Arbeitsblatt: Blutgefässe, Blutkreislauf

Material-Details

Gefässe, Kreislauf, Funktionsweise
Biologie
Anatomie / Physiologie
8. Schuljahr
5 Seiten

Statistik

100743
1458
14
02.07.2012

Autor/in

Simon Zehnder
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Blutgefässe Blutkreislauf Blutgefässe Blutkreislauf Der in der Ate mluft enthaltene Sauerstoff tritt in den Lungenbläschen ins Blut und gelangt in alle örperteile. Das schädliche Kohlendioxid, das bei der langsam en Verbrennung im Körper entsteht, geht den umgekehrten Weg. Die bei der Verdauung im Dar zerlegten und gelösten Nährstoffe werden ebenfalls vo Blut aufgeno m en und zu den örperteilen transportiert, die sie benötigen und verwerten. Die dabei entstehenden Abfallstoffe üssen wiederum zu den Ausscheidungsorganen geführt werden. Alle diese Transportaufgaben übernimmt das Blut. Beim Menschen und bei vielen Tieren strömt das Blut in den Blutgefässen oder Adern, die eine in sich geschlossene Röhrenleitung bilden. Diesen Weg des Blutes nennt man Blutkreislauf. Er beginnt im Herzen und endet hier auch wieder. Das Herz pumpt das Blut durch die Schlagadern, die Arterien, in alle Teile des Körpers hinein. Arterien führen das Blut also immer vom Herzen weg. Ihre inneren Wandungen sind glatt und von einer Muskelschicht umgeben. Diese Muskeln helfen mit, das Blut durch den Körper zu treiben, indem sie sich hinter jedem Blutstoss zusammenziehen. An einigen Stellen, zum Beispiel an den Handgelenken, verlaufen die Schlagadern dicht unter der Körperoberfläche. Sonst liegen sie geschützt im Innern des Körpers. Wenn man an den Handgelenken den Puls fühlt, spürt man die einzelnen Pumpstösse des Herzens. Man kann so die Herzschläge zählen. Die vom Herzen wegleitenden Adern verästeln sich in immer dünnere Äderchen. Schliesslich sind sie so dünn, dass sie nur noch unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Man nennt sie Haarröhrchen oder Kapillaren. Sie erreichen alle Körperorgane bis hin zu den einzelnen Zellen und dienen damit als Transportweg für Nähr und Abfallstoffe. Durch die engen Kapillaren zwängt sich das Blut hindurch. Sie vereinigen sich wieder zu grossen Blutadern oder Venen, in denen es zum Herzen zurückströmt. Venen führen das Blut also immer zum Herzen hin. Sie sind anders gebaut als die Arterien. Ihnen fehlt die Muskelschicht, dafür befinden sich in ihnen Taschenklappen als Ventile. Diese verhindern das Zurückströmen des Blutes, da die Pumpkraft des Herzens in den Venen merklich ihre Wirkung verliert. Venen liegen im Gegensatz zu den Arterien meist näher an der Körperoberfläche, so dass man sie an manchen Stellen als bläuliche Streifen erkennen kann. Wenn das Blut im Herzen angelangt ist, hat es den Körperkreislauf oder grossen Kreislauf zurück gelegt. Durch die Aufnahme von Kohlendioxid in den Kapillaren hat das Blut im Körperkreislauf eine dunkelrote Farbe angenommen. Anschliessend gelangt es zur Auffrischung in die Lungen. Das Blut muss dazu den Lungenkreislauf oder kleinen Kreislauf durchströmen. In der Lunge erfolgt der Gasaustausch, bei dem Kohlendioxid abgegeben und Sauerstoff aufgenommen wird. Das Blut erhält dadurch wieder eine hellrote Farbe. Wenn es ins Herz zurück gekehrt ist, hat es den Doppelten Blutkreislauf beendet. Blutdruck Das pulsierende Blut kann als Pulsschlag leicht am Handgelenk gefühlt werden, da hier Arterien dicht unter der Haut verlaufen. Man kann aber auch genaue Messungen des Blutdrucks durchführen. Dazu wird um den Oberarm eine Gummimanschette gelegt und aufgeblasen. Der darin herrschende Druck wird von einem Druckmesser angezeigt. Die Oberarmarterie wird dabei abgedrückt, so dass kein Puls mehr spürbar bzw. im Stethoskop hörbar ist. Wenn man nun den Druck der Manschette langsam vermindert, erreicht man einen Punkt, wo der Druck in der Manschette dem Blutdruck entspricht. Man hört dann mit dem Stethoskop, dass das Blut wieder fliessen kann. Die Höhe des Blutdrucks ist altersabhängig; sie beträgt bei einem ruhenden 20jährigen Mann durchschnittlich 120 mm Hg. Dieser Wert kann allerdings sehr stark schwanken, je nach Belastung. Der bisher erwähnte Blutdruck wurde immer auf das Zusammenziehen des Herzens bezogen; er wird systolischer Druck genannt. Auf Grund der Elastizität der Arterien steht das Blut aber auch unter Druck wenn das Herz erschlafft ist. Der dann gemessene Druck wird diastolischer Druck genannt. Er beträgt beim 20jährigen Mann durchschnittlich 80 mm Hg. Komm, noch eine Runde, japst Herr Superschlau, der schon seit Jahren keinen Sport mehr getrieben hatte. Ach, Quatsch, wir hören auf; das ist zuviel auf einmal, meint sein Kumpel. Wieso, ich denke, Joggen ist gesund, kontert Herr Superschlau, je mehr ich jogge, desto besser. Oh Mann —wenn du mal deine Adern sehen könntest! Die sehen garantiert aus wie verkalkte Wasserrohre. Fett und andere Ablagerungen machen sie unelastisch und eng. Wenn du sie jetzt überbeanspruchst, können sie platzen. Erst kürzlich gab es wieder einen Toten in der Loipe beim Skilanglauf— der konnte auch nicht aufhören. Es ist wirklich nicht gut, beim Trimm Dich zu übertreiben. Menschen, die schon lange keinen Sport mehr getrieben haben, sollten daher vorher zum Arzt gehen und sich beraten lassen. Hoher Blutdruck ist gefährlich auch wenn man sich dabei ganz wohlfühlt. Wenn der Blutdruck nur kurzzeitig hoch ist, durch Anstrengung oder Aufregung, ist dies nicht weiter schlimm; dauernder Bluthochdruck aber schädigt die Adern. Der Blutkreislauf Verdauungs, Luft und Blutbahn sind eng miteinander verbunden. Im Verdauungskanal findet das Blut die fl üssige Nahrung, in der Lunge den lebenswichtigen Sauerstoff. Stoffe, die aus de K örper entfernt werden sollen, bringt es in die Lunge (Kohlensäure, Wasserdampf), in die Haut (Schweiss) und in die Nieren (Harnstoffe). Diesen ganzen Vorgang nennt man Stoffwechsel. Er findet ohne Unterbruch statt. In geschlossener Bahn, die man den Blutkreislauf nennt, fliesst das Blut durch unseren Körper. Die bewegende Kraft ist das Herz. In knapp einer Sekunde treibt es eine bestim mte Menge Blut, beladen mit Nahrung und Sauerstoff, in den örper hinaus. Wenige, aber grosse Adern sind es vorerst, die das Blut den wichtigsten Körperteilen zuführen Wie Äste vo Baum, streben kleinere Adern von den Hauptleitungen weg, verzweigen sich im er ehr und ehr zu einer so feinen Verästelung, dass jede einzelne Muskelzelle und das kleinste örpergewebe erreicht werden kann. Alle diese Adern, welche das Blut in den örper oder in die Lunge leiten, nennt man Schlagadern oder Arterien. In den Muskeln ist die Aufteilung in kleinste Äderchen so dicht, dass sie rot erscheinen, so dass jeder Nadelstich ehrere Blutäderchen treffen kann. In diesen sogenannten Haargefässen oder Kapillaren findet der Stoffwechsel statt. Die Kapillaren vereinigen sich wieder zu grösseren Adern, den Blutadern oder Venen, die schliesslich in zwei Hauptleitungen zum Herzen zur ückführen. Damit ist der grosse Körperkreislauf geschlossen. Das zurück geführte Blut transportiert nun vorerst die Kohlensäure in die Lunge und nim mt Sauerstoff auf. Eine Mischung von sauerstoff und kohlens äurehaltige Blut ko mt nicht zustande, weil eine Scheidewand das Herz in zwei Hälften trennt, so dass es zu eine Doppelherzen wird. Die zweite, rechte Herzh älfte, in die das Blut bei seiner Rückkehr aus de Körper gelangt ist, treibt es in die Lunge; es ko mt dort mit den Lungenbl äschen in Berührung, wobei der Gasaustausch vor sich geht. Nun kann das gereinigte Blut zum Herzen gelangen und von neue in den Körper getrieben werden. Damit ist auch dieser zweite Kreislauf, der Lungenkreislauf, geschlossen. Das Blut fliesst also auf seine Weg durch den örper zwei mal vo Herzen weg und kehrt zweimal dahin zurück. Es führt einen doppelten Kreislauf aus. Das Herz Unser Herz ist ein Hohl muskel, aus besonders kräftigen roten Muskelfasern aufgebaut, die sinnreich und mannigfaltig ineinander verflochten sind. Gr össe und For entsprechen ungefähr derjenigen unserer geballten Faust. Es liegt zwischen den beiden Lungenflügeln. Einen besseren Schutz als hinter de festen Brustbein und den starken Rippen önnte es kaum finden. Zude steckt es noch in eine häutigen Sack de Herzbeutel, mit de es am oberen Rand verwachsen ist und worin es im übrigen frei hängt Die Wand des Herzbeutels ist glatt und feucht. Da dieser noch eine kleine Menge Fl üssigkeit enthält, kann sich das Herz in diese Sack ohne Reibung bewegen. Aus zahlreichen Adern erh ält es die für seine Ernährung notwendigen Stoffe. Die Herzscheidewand trennt dieses nicht in zwei genau gleiche Hälften. Die linke Herzhälfte versorgt den grossen Körperkreislauf. Daher ist ihre Wand bedeutend dicker und stärker gebaut als diejenige der rechten Herzkam er, die das Blut in den viel kleineren Lungenkreislauf treibt. Auch die beiden Herzh älften sind durch Querwände unterteilt, die als Ventile wirken. Sie scheiden die grosse Herzkam er von der viel kleineren Vorka m er, so dass unser Herz eine linke und eine rechte Herzkam er, eine linke und eine rechte Vorkam er besitzt. Die Wände der beiden Herzkam ern ziehen sich gleichzeitig zusam en; das Blut beginnt von der linken Ka m er aus seinen Lauf durch den örper und von der rechten Ka m er aus durch die Lunge. Lässt die Pressung nach, so dehnt sich der Herzmuskel wieder aus und saugt das in den Venen befindliche Blut an. Vom Körper her strö mt es in die rechte Vorka m er; von der Lunge aus, mit Sauerstoff beladen, in die linke Vorka m er. Nun öffnen sich die Ventile zwischen den Vorkam ern und Herzkam ern und lassen das Blut in die Herzkam ern einstr ö en. Diese Ventile heissen Segelklappen, weil sie wie die Segel der Schiffe aus Lappen bestehen und wie diese durch Taue (Sehnenfäden) und Pflöcke (Muskelfasern) festgehalten werden. Sie öffnen sich nur in der Richtung der Herzka m erwand und verhindern, dass das Blut wieder in die Vorkam ern zurück getrieben wird. Die sehnigen Fäden spannen die Klappen derart, dass sich diese nicht in der Richtung der Vorkam ern öffnen können. Dort, wo das Blut aus den Herzkam ern in die grossen Schlagadern getrieben wird, wirken zähhäutige Taschenklappen als Ventile. Sie öffnen sich, wenn das sich zusam enziehende Herz das Blut in die Arterien treibt, und schliessen sich, wenn es zu saugen beginnt. An der Einm ündung der Blutadern in die beiden Vorkam ern sind es ringför mige Schliess muskeln, welche das Aderrohr in regel ässige Takt öffnen und schliessen. Das er müdete ehirn schläft alle Tage ehrere Stunden ein, die überanstrengten Beine versagen den Dienst, die Ar me hängen schlaff herunter, wenn sie allzu angestrengt ungewohnte Arbeit leisten mussten; der ganze örper bedarf täglich der Ruhe. Nur das Herz scheint sie nicht zu kennen. Unentwegt zieht es sich zusam en, dehnt sich wieder aus, Stunde ür Stunde, Tag für Tag, vo ersten bis zum letzten Augen blick unseres Lebens. Das Zusam enziehen dauert etwa eine halbe Sekunde, dann ruht es 1/6 Sekunde und findet in dieser kurzen Spanne gen ügend Zeit, um sich zu erholen. Das Herz ist wohl das anpassungsfähigste Organ unseres örpers. Seine Grösse richtet sich nach seiner Leistung. Man kann sagen: jeder hat so viel Herz, als er braucht. Schwerarbeiter, Sportsleute haben gr össere Herzen als Leute, die leichte körperliche Arbeit zu leisten haben. Die Vergr össerung des Herzens darf aber nicht pl ötzlich, nicht durch unsinnige Überanstrengung erzwungen werden. Sie wird durch weise, planm ässige Übung erreicht. Eine plötzliche Herzerweiterung bedeutet eine schwere Schädigung. Die Schnelligkeit des Herzschlages wird durch den Kohlens äuregehalt des Blutes beistim mt. Arbeiten unsere Muskeln angestrengt und erzeugen daher ehr C02, so steigt sofort die Zahl der Herzschl äge und verringert sich wieder, sobald die Muskelarbeit kleiner wird. Aber auch freudige Erwartung, Angst, überhaupt seelische Erregungen können das klopfende Herz beeinflussen, bringen es schneller zum Schlagen oder lassen den Pulsschlag stocken. Ein besonders reiches Netz von Nervenfäden breitet sich in der Herzwand aus; die Nervenästchen ko m en zu jeder Faser des Herzmuskels. Eine ganze Anzahl Verbindungsnerven führt zum allge einen Nervensyste m. Vor alle wichtig sind zwei, von denen der eine die Herzarbeit beschleunigt (Sy mpathikus), der andere sie verlangsamt (Vagus). Man önnte sie Peitsche und Zügel des Herzens nennen. Wenn das Herz krank wird Wenn Krankheitserreger oder deren Gifte (zum Beispiel bei Diphtherie) ins Herz gelangen, so rufen sie eine Herzmuskelentzündung hervor, die zu einer Herzschwäche führen kann. Auch die andern Muskeln werden angegriffen. Deshalb ist man nach überstandener Krankheit üde. In genügend langer Bettruhe können sich die Muskeln des Skelettes wieder erholen. Sie tun dies eist schneller als der Herzmuskel. Infektionskrankheiten (ansteckende Krankheiten) önnen schuld sein, dass die Herz klappen durch Entzündung ihre natürliche Spannung einbüssen. Sie werden entweder zu eng, was der Arzt am Rauschen des Blutes feststellen kann, wenn es gehindert durch die Klappen str ö mt. Oder sie werden zu weit, schliessen nicht ehr dicht, und ein Teil des Blutes fliesst wieder zurück. In beiden Fällen muss das Herz ver mehrte Arbeit leisten und vergrössert sich. Es entsteht eine Herzerweiterung. Ein Herzschlag kann verschiedene Ursachen haben, die das Herz zum plötzlichen Stillstand bringen: ein Blutgerinnsel (siehe S.52) im Herzen kann einen Teil seines Muskels ausschalten, so dass dieser nicht ehr arbeiten kann; eine altersschwach gewordene Ader zerreisst, oder eine grosse Erregung trauriger oder freudiger Art erhöht den Blutdruck besonders im hohen Alter der massen, dass eine Ader platzt. Zur Herzuntersuchung stehen de Arzt verschiedene Mittel zur Verfügung, so zum Beispiel das bekannte Holz oder Schlauchh örrohr (Stethoskop), mit de die Herztöne abgehört werden. Auch durch das Befühlen des Pulses erhält der Arzt wichtige Hinweise über den Zu stand des Herzens und des ganzen Blutkreislaufes. Er kontrolliert am Puls, ob das Herz gleich ässig arbeitet oder ob Störungen im Takt des Herzschlages festzustellen sind, ob es eine nor male Schlagzahl von 60 bis 80 in der Minute ausf ührt usw. Das Elektrokardiogram stellt eine Kurve der ganz feinen elektrischen Str ö e dar, welche die Herzmuskelarbeit begleiten. Es wird mit Hilfe einer besonderen Apparatur aufgezeichnet und gibt de Arzt die öglichkeit, einen Einblick in die Art und den Ort der Herzstörung zu tun. Die Blutgefässe Den Puls greift man gew öhnlich am Unterar m, direkt hinter de Handgelenk. Auf der Daumenseite befindet sich eine Stelle, wo eine Schlagader zie mlich nahe unter der Haut verläuft. Der Pulsschlag des Herzens ist nur in den Arterien sp ürbar. Auf sie geht der starke Blutdruck über, der unmittelbar aus de Herzen ko mt. Die grossen Adern in Herz nähe üssen einen Druck von etwa 1/6 Atmosphäre aushalten. Sie besitzen deshalb eine widerstandsfähig gebaute Wand, die starke Spannungen erträgt und nicht zusam ensinkt, auch wenn der Druck nach jede Pulsschlag nachl ässt. Der Blutdruck bleibt in verschiedenen öhen im er der gleiche, wodurch die inneren Organe stets gleich ässig mit Blut versorgt werden; jedoch braucht er jeweils einige Zeit, um sich anzupassen. Ein Flieger, der sehr rasch in grosse öhe aufsteigt, läuft deshalb Gefahr, dass der entstehende Überdruck der Adern die Aderwände sprengt (Nasen bluten). Bei der Verletzung einer Arterie ist es schwer, das stossweise ausströ mende Blut zu stillen. Da die efahr des Verblutens vorhanden ist, muss sie durch Unterbinden oder Zusam endr ücken mit der Hand geschlossen werden, bis der Arzt die weitere Behandlung überneh en kann. Die Schlagadern sind besonders gut geschützt. Nur an wenigen Stellen sind sie nahe der Oberfläche unseres Körpers zu finden. Die Arterie ist kein totes ebilde wie zum Beispiel ein Gu mischlauch. Sie besitzt selber auch Adern, welche für ihre Ernährung und Erhaltung sorgen. Ein ganzes Netz von Nerven kann sie erweitern oder verengen. Ähnlich wie das Herz stehen die Schlagadern daher mit unsere seelischen Leben in Verbindung. Ge ütserregungen können sie öffnen oder verengen, so dass ehr oder weniger Blut durchfliesst und entweder Erröten oder Erbleichen zur Folge hat. Je weiter die Adern vo Herzen entfernt sind, um so ehr verästeln sie sich. Auch werden sie entsprechend dünner. Wenn eine Leitung sich in viele Äste teilt, so gewinnt die Flüssigkeit, die darin fliesst, ehr Platz. Der Gesa mtquerschnitt der Zweigleitungen vergrössert sich gegenüber de Querschnitt der ursprünglichen Leitung. Das trifft für die Arterien in sehr hohe Masse zu. Wenn der Querschnitt der Ursprungsader aus de Herzen etwa 5 m2 betr ägt, so macht der Gesa mtquerschnitt sämtlicher abzweigender Schlagadern ein Hundertfaches aus. Das hat zur Folge, dass das Blut bei zuneh ender Verzweigung im er langsam er fliesst und dass der Blutdruck entsprechend sinkt. Folglich wird auch die Aderwand im er dünner. Die dünnsten Zweige der Arterien gehen schliesslich ohne Unterbruch in die feinsten Ver ästelungen der Venen über. Diese Kapillaren oder Haargefässe sind viel feiner als ein Menschenhaar und so eng, dass die mikroskopisch kleinen roten Blutkörperchen gerade noch durch zuschlüpfen ver ö gen. Da die Haargefässe in jede einzelne Muskelfaser, in alle ewebe des Körpers dringen, ist ihre Gesa mtlänge eine ungeheure. Wollte man alle Haargefässe eines Menschen zusam ensetzen, so könnte man damit unsere Erde ehr mals umspannen. In ihnen fliesst das Blut am langsamsten, denn hier ist der Ort des Stoffwechsels. Durch die hauchdünnen Wände der Kapillaren wandern Sauerstoff und Nährstoffe aus de Blut in die Zellen und ewebe, welche ihrerseits Kohlens äure und andere Abfallstoffe oder Schlacken an das Blut abgeben. Die Haargefässe vereinigen sich mit Nachbargefässen zu Adern von grössere Durch messer, den Venen. Diese leiten das Blut zum Herzen zurück. In ihnen herrscht kein so starker Druck wie in den Arterien; daher ist auch kein Pulsschlag zu sp üren. Entsprechend de schwachen Druck sind die Aderwände dünn; es sind schlaffe Schläuche (Abb. 32). Viele Venen liegen oberflächlich unter der Haut und sind daher leicht zu erkennen. Das Kohlens äure führende Blut schi m ert bläulich durch und wird als venöses Blut bezeichnet. Das sauerstoffhaltige, arterielle Blut hat eine hellrote Farbe.