bert. „Hat vielleicht zu viel . „Halt das Maul! brüllte der Boss und schnitt ihm das Wort mit einer schroffen Handbewegung ab. „Ich rede mit Micky. Er mässigte seine Stimme, er sprach gelassen, fast anerkennend. „Du hast also eine eigene Meinung, Micky. Seite 2 Komm einmal her, kleiner Micky. Er streckte seinen Arm aus und winkte Michael mit dem Zeigfinger heran. „Geh, sagte einer neben ihm. „Reiz den Boss nicht noch mehr. Michael schob sich aus der Reihe, bis er dem Boss auf Armeslänge gegenüberstand. Der Boss musterte ihn vom Kopf bis zu den Füssen, als sähe er ihn zum erstenmal. Für ein paar Sekunden standen sie sich wortlos gegenüber. Die anderen hielten den Atem an. Eddie lehnte noch immer gegen die Mauer und liess das Blut aus seiner Nase rinnen. Wenn doch jetzt jemand käme, dachte Michael. Aber es kam niemand. Er war ganz auf sich gestellt. Und er konnte mit keiner Hilfe rechnen. „Du Würstchen, sagte der Boss und schnob verächtlich durch die Nase, er zog seinen Arm langsam zurück und schloss die Hand zur Faust. Dann visierte er Michael über die andere Faust an. In diesem Augenblick stiess Michael zu. Er rammte dem Boss beide Fäuste in den Magen. Der Stoss traf den Boss ebenso heftig wie unerwartet, er knickte zusammen und sank zu Boden. TV Michael war selber von der Wirkung des Schlages überrascht. Er war auf eine heftige, blutige Schlägerei vorbereitet gewesen, und jetzt hatte er den grossen, starken, mächtigen Boss mit einem einzigen Hieb gefällt. Er lag vor ihm auf der Erde, krümmte sich vor Schmerzen und stöhnte. Und keiner sprang ihm bei. Die Buben waren näher gekommen und blickten auf den Boss, schadenfroh die einen, erleichtert die anderen. Er war plötzlich kein Boss mehr, er war ein Knabe wie alle, vielleicht ein bisschen älter und robuster und rücksichtsloser, aber keiner verstand mehr, wie er sich hatte zum Bandenführer aufschwingen und sie alle hatte beherrschen können. Michael stand unschlüssig da. Er wusste gar nicht, ob er sich seines Sieges freuen sollte oder nicht. Dann ging er auf Eddie zu und sagte: „Geh nach Hause, Eddie. Aber vorher . Eddie hatte noch immer keinen Versuch gemacht, sein Blut zu stillen. „Du Idiot! schrie er böse. „Ich hatte es schon so gut wie überstanden. Michael starrte ihn an. Er wusste keine Entgegnung, drehte sich um, riss sich die grüne Schnalle aus dem Knopfloch und warf sie dem Boss hin. „Ihr könnte ja weiter Seite 3 Gangster spielen, sagte er verächtlich, „ich habe genug davon. Er durchbrach den Kreis, der sich um ihn gebildet hatte, und ging davon. Als er merkte, dass Bert ihm folgte, blieb er stehen. Auch Bert trug keine grüne Schnalle mehr. „Der Boss war gar nicht so stark, wie er tat, sagte Bert. TV „Er war nur stark, weil wir schwach waren, sagte Michael. „Und er war mutig, weil wir feige waren. Dann gingen sie weiter, ohne einen Blick hinter sich zu werfen. Heinz Rein Seite 4 Alle sahen zu Name: Note: 1) Eddie weicht den Schlägen nicht aus, weil . (1. Seite, linke Spalte, 2. Abschnitt) 2) . die anderen ihm den Weg versperren. . er sonst vom Boss ganz niedergeschlagen würde. . er sich nicht bewegen kann. . die anderen ihn festhalten. 1 Der Schweiss bricht Eddie aus allen Poren . (1. Seite, rechte Spalte, 2. Abschnitt) 3) Punkte: . weil er zu warm angezogen ist. . weil er entsetzliche Angst hat. . weil die Sonne runterbrennt. . weil er sich so sehr gegen den Boss wehrt. 1 Eddie wird geschlagen. . weil der Boss heute einen schlechten Tag hat. . weil er eine gelbe und keine rote Lederweste trägt. . weil er den Boss geärgert hat. . weil er die Gesetze der Bande nicht eingehalten hat. 1 4) Michael reisst seine grüne Schnalle weg und wirft sie dem Boss hin. (3. Seite, rechte Spalte) will. 5) . weil auch Bert seine Schnalle weggeworfen hat. . weil der Boss die Schnalle haben will. 1 Michael lehnt sich gegen den Boss auf, TV . weil er nicht mehr zur Bande gehören will. . weil er sie dem Boss ausgeliehen hat und sie nun zurückgeben . weil er nicht damit einverstanden ist, dass dieser Eddie verprügelt. . weil der Boss nicht stark genug ist. . weil er mit dem Boss kämpfen will. . weil Eddie sein bester Freund ist. 1 Seite 5 6) Wer bewies wirkliche Stärke am Schluss? 7) Bert Eddie 1 schwanken am Daumen nuckeln spritzen mit der Faust schlagen 1 neugierig, interessiert freundlich 1 „Höhnisch bedeutet: (Seite 2, linke Spalte, 3. Abschnitt) 9) Das Wort „taumeln heisst (1. Seite, rechte Spalte, 3. Abschnitt) 8) der Boss Michael schadenfroh, spöttisch gemein, hinterlistig Was meint der Autor mit „schroff (2. Seite, rechte Spalte, 3. Abschnitt) schnell jäh, abschüssig scharf lieb, nett 1 10) Was bedeutet: „Der Boss schnob verächtlich durch die Nase? (2. Seite, rechte Spalte, letzte Zeile) Er zog schnell die Luft ein. Er holte tief Luft. Er schnäuzte seine Nase. Er schnaufte abschätzig. 1 11) Was heisst das Wort „robust? (3. Seite, linke Spalte, 3. Abschnitt) fett, dick gemein stämmig, kräftig wie ein Roboter 12) Nenne das Gegenteil von „seine dünnen Lippen 1 (2. Seite, linke Spalte, 3. Abschnitt) seine fetten Lippen seine wulstigen Lippen Lippen TV seine roten Lippen seine geschwollenen 1 Seite 6 Ich fand diese Lernkontrolle . Wie schätzt du deine Leistung ein? a) . leicht. a) ungenügende Leistung b) .gut lösbar. b) genügende Leistung c) . anspruchsvoll. c) gute Leistung d) . sehr schwierig. d) sehr gute Leistung Alle sahen zu (Lösungen) 1) Eddie weicht den Schlägen nicht aus, weil . (1. Seite, linke Spalte, 2. Abschnitt) 2) Der Schweiss bricht Eddie aus allen Poren . (1. Seite, rechte Spalte, 2. Abschnitt) 3) . die anderen ihm den Weg versperren. . er sonst vom Boss ganz niedergeschlagen würde. . er sich nicht bewegen kann. . die anderen ihn festhalten. . weil er zu warm angezogen ist. . weil er entsetzliche Angst hat. . weil die Sonne runterbrennt. . weil er sich so sehr gegen den Boss wehrt. Eddie wird geschlagen. . weil der Boss heute einen schlechten Tag hat. . weil er eine gelbe und keine rote Lederweste trägt. . weil er den Boss geärgert hat. . weil er die Gesetze der Bande nicht eingehalten hat. 4) Michael reisst seine grüne Schnalle weg und wirft sie dem Boss hin. (3. Seite, rechte Spalte) will. TV . weil er nicht mehr zur Bande gehören will. . weil er sie dem Boss ausgeliehen hat und sie nun zurückgeben . weil auch Bert seine Schnalle weggeworfen hat. . weil der Boss die Schnalle haben will. Seite 7 5) Michael lehnt sich gegen den Boss auf, . weil er nicht damit einverstanden ist, dass dieser Eddie verprügelt. . weil der Boss nicht stark genug ist. . weil er mit dem Boss kämpfen will. . weil Eddie sein bester Freund ist. 6) Wer bewies wirkliche Stärke am Schluss? 7) schwanken am Daumen nuckeln spritzen mit der Faust schlagen „Höhnisch bedeutet: (Seite 2, linke Spalte, 3. Abschnitt) 9) Bert Eddie Das Wort „taumeln heisst (1. Seite, rechte Spalte, 3. Abschnitt) 8) der Boss Michael schadenfroh, spöttisch gemein, hinterlistig neugierig, interessiert freundlich Was meint der Autor mit „schroff (2. Seite, rechte Spalte, 3. Abschnitt) schnell jäh, abschüssig scharf lieb, nett 10) Was bedeutet: „Der Boss schnob verächtlich durch die Nase? (2. Seite, rechte Spalte, letzte Zeile) Er zog schnell die Luft ein. Er holte tief Luft. Er schnäuzte seine Nase. Er schnaufte abschätzig. 11) Was heisst das Wort „robust? (3. Seite, linke Spalte, 3. Abschnitt) TV fett, dick gemein stämmig, kräftig wie ein Roboter Seite 8 12) Nenne das Gegenteil von „seine dünnen Lippen (2. Seite, linke Spalte, 3. Abschnitt) seine fetten Lippen seine wulstigen Lippen Lippen TV seine roten Lippen seine geschwollenen Seite 9