Arbeitsblatt: Harnwege

Material-Details

Exkretionssystem des Menschen mit gängigen Erkrankungen
Biologie
Anatomie / Physiologie
10. Schuljahr
10 Seiten

Statistik

101939
1464
6
12.08.2012

Autor/in

Karin Hägni
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung 5. Harnsystem • Sie können die einzelnen Aspekte des Harnsystems in ihrer korrekten Reihenfolge benennen • Sie können in eigenen Worten die Aufgaben des Harnsystems wiedergeben • Sie kennen die Erkrankung Harnwegsinfektionen und die entsprechende Prävention. • Sie kennen Ursachen, Symptome und Verlauf von Bettnässen. • Sie kennen den Begriff Inkontinenz. Der Mensch besitzt zwei Nieren, die etwa in Höhe des elften Brustwirbels bis zum zweiten Lendenwirbels und – schaut man von vorne – vor der Wirbelsäule, jedoch nicht in der Bauchhöhle liegen. Eine Niere ist im Durchschnitt 12 cm lang und wiegt ca. 150 Gramm. Die Nieren haben eine komplexe Aufgabe im Körper zu erfüllen. Wegen der enormen Filtrierleistung der Nieren werden sie stark durchblutet und in 24 Stunden von rund 1500 Litern Blut durchströmt. Die gesamte Blutmenge durchfliesst die Nieren also etwa 300 Mal pro Tag. Für die Filterfunktion sind verschiedene Strukturen in der Niere wichtig. Die grundlegende Funktionseinheit der Niere heisst Nephron. In einer gesunden Niere sind etwa eine Million Nephrone vorhanden. Die Nephrone bestehen aus einem Gefäßknäuel (Glomerulus), das einem Filter gleich zusetzen ist und von der Bowmannschen Kapsel umgeben wird. Diese führt den Primärharn in die Nierenkanälchen und schliesslich ins Sammelrohr. „Das Produkt der Nierentätigkeit ist der Harn, dessen Bildung in den Nierenkörperchen (Glomerulus) beginnt. Da die abführenden Kapillargefässe der Kapillarknäuel enger sind als die zuführenden, staut sich das Blut. Dadurch erhöht sich der Duck in den Kapillarknäueln und die Blutflüssigkeit wird zwischen den Zellen der Kapillarwand hindurch in die Bowmansche Kapsel gepresst. Das dabei entstehende Filtrat nennt man Primärharn. Blutzellen oder sehr grosse Moleküle wie Bluteiweisse können die Kapillarwand nicht passieren. In den Nieren werden pro Tag ca. 170 Liter Primärharn gebildet. Er enthält viel Wasser, gelöste Salze und Traubenzucker. Auf dem Weg durch die Nierenkanälchen und Sammelröhrchen wird aus dem Primärharn ein Grossteil des Wassers und der Salze sowie der gesamt Traubenzucker zurückgewonnen (Resportion). Nur noch etwa ein Liter Endharn gelangt in die Harnblase und wird als Urin ausgeschieden. Dieser enthält vor allem Wasser und Harnstoff, aber nur wenig Harnsäure. Somit regulieren die Nieren nicht nur den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers, sondern sind auch für die Reinigung des Blutes von giftigen Stoffwechselprodukten verantwortlich. Ausserdem spielen sie eine wichtige Rolle bei der Rückgewinnung des Traubenzuckers.-Natura Die Niere übernimmt noch weitere wichtige Funktionen in unserem Körper: sie ist für die genaue Regelung des Wasser- und Salzhaushaltes unseres Körpers zuständig und somit wiederum auch für den Blutdruck. Zudem produziert sie Hormone, die die Bildung von roten Blutkörperchen anregt und sie wandelt die inaktive Vorstufe von Vitamin in die aktive Form um. Ist die Niere geschädigt, kann die Filterfunktion durch die Dialyse (Nierenersatztherapie) und andere Aufgaben durch die Gabe von Medikamenten (z. B. Blutdrucksenker, aktives Vitamin oder EPO) weitgehend ersetzt werden. Bei Kindern sehen die Verhältnisse ein wenig anders aus: Sie sind noch kleiner, entsprechend haben sie auch weniger Blut und es wird weniger Primärharn (bei 3jährigen ca. 35 Liter und bei 10jährigen Kindern etwa 80 Liter) produziert. Es werden, je nach Grösse des Kindes schlussendlich 0.3 – 1.5 Liter Harn (Urin) gebildet. Von der Niere führen Harnleitern in die Blase und wird dort zwischengespeichert. Bei kleinen Kindern ist die Speicherzeit kurz und die Blasenentleerung kann noch nicht kontrolliert werden. Bis zum dritten Lebensjahr lernen sie dies aber zumeist (mindestens tagsüber). Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung BETTNÄSSEN – PRIMÄRE ENURESIS NOCTURNA Ab wann spricht man von Bettnässen? Normalerweise lernen Kinder ab ca. dem 2. Jahr, ihre Blase zu kontrollieren. Von Bettnässen spricht man, wenn ein Kind ab 5 Jahren noch mindestens 2x pro Monat ins Bett macht. Primäre Enuresis ist die häufigste Form von Bettnässen und bedeutet: ein Kind ist von Geburt an nie länger als 6 Monate trocken gewesen. Betroffen sind ca.10% der 7jährigen, 5% der 10jährigen und ca. 1% der Erwachsenen. Bei der primären Enuresis unterscheidet man zwischen: isolierter Enuresis nocturna (ausschliesslich Nachtnässer); ca. 80% aller Bettnässer gehören dazu. Diese Kinder nehmen während des Schlafes meistens keinen Harndrang wahr. Zudem sind sie schwer weckbar. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Enuresis nocturna diurna (Nacht- und Tagnässer); etwa 15% der Betroffenen gehören dazu. isolierter Enuresis diurna (nur Tagnässer) – betroffen sind etwa 5%. Sekundäre Enuresis Kinder, die trocken waren und aufgrund einer organischen Erkrankung oder einer interfamiliären Konfliktsituation (z.B. Scheidung der Eltern oder Geburt eines kleinen Geschwisters) wieder ins Bett machen. Die sekundäre Enuresis betrifft etwa 20% der Bettnässer. Mögliche Gründe der primären Enuresis nocturna Entwicklungsverzögerung: Rund 99% aller Kinder werden bis zum Ende des Jungendalters spontan (von sich aus) kontinent – ein Umstand, der stark für eine Reifungsverzögerung – zum Beispiel der Blase – spricht. Genetische Disposition: 77% der Eltern, die früher selber länger als normal eingenässt haben, bekommen Kinder, die ebenfalls Bettnässer sind. Psychologischer Aspekt: interfamiliäre Konfliktsituationen wie Scheidung der Eltern, Geburt eines kleinen Geschwisters etc. ADH-Mangel: Manche Ärzte vermuten einen nächtlichen Mangel an antidiuretischem Hormon (ADH). ADH drosselt die Urinproduktion. Der ADH-Spiegel ist normalerweise nachts höher als am Tag. Diagnostik Eine gründliche Anamnese steht im Vordergrund. Entscheidend ist die Abgrenzung von anderen Enuresis-Formen, die unter anderem organische Ursachen haben können. Die Basisdiagnostik beschränkt sich auf eine gründliche körperliche Untersuchung; einen Ultraschall der Blase, bei welchem die Blase in vollem und in leerem Zustand auf ihre Grösse ausgemessen wird; eine Urindiagnostik, um allfällige Infekte zu erkennen respektive auszuschliessen. Therapien Die spontane Heilung liegt bei ca. 15%. Wichtig ist die Verhinderung psychosozialer Konflikte, das heisst, die Eltern sollten gelassen bleiben. Das Kind wird aktiv ins Behandlungskonzept einbezogen: z.B. mit einem Trink- und Biselkalender. Trinktherapie: Das Kind trinkt zu wenig, aus Angst vor dem Einnässen; die Blase bleibt in der Folge zu klein und muss durch ein entsprechendes Trinkverhalten gedehnt werden. Wecktherapie: Ein Sensor, in eine Damenbinde eingelegt, gibt bei den ersten Urintropfen akustisches Signal. Die Eltern wachen auf, wecken das Kind, das auf dem Klo die Blase leert. Während des 4 bis 6wöchigen Trainings nehmen die Kinder den Harndrang mit der Zeit vor dem Alarm wahr. Am Ende der Behandlung schlafen die Kinder trocken durch oder sie wachen rechtzeitig auf, um die volle Blase zu entleeren. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 70%. Gemäss Fachärzten ist dies die erfolgreichste und kostengünstigste Methode gegen das Bettnässen – und zudem frei von gefährlichen Nebenwirkungen. Medikamentöse Therapie: Desmopression (DDAVP), meist als Nasenspray verabreicht, ein synthetisches Analogon zum ADH, reduziert die nächtliche Urinausscheidung. Allerdings kann eine längere Behandlung mit DDAVP zu Überwässerung des Körpers und Vergiftung durch Elektrolyt-Verschiebungen und dadurch bedingten zerebralen Krampfanfällen führen. Um das zu vermeiden, darf das Kind bei Anwendung am Abend nicht mehr viel trinken. Zudem werden nach Abbrechen der Therapie 80% der Kinder rückfällig. Und: DDAVP ist extrem teuer. Alles Gründe, die von fachärztlicher Seite gegen eine solche Therapie sprechen. Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung Psychologische Betreuung: eine solche empfiehlt sich, falls die Enuresis nocturna auf tieferliegende psychische Konflikte zurückzuführen ist und symptomorientierte Behandlungen nichts helfen. Unnötige Untersuchungen Oft sind Hausärzte und Kinderärzte nicht ausreichend über Enuresis informiert. Die Folgen: sie führen das Einnässen fälschlicherweise oder zu früh auf psychische Ursachen zurück. Oder sie betreiben überflüssige Diagnostik: z.B. Blasenspiegelung, die zudem ausgesprochen unangenehm ist; Harnflussmessung, die nur bei der seltenen Enuresis diurna angebracht ist; zu leichtfertiges Verschreiben des diuretischen Hormonersatzes. Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung Chronische Verstopfung bei Kindern-Enkopresis Eine bekannte, aber tabuisierte Problematik Chronische Verstopfung bei Kindern ist ein häufiges Phänomen. Rund 40 Prozent aller Konsultationen bei einem Magen-Darm-Spezialisten betreffen Verstopfung. Häufig sind es die Eltern, die erzählen, dass ihr Kind über mehrere Tage bis Wochen lang nicht stuhlen kann, selten klagt das Kind über Beschwerden wie zum Beispiel Bauchweh. Allzu selten wird ein Stuhlschmieren/Einkoten beim Arzt angesprochen. Denn gerade dieses Symptom sollte behandelt werden (siehe unten). Körperliche Grunderkrankungen selten Der Kinder- oder Spezialarzt (Magen-Darm-Spezialist in grösseren Kinderkliniken) klärt mit diversen Untersuchungen ab, ob eine Krankheit hinter der chronischen Verstopfung steckt. Bereits die ausführliche Befragung und der Tastbefund zeigen in den meisten Fällen auf, dass keine körperliche Ursache die Verstopfung verursacht. Zu den wenigen Grunderkrankungen, die eine Verstopfung zur Folge haben können, gehören die Weizenunverträglichkeit (Zöliakie) und eine Schilddrüsenunterfunktion. Mit Bluttests werden diese Krankheiten ausgeschlossen. Selten ist auch eine Schleimhaut- Gewebeprobe im Darm nötig, um eine seltene Nervenkrankheit (Morbus Hirschsprung) auszuschliessen. Ursachen Liegt keine Grunderkrankung vor, nennen die Fachleute die Verstopfung funktionell. Dies ist in 95 Prozent aller Abklärungen der Fall. Als Ursache werden mehrere Theorien diskutiert. Die meistgenannte ist die des „schlechten Erlebnisses: Dabei ist der Stuhl im Enddarm einmal sehr hart und das Kind kann in der Folge die zum Teil sehr grossen, «verbackenen» Kotballen nicht aus eigener Kraft und ohne Schmerzen herauspressen. Oder das Kind stuhlt einmal sehr viel Masse und erschrickt ob dem „stinkenden Material, das aus seinem Körper gekommen ist. Mit Folgen: Nach solch einem Erlebnis weigert sich das Kind, auf die Toilette zu gehen oder den Stuhl in die Windeln zu machen. Es hält instinktiv den Stuhl zurück und fördert so wiederum die Verstopfung. Ein Teufelskreis beginnt. Typisch für diese Ursache: Das Kind führt eine Art „Veitstanz auf, bevor es stuhlen kann. Weitere Ursachen von Verstopfung sind: Veranlagung/Vererbung, ungenügende Ballaststoffe in der Ernährung, Medikamente, Entzündungen im Schliessmuskel (Schmerz beim Stuhlen), zuviel Milchprodukte (wenig Ballaststoffe), aber auch psychologische Gründe (Stress, Zwänge). Stuhlschmieren als unangenehme Folge Durch die chronische Verstopfung weitet sich der Darm aus, der Betroffene spürt nicht mehr, wenn er voll ist. Er nimmt nicht wahr, wenn sich frischer, noch flüssiger Kot an den festen Stuhlballen vorbeischiebt. Die Folgen sind „Bremsspuren in der Unterhose. Der Fachausdruck heisst Enkopresis (Einkoten/Stuhlschmieren). Weil das Symptom sozial sehr belastend sein kann (es stinkt), ist eine möglichst frühe Abklärung bei einem Kinderarzt wichtig. Denn die Behandlung dauert mindestens so lange, wie die Beschwerden gedauert haben. Therapie Das Ziel der Behandlung bei funktioneller Verstopfung ist einfach: das Kind soll wieder schmerzfrei stuhlen können und soll realisieren, dass das ganz einfach geht. Es soll Vertrauen finden und loslassen können. Damit der Stuhlgang weich bleibt, werden Abführmittel empfohlen. Unter ärztlicher Aufsicht und mit neuen Produkten, die den Darm nicht austrocknen, ist deren Einsatz unbedenklich. Harter Stuhl wird mit Hilfe von Einläufen gelöst. Selten und nur in schweren Fällen muss der Darm operativ und unter Narkose ausgeräumt werden. Für den spielerischen Zugang und um eine gewisse Struktur aufzubauen, empfehlen Fachleute für zu Hause ein Belohnungssystem und Rituale. Zum Beispiel: regelmässig nach dem Essen für 10 Minuten mit einem Büechli auf die Toilette sitzen. Alle diese Behandlungen erfordern Disziplin über mehrere Wochen von Seiten der Eltern und des Kindes. Wenn diese Behandlung keinen Erfolg zeigt, ist eine psychologische/psychiatrische Betreuung notwendig, um allenfalls psychische Begleitstörungen zu behandeln. Viele Betroffene finden auch Hilfe in alternativen Methoden wie Homöopathie oder Entspannungsmassagen. Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung Harnwegsinfektion bei Kindern Besiedeln Bakterien die Harnwege, spricht man von einer Harnwegsinfektion. Dabei können sich die Erreger in der Harnröhre, in der Blase, in den Harnleitern oder in den Nieren befinden. Ein Harnwegsinfekt kann ohne Beschwerden ablaufen, er ruft aber in vielen Fällen typische Krankheitserscheinungen hervor. Diese sind von der Hauptlokalisation des Infekts abhängig. Befallen die Erreger die Nieren, handelt es sich um eine Nierenbeckenentzündung. Diese ist wesentlich schwerwiegender, da sie starke Schmerzen sowie bleibende Nierenschäden auslösen kann. Welche Ursachen hat eine Harnwegsinfektion? Für eine Harnröhren- oder Blasenentzündung sind in den meisten Fällen aufsteigende Bakterien verantwortlich. Normaler Weise sind Harnblase und Harnröhre nur von wenigen Bakterien besiedelt, da der ständig durchfließende Urin die Harnwege auswäscht und der Blasenschließmuskel die Barriere für aufsteigende Keime bildet. Bei einem übermäßigen Eindringen der Krankheitserreger in die Harnröhre können diese Reinigungsmechanismen jedoch versagen und die Bakterien sich bis in die Harnblase stark ausbreiten. Mädchen sind von einer Harnwegsinfektion viel häufiger betroffen als Jungen, da die weibliche Harnröhre von Natur aus viel kürzer ist. Das vereinfacht den Bakterien den Aufstieg zur Blase. Überdies liegt die Harnröhre, eine Art Eintrittspforte für Bakterien, in der Nähe der Scheide und des Darmausgangs. Dort befinden sich ebenfalls potenzielle Krankheitserreger. Die Verunreinigung mit solchen Mikroorganismen ist bei Mädchen daher die häufigste Ursache von Harnwegsinfektionen. Bei Buben ist die Nicht-Beschneidung ein Risikofaktor, da sich unter der Vorhaut Keime ansammeln können. Bei jungen Frauen können Geschlechtsverkehr, Schwangerschaft, übertriebene Reinlichkeit oder Schaumbäder eine große Rolle bei der Ursache von Harnwegsinfekten spielen. Eine Nierenbeckenentzündung wird im Neugeborenenalter fast immer durch Erreger ausgelöst, die über das Blut in die Nieren gelangen. Ab dem Säuglingsalter kann eine aufsteigende Harnwegsinfektion auch zur Nierenbeckenentzündung führen. Das Risiko eines Harnwegsinfekts ist bei Fehlbildungen der Harnwege oder bei funktionellen Störungen erhöht, z. B. bei einem Reflux (Rückfluss von Urin von der Blase in die aufsteigenden Harnleiter) oder einer Blasenentleerungsstörung. Der Infekt kann allerdings auch ohne lokale prädisponierende Faktoren (z. B. bei Diabetes mellitus) ausgelöst werden. Welche Symptome treten auf? Ein Symptom des Harnwegsinfekts ist das Brennen beim Wasserlassen (Miktion). Daneben müssen Patienten öfter Wasser lassen als sonst; der Harndrang ist verstärkt. Ein weiteres Symptom kann ein unbeabsichtigtes Einnässen sein. Tritt das Brennen erst gegen Ende der Miktion auf, handelt es sich eher um einen Blaseninfekt, brennt es während der gesamten Miktion, so kann vorwiegend die Harnröhre betroffen sein. Fieber tritt gewöhnlich nicht auf. Bei einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommen Fieber, Schmerzen im Nierenbereich und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands dazu. Auch Übelkeit und Erbrechen sind keine Seltenheit. Vor allem jüngere Kinder sind hiervon betroffen. Die beschriebenen Anzeichen einer Blasenentzündung können hinzu kommen. Wie stellt der Arzt die Diagnose? Die Diagnose wird durch die Symptome, die Untersuchung des Urins und eventuell durch eine Blutuntersuchung gestellt. Bei einem Harnwegsinfekt finden sich im Urin vermehrt Bakterien und weiße Blutkörperchen. Bei einer Nierenbeckenentzündung sind zudem bestimmte Entzündungswerte im Blut erhöht, wie z. B. die weißen Blutkörperchen und das CRP, ein spezieller Entzündungswert. Die Urinprobe wird unter dem Mikroskop analysiert. Da die Erreger aber auch beim gesunden Kind vorkommen, stufen Ärzte einen Laborbefund erst bei mehr als 100.000 Keimen pro Milliliter Blut als krankhaft ein. Die Urinprobe wird schnellstmöglich ohne Aufbewahrung im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur in einem mikrobiologischen Labor geprüft. Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung Bei einem eindeutigen Harnwegsinfekt sind zur erweiterten Diagnostik ein Ultraschall der Nieren und ableitenden Harnwege, eine Röntgen-Kontrastmittel-Untersuchung (ein so genanntes MCU, Miktionscysto-Urogramm) sowie eine Kontrastuntersuchung der Niere (ein DMSA-Scan) erforderlich. Möglichkeiten der Behandlung Das Ziel einer Behandlung ist die Elimination der Krankheitserreger und die Wiederherstellung oder die Erhaltung des guten Allgemeinzustands. Die Grundbehandlung erfolgt mit bestimmten Antibiotika, die bewirken, dass schon nach kurzer Zeit eine deutliche Besserung der Symptome eintritt. Hat das Kind durch Erbrechen oder Trinkunlust einen Flüssigkeitsmangel erlitten, so wird dieser durch die Gabe von Elektrolytlösungen manchmal auch als Infusion ausgeglichen. Daneben ist es empfehlenswert, dem Kind reichlich Flüssigkeit anzubieten, darunter auch Blasentee. Dieser erhöht die Urinproduktion der Nieren und sorgt so für eine bessere Spülung der ableitenden Harnwege. Es sollte auf eine regelmäßige und vollständige Blasenentleerung sowie einen regelmäßigen Stuhlgang geachtet werden. Infektionen der Harnwege sollten auf jeden Fall unter ärztlicher Aufsicht und so früh wie möglich, am besten innerhalb der er ersten 24 Stunden, medikamentös behandelt werden. Ansonsten kann es zu schweren Schäden und Funktionseinschränkungen der Nieren kommen. In manchen Fällen bei einer anatomischen Ursache wie z. B. einem Reflux kann auch eine Operation notwenig sein, um wiederkehrende Infekte zu verhindern. Wenn Ihr Kind sehr häufig unter Blaseninfektionen leidet, liegt sehr wahrscheinlich eine Fehlbildung der Harnwege oder ein Reflux vor. In diesem Fall wird eine Prophylaxe mit einer einmaligen, niedrig dosierten Antibiotika-Gabe jeweils abends durchgeführt. Diese wird individuell und je nach Befund der Arzt mit Ihnen genauer besprechen. Wie lange dauert die Therapie einer Harnwegsinfektion? Bei Mädchen etwa ab dem achten Lebensjahr genügt bei einem Blasen- oder Harnröhreninfekt meistens eine Behandlungsdauer von drei bis fünf Tagen, während bei Mädchen bis zum achten Lebensjahr und bei Jungen oft eine komplizierte Infektion vorliegt. Bei dieser Patientengruppe wird eine Mindestbehandlungsdauer mit Antibiotika von sieben bis zehn Tagen empfohlen. Die Therapiedauer einer Nierenbeckenentzündung beträgt zehn bis 14 Tage, die ersten Gaben intravenös. Ein zu frühes Absetzen der Antibiotika-Therapie kann ein erneutes Aufflammen des Infekts und eine Resistenzentwicklung der Erreger zur Folge haben. Bei einem Harnröhren- oder Blaseninfekt ist eine Bettruhe nicht erforderlich. Das Kind kann normal am täglichen Leben teilnehmen und den Kindergarten bzw. die Schule besuchen. Was können Sie gegen eine Infektion tun? Achten Sie nach der Behandlung Ihres Kindes unbedingt darauf, dass es nicht zu einer Neuinfektion kommt. Wenn der Arzt eine Prophylaxe empfohlen hat, sollte Ihr Kind die Antibiotika-Gabe jeweils abends zu sich nehmen. Je nach Ursache der Harnwegsinfektion kann sich die Behandlung über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis zu mehreren Jahren erstrecken. Ein bewährter und wirksamer Schutz ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und die damit verbundene regelmäßige Blasenentleerung. Ihr Kind sollte zudem in regelmäßigen Abständen vom Kinderarzt zur Harnkontrolle und eventuell zur Ultraschallkontrolle untersucht werden. AutorInnen: Dr. Carolina Toepfer, Dr. Peter Voitl Vorhautverengung Phimose Eine Vorhautverengung, in der medizinischen Fachsprache auch Phimose genannt, ist bei Kleinkindern normal. Sie wird viel zu häufig operativ entfernt. Oft nur darum, weil sich die Eltern nicht richtig verhalten. Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung Die Phimose ist eine Verengung der Penisvorhaut. Sie verunmöglicht das Zurückziehen der Vorhaut über die Eichel. Bis zum vierten Lebensjahr ist eine Verklebung, zwischen Eichel und Vorhaut normal. Mit der Zeit sollte sich die Verklebung aber lösen. Besteht die Verengung bis nach dem dritten Lebensjahr, sollte eine Abklärung beim Arzt in Erwägung gezogen werden. Sollten in den ersten Lebensjahren wiederholt Entzündungen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen) auftreten, so liegt eine behandlungsbedürftige Phimose vor. Folgende Anzeichen deuten auf eine Phimose hin: · Der Urinstrahl ist sehr dünn, die Vorhaut bläht sich beim Wasserlassen ballonartig auf · Rötung, Schwellung und Schmerzen beim Wasserlassen · Die Vorhaut lässt sich nach dem vierten Lebensjahr nicht über die Eichel zurückschieben Was sind die Ursachen? Eine Phimose kann angeboren sein oder durch Vernarbung entstehen. Dies besonders dann, wenn verfrüht versucht wurde die Vorhaut zurückzuschieben. Viele Eltern glauben, dass sie den Penis unter der Vorhaut reinigen sollten. Dadurch können aber Einrisse und Verletzungen entstehen, die Narben zurücklassen und die Verengung nur noch enger machen. Ebenfalls kann es so zu Entzündungen kommen, die sehr schmerzvoll sein können. Wie wird therapiert? Eine Behandlung der normalen Verklebung, die in den ersten Lebensjahren vorkommt, ist nicht notwendig. Besteht nach dem vierten Lebensjahr noch eine leichte Verengung der Vorhaut ohne Narben und ohne Beschwerden, so kann zugewartet werden. Verklebungen bei normal weiter Vorhaut können ohne Beschneidung gelöst werden. Kommt es zu Entzündungen oder ist die Vorhaut narbig verändert und verengt, ist eine Zirkumzision oder Beschneidung, also eine operative Verkürzung der Vorhaut, nötig. Allerdings kann ambulant operiert werden, das Kind muss also nicht im Spital übernachten. Die Operation wird in Allgemeinnarkose und zusätzlicher lokaler Betäubung durchgeführt. Der Chirurg entfernt den verengten Teil der Vorhaut, indem er die Vorhaut kreisförmig umschneidet. Anschliessend werden die Schnittkanten vernäht. Es bestehen mehrere Möglichkeiten: Die plastische Zirkumzision und die radikale Zirkumzision. Bei der radikalen Form liegt die Eichel frei. Bei der plastischen Variante, wird die Vorhaut so abgeschnitten, dass sie noch etwa die Hälfte der Eichel bedeckt. Als mögliche Komplikation können hier wiederum Narben entstehen und die Operation muss erneut durchgeführt werden. Ebenfalls eine partielle Zirkumzision wird durch die Plastic-Bell-Methode erreicht. Hier wird eine Plastikglocke über die Eichel geschoben. Die Vorhaut wird anschliessend am Glockenrand angebunden. Nach ein paar Tagen verfault sie und fällt ab. Diese Methode wird meistens im Kleinkindesalter durchgeführt. Welche Variante angebracht ist, sollte der Arzt vor der Operation mit den Eltern besprechen. Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung Erkrankungen des Harnsystems: Fachausdruck Erklärung des Krankheitsbildes Auswirkungen im Alltag (Symptome): Ursache Was heisst das für Sie konkret in der Kita: Chronische Verstopfung Evt. Psychische Ursachen Angeborene Krankheiten Wasserlösen während des Psychische Einflüsse Schlafens: über 5jährige Genetische Vererbung mehr als 2 Mal pro des spät Monat Trockenwerdens „Bremsspuren Stuhlschmieren Kinder schämen sich Verstopfung behandeln psychische Ursachen behandeln Belohnungsplan wickeln Eltern informieren Kinder nicht ausschimpfen Kind merkt es erst hinterher, dass es Wasser lassen musste Wechselkleidung regelmässiger Toilettengang Kinder nicht blossstellen HWI Harnwegsinfektion Erkrankung von Nieren und oder Harnwegen Bakterien (oft Enddarm-bakterien) Fehlbildungen der ableitenden Harnwege Häufiges Wasserlassen (kleine Mengen) Brennen Schmerzen Urin riecht evtl. streng organische Ursachen ausschliessen Belohnungskalender Abwarten Abends keine grossen Trinkmengen Antibiotika Viel Trinken Phimose Vorhautverengung Vorhaut des Penis ist zu eng Fehlbildung Vernarbung nach zurück ziehen der Vorhaut Dünner Urinstrahl und ballonartiges Aufblasen der Vorhaut (bei kleinen Jungs ok) Penisspitze evtl gerötet oder geschwollen Enkopresis Einkoten Enuresis Einnässen Unkontrollierter Abgang von Stuhl Spur in der Unterhose Therapie: Quellen: Operation Verklebung (bis zum 3. Lebensjahr normal) Bei Schmerzen an HWI denken Wickeln: keine Stuhlgangbakterien in die Scheide wischen Beim Waschen die Vorhaut nicht zurück schieben Bei Entzündungen Eltern informieren Berufsfachschule Winterthur Fachfrau/Fachmann Betreuung