Arbeitsblatt: Orcas
Material-Details
Sachtext zu Orcas mit Fragen zum Text
Deutsch
Textverständnis
7. Schuljahr
3 Seiten
Statistik
107291
1290
16
22.11.2012
Autor/in
Alexandra Ebneter
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Orcas: Zweierlei Jagdszenen Auf einem Felsen in Nordland, Nordnorwegen, wurden zahlreiche Tierbilder in den Stein geschliffen: Bären, Gänse, Rentiere, Elche und zwei Wale. Der kleine, 1 lange ist wahrscheinlich ein Schweinswal; der grosse, 7,63 lange ist eindeutig ein Schwertwalmännchen. Die Felszeichnungen sind schätzungsweise 7000 Jahre alt – also kamen schon damals Schwertwale in den Tysfjord, den tiefsten und über 60 km langen Fjord Norwegens. Und sie kommen immer noch. Heringe im Überfluss Jedes Jahr von Oktober bis Januar kommen rund 500 Orcas (Schwertwale) vom offenen Meer in den Tysfjord, weil sie dann besonders reiche Nahrung finden. Heringschwärme, die sich den Sommer über in ihrem Nahrungsgebiet in Island aufgehalten haben, suchen im Winter den geschützten Tysfjord auf. Ihre Anzahl wird auf mehrere hundert Millionen geschätzt, das sind dreieinhalb bis vier Millionen Tonnen Fisch – genug für die norwegischen Fischer, genug für die Orcas. Obwohl jeder Schwertwal 100 bis 200 kg Hering am Tag vertilgt, macht das nur 1 des gesamten Bestandes aus. Tysfjord Gut organisierte Jagd Das Erbeuten der Heringe ist ein wohlorganisiertes Unternehmen: Ein Schwertwal taucht auf etwa 200 Meter hinab, wo sich die Heringe aufhalten, und scheucht sie durch seine Bewegungen und durch die Klicklaute, die er pausenlos aussendet, in Richtung Wasseroberfläche. Dort werden sie von anderen Orcas in einem regelrechten Belagerungsring eingekreist und zu einem Knäuel zusammengetrieben. Mit kräftigen Hieben der Schwanzflossen (Fluken) werden die Fische betäubt oder gar getötet und können – einer nach dem anderen – verspeist werden. Wo Orcas jagen, da sind auch unzählige Möwen. Sie stürzen sich mit Geschrei auf die Fische, die auf dem Wasser treiben, und versuchen, sich damit in die Luft zu erheben. Meistens erfolglos, denn ganze Heringe sind zu schwer, die Vögel müssen sich mit einem Stück begnügen. Die Jagdszenen Tail-slapping – Schwanzschlagen – nennt man die kräftigen Flukenhiebe der Orcas, mit denen sie die Heringe betäuben oder töten. Wird eine Gruppe zu gross, gründet eine der Mütter mit ihren Jungen eine neue Familie. Jede hat ihren eigenen Familien-Dialekt mit mehr als zehn „privaten Rufen. bieten ein eindrückliches Schauspiel: Der Zuschauer ahnt die eingekreisten Fische unter Wasser, sieht und hört die schwanzschlagenden Orcas auf dem Wasser, das Möwengeflatter und -gekreisch über der Wasseroberfläche, und hoch oben in der Luft segelt majestätisch ein Seeadler, der das Ganze scharf beobachtet, um sich zu gegebener Zeit herabzustürzen und ebenfalls Beute zu machen. Ein idealer Ort für Walforschung Seit Mitte der achtziger Jahre kommen Wissenschafts-Teams aus der ganzen Welt an den Tysfjord, um das Verhalten der Schwertwale zu studieren. Sie sind fähig, die Gruppen auseinanderzuhalten und die einzelnen Tiere zu identifizieren. Eine Gruppe besteht jeweils aus dem ältesten Weibchen, ihren Kindern und Enkeln und umfasst 12 bis 15 Tiere. Die Söhne paaren sich mit Weibchen aus anderen Gruppen Schwertwal-Männchen können bis zu zehn Meter lang werden. und kehren dann wieder zu ihrer Mutter zurück. Sie kümmern sich nicht um ihre eigenen Kinder, dafür um die Kinder ihrer Schwestern und um ihre jüngeren Geschwister. Orcas werden rund 70 Jahre alt. Walforscher erkennen die einzelnen Orcas anhand der Rückenfinne (Rückenflosse). Sie ist bei den Männchen schmal, gerade aufgerichtet und bis zu 1,8 hoch. Bei den Weibchen ist sie breiter im Ansatz, kürzer und stärker nach hinten gebogen. Diese Rückenfinne sieht bei jedem Tier ein bisschen anders aus. Verletzungen, die sie sich beim Spielen und Jagen beigebracht haben, hinterlassen ihre Spuren in Form von Kerben und Rissen. Manchmal sieht man Rückenfinnen, die von Schiffspropellern übel zugerichtet worden sind. Orcas haben nur einen einzigen Feind Schwertwale sind in allen Weltmeeren anzutreffen, sofern das Wasser nicht zu warm ist. Je nach Standort jagen sie Pinguine, Robben, Lachse oder eben Heringe. Sie greifen auch schon mal grössere Wale an – sogar den bis 30 Meter langen Blauwal. Die Orcas selber haben keine Feinde, ausser den Menschen. Wegen ihres Fleisches wurden sie allerdings nie gejagt, angeblich schmeckt es nicht gut. Auch für die Ölgewinne geben Delphine, zu denen die Orcas gehören, zu wenig her. Der Mensch hat nur auf Schwertwale geschossen, weil er glaubte, sie würden ihm die Heringe wegfressen. Untersuchungen haben inzwischen bewiesen, dass sie nur einen verschwindend kleinen Teil der riesigen Schwärme erbeuten. Umgekehrt geraten Orcas manchmal in die gigantischen Fischereitreibnetze und ersticken, weil sie nicht mehr auftauchen können zum Luftholen. Einige Orcas, wie der inzwischen berühmte Keiko, wurden gefangen, um in Vergnügungspark Kunststücke vorzuführen. Das seit den fünfziger Jahren immer beliebter gewordene Whale-watching, so genannte Wal-Safaris, stellen keine eigentliche Bedrohung, aber doch manchmal eine Störung dar. Im Jahr 2002 haben geschätzte Whale-Watching am Tysfjord 12 Millionen Menschen an verschiedenen Orten auf der Welt Wale beobachtet – die Tendenz ist steigend. An vielen Orten wurden inzwischen strenge Regeln aufgestellt; auf Hawaii beispielsweise dürfen sich die Boote nur noch auf eine Entfernung von 100 den Walen nähern. An manchen Tagen wünscht man sich auch im Tysfjord strengere Vorschriften. Da werden die Orcas von allen Seiten bedrängt durch Touristenschiffe, vor allem aber durch kleine Gummiboote, die durchs Wasser pfeilen und die Tiere regelrecht verfolgen. Ziel der Jäger ist es, möglichst gute Fotos zu schiessen. Von manchen Booten springen plötzlich ein halbes Dutzend Taucher ins Meer, um Unterwasseraufnahmen zu machen. Meistens ist das Meer zu trübe, und die Wale werden umsonst gestört. „Schreiben Sie nichts, sagte einer der Forscher zur Journalistin, „wir wollen nicht noch mehr Leute hier. Denn wenn zu viele kommen, kommen eines Tages die Orcas nicht mehr. Aufträge 1. Lies den Text genau durch! Lies mit einem Bleistift und markiere am Rand das ist wichtig das verstehe ich nicht 2. Beantworte anschliessend die folgenden Kontrollfragen zum Textabschnitt „Heringe im Überfluss hinten aufs Blatt. a) Wie heissen Orcas auch noch? b) Warum schwimmen Orcas im Winter in den Tysfjord? c) Warum suchen die Heringe den Tysfjord auf? Erkläre! 3. Textabschnitt „Gut organisierte Jagd: Notiere in Stichworten, wie Orcas die Heringe jagen! Bereite dich darauf vor, das Verhalten der Schwertwale einem Mitschüler/einer Mitschülerin zu erklären! 4. Textabschnitt „Ein idealer Ort für Walforschung: a) Unterstreiche die Stelle, die über die Zusammensetzung der Walgruppen berichtet. b) Erkläre mit eigenen Worten: „Rückenfinne und „identifizieren 5. Textabschnitt „Orcas haben nur einen einzigen Feind: a) Was gehört zum Speisezettel der Orcas? b) „Der Mensch ist der einzige Feind des Schwertwals. Erkläre! c) Was bedeutet „Whale Watching? Erkläre! Ordnerblatt kopieren