Arbeitsblatt: Lernen lernen
Material-Details
Ein Dossier zum Thema im Umfang von 22 Seiten
Diverses / Fächerübergreifend
Gemischte Themen
5. Schuljahr
22 Seiten
Statistik
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862
22
09.12.2012
Autor/in
Marianne Bürki
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Einstieg Leserbrief Liebe Barbara Küenzli Ich heisse M. und bin dreizehn Jahre alt. Ich wohne in Zofingen und gehe auch dort in die Bezirksschule. Eigentlich wollte ich dir ja gar nicht schreiben, weil es mir sehr peinlich ist. Ich weiss aber nicht, wem ich das sonst sagen kann. Ich hoffe einfach, dass meine Kollegen diese Zeitung nicht lesen. Ich war immer ein mittelmässiger Schüler. Ich musste nicht allzu viel lernen und es reichte trotzdem. Seit einem halben Jahr aber gehts stetig bergab mit meinen Noten. Am Anfang wars mir ja noch egal, aber jetzt habe ich Schiss, dass ichs nicht schaffe. Ich lerne jetzt zwar mehr und mache auch die Hausaufgaben genauer, das alles bringt aber nichts. Meine Eltern haben zuerst mit mir geschimpft, dann haben sie versucht mit mir zu lernen und jetzt haben sie, glaube ich, aufgegeben. Ich bin selber auch nicht mehr motiviert. Es stinkt mir jeden Tag in die Schule zu gehen. Das einzig Gute sind meine Kollegen. Manchmal weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll vor lauter Arbeit. Nach der Schule schwatze ich noch einige Minuten mit meinen Kollegen. Dann gehe ich nach Hause und esse erstmal etwas vor dem Fernseher oder dem PC. Dann lege ich mich aufs Bett und höre noch ein wenig Musik. Wenn ich mich genügend ausgeruht habe, mache ich mich an die Hausaufgaben für morgen. Dabei höre ich immer Musik, das hilft mir mich zu konzentrieren. Meistens lege ich die Hausaufgaben wieder beiseite, weil ich eh nicht draus komme. Ich rufe dann U., meinen besten Freund, an und frage ihn, ob ich die Lösungen bei ihm abschreiben dürfe und ob wir noch Prüfungen haben. Um 23 Uhr gehe ich dann meistens schlafen. Kannst du mir einen Tipp geben, damit ich wieder besser werde in der Schule. Auch wenn mich die Schule anödet, weiss ich, dass es wichtig ist eine gute Schulausbildung zu haben für den Beruf nachher. Ich möchte nämlich unbedingt Pilot werden. Vielen Dank für deine Antwort M. Wie ich lerne Kaum jemand würde seinem Arzt sagen: „Herr Doktor, ich bin krank, verschreiben Sie mir bitte das richtige Medikament! Ohne genaue Untersuchung, ohne Diagnose kann nämlich der beste Arzt nicht weiterhelfen. Je genauer ich beschreibe, was wo wie wehtut, desto besser weiss der Arzt, woran es fehlt und was man dagegen tun kann. Du kennst das auch aus der Technik: Es soll Leute geben, die stundenlang Geräte auseinander bauen und dann feststellen, dass der Stecker gar nicht in der Steckdose war! Bei Lernschwierigkeiten nützt es gar nichts, sich einzureden: „Ich kann mich nicht konzentrieren! Ich bin total gestresst! Stattdessen sollte man sich die Art der Schwierigkeiten klar machen. Am besten anhand eines Fragebogens: Kreuze bei jeder Frage nur ein zutreffendes Feld an! Ich habe Schwierigkeiten, mit den Hausaufgaben überhaupt anzufangen Das zeigt sich in Ablenkungen wie Spielen, Lesen, Musikhören Ich erreiche bei den Hausaufgaben das, was ich mir vorgenommen habe Mündliche Aufgaben erledige ich am Schluss In welcher Reihenfolge ich die Hausaufgaben erledige, überlasse ich dem Zufall Der Zeitdruck bei Klassenarbeiten macht mir zu schaffen Am Tag vor der Klassenarbeit lerne ich Meine Schwächen in den einzelnen Fächern kenne ich Vor Klassenarbeiten habe ich Angst Bei Klassenarbeiten habe ich Dinge vergessen, die ich vorher genau gekonnt habe Einen festen Arbeitsplatz habe ich Ich werde am Arbeitsplatz gestört Meine Notizzettel sind Für bestimmte Aufgaben benutze ich eine Bibliothek, suche nach Texten oder Zeitungsartikeln zum verlangten Thema Beim Deutschaufsatz verfehle ich das Thema Die Gliederung für einen Aufsatz mache ich am liebsten hinterher Beim Lesen eines längeren Textes erkenne ich das Wesentliche auf Anhieb Ich versuche, mich beim Lesen neuer Stoffe an ähnliche, mir bekannte Gebiete zu erinnern Ich behalte Vokabeln für den nächsten Tag ganz gut, habe viele nach einigen Tagen aber schon vergessen immer meistens selten nie oft manchmal kaum fast nie nie selten häufig meistens immer meistens ab und zu selten immer meistens selten nie sehr gelegentlich kaum besonders viel etwas mehr als sonst gezielter nicht ungefähr ziemlich genau ganz genau immer meistens manchmal ganz selten fast regelmässig kommt oft vor gelegentlich nein nie regelmässig wertlos manchmal sehr oft kaum lesbar meistens häufig gut lesbar immer ganz selten brauchbar nie ganz selten manchmal häufig fast immer sehr oft manchmal nie ja sehr oft manchmal nie fast nie sehr selten manchmal häufig nie selten häufig fast immer ja oft kommt vor nein überhaupt nicht genau wie sonst Ich mache beim Lernen gezielte, vorher eingeplante Pausen Es fällt mir schwer, nach der Pause wieder anzufangen Ich lerne mit Musikuntermalung Ich werde bei den Hausaufgaben von den Eltern »überwacht« Ich bin (ich wäre) dankbar für die Hausaufgabenüberwachung durch die Eltern Ich arbeite für bestimmte Fächer mit Kameraden zusammen Wie viel Spass mir ein Unterrichtsfach macht, hängt vom jeweiligen Lehrer ab Es gibt Fächer, für die ich gern arbeite Ich bin faul und darüber ärgere ich mich selbst Wenn ich etwas genau verstanden habe, arbeite ich meistens ganz gern Wenn ich etwas nicht verstanden habe, frage ich den Lehrer Es gibt Lehrer, vor denen ich Angst habe Ich frage nicht, weil ich Angst habe, wegen »dummer« Fragen ausgelacht zu werden Eigentlich gehe ich ganz gern zur Schule Summe der angekreuzten Felder (Jede senkrechte Spalte für sich zählen!) nein gelegentlich oft fast immer ja meistens manchmal nein immer meistens manchmal nie ja meistens manchmal nie unbedingt auf keinen Fall ja gelegentlich nie selten häufig regelmässig nur sehr stark überhaupt nicht etwas kein einziges eins zwei mehrere nein ich bin nicht faul so ist es manchmal trotzdem nicht manchmal immer so ist es nie manchmal oft immer ja, einige ja, einen manchmal nein genau ja, meistens kommt vor nein nein manchmal meistens ja die obere Zahl mal 4 nehmen die obere Zahl mal 3 nehmen die obere Zahl mal 2 nehmen die obere Zahl mal 1 nehmen Ergebnisse der einzelnen Spalten Punkte insgesamt: (Addiere die Ergebnisse der einzelnen Spalten!) Wenn Du insgesamt zwischen 33 und 50 Punkten erreicht hast, dürftest Du keine echten Lernschwierigkeiten haben. Freue Dich darüber! Liegt Deine Gesamtpunktzahl zwischen 51 und 114 Punkten, kannst Du selber einiges zu einem besseren Lernen beitragen. Ein erster Schritt ist schon getan, wenn Du Deine eben ausgefüllte „Bestandesaufnahme seriös studierst. „Gewusst wo ist eine Voraussetzung zum „Gewusst wie! Liegt Deine Gesamtpunktzahl zwischen 115 und 132 Punkten, können Deine Lernschwierigkeiten kaum mit ein paar Lerntipps behoben werden. Lass Dich von Deinem Klassenlehrer beraten. Es gibt gut verständliche Literatur, die Dir weiterhelfen kann. Viel Glück! Auswertung des Fragebogens Dein Arbeitsplatz Deinen Arbeitsplatz musst Du bequem und übersichtlich einrichten Jenes Material, das Du viel brauchst, solltest Du immer in Griffnähe halten, wie etwa Bleistift, Füllfeder, Radiergummi, Lineal usw. Deine Nachschlagewerke (Duden, Wörterbuch, Lexikon) stellst Du in Griffweite auf. Am besten trägst Du vor Arbeitsbeginn alles Material zusammen und räumst nach der Arbeit wieder auf. Du solltest etwa folgendes Material besitzen: Füllfeder Marker Transporteur Leim Duden Papierkorb Kugelschreiber Lineal Klebstreifen Büroklammern Atlas Bleistift Massstab Gummi Sichtmäppchen Karten Farbstifte Reisszeug Spitzer Notizpapier Schere Praktische Hinweise Licht (Fenster, Lampe) soll bei Rechtshändern von links auf den Arbeitsplatz fallen. Schmiergle einen gewöhnlichen Backstein mit runden Löchern fein und klebe auf den Boden ein Stück Karton oder Filz. So hast Du für Dein Schreibzeug einen guten Ständer. Oder: Ein weicher Pavatex oder ein Tannenbrett an der Wand erlaubt Dir, Deine persönlichen Dinge aufzuhängen. Richte Deinen Arbeitsplatz gut ein Was hältst Du von Deinem Arbeitsplatz? Er ist in Ordnung Er muss verbessert werden Er ist ungenügend 4 Kreuze an, was Dir an Deinem Arbeitsplatz fehlt: Bleistift Füllfeder Farbstifte Filzstifte Gummi Lineal Massstab Reisszeug Klebstreifen Sichtmappen Schreibunterlage Lampe Papierkorb Spitzer Schere Leim Büroklammern Notizpapier Duden Wörterbuch Lexikon Büchergestell Backstein (Schreibzeugständer) Planungstafel (Pinwand) Richte Deinen Arbeitsplatz heute noch gemütlich und praktisch ein! Lerntypen-Test Roland, Rita und Marco lernen fast nur auf einem Lernweg und können dabei den Lernstoff gut verstehen und behalten. Wie ist das möglich? Der Grund liegt darin, dass dieser eine Lernweg besonders gut ausgeprägt ist. Man kann auch sagen, die drei gehören einem ganz bestimmten Lerntyp an. Roland dem Hörtyp, Rita dem Sehtyp, Marco dem Handlungstyp. So eindeutig wie bei ihnen ist der Lerntyp selten ausgeprägt. Die meisten Schüler sind Mischtypen. Das heisst, dass sie keinen übermässig ausgeprägten Lernweg besitzen. Im folgenden wollen wir einmal herauskriegen, wie stark die drei Lernwege bei Dir ausgeprägt sind. Test: Gib bei den unten stehenden Aussagen an, wie viel Du auf dem betreffenden Lernweg behältst. • Trage im Feld vor der Aussage eine 3 ein, wenn Du viel behältst. • Trage eine 2 ein, wenn Du manches behältst. • Trage eine 1 ein, wenn Du wenig behältst. 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 11) 12) Ich lese einen Text ein paar Mal durch. Der Lehrer hält einen Unterrichtsvortrag. Ich schreibe aus einem Text Stichwörter heraus. Ich lese die Französischwörter ein paar Mal durch. Ein Text wird vorgelesen. Ich fertige zu einem Lernstoff eine Zeichnung an. Ein Mitschüler erklärt mir etwas. Es wird im Unterricht ein Film gezeigt. Ich rechne zum Mathematikstoff einige Übungsaufgaben. Der Lehrer erklärt mir etwas. Ich schreibe die Französischwörter ein paar Mal. Ich schaue mir die Abbildung im Lehrbuch genau an. Du erhältst die Ausprägung der drei Lerntypen (niedrigster Wert jeweils 4. höchster 12), indem Du die Punktzahlen folgendermassen zusammenzählst: Lerntyp Hören: Nr. 2 Nr. 5 Nr. 7 Nr. 10 Lerntyp Sehen: Nr. 1 Nr. 4 Nr. 8 Nr. 12 Lerntyp Handeln: Nr. 3 Nr. 6 Nr. 9 Nr. 11 Du weisst jetzt über Deinen Lerntyp Bescheid. Vielleicht kommt ein Lernweg besonders stark zum Ausdruck. Das heisst jedoch nicht, dass Du die anderen Lernwege nicht benutzen sollst. Nur wenige Schüler können es sich erlauben, auf einem Lernweg allein zu lernen. Versuche also den Lernstoff über verschiedene Lernwege aufzunehmen. Benutze dabei den Lernweg am häufigsten, auf dem du am meisten behalten kannst. Wenn Du z.B. festgestellt hast, dass Du ein Handlungstyp bist, dann versuche nicht, Dir den Lernstoff hauptsächlich übers Durchlesen einzuprägen. Es entspräche viel eher Deinem Lerntyp, wenn Du das Wesentliche herausschreiben und herauszeichnen würdest. Lass keinen der drei Haupt-Lernwege (Sehen, Hören, Handeln) aus, aber bevorzuge dabei den, 5 der Dir am besten liegt, 5 auf dem Du am meisten verstehst, 5 auf dem Du am meisten behältst. Je mehr Lernwege, desto besser das Gedächtnis! Der Lerneinstieg Sicher hast du dich schon dabei ertappt, dass es dir schwer fiel, mit den Hausaufgaben anzufangen. Da sitzt du vor deinen Büchern und spielst ein neues Computerspiel oder auch nur mit dem Radiergummi, blickst durchs Fenster, malst Männchen ins Geografiebuch, träumst vor dich hin oder fängst an, dein Lieblingscomic zum zweiten Mal durchzulesen, nur weil es ganz zufällig in deiner Französischgrammatik liegt. Diese Schwierigkeit, möglichst gleich nach dem Hinsetzen mit den Hausaufgaben anzufangen, ist ganz natürlich und lässt sich leicht erklären. Zunächst muss das Gehirn sich auf Lernen einstellen. Es muss sich von dem lösen, was es kurz zuvor getan hat, ob das nun Musikhören, Einkaufen oder Schwimmen war Diese Umstellung kann nicht schlagartig erfolgen, sie braucht Zeit. Wie du weisst, können auch Sportler nicht gleich Höchstleistungen erbringen, sondern benötigen eine Anwärmzeit. Genauso sollten wir uns beim Lernen eine Anwärmzeit gönnen, die unser Gehirn in Hochform bringt, und diese vorsorglich einplanen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass wir in der ersten Viertelstunde noch recht wenig leisten können, wie das nebenstehende Schaubild zeigt: An der lotrechten Achse kannst du die Leistungsfähigkeit ablesen, an der waagerechten die Zeit in Minuten. Während der ersten Minuten zeigt die Kurve geringe Leistungsfähigkeit an, die aber schnell ansteigt und nach fünfzehn Minuten einen hohen Stand erreicht. (Den weiteren Verlauf der Kurve – im Schaubild gestrichelt – wirst du später verstehen lernen.) Häufig erledigen wir jedoch das Schwerste zuerst nach dem Motto: «Erst die Arbeit, dann das Vergnügen», oder auch, um es hinter uns zu haben. Du siehst nun aber, dass du in den ersten fünfzehn Minuten noch nicht besonders leistungsfähig bist und somit ist es gescheiter, für diese Anwärmphase einen geeigneten Lernstoff auszuwählen – nämlich einen möglichst leichten. Ausserdem sollte dieser Lernstoff für dich persönlich interessant sein, z.B. aus einem Fach, das dir besonders viel Spass macht. Beginne stets mit etwas Leichtem In Auf diese Weise überforderst du dich nicht, verschaffst dir einen gelungenen Lerneinstieg und bist nun in der Lage, auch schwierigere Aufgaben zu lösen. Reihenfolge der Hausaufgaben Sicherlich achtest du beim Lernen schon jetzt auf die Anwärmzeit, beginnst regelmässig mit etwas Leichtem und teilst den Lernstoff in sinnvolle Portionen ein. Trotzdem läuft manches noch nicht so, wie du es gerne hättest. Sehen wir noch einmal auf die Arbeitsverlaufskurve. Jeder Arbeitsablauf gliedert sich in drei Phasen oder Abschnitte: die Einstiegsphase, die dir als Anwärmphase bekannt ist, die Hauptarbeits- oder Konzentrationsphase und die Schluss- oder Endspurtphase. Die Kurve zeigt, dass du während der Hauptarbeitsphase am meisten Energie hast und daher maximale Leistung erbringen kannst. Leichte und schwierige Aufgaben ordnen Entsprechend kannst du jetzt deine Arbeit einteilen und die Reihenfolge der Portionen festlegen. Nach etwa 15 Minuten, also zu Beginn der Konzentrationsphase, solltest du die schwierigsten Aufgaben erledigen, gegen Ende wieder etwas leichtere und zum Schluss noch einmal eine härtere Nuss. So kannst du in der Schlussphase die berühmte Endspurtwirkung ausnützen. Du kennst sie sicher aus eigener Erfahrung, zum Beispiel vom Sport: Sieht man das Ziel erst einmal in greifbarer Nähe, spürt man plötzlich eine Menge Kraftreserven frei werden. Die Vorfreude auf die Beendigung einer Strapaze verleiht noch einmal neuen Schwung. Das gilt auch für geistige Strapazen. Es wäre doch schade, diesen Vorteil nicht einzuplanen und auszunützen! Mündliches und Schriftliches abwechseln Bei der Reihenfolge der Hausaufgaben muss aber noch etwas berücksichtigt werden: Mündliche Aufgaben werden gern als weniger wichtig angesehen und auf später verschoben. Man macht sie am Abend oder morgens im Schulbus oder auch gar nicht – es wird schon ein anderer drankommen Sind mündliche Aufgaben tatsächlich weniger wichtig als schriftliche? Immer nur schriftlich arbeiten oder immer nur mündlich arbeiten wird öde. Natürlich kann eine ruhige, länger andauernde Arbeit auch sehr befriedigend sein. Aber dieser Fall ist leider die Ausnahme von der Regel. Für mündliche Aufgaben gilt übrigens das gleiche: mangels (Schreib-) Bewegung schläfern sie dich sogar noch schneller ein. So zu arbeiten, trübt – oft unmerklich – die geistige Aufmerksamkeit, vermindert das Leistungsvermögen und hemmt den Lernfortschritt. Um dem abzuhelfen, gibt es einen verblüffend einfachen Trick: die SM-Formel: »S« steht für Schriftlich und »M« für Mündlich. Diese und werden in die Arbeitsverlaufskurve eingesetzt. Die Grösse der Buchstaben soll Schwierigkeitsgrad und Umfang einer Aufgabe anzeigen. Achte ausserdem darauf, dass aufeinander folgende Portionen von Hausaufgaben sich auch inhaltlich unterscheiden. Sprachliche Fächer sollten zum Beispiel mit naturwissenschaftlichen Fächern abwechseln. Konzentration und Aufmerksamkeit 1 Was heisst Konzentration eigentlich? Konzentration ist die Fähigkeit, „sich auf eine Mitte hin sammeln zu können, sich ganz und gar mit einer Sache oder einem Gedanken zu beschäftigen. Das ist in den meisten Fällen sehr, sehr schwierig. Denn die Aufmerksamkeit wendet sich mal hierhin, mal dorthin. Und je weniger dich ein Lernstoff anspricht, je weniger er dich fesselt, desto weniger kannst du dich konzentrieren, desto weniger Erfolg hast du in diesem Bereich. Dadurch aber spricht dich der Lernstoff noch weniger an, deine Konzentration lässt noch mehr nach, und die Teufelsspirale dreht sich weiter. Es gibt Dinge, denen unsere Aufmerksamkeit zufliegt, die uns nicht mehr loslassen, auf die wir uns unwillkürlich konzentrieren. Dann gibt es wieder solche, auf die wir uns nur mit grosser Mühe konzentrieren können und schliesslich die, denen wir uns einfach nicht zuwenden wollen. Ohne Konzentration gibt es kein bewusstes Tun Ohne Konzentration können wir nichts bewusst tun, gibt es kein bewusstes Lernen und auch keinen Lernerfolg. Konzentrationsschwäche aber kann in den meisten Fällen geheilt werden. Und damit fangen wir gleich heute an: Nie mit Unlustgefühl beginnen Beginne deine Aufgaben nie mit einem Unlustgefühl! Du wirst mit einer solchen Einstellung nicht vom Fleck kommen, und schliesslich wirst du völlig missmutig, weil zur Unlust auch noch der Frust kommt. Dem Lernstoff eine Chance geben Ausserdem streiche ab heute Sätze wie „Dazu habe ich keine Lust oder „Das interessiert mich nicht aus deinem Wortschatz. Denn woher willst du das wissen, wenn du dich mit einer Sache noch gar nicht näher befasst hast? Gib dir doch eine Chance, gib dem Schulbuch, dem Lernstoff eine Chance! Konzentration und Aufmerksamkeit 2 Inneren Widerstand abbauen Ab heute sollst du zu deinem Problemfach eine bewusst positive Haltung einnehmen. Das klappt erfahrungsgemäss besonders gut, indem du dich immer wieder aufforderst: „Mathematik macht mir eigentlich Spass, ich interessiere mich jetzt dafür. Auch wenn dir Mathematik überhaupt nicht liegen sollte, wirst du spüren, dass recht bald dein innerer Widerstand gegen dieses Fach verschwindet. Sollte am Anfang noch recht viel danebengehen, weil du verschiedene Fehler machst, dann fange noch einmal von vorne an. Beim nächsten Anlauf schaffst du es bestimmt. Aufgeben und den Mut verlieren ist in diesem Fall ein Vorrecht für Schlappies. Und zu denen zählst du ja nicht. Abschalten – an nichts denken Doch ganz so leicht ist es leider nicht, sich selbst in den Griff zu bekommen. Versuche es einmal mit einer solchen Übung: Denke jetzt an nichts! Du wirst merken, wie schwierig das ist, denn du bist ständig mit irgendwelchen Gedanken beschäftigt. Eine grosse, dunkle Fläche sehen Deshalb müssen kleine Hilfsmittel verwendet werden: Schliesse die Augen und betrachte jetzt eine grosse, dunkle Fläche. Auf dieser Fläche darf sich nichts bewegen. Schiebe alles, was sich auf diese Fläche begibt, zur Seite. Das wird dir nur für wenige Sekunden gelingen, immer wieder schieben sich Ringe, Scheiben und Wellenlinien auf diese Fläche. Lass dich aber nicht beirren. Versuche es immer wieder mit dieser Übung, bis du es ungefähr eine Minute lang schaffst, diese dunkle Fläche völlig leer und glatt zu sehen. Lies den letzten Abschnitt jetzt am besten nochmals durch und beginne mit dieser Übung! Geschafft? Wenn nicht, du weisst ja: „Ich schaffe es, weil ich es schaffen will. Es gefällt mir, einmal für kurze Zeit so richtig abzuschalten, an gar nichts zu denken. Ich fühle mich entspannt dabei und empfinde es als angenehm! Abschalten und Umschalten Mancherlei Erinnerungen aus naher und ferner Vergangenheit, angenehme und unangenehme Eindrücke und Erlebnisse lassen sich nicht so einfach abschalten wie das Fernsehbild im TV. Sie schwingen vielmehr noch eine Weile nach und überlagern das Denken. Je stärker diese Eindrücke und Erlebnisse sind, um so mehr hemmen sie die Lernbereitschaft und behindern die Lernleistung. Da muss schon ein ziemlich interessanter Lernstoff kommen, um die Aufmerksamkeit auf das Lernen hinzulenken Versuche dich in den nächsten Tagen vor dem richtigen Arbeiten erst einmal spielerisch mit dem Stoff zu beschäftigen. Im folgenden Text zum Beispiel sind siebzehn Tiernamen versteckt (wie z.B. etwa „Hahn in „wer sich ahnungslos.). Versuche, in drei Minuten möglichst viele dieser siebzehn Tiere zu entdecken. Die ersten drei Tiere sind besonders gekennzeichnet. Lass jemanden die Zeit nehmen . . fertig los! Klaus war sicher kein Streber, wenn er vom ersten Schultag an seine Hausaufgaben erledigte. Da es ihm auch empfohlen wurde, d.h. er kam selbst darauf- überprüfte er nun, ob sein Tisch und Stuhl in richtiger Lage zum Licht standen. Er kontrollierte auch den Einfallswinkel des elektrischen Lichtes. Dann bastelte er ein Bücherbord aus Ziegelsteinen, nahm aus einer Schublade einige Bilder, um die Wände zu schmücken. Vorsorglich hatte er kürzlich ein PopPlakat ergattert. Dann wollte er sich aufraffen und ein Experiment machen: Einen Aufsatz über einen Zoo schreiben, ohne die raren Tiere zu erwähnen. Er kam elfmal ins Stocken, aber er hat es geschafft! Wenn du mindestens neun Tiere gefunden hast, wird es dir jetzt bestimmt leichter fallen, auf deine Hausaufgaben umzuschalten, als wenn du dich erst noch gedanklich von dem spannenden Krimi, der neuen CD oder dem Krach mit deiner älteren Schwester lösen musst. Solche Übungen brauchen nicht vorgegeben zu sein: Es ist sogar besser, wenn du selbst mit beliebigen Texten Spiele wie dieses erfindest. Natürlich können ausser Tieren auch Gegenstände, Begriffe aus der Werbung, die ersten vier Buchstaben berühmter Persönlichkeiten oder einfach andere deutsche Wörter gesucht sein. Das Wort Arbeitsplatz beispielsweise beinhaltet die Begriffe Arbeit, Platz, Ar, Ei, Latz; in Abschalten findest du ab, schalten, Schal, alt versteckt. Für diese Spiele, die ja eigentlich ein Vortraining darstellen, eignen sich auch Texte aus Zeitungen oder Zeitschriften. Allerdings sollte der ausgewählte Abschnitt nicht länger als etwa zwanzig Zeilen sein. Bringe aber nicht zu lange mit diesen Übungen zu! Drei bis fünf Minuten genügen, am besten stoppst du die Zeit – dann soll die „eigentliche Arbeit beginnen. Zur Kontrolle: Neben Laus, Eber und Gans haben sich im Aufsätzchen versteckt Sau, Fohlen, Amsel, Hund, Tiger, Esel, Ziege, Maus, Mücke, Kater, Affe, Rentier, Kamel, Schaf. Wie kann ich Wörter lernen? Schüler lernen auf unterschiedliche Art und Weise: sie lernen allein, mit der Mutter, mit dem Vater, mit einem Freund oder mit mehreren Freunden. Es gibt Schüler, die lernen vor allem über das Auge (visuell): sie müssen die Wörter sehen. Es gibt Schüler, die lernen vor allem über das Ohr (auditiv): sie müssen die Wörter hören. Wichtig aber ist, dass man die Wörter aussprechen und schreiben kann. Es gibt viele verschiedene Arten Wörter zu lernen: 5 Abschreiben Du lernst die Wörter unbewusst, wenn du sie ins Vocabulaire schreibst 5 Laut lesen 5 Abdecken Du deckst die französische (oder die deutsche) Spalte ab, und versuchst die Lösung zu sagen oder zu schreiben. 5 Kassette Du nimmst die Wörter aut eine Kassette auf, damit du sie nachsprechen oder schreiben kannst. Du kannst die Kassette auch hören, wenn du am abwaschen, am zeichnen, etc. bist. Du lernst dabei unbewusst. 5 Kärtchen Du schreibst jedes Wort auf ein Kärtchen; auf die eine Seite das deutsche auf die andere Seite das französische Wort. Du kannst eine Kartei oder verschiedene Couverts nehmen, in die du die Wörter legst. Im ersten Couvert sind die Wörter, die du noch nicht kannst. Im zweiten Couvert sind die Wörter, die du mündlich kennst. Im dritten Couvert sind die Wörter, die du schon schreiben kannst. Vielleicht brauchst du ein viertes oder sogar ein fünftes Couvert. Das kommt ganz drauf an, wie intensiv du die Wörter lernen willst. Du kannst aber auch die „Lernmaschine anwenden. 5 Farbige Kärtchen Schwierige Wörter auf farbige Kärtchen schreiben: du kannst das Wort mit der Farbe verbinden. 5 Abfragen Jemand fragt dich ab und kontrolliert dich. 5 Grosses Blatt, Plakat Ein Wort, das du immer wieder vergisst, kannst du auf ein grosses Blatt schreiben, eventuell machst Du eine Zeichnung dazu. Dieses Blatt oder Plakat hängst du im Zimmer auf, damit du es immer wieder siehst. 5 Memory Du schreibst ein Wort in Buchstaben auf eine kleine Karte und malst auf eine andere dasselbe Wort. Das geht gut bei Zahlen, Ländern, Lebensmitteln, Kleidern, Berufen, etc. 5 Computer Es gibt ein Wörterlernprogramm auf CD-ROM. Es heisst Voggi2. Du kannst es bei deinem Französischlehrer bestellen. Die Lernkartei Du hast in der Schule oder zuhause eine Lernmaschine hergestellt. Nun musst du nur noch wissen, wie man sie benutzt: Anleitung Auf der Vorderseite einer Karte schreiben wir Fragen zum behandelten Stoff oder z.B. fremdsprachige Wörter oder mathematische Aufgaben usw. Auf der Rückseite schreiben wir die Antworten oder Lösungen. Mit einer Serie von 20 – 30 Karten, die man ins erste Fach des Karteikastens steckt, wird gelernt. Man nimmt die erste Karte heraus und versucht, auf die Frage eine richtige Antwort zu geben. Erinnert man sich nicht daran, kehrt man die Karte um und prägt sich die Antwort ein. Die Karte kommt an die letzte Stelle im gleichen Fach 1. Gewusste Antworten erlauben, die betreffende Karte ins 2. Fach abzulegen. Nicht gewusste Fragen bleiben im gleichen Fach und werden so lange repetiert, bis sie schliesslich im Fach 2 landen. Mit dem 2. Fach verfährt man anschliessend gleich weiter. Wenn man die Antwort aber nicht gewusst hat, wandert die Karte zurück ins 1. Fach. So geht es weiter bis alle Karten im letzten Fach liegen. Resultat Wer so einen Stoff lernt, der kann annehmen, dass alles im so genannten Langzeitgedächtnis gelandet ist. Die Kärtchen kann man nach 5 Stufen (das sollte im allgemeinen reichen) versorgen und später wieder einmal zur Kontrolle repetieren. Das Lernen von Sachwissen Ein Grossteil des Schulstoffes besteht aus Sachwissen. Fächer wie z.B. Geografie, Geschichte, Naturlehre oder Musik enthalten eine Fülle von Fakten, die gelernt werden müssen, um sich Wissen anzueignen. Unter der Vielfalt der täglichen Informationen drohst Du zu ersticken, wenn Du nicht eine geeignete Arbeitstechnik erwirbst, das Wichtigste vom Unwesentlichen zu trennen und es zu erlernen. Stichworttechnik Du liest den zu lernenden Stoff mehrmals sorgfältig durch. Beim zweiten Durchlesen notierst Du Dir etwa 10 wichtige Stichworte. Nun legst Du den Sachtext weg und wiederholst mündlich zu jedem Stichwort die nötige Erklärung. Diese Arbeitsform eignet sich auch für das Lernen im Team (unter Schulkollegen, Geschwistern oder mit den Eltern). Dabei übernimmt der Partner mit dem Text die Kontrollfunktion. Kurzfassung Bei grösserem Stoffumfang kannst Du auch in einfachen Sätzen eine Kurzfassung schreiben und diese als Lernunterlage verwenden. Der erste Lernprozess geschieht dabei schon bei der Zusammenstellung der Kurzfassung. Mind-Mapping Um Zusammenhänge besser sehen zu können, lohnt es sich manchmal eine Gedankenkarte anzufertigen. Diese Technik eignet sich auch, um sich auf einen Vortrag vorzubereiten. Fragen suchen Du liest den Sachtext mehrmals durch und suchst dabei alle möglichen Fragen heraus, die gestellt werden könnten. Du legst nun den Sachtext weg und versuchst selbst anhand des Gelesenen, die notierten Fragen zu beantworten. Auch hier ist die Partnerarbeit angebracht, zumal so als erwünschter Nebeneffekt noch mehr Fragen zusammenkommen werden. Sachwörterheft Zu jedem Stoffgebiet Kapitel schreibst Du 5 bis 10 wichtige Sachbegriffe mit den entsprechenden Erklärungen in ein separates Heftchen (Format A6). Auf Grund dieser Begriffe eignest Du Dir das nötige Grundwissen an ( „eiserne Ration). Zu Beginn jeder Stunde kannst Du anhand dieser Begriffe das Sachkapitel repetieren. Dabei bieten sich Lernvariationen an: mit einem Partner (abfragen) alleine (abdecken der Erklärungen) als Spielform in Gruppen (Punktewettkampf) usw. Sachwörterkartei (siehe Blatt „Die Lernkartei) Auch das Lesen will gelernt sein Ist es Dir auch schon einmal so ergangen? Du liest etwas, das Dich sehr interessiert und bist Dir sicher, alles behalten zu können. Später musst Du aber leider feststellen, dass Du manches gar nicht richtig verstanden und vieles schon wieder vergessen hast. Die 5-Gang-Lesetechnik Versuche es einmal mit der 5-Gang-Lesetechnik. Sie wird dir helfen, Texte besser zu erfassen und sie in Deinem Gedächtnis zu verankern. Schritt 1: Grob überfliegen Bevor Du mit dem Lesen beginnst, blättere das Buch oder das Kapitel kurz durch. Vorwort und Einleitung geben Dir oft schon wichtige Hinweise auf Ziele und Inhalt des Buches. Schau Dir auch das Inhaltsverzeichnis an. Es ist das Gerüst eines Buches. Du kannst daraus den Aufbau des gesamten Buches und den Zusammenhang der einzelnen Kapitel untereinander ablesen. Kapitelüberschriften und Untertitel geben Dir etwas genauer über den Inhalt Bescheid. Mit ein bisschen Übung wirst Du in Zukunft schon nach diesem einleitenden Schritt erkennen, ob ein Buch oder ein Kapitel auch das enthält, was Du suchst. Schritt 2: Fragen stellen Nun solltest Du Dich fragen: Was weiss ich über dieses Wissensgebiet schon? Was möchte ich gerne noch erfahren? Habe ich bereits beim Überfliegen Fremdwörter oder fremde Begriffe gesehen? Wenn ja, schreibe ich diese heraus. Schritt 3: Gründlich lesen Schritt 1 und 2 waren nur Vorbereitung für das eigentliche Lesen. Wenn Du nun den Text gründlich liest, versuche, Antworten auf Deine vorher gestellten Fragen zu finden. Bist Du beim Lesen auf Dir fremde Wörter gestossen, schlage ihre Bedeutung im Wörterbuch nach. Achte auf die Hinweise, die der Autor Dir zusätzlich gibt, z.B. Hervorhebungen, Schautafeln und Bilder. Sie stehen im Zusammenhang zum Text und tragen zu dessen Verständnis bei. Wie viele Pausen Du beim Lesen machen musst, hängt von der Länge und der Schwierigkeit des Textes ab. Schritt 4: Wichtiges zusammenfassen Nach einem grösseren Abschnitt machst Du dann beim Lesen eine Pause. Nun überlege Dir, welche Gedanken und Begriffe des Textes besonders wichtig waren und welche Deiner Fragen beantwortet worden sind. Versuche, das Wichtigste des Textes auf einem Notizzettel festzuhalten. Du kannst auch eine kleine Zusammenfassung schreiben. Wenn Du manchmal nicht „das richtige Wort findest, kannst Du hier freies Sprechen üben, indem Du das Gelesene mündlich zusammenfasst. Schritt 5: Abschliessend wiederholen Nachdem Du den Text abschnittweise durchgearbeitet hast, stellst Du nun den gesamten Zusammenhang wieder her. Geh Deine Notizen noch einmal durch und ergänze sie, falls nötig. Prüfe nochmals, ob all Deine Fragen beantwortet worden sind und versuche, noch offene Fragen abschliessend zu klären. Mind-Mapping Was ist das? Mind-Mapping (deutsch: „Denkkarten aufzeichnen) ist eine Technik der Visualisierung ( sichtbar machen), die hilft, Ideen und Gedanken zu entwickeln. Mind-Mapping basiert auf den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung und hilft, das Potential ( Macht) beider Gehirnhälften besser zu nutzen. Wo einsetzen? Vorbereiten von Vorträgen und Referaten Zusammenfassen von grossen Texten (Auslegeordnungen) Vorbereiten von Gesprächen Lösen von Problemen Planen von Projekten Ideenfindung Wie anwenden? 10 Regeln zum Mind-Mapping 1. Thema Setze das zentrale Thema als Kreis oder Ellipse in die Mitte des querliegenden Blattes. 2. Hauptgedanken Vom zentralen Thema lässt Du die Hauptgedanken oder Kapitel wie Äste abgehen. 3. Zweige Halte weitere Gedanken oder Unterkapitel als Zweige fest. Gehe also vom Allgemeinen zum Speziellen. 4. Schlüsselwörter Arbeite nur mit Schlüsselwörtern – in der Regel sind dies Nomen. 5. Druckschrift Verwende Blockschrift – so ist Dein Mind-Map auch lesbar, wenn es verdreht auf dem Tisch liegt. 6. Zeichen – Symbole – Farben Benutze Pfeile, um Verbindungen aufzuzeigen. Bilder, Symbole, Farben markieren zudem wichtige Elemente und machen Dein Mind-Map übersichtlicher und einprägsamer. 7. Ideen Ideen, die nicht sofort zuzuordnen sind, hältst Du am Blattrand fest oder notierst sie am Zweig „Sonstiges 8. Nummerierung Nummeriere die Gedanken anhand der Äste, wenn eine Reihenfolge nötig oder sinnvoll wird. 9. Korrekturen Zensuriere Dich nicht schon beim Aufzeichnen der Gedanken. Wenn Du Bleistift und Gummi verwendest, fallen anschliessende Korrekturen leichter. 10. Praxis Mind-Map-Master fallen ebenfalls nicht vom Himmel. Perfektion entsteht auch hier durch stetes Üben viel Spass und Erfolg! Lernen will gelernt sein Voraussetzungen Arbeitsplatz Arbeitstisch nicht zu klein Richtige Beleuchtung Schreib- und Arbeitsmaterialien in der Nähe Lernzeiten zu welcher Tageszeit ist man am aufnahmefähigsten? bei Müdigkeit ist die Aufnahmefähigkeit herabgesetzt vor dem Lernen noch etwas entspannen nicht stundenlang sitzen bleiben Umgebung wenn möglich im eigenen Zimmer arbeiten ungestörte Ruhe möglichst wenig Ablenkungseinflüsse: Fernsehen, Radio, Geschwister usw. Lernvorgang Vorbereitung notieren, was alles zu erledigen ist (Pinnwand) Tagesplan, Wochenplan Beginn mit einer leichteren Arbeit schwierigste Arbeit nicht am Schluss nicht zu lange beim gleichen Stoffgebiet verweilen (Ähnliches nicht hintereinander) Ablauf des Lernvorgangs planmässiges Lernen (SM-Formel) Aufteilen des Stoffes in Abschnitte unterstreichen der wichtigsten Wörter notieren von Stichworten erarbeiten einer Übersicht mit Stichworten, Schema, Tabelle, Mind-Map usw. „Spickzettel machen, aber dann auswendig lernen Wiedergabe rein aus dem Gedächtnis Verknüpfen des neuen Stoffes mit bereits Bekanntem Wiederholungen erste Kontrolle sofort nach dem Lernen erste Wiederholung nach einer Stunde letzte Wiederholung vor dem Einschlafen (feststellen der „Löcher) Repetition am Morgen Gesetzmässigkeiten anwenden: sechsmal repetieren an vier folgenden Tagen zweimal repetieren an zwölf folgenden Tagen repetieren am 2., 4., 8., 16., 32., 64. Tag usw. repetieren am folgenden Tag, nach einer Woche, nach einem Monat usw. Zehn Tipps zur Blattgestaltung Lege das leere Blatt vor dich hin! Wie kannst du den Platz besser ausnützen: im Hoch- oder im Querformat? Wie viel Platz brauchst du etwa? Genügt eine Seite, oder lässt sich alles übersichtlicher auf zwei Seiten verteilen? Ein Vorschlag: Schreibe bei Titeln die grossen Buchstaben drei und die kleinen zwei Häuschen hoch! Dieses Verhältnis wirkt gut. Wenn du einen Titel mit Bleistift vorschreibst, so denke beim Buchstabenabstand an die Strichdicke deines Filzstiftes! Schreibe doch zuerst ein Wort in vorgesehener Grösse auf ein Ausschussblatt! Ein wenig Farbe in Titel und Zeichnung belebt die Darstellung. Aber nicht zu bunt, sonst lenken die Farben vom Wichtigen ab! Zum Ausmalen eignen sich normale Farbstifte am besten! Du hast verschiedene Möglichkeiten, das herauszuheben, was du dir merken willst: Grösse und Art der Schrift wechseln, unterstreichen oder einrahmen. Abschnitte helfen, die Übersicht besser zu bewahren. Zwischentitel werden ganz vorne an die Zeile gesetzt, der Text evtl. etwas eingerückt. Auch der rechte Rand des Schriftblockes sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Schreibe den Schluss einer Zeile knapp über dem Blatt in die Luft: So kannst du herausfinden, ob ein Wort noch Platz hat oder ob es getrennt werden muss. Lege immer ein Löschblatt (oder ein Ausschusspapier) unter deine Hand: Durch die Hautfeuchtigkeit bildet das Blatt sonst Wellen, und Geschriebenes könnte zerfliessen. Äch! Jetzt muss ausgerechnet am Schluss noch etwas Ungeschicktes passieren: Wie lässt sich das möglichst unauffällig ausbessern? Du kannst unauffällig durchstreichen, Fehlendes einsetzen oder die Stelle sorgfältig überkleben (beim Überkleben auf den Verlauf der Häuschenlinien achten) und neu schreiben. Regeln für die Heftführung Ich halte mich an folgende Regeln: In alle Reinhefte schreibe ich mit Tinte. Korrekturen erfolgen sauber. Tintenkiller brauche ich keine. Das gilt auch für alle Arbeitsblätter Alle Zeichnungen und Skizzen gestalte ich exakt, mit Massstab, Zirkel, Farbstiften. Zum Ausmalen verwende ich keine Filzstifte. Die Titel schreibe ich in korrekter technischer Schrift. Ich schreibe sie mit Bleistift vor und ziehe sie mit Filzstift oder Farbstift aus. Eine Schrift erfüllt ihren Zweck nur, wenn sie lesbar ist. Ich stelle zwei Anforderungen an meine Schrift: 1. gut lesbar für jedermann 2. sauberer Gesamteindruck Ich schreibe in der seinerzeit gelernten, zusammenhängenden Schrift und verwende entweder schwarze oder blaue Tinte. Unter- oder durchstrichen wird stets mit dem Lineal oder dem Massstab. Für die Ziffern im Mathematik-Heft brauche ich ein Häuschen. Wenn ich Mühe mit der Rechtschreibung habe, mache ich zuerst einen Entwurf, überarbeite ihn mit dem Duden und lasse ihn korrigieren. Ich vermeide so viele Fehler wie nur möglich. Ich denke daran: Meine Hefte und Arbeitsblätter sind meine Visitenkarten und zeigen sehr viel über meine Arbeitshaltung, meine Sorgfältigkeit und meine Lernbereitschaft. Wenn ich jetzt nicht lerne, exakt und genau, überlegt und sauber zu arbeiten, werde ich später in der Lehre oder dann im Berufsleben Probleme bekommen und es nachträglich noch lernen müssen. Ich arbeite für mich und meine Zukunft! Erklärung Ich habe unsere Abmachungen über die Heftführung gelesen. Wir haben sie in der Klasse diskutiert, und ich habe sie verstanden. Ich werde mich bemühen, sie einzuhalten. Datum: Unterschrift: Selbstkontrolle beim Ausführen von Arbeitsaufträgen Vor Arbeitsbeginn Um was geht es? Was ist das Thema? Situation klar? Welches sind die Zielsetzungen meiner Arbeit? Was sollte ich nach ausgeführter Arbeit begriffen, erfahren, gelernt haben? Verstehe ich die Aufgaben? Weiss ich genau, was ich tun muss? Während der Arbeit Worauf kommt es an? Erreiche ich die Ziele? Drücke ich mich klar aus? Versteht man mich? Ergeben meine Lösungen einen Sinn? (z.B. bei Lückentexten, bei Rechenergebnissen usw.) Befriedigen meine Gestaltung, Darstellung und Schrift? Habe ich noch offene Fragen? Gibt es ungelöste Probleme? Wo könnte ich Hilfe und Antwort bekommen? Vor dem Abgeben Habe ich die Aufgaben erfüllt? Habe ich alle Aspekte beachtet? Habe ich die Arbeit (laut!) durchgelesen? Habe ich die Rechtschreibung kontrolliert und dabei speziell auf meine „schwachen Punkte geachtet? Nach dem Abgeben Habe ich aus den Mängeln früherer Arbeiten gelernt? Kann ich Fortschritte erkennen? Was habe ich gerne gemacht? Was konnte ich gut? Womit hatte ich Mühe? Wie könnte ich meine Schwächen ausbügeln? Bei einer nächsten ähnlichen Arbeit: Würde ich anders vorgehen? Wie? Weshalb? Keine Angst vor Prüfungen Merkpunkte Eine sorgfältige Vorbereitung schafft ein Gefühl der Sicherheit und stärkt das Selbstvertrauen. Wer in den Stunden gut aufpasst und mitarbeitet, hat eine Prüfung schon zur Hälfte gelernt. Wer Fragen stellt, beseitigt Unklarheiten. Den Lernstoff nach jeder Stunde kurz durchlesen und lernen. Den Lernstoff frühzeitig und in kleinen Portionen lernen (pro Tag nicht länger als 15 Minuten). Den Prüfungsstoff unmittelbar vor der Prüfung nicht mehr anschauen, um sich nicht in der aufkommenden Nervosität verunsichern zu lassen. Sich nicht durch die Nervosität anderer anstecken lassen. Eine Prüfung ruhig und gelassen angehen. Zunächst die leichteren Aufgaben lösen, denn das gibt Selbstsicherheit. Die Aufgabenstellung sorgfältig und mehrfach durchlesen, so werden Flüchtigkeitsfehler vermieden. Kurz vor Abgabe der Prüfungsarbeit die Antworten nochmals durchlesen. Misserfolgsanalyse nach schlechten Prüfungsergebnissen Wenn Du in einer Prüfung keinen Erfolg gehabt hast, frage Dich selbst – und gib Dir ehrlich Antwort! Ja Nein 1. Habe ich für die Prüfvorbereitung genügend Zeit eingesetzt? 2. Habe ich etwas Falsches gelernt? 3. War ich zu bequem? Habe ich den ganzen Stoff nicht gelernt? 4. Habe ich den ganzen Stoff nicht verstanden? 5. Wurde ich während der Vorbereitungszeit abgelenkt (z.B. Radio, Geschwätz usw.) 6. Habe ich etwas vergessen zu lernen? 7. Habe ich gewusst, was man auswendig lernen muss? 8. Habe ich meine Fähigkeiten überschätzt? 9. Haben Sorgen meine Arbeitshaltung gestört? 10. Bin ich anderweitig so engagiert, dass ich für die Schule zu wenig Zeit habe? An welchen von meinen Fähigkeiten muss ich noch arbeiten? Wie muss ich mich noch ändern und verbessern, damit ich in Zukunft weitere Misserfolge vermeiden kann? Mein Wochenrückblick Allgemeine Frage: Was habe ich «gelernt», nun eben im weitesten Sinne von: erfahren – erlebt – gelebt? Was will ich festhalten und mir merken? Das kann im Einzelnen bedeuten: 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 Habe ich Wissen, Kenntnisse, Informationen gewonnen? Sind mir Probleme oder Zusammenhänge klarer geworden? Habe ich Fertigkeiten erworben oder verbessert? Mit welchen Arbeitsformen kam ich gut zurecht? Welche sind für mich eher belastend oder hinderlich? Bin ich an Grenzen gestossen oder gescheitert? Fühlte ich mich überfordert? Habe ich mir einen «Schupf» gegeben? Bin ich über einen Schatten gesprungen? Wie fühle ich mich im Kreis meiner Klassenkameraden und -kameradinnen? Wie steht es mit Freundschaften? War eine Begegnung mit einem Menschen für mich besonders wichtig? Habe ich Lehrerverhalten erlebt, aus dem ich lernen kann? Habe ich negatives Lehrerverhalten erlebt? Wie finde ich mich in der Schule als Ganzem zurecht? Hindert mich etwas daran, mitzuarbeiten und zu profitieren? Werde ich von irgendetwas in meiner Konzentration abgelenkt. Beschäftigt mich etwas derart, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren kann? Habe ich Erfahrungen gemacht, die mich besonders freuten glücklich stimmten ärgerten langweilten erschreckten wütend machten ängstigten traurig stimmten? Muss ich mir etwas merken für die weitere Arbeit in der Schule oder zuhause? Muss ich mir etwas merken für meine zukünftige Lerntätigkeit? Muss ich mir etwas merken für mein zukünftiges Verhalten anderen gegenüber (Kameraden, Freunde, Lehrer, Eltern, Erwachsene, Umwelt)? Was will ich mir für die nächste Zeit vornehmen? Was will ich in der Gesprächsrunde zur Sprache bringen? Die Aufzählung ist nicht vollständig. Was für Dich zusätzlich wichtig ist, kommt Dir sicher in den Sinn, wenn Du Dir für diese Standortbestimmung Zeit nimmst und Dich nicht ablenken lässt.