Arbeitsblatt: kunstguss

Material-Details

Erklärung Kunstguss und Beschreibung des Sandformverfahren mit tabellarischer Übersicht der verschiedenen Verfahren und Anwendungsbereiche, zusätzlich mit Bilder von Werkzeugen der Giesserei.
Werken / Handarbeit
Metall
klassenübergreifend
2 Seiten

Statistik

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1463
3
03.08.2012

Autor/in

Rodolfo Sinopoli
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Kunstguss Der Begriff Kunstguss bezeichnet die Herstellung der Kopie eines plastischen, künstlerischen Objektes. Meist handelt es sich dabei um ein von einem Künstler geschaffenes Tonmodell. Vom Modell einer Skulptur oder eines Reliefs aus Ton oder Wachs wird mit einem geeigneten Material eine Negativform erstellt. In diese Negativform wird danach das verflüssigte Material („Speise) der herzustellenden Kopie gegossen. Nach der Erstarrung des eingegossenen Materials wird die Form von der fertigen Kopie getrennt. Innerhalb des Kunstgusses nimmt der Bronzeguss eine besondere Stellung ein. Das Verfahren wurde während der Bronzezeit entwickelt und wird in den Grundzügen noch heute verwendet. Es handelt sich um eines der ältesten Handwerke überhaupt. Über die Jahrtausende wurde die Technik lediglich verfeinert und erweitert. Die Verfahren des Kunstgusses sind vielfältig und umfassen u. a. die Techniken Wachsausschmelzverfahren, Sandformverfahren, die Verlorene Form sowie das Subtraktivformverfahren nach Benno Werth. (Wikipedia) Sandformverfahren: Diese Technik wurde schon in der Antike angewandt und hat in bestimmten Epochen sogar das Wachsausschmelzverfahren verdrängt. Heute ist sie vor allem in der Industrie gebräuchlich, doch kann sie auch vom Bildhauer verwendet werden. Das verfahren erlaubt die Reproduktion von verschiedenen Exemplaren von einem Hartmodell, ohne vorher eine Form von diesem Modell gemacht zu haben. Das Sandverfahren ist besonders geeignet für einfache Formen oder für solche, die ausserordentlich genau einzupassen sind. Dieses Verfahren ist kostengünstiger als das Wachsausschmelzverfahren. Die Sandformen halten höhere Temperaturen aus als die Formen aus Formerde und eignen sich für den Guss aller Legierungen. Das Originalwerk muss in einem harten Material ausgeführt sein: Gips, Metall, Plastik, etc. Besteht das Original aus Gips, wird es zuerst mit Gummilack behandelt, damit die Feuchtigkeit vom Sand nicht eindringt. Wenn verschiedene Abgüsse gewünscht werden, muss man jedes Mal eine neue Form aus Sand um das Originalstück machen, weil die Form nach dem Guss zerstört wird. Das Material der Form lässt sich wieder verwenden: es muss zerkleinert, gesiebt und angefeuchtet weren. Der Formsand ist ein Gemisch von Quarz (in Form von Sandkörnern) und Ton, der als Klebstoff dient. Es wird Wasser beigemischt um die gute Verbindung zwischen den Körnern zu gewährleisten und der Mischung die nötige Plastizität zu verleihen. Man kann natürlichen oder künstlichen Sand verwenden: von der Kornfeinheit hängt aber auch vom guten Zusammenpacken des Sandes um das Modell hängt die Formtreue des Abgusses ab. Der Sand wird rund um das Modell in übereinandergestellten, rechteckigen Kästen verdichtet. Je nach Zusammensetzung des Stückes, variiert die nötige Anzahl der Kästen. Im einfachsten Fall („ofener Guss), bei einem leicht aus der Form gehenden Relief, ist nur ein waagrecht gestellter auf den Abdruck gegossen. Bei einer Rundum-Skulptur, besteht die Form aus zwei Partien, die in zwei übereinaderliegenden Formkästen eingeschlossen sind. Die beiden Formhälften übernehmen je eine Abdruckseite, die Vorder- und die Hinterseite des Stückes. Für den Guss werden die Kästen senkrecht gestellt, wobei der Einfülltrichter oben zu liegen kommt (Das grosse Buch des Modellieren und Bildhauens, Philippe Clérin)