Arbeitsblatt: Zivilcourage 1. Teil
Material-Details
3 Jugendliche gewinnen prix courage
Einleitung zum Thema Zivilcourage
1. S. Bluewin Nachricht
2. S. Beobachter Interview
Lebenskunde
Ethik / Moral
7. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
104016
1219
14
24.09.2012
Autor/in
ame (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Drei Teenager erhalten Prix Courage für die Rettung eines Schwimmers Ramon Amrhein, Dines Dzaferi und Shqiprim Olluri erhalten den Prix Courage Bild: Keystone Der diesjährige Prix Courage geht an drei Teenager, die mit ihrem mutigen Eingreifen einen zweifachen Familienvater vor dem Ertrinken retteten. Die drei Freunde erhalten zusammen 25 00 Franken. Ihre mutige Tat vollbrachten Dines Dzaferi und Shqiprim Olluri aus Basadingen im Kanton Thurgau und Ramon Amrhein aus Pfäffikon im Kanton Zürich an einem heissen Vormittag im August 2011, wie es an der Preisverleihung hiess. Die Schüler trafen sich in Diessenhofen TG, um zu baden und von der Rheinbrücke in den Fluss zu springen. Plötzlich hörten sie aber Hilfeschreie und sahen einen Schwimmer, der einen Krampf hatte und in Panik um sich schlug. Die drei handelten sofort: Amrhein (16) und Dzaferi (15) sprangen von der Brücke und schafften es, den 46-Jährigen ein Stück flussaufwärts und an Land zu ziehen. Dort wartete bereits Olluri (15), der inzwischen die Rettungskräfte alarmiert hatte und den beiden half, den Familienvater an Land zu ziehen. Während andere nur zuschauten und nichts unternahmen oder gar im Weg standen, haben Shqiprim, Ramon und Dines gehandelt und einen Menschen gerettet, begründete SPStänderätin und Jurypräsidentin Pascale Bruderer die Wahl. Die drei jungen Männer verdienten den Preis, weil sie der hilfsbereiten und verantwortungsbewussten Jugend ein Gesicht gäben. Ein Gesicht, das wohltuend anders ist als die negativen Schlagzeilen, die Jugendlichen sonst häufig gewidmet werden. Quelle: Bluewin Beobachter: Seid ihr überrascht, dass eure Tat mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurde? Shqiprim: Überrascht? Mann, als der Preis verkündet wurde, bekam ich Gänsehaut, und das Herz rutschte mir in die Hose. Ramon: Ich dachte, auf den Publikumspreis hätten wir vielleicht Chancen, weil wir alle unsere Freunde gebeten hatten, für uns zu stimmen. Aber mit dem Jury preis hätte ich nie gerechnet. Dines: Vor allem weil die anderen Kandidaten alle auch Unglaubliches geleistet haben. Der Taxifahrer zum Beispiel, der jemanden aus dem brennenden Auto rettete, den fand ich krass. Oder auch Rolf Sigg, der den Publikumspreis gewonnen hat. Der war echt mutig – nicht nur in einem bestimmten Moment, sondern über längere Zeit. Shqiprim: Ja, eigentlich hätte jeder der Kandidaten diesen Preis verdient. Beobachter: Was macht ihr mit dem Preisgeld? Ramon: Ich hab vor ein paar Wochen die Lehre als Tierpfleger begonnen und verdiene im Monat ein paar hundert Franken. Und jetzt bekomme ich auf einmal über 8000 Franken? Das ist viel Geld. Ich weiss noch nicht, was ich damit tue. Shqiprim: Also, verpulvern werd ichs jetzt nicht. Ich legs erst mal auf die Bank. Dines: Ich auch. Vielleicht spar ich für ein Auto oder so. Beobachter: Bei der Rettung waren andere anwesend, doch niemand hat gehandelt. Warum nicht? Ramon: Die anderen Leute standen da wie erstarrt. Ich glaube, die wussten schlicht nicht, was tun. Die waren überrumpelt. Und vielleicht hofften sie, jemand anders würde helfen. Dines: Ein paar von ihnen sagten uns später, sie hätten gedacht, der Mann sei ein Bekannter von uns und mache bloss Spass. Aber das ist eine seltsame Aussage. Jemand, der so um Hilfe ruft, macht doch keinen Spass. Beobachter: Ihr dagegen habt kurzentschlossen gehandelt. Warum? Shqiprim: Weil dieser Mann um Hilfe gerufen hat. Wir mussten einfach helfen. Wenn ich tatenlos zugesehen hätte, wie er langsam in den Fluten untergeht – ich hätte wahrscheinlich nie wieder ruhig einschlafen können. Beobachter: Ihr seid mit 16 und 17 Jahren sehr junge Preisträger. Macht euch das stolz? Ramon: Ja, auf jeden Fall. Manche Erwachsene glauben, Jugendliche machten hauptsächlich Schwierigkeiten und sonst nichts. An unserem Beispiel sehen sie, dass junge Menschen eigentlich ganz in Ordnung sind. Manchmal sogar mutiger als Erwachsene. Dines: Und vielleicht können wir für an dere Jugendliche sogar eine Art Vorbild sein. Damit sie sehen, dass es richtig ist und sich lohnt, auch einmal seinen ganzen Mut zusammenzupacken, wenns nötig ist. Quelle: Beobachter