Arbeitsblatt: Ein Wesen von einem fremden Planeten
Material-Details
Aus Recyclingmaterialien bauen die SuS ein Wesen von einem fremden Planeten. Diese werden kaschiert, bemalt und verziert.
Werken / Handarbeit
Papier / Karton
4. Schuljahr
15 Seiten
Statistik
108990
1500
25
29.12.2012
Autor/in
Noemi Müller
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Ausbildung Primarstufe Design und Technik (Werken) WE P100 LN1 Auftrag Erarbeitung und Planung einer Werkaufgabe Im Modul WE P100 bekommen Sie die Gelegenheit, sich selbständig in ein Werkthema zu vertiefen und die Umsetzung für den Unterricht auszuloten. Einerseits verarbeiten Sie die fachdidaktischen Inputs und andererseits entwickeln Sie Ihre fachlichen Kenntnisse weiter. Der LN1 bildet im Weiteren die Vorbereitung auf das fachdidaktische Projekt und legt damit die Grundlagen für den LN2. Der LN1 besteht aus zwei Teilen: • In der praktischen Auseinandersetzung erarbeiten Sie die gestalterischen und technischen Aspekte der Werkidee/des Werkthemas und stellen verschiedene Arbeitsbeispiele/didaktische Modelle her. • In der theoretischen Auseinandersetzung beleuchten Sie die fachdidaktischen Aspekte der Planung und verwenden dazu diesen Raster. Beide Teile des LN1 müssen erfüllt werden. Die Planung erstellen Sie schriftlich/digital mit dem Planungsraster Werkunterricht kompetent planen und gestalten und präsentieren diese zusammen mit ihren didaktischen Modellen am Schluss des Moduls im Präsenzunterricht. Den genauen Termin siehe im jeweiligen Modulprogramm der Dozierenden. Bitte benennen Sie die per E-Mail an Ihre Dozierende/Ihren Dozierenden einzureichende digitale Fassung nach folgendem Schema: IhrVorname IhrNachname – P100 LN1 Planungsarbeit.doc Vorname Nachname Noemi Müller Studiengang Primarstufe H10 Adresse Telefon E-Mail-Adresse Thema/Material Ein Wesen von einem fremden Planeten aus Recyclingmaterialien Papiercaché Klasse/Kindergruppe 11 oder 12 Schüler und Schülerinnen einer 4. Klasse Bewertung LN1 Teil 1: gestalterische Arbeit Teil 2: theoretische Arbeit erfüllt erfüllt Feedback Klar formulierte Ziele und Aufgabenstellungen, übersichtliche Darstellung der Abläufe, eine gut strukturierte Vorbereitung: Sie haben sich mit dem Thema gestalterisch und inhaltlich auseinandergesetzt und daraus eine spannende Unterrichtssequenz erarbeitet. Die Fantasiereise als Einstieg finde ich gut, vielleicht können Sie sich noch Gedanken machen, WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 1/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe wie sie dafür eine spezielle Atmosphäre im Schulzimmer kreieren könnten, z.B. Zimmer verdunkeln, Geräusch einer startenden Rakete, Kopf auf die Arme legen etc. (damit die SuS sich nicht zu stark voneinander ablenken lassen.) Das Kreieren eines bestimmten Ausdrucks ist nicht ganz einfach – hier lohnt es sich vielleicht mit den SuS gemeinsam auszuprobieren oder zu sammeln, welche Ausdrücke wie empfunden werden. (evtl. Vorspielen und erraten oder anhand von Smileys/Piktogrammen zeichnen und erraten). Da die Zeit ja wie Sie erwähnen knapp ist, würde ich evtl. die Möglichkeit offen lassen, beim zweiten Anlass anstatt zu bemalen direkt farbig zu kaschieren (für die, die im ersten Anlass nicht fertig werden). WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 2/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Werkunterricht kompetent planen und gestalten Dieses Planungsraster ist eine fachspezifische Ausarbeitung des offiziellen Planungsinstruments Unterricht kompetent planen und unterstützt Sie mit fachdidaktischen Aspekten bei der Vorbereitung und Durchführung von Werkunterricht. Die fachspezifischen Ergänzungen (gelb) geben einen Überblick der fachdidaktischen Inhalte, die in der Ausbildung Primarstufe Werken angesprochen werden (mündlich im Unterricht und über die weiteren Auseinandersetzung mit den Sachtexten, die im Unterricht und/oder auf Ilias angeboten werden). Die Sammlung von Fragestellungen (orange) unterstützt Sie in der fachdidaktischen Auseinandersetzung und bei der Unterrichtsplanung. Sie dient Ihnen als Hilfestellung und beleuchtet verschiedene Aspekte, die nicht bei jeder Planung gleichermassen berücksichtigt werden müssen. Die Textfelder (blau) sind für die schriftliche Planung reserviert. Diese können Sie direkt beschreiben. Dieses Raster beleuchtet die Ebenen Klären und Entscheiden sowie verschiedene Unterrichtsphasen. Für die chronologische Planung der Aktivitäten von Lehrpersonen und Schülerinnen/Schülern und den Einsatz von Medien verwenden Sie bitte das reguläre Formular Verlaufsplanung aus Unterricht kompetent planen. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 3/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Planungsinstrument Fachspezifische Ergänzung Die Sache klären Fachdidaktische Aspekte Fachliches Kontextwissen (Sachanalyse): funktionale Bedeutung ökonomischer Kontext kulturelle Bedeutung naturwissenschaftlicher Zusammenhang Ästhetische Erfahrungsfähigkeit (Gestaltungsanalyse) Material Form Funktion Konstruktion Technik Handwerkliches Können (Basiskompetenz) Materialkenntnisse Handwerkliche Fertigkeiten Bezüge und Ressourcen Lehrplan Lehrmittel Fachliteratur Lehrperson und Schülerinnen/Schüler Fragestellungen zum Thema Kontext und Stellenwert des Themas in unserer natürlichen oder gestalteten Umwelt: Wo begegnen wir dem Thema? Wie sind wir davon betroffen? Welche Bedeutung, welche Relevanz hat es? Welches Verständnis schafft es, wo knüpft es an Vorwissen an? Potenziale und Merkmale des Themas: Welche Inhalte, Merkmale, Besonderheiten, Phänomene, Entdeckungen lassen sich ergründen oder erleben? Welche Sachzusammenhänge können erarbeitet und verstanden werden? Welche gestalterischen Ressourcen bestehen? Chancen für fächerübergreifendes/projektartiges Arbeiten? Lehrmittel und Lehrplan: Welche informativen Lehrmittel und Sachbücher gibt es zum Thema? Auf welche Sachinformationen soll sich das Werkthema konzentrieren/beschränken? Bezüge des Themas zum Lehrplan? Fachdidaktische Auseinandersetzung Das Thema Ausserirdische wird in den Medien oft aufgegriffen. Kinder begegnen im Fernsehen ComicFiguren, welche Ausserirdische darstellen oder zumindest ausserirdisch sein könnten. Eine beispielhafte Serie, bei der es um Ausserirdische geht ist „Futurama. Auch viele Science Fiction Filme beschäftigen sich mit diesem Thema. Kinder sind meistens von solchen Kreaturen beeindruckt oder haben sogar Angst vor ihnen. Diese Figuren lösen bei den Kindern also ganz unterschiedliche Emotionen aus – je nach dem wie die Figuren dargestellt werden. Die Frage, ob es im Weltraum ausserhalb der Erde sonst noch Leben gibt, kommt auf, sobald die Lehrperson mit einer Klasse das Thema Planetensystem durchnimmt. So wird ein Bezug zum Fach Mensch Umwelt geschaffen. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 4/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Häufig werden Naturphänomene oder alte Bauten mit Ausserirdischen in Verbindung gebracht. So meint z.B. Erich von Däniken, dass beim Bau der Pyramiden von Gizeh Ausserirdische mitgeholfen hätten. Ein Besuch des Jungfrau Parkes in Interlaken (ehemals Mystery Park) wäre somit gut kombinierbar, da er genau dies thematisiert. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 5/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Planungsinstrument Fachspezifische Ergänzung Die Bedingungen klären Personales/Soziales Entwicklungsphasen, Gender, Interesse, Bedürfnisse Flexibilität, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz Team- und Kooperationsfähigkeit in offenen Lernformen Fachliches Phasenmodell der Kreativität Problemlösestrategien Handwerkliches Können, Kraft und Koordination Fachübergreifende Bezüge Strukturelles Infrastruktur der Werkräume Möglichkeiten in der Umgebung Material- und Zeitbudget Fragestellungen zum Thema Interessen, Gender, Kultur und Entwicklungsstufen: Welche Inhalte wecken das Interesse der Kinder und passen in Ihre Lebenswelt? Bestehen genderspezifische Vorlieben? Wie werden die Inhalte stufengerecht erarbeitet? Soziale Kompetenzen und personale Fähigkeiten: Welche Möglichkeiten bestehen für soziales Lernen? Wie viel Kooperation ist zur Bewältigung der Aufgaben erforderlich? Können die Schülerinnen und Schüler sich flexibel auf geänderte Anforderungen einstellen? Zeigen Sie Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz bei der Arbeit? Fachliche Fähigkeiten: Welche Fähigkeiten sind für die Bearbeitung/Lösung bestimmter Inhalte erforderlich (Problemlösestrategien, Kreativität, Selbständigkeit, Ausdauer, Motivation, u.a.)? Kenntnisse: Welche gestalterischen und technischen (Vor-)Kenntnisse sind für das Gelingen der Aufgabe erforderlich? Auf welche Kenntnisse kann aufgebaut werden, welche müssen erarbeitet werden? Fertigkeiten: Wie hoch ist die handwerkliche Herausforderung: Wie viel Geschick/Feinmotorik verlangt die Tätigkeit? Welche Fertigkeiten/wie viel Kraft müssen vorausgesetzt sein? Infrastruktur, Personelles, Zeit und Finanzen: Welche Anforderungen werden durch das Thema und dessen Erarbeitung an die Infrastruktur gestellt? Welche Anforderungen werden an die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lehrperson gestellt? Welcher Aufwand ist für die Vorbereitung einzusetzen? Welches zeitliche und finanzielle Budget erfordert das Thema für die Bearbeitung mit der Klasse? Fachdidaktische Auseinandersetzung Das Thema interessiert sowohl Mädchen wie auch Knaben. Jeder hat eine andere Vorstellung von Ausserirdischen. Die Schüler und Schülerinnen können ihre sozialen Kompetenzen üben, indem sie zu sich gegenseitig helfen ihre Ausserirdischen zu konstruieren. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 6/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Eine Herausforderung wird sein, dass der Ausserirdische stabil steht. Die Schüler und Schülerinnen müssen herausfinden, wie sie ihre Teile zusammenkleben müssen, damit er gut steht. Beim Kaschieren der Ausserirdischen benötigen die Schüler und Schülerinnen Ausdauer, da sie 3-4 Schichten kaschieren müssen. Das Konstruieren, Zerreissen der Zeitung in gleich grosse Stücke, sowie das Kaschieren werden von der Lehrperson vorgezeigt, da sie nicht damit rechnen kann, dass die Schüler und Schülerinnen bereits Kenntnisse haben. Die Lehrperson und die Klasse sammeln für den Auftrag Zeitungspapier und Karton. Kleister, Farbe und Dekorationsmaterial werden gekauft. Für den Auftrag reserviert die Lehrperson den Werkraum. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 7/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Planungsinstrument Fachspezifische Ergänzung Bedeutungen und Sinn klären Lebenswelt Welche Materialien, Prozesse, Objekte und Themen haben einen aktuellen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler? Wie erweitert die Bearbeitung des Themas den Schülerinnen und Schülern das Verständnis der natürlichen und gestalteten Umwelt? Welche exemplarische Bedeutung hat das Thema? Mitbestimmung und Mitverantwortung Wie können Schülerinnen und Schüler partizipieren und mitentscheiden? Welche Tätigkeiten können die Schülerinnen und Schüler selbst verantworten. Wo können sie die Verantwortung für das Gelingen mittragen oder übernehmen? Fragestellungen zum Thema Sinnzusammenhang und Bedeutung: Welche Zusammenhänge lassen sich im Thema erfahren? Welche Vernetzung lassen sich beleuchten? Wie lautet die übergeordnete Thematik? Inwiefern hat das Thema eine exemplarische Bedeutung für diese Thematik? In welchem Rahmen kann auf die Thematik und den exemplarischen Wert des Themas eingegangen werden? Welche interdisziplinären Aspekte weist das Thema auf? Wie kann das Werken mit anderen Fächern verbunden werden? Leitziele: In welcher Beziehung steht die Auseinandersetzung im Werken zu den Leitzielen des Lehrplans? (Ausbilden der Handlungskompetenz, das heisst Fördern der Sachkompetenz, der Methodenkompetenz wie der sozialen und personalen Kompetenzen) Fachdidaktische Auseinandersetzung In den Richtzielen des Lehrplanes auf S. 209 werden einige Bezüge zum Thema sichtbar: Die Schüler und Schülerinnen werden sich eigener Vorstellungen, Phantasien, Stimmungen und Gefühle als Ausdruck ihrer Innenwelt bewusst. Die Schülerinnen und Schüler geben ihren Erinnerungen, Wahrnehmungen, Vorstellungen, Phantasien und Empfindungen spontan gestalterischen Ausdruck. Die Schüler und Schülerinnen üben sich zudem auch im Anfertigen einer Skizze. Die Vorstellung, die sie haben, muss zuerst auf Papier gebracht werden und anschliessend ins dreidimensionale übertragen werden. Die Verschiedenheit der Vorstellungen von Ausserirdischen zeigt, wie heterogen Vorstellungen sein können. Jeder Schüler und jede Schülerin ist frei und kann entscheiden, wie sein/ihr Ausserirdischer aussehen soll. Die Schüler tragen die Verantwortung, dass ihr Ausserirdischer stabil steht und eine Emotion ausdrückt. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 8/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Planungsinstrument Fachspezifische Ergänzung Entscheid für Lernziele fachliche Kompetenzen Die Förderung der Schülerinnen und Schüler umfasst: ihre ästhetische Erfahrungsfähigkeit ihr fachliches Kontextwissen ihr handwerkliches Können personale/überfachliche Kompetenzen Förderung: einer ästhetischen Grundhaltung (zB. kreative und explorative Haltung, problem- und lösungsorientiertes Arbeitsverhalten) der Selbständigkeit, der Reflexionsbereitschaft, des Bewusstseins der Selbstwirksamkeit, der Motivationsbereitschaft, des Durchhaltevermögens, der Leistungsbereitschaft etc. soziale Kompetenzen Förderung von: Partizipationskompetenzen (sich einfühlen und einlassen können, sich handelnd einbringen und abgrenzen können) Dialogbereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation Fragestellungen zum Thema Fachliche Ziele: Welche Ziele werden verfolgt bezüglich dem Aufbau von gestalterischen Fähigkeiten, technischem Verständnis und handwerklichem Können? Personale/überfachliche Ziele: Welche personalen und überfachlichen Kompetenzen sollen in der Bearbeitung des Themas gefördert werden? In welchen Bereichen des Themas können diese Ziele verfolgt werden? Soziale Kompetenzen: Welche Ziele bestehen bzgl. der Förderung von Kommunikation, Partizipation und Kooperation? Wo schafft die Planung Raum für soziales Lernen? Fachdidaktische Auseinandersetzung Fachliche Ziele: Die Schüler und Schülerinnen können ihre Vorstellung ins Zweidimensionale und dann ins Dreidimensionale umsetzen. Die Schüler und Schülerinnen gehen sorgfältig mit den Materialien Papier und Kleister um. Personale überfachliche Ziele: Die Schüler und Schülerinnen halten in ihrem Gestaltungsprozess durch. Soziale Kompetenzen: Die Schüler und Schülerinnen helfen sich gegenseitig beim Umsetzen ihrer Vorstellung des Zweidimensionalen ins Dreidimensionale. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 9/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Planungsinstrument Fachspezifische Ergänzung Entscheid für Formen der Lern-Evaluation Formale, materialtechnische, funktionale und ästhetische Kriterien bestimmen Unterrichtsvorbereitung, Unterrichtsverlauf, Arbeits- und Lernprozesse orientieren sich an Kriterien, welche die Gestaltung und den Spielraum bestimmen und damit das Gelingen der Aufgabe unterstützen. Diese auf den Prozess Einfluss nehmenden Kriterien werden gleichzeitig zum Massstab für die Überprüfung der Zielerreichung. Eine Aufgabenstellung wird folglich immer kriterienorientiert formuliert Kriterienorientierte Aufgabenstellungen Die Formulierung der Aufgabenstellung beinhaltet Anregungen und Bedingungen, schafft Assoziationen und nennt Einschränkungen. Sie enthält den Arbeitsauftrag und meist auch die Zielvorgabe, die offener oder geschlossener definiert wird, und bestimmt damit den Arbeitsprozess und den Lösungsweg wesentlich. Wichtig sind klar und prägnant formulierte Gestaltungsaufträge mit ausgewählten überprüfbaren Kriterien (bzgl. Material, Form, Funktion, Konstruktion, Technik). Kriterienorientierte Aufgabenstellungen schliessen die Offenheit von Lösungsweg und Zielerreichung nicht aus. Evaluationsformen Diese sind abhängig von den Zielen, vom Gestaltungsspielraum der Aufgabenstellung, vom Lehr-/Lern-Arrangement etc. und werden z.B. als Standortbestimmung, als Vorbereitung auf die nächste Aufgabenstellung oder als Schlussauswertung durchgeführt. Beispiele von Evaluationsformen: schriftliche Aufträge mit Lösungsblatt Lernjournal mit Selbstreflexion Feedback unmittelbar durch die Arbeit (da zB. eine Lösung für das gestellte Problem gefunden wurde) Präsentation, Besprechung von Ideen, Entwürfen, Funktionsmodellen und Lösungen im Plenum Vergleich und Bewertung der individuellen Lösungen anhand der Kriterien Prozess- und Erfahrungsbericht Vergleich der Ergebnisse durch spielerischen Wettbewerb Ausstellung u.a. Fragestellungen zum Thema Kriterien bestimmen: Welche Kriterien sind für ein Gelingen der Werkaufgabe entscheidend (z.B. aus materialtechnischen oder funktionalen Gründen)? Wie definiere ich das Erfolgsfenster im Gestaltungsspielraum der Aufgabe (innerhalb welcher Dimensionen kann sicher und erfolgreich experimentiert werden)? Welche gestalterischen Kriterien konzentrieren die Arbeitsprozesse, verfolgen die formulierten Ziele, verhindern Beliebigkeit, setzen einen Anspruch an die Gestaltung und ermöglichen einen Vergleich der Lösungen? Aufgabenstellung: Welche Kriterien muss die Aufgabenstellung (in Bezug auf die Gestaltungsanalyse) aufweisen? Lassen sich die Anforderungen des Themas in Teilaufgaben gliedern und die Kriterien stufenweise erreichen? Evaluationsformen: WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) 10/11 Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Welche Evaluationsformen passen zum Thema? Zu welchem Zeitpunkt wähle ich welche Evaluation? Kriterien für die Beobachtung und Beurteilung der Lernprozesse? (Wie erkenne und erfasse ich Lernfortschritte? Welches sind Indikatoren für den Lernerfolg?) Fachdidaktische Auseinandersetzung Kriterien: Der Ausserirdische muss stabil stehen, damit er anschliessend ausgestellt werden kann. Der Betrachter muss eine bestimmte Emotion des Ausserirdischen erkennen können. Aufgabenstellung: Die Lehrperson zeigt den Schüler und Schülerinnen ein Bild einer Rakete. Die Schüler und Schülerinnen schliessen die Augen. Die Lehrperson sagt: „Wir sitzen in dieser Rakete und fliegen zu einem fremden Planeten. Dort leben einzigartige Wesen. Jedes Wesen sieht anders aus. Du gehst in ein Schulhaus und triffst dort viele Kinder. Ein Kind fällt dir besonders auf. Betrachte es ganz genau. Wie viele Augen hat es und wo im Gesicht sind sie? Welche Farbe hat die Haut? Hat es eine Nase und einen Mund? Wo liegen diese? Hat es Arme und Beine? Welchen Gesichtsausdruck hat es? Ist es freundlich, glücklich oder wütend und furchterregend? Präge dir nun ganz genau ein, wie das Wesen aussieht, öffne die Augen und skizziere ohne nach links und rechts zu schauen den Ausserirdischen mit Farbstiften. Du hast 5 Minuten Zeit. Setze deinen skizzierten Ausserirdischen mit Recyclingmaterialien, Kleister, Farbe und Dekorationsmaterialien um. Konstruiere zuerst mit Recyclingmaterialien und Klebeband dein Wesen. Überlege dir, ob du den ganzen Ausserirdischen darstellen möchtest, oder nur seinen Kopf. Dein Wesen muss stabil stehen können und soll einen bestimmten emotionalen Gesichtsausdruck haben (z.B. lieb, böse, frech, furchterregend etc.). Arbeitet zu zweit beim Konstruieren. Kaschiere anschliessend deinen Ausserirdischen. Du musst mindestens 4 Schichten kaschieren. Geh sorgfältig mit dem Papier und Kleister um. Bemale deinen Ausserirdischen so, dass sein Gesichtsausdruck möglichst gut zur Geltung kommt. Setze letzte Akzente mit Dekorationsmaterialien. Erweiterter Auftrag: Überlege dir, wie dein Wesen heissen könnte. Erzähle uns eine Geschichte über deinen Ausserirdischen (ev. auch zu zweit). Evaluation: Mit einer Ausstellung für die Klasse werden die einzelnen Wesen vorgestellt. Sowohl die Ausstellungsobjekte, wie auch die Schüler werden nummeriert. Jeder Schüler sagt zum Werk mit derselben Nummer, welches Gefühl der Ausserirdische bei ihm auslöst. Danach erzählen die Schüler und Schülerinnen ihre Geschichte zu ihrem Ausserirdischen. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite 11/11 (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Planungsinstrument Fachspezifische Ergänzung Entscheid für Lehr-Lern-Arrangements Der Entscheid für eine Gewichtung auf mehr Fremd- oder Selbststeuerung gründet in den ermittelten Ressourcen und Bedingungen, in der Zielformulierung oder der Thematik selbst. Ähnliche Gründe bestimmen die Entscheidung, ob Lerninhalte über Selbstkonstruktion (exploratorisch entdeckendes Lernen) Nachkonstruktion (expositorisch darstellend strukturiertes Lernen) oder direkte Instruktion erarbeitet werden. Lehr-/Lernformen im Gestaltungsunterricht: Direkte Instruktion Vorzeigen–Nachahmen Entdeckendes Lernen Probleme lösen Projektarbeit Kooperatives Lernen . Fragestellungen zum Thema Instruktion: In welchen Bereichen des Themas ist eine direkte Instruktion sinnvoll oder unerlässlich? Sicherheitsvorkehrungen und –hinweise, Einführung und Handhabung von Werkzeugen und Maschinen? Sachinformation, Inputs zu gestalterischen Prozessen? Arbeitsanleitungen und Anweisungen, Einführung in Techniken? handwerkliche Hilfestellungen, Lösungsmodelle, Bausatz/Funktionsmodule, Vorlagen? Konstruktion: Welche Bereiche des Themas lassen sich über die Selbst- oder Nachkonstruktion erarbeiten? Welche Inhalte lassen sich explorativ vermitteln? Wie lässt sich ein Rahmen für das Erkunden und Experimentieren arrangieren, um spielerisch und selbständig das Thema gestalterisch oder technisch zu untersuchen? Wie soll die Aufgabenstellung formuliert werden, um eine Problemorientierung auszulösen und die Problemlöseprozesse in Gang zu setzen? Entscheid für Lehr-Lern-Arrangements: Welche Lehr-/Lernformen kommen in der Erarbeitung des Themas und in der Umsetzung des Gestaltungsauftrages zum Zug (bei Vorübungen und Einführungen, bei der Hauptaufgabe)? Welches ist für die jeweilige Unterrichtsphase die sinnvollste Sozialform? Fachdidaktische Auseinandersetzung Instruktion: Die Lehrperson gibt Arbeitsanweisungen und setzt die Ziele für die Lektionen. Die Schüler wissen so, wo sie am Ende der Lektionen stehen müssen. Die Schüler und Schülerinnen werden in die Technik des Kaschierens in Form von Vorzeigen eingeführt. Konstruktion: Die Schüler und Schülerinnen bauen explorativ ihr Wesen auf. Sie müssen darauf achten, dass er stabil steht. Dies geschieht in Form von Entdeckendem Lernen in Partnerarbeit. Die Schüler und Schülerinnen haben die Aufgabe ihrem Ausserirdischen eine bestimmte Emotion zu verleihen und müssen versuchen dieses Problem zu lösen. Dieses Problem besprechen sie in ihrem Zweierteam. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) 12/11 Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Lehr-Lern-Arrangements: Die Schüler und Schülerinnen setzen sich zuerst individuell mit ihrer Vorstellung auseinander. Bei der Umsetzung ins Dreidimensionale arbeitet die Klasse in Paaren. Jemand klebt, der andere hält fest. Das Kaschieren wird individuell durchgeführt. Immer zwei Schüler und Schülerinnen teilen sich ein Becken mit Kleister. Auch das Bemalen geschieht individuell. Beim Dekorieren können die Schüler und Schülerinnen selbst bestimmen, ob sie jemanden zur Hilfe benötigen. Die Auswertung geschieht in der Halbklasse. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) 13/11 Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Planungsinstrument Fachspezifische Ergänzung Gestalten von Lehr- und Lernprozessen 5 mögliche Phasen im Werkunterricht Einsteigen, Interesse und Neugier wecken Interesse wecken, Spannung erzeugen, Atmosphäre schaffen, Schülerinnen und Schüler einbeziehen. Auseinandersetzung eröffnen und Bedingungen klären. Erkunden, Recherchieren ermöglichen einer eigenständigen Auseinandersetzung mit dem Thema (Bezug zur Sachanalyse) Lernumgebung schaffen, die das gemeinsame Diskutieren von Problemen und das Entwickeln von Lösungsansätzen ermöglichen Experimentieren, Entwerfen vertraut werden mit der Gestaltungsanalyse (Material, Form, Funktion, Konstruktion, Technik): mindestens ein Kriterium wird differenziert bearbeitet arrangieren von eng geführten bis offenen Lehr-Lern-Sequenzen ermöglichen von variablen Lernwegen Realisieren, Umsetzen umsetzen und realisieren einer individuellen Lösungsvariante, welche die Lehrperson fachdidaktisch kompetent begleitet Begutachten, Präsentieren betrachten der erarbeiteten Produkte und besprechen der durchlaufenen Arbeitsprozesse anhand der in der Aufgabenstellung formulierten Gestaltungskriterien Fragestellungen zum Thema (weiter oben formulierte Inhalte hier positionieren, allenfalls ergänzen und kommentieren) Einsteigen, Interesse und Neugier wecken Auf welche Arten kann ins Thema eingestiegen werden? Welche erste Auseinandersetzung (Demonstration, Kurzaufgabe, Geschichte etc.) weckt die Neugier auf das Thema, packt die Kinder oder baut eine Beziehung zur Thematik auf? Wie gelingt eine Sensibilisierung oder eine Problemorientierung auf das Thema? Wie kann Vorwissen abgerufen und integriert werden? Erkunden, Recherchieren Welche Aufträge und welche Sozialformen unterstützen die weitere Exploration im Thema? Welche zusätzlichen Informationen und Inputs unterstützen diese Auseinandersetzung? Welche weiteren Quellen stehen zur Verfügung? Wie werden Entscheidungen gefällt? Wie lassen sich Zwischenstopps für Klärungen und Austausch gestalten? Welche Arbeitsschritte können die Schülerinnen und Schüler aufgrund einer Recherche planen? Wie können Lösungsideen entwickelt und weiterverfolgt werden? Experimentieren, Entwerfen Wie werden Experimentierphasen gestaltet? Welche Materialien und Techniken eignen sich für gestalterische Entwürfe, für die Formensuche, für Funktionsstudien etc.? Wie können Ergebnisse aus dem Experimentieren in die Thematik integriert werden? Wie können Ergebnisse (Irrtümer, Halbwissen, Aha-Erlebnisse, Entdeckungen und Entwicklungen) ausgetauscht und weiterentwickelt werden? (siehe auch oben: Lern-Evaluation) WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) 14/11 Fachbereich Design und Technik – Primarstufe Realisieren, Umsetzen Wie werden die Erfahrungen aus den vorgängigen Phasen mit den Kriterien der Aufgabenstellung verglichen? Welche Aspekte helfen in der Entscheidung der Umsetzung einer Lösungsidee? Welche weiteren Schritte und Abklärungen braucht es für die Realisierung? Wie gestaltet sich die Arbeitsplanung: Organisation (Verantwortlichkeiten etc.), Aufwand (zeitlich, finanziell etc.)? Begutachten, Präsentieren Inwiefern können Präkonzepte (Vorwissen) erweitert werden? Welche Formen der Evaluation und Präsentation eignen sich für das Thema/die Aufgabenstellung? In welchem grösseren Rahmen kann eine Präsentation eingebunden werden? Fachdidaktische Auseinandersetzung Einsteigen, Interesse und Neugier wecken: Die Klasse beschäftigt sich mit dem Thema Planeten. Die Neugier zum Thema wurde also bereits geweckt. Die Lehrperson kann eine Diskussion über Ausserirdische einleiten. Erkunden, Recherchieren: Die Lehrperson zeigt den Schüler und Schülerinnen ein Bild einer Rakete. Die Schüler und Schülerinnen schliessen die Augen. Die Lehrperson sagt: „Wir sitzen in dieser Rakete und fliegen zu einem fremden Planeten. Dort leben einzigartige Ausseridische. Jeder Ausserirdische sieht anders aus. Du gehst in ein Schulhaus und triffst dort viele Kinder. Ein Kind fällt dir besonders auf. Betrachte es ganz genau. Wie viele Augen hat es und wo im Gesicht sind sie? Welche Farbe hat die Haut? Hat es eine Nase und einen Mund? Wo liegen diese? Hat es Arme und Beine? Welchen Gesichtsausdruck hat es? Ist es freundlich, glücklich oder wütend und furchterregend? Präge dir nun ganz genau ein, wie das Alienkind aussieht, öffne die Augen und skizziere ohne nach links und rechts zu schauen den Ausserirdischen mit Farbstiften. Du hast 5 Minuten Zeit. Mit diesem ersten Auftrag setzen sich die Schüler und Schülerinnen mit ihrer Vorstellung auseinander. Experimentieren, Entwerfen: Mein knappes Zeitfenster, welches ich in der Halbklasse dieser 4. Klasse habe, lässt leider ein langes experimentieren und entwerfen nicht zu. Trotzdem versuche ich nun darzulegen, wo und wie die Halbklasse experimentieren und Entwürfe erstellen kann. Mit der Skizze des Auftrages im Teilbereich „Erkunden, Recherchieren haben die Schüler und Schülerinnen bereits eine Idee entworfen. Die Schüler und Schülerinnen haben zudem beim Konstruieren ihres Ausserirdischen die Möglichkeit zu zweit zu experimentieren. Sie dürfen ihre Erfahrungen, die sie gemacht haben auch anderen Paaren, welche Schwierigkeiten beim Konstruieren haben weitergeben. Realisieren, Umsetzen: Mit dem Kaschieren der Konstruktionen wird das Kriterium „Stabilität einfacher zu erreichen. Das Bemalen ermöglicht die Mimik des Ausserirdischen zu verstärken. Der gesamte Arbeitsaufwand sollte in 4 Lektionen umsetzbar sein. Es sind zweimal zwei Lektionen eingeplant. Die ersten zwei Lektionen beinhalten den Einstieg, das Konstruieren und Kaschieren. Die zweiten zwei Lektionen sind für das Bemalen, Dekorieren und Ausstellen gedacht. Begutachten, Präsentieren: Die Schüler und Schülerinnen haben sich mit ihrer Vorstellung von Ausserirdischen auseinander gesetzt. Sie wissen nun, wie sie einem Gesicht einen bestimmten Ausdruck verleihen können. Indem je ein Schüler in einem positiv formulierten Satz sagt, was der Ausserirdische für eine Emotion ausdrückt und was ihm dabei gefällt, werden die Arbeiten wertgeschätzt. WE P100 – LN1: Werkunterricht kompetent planen und gestalten PHZH 2011/Martin Platz Seite (Planungsraster basiert auf einem in der Fachgruppe Primar erstellten Entwurf Planungsinstrument Werken, 2009) 15/11