Arbeitsblatt: Von der Helvetik bis zu den Liberalen Bewegungen im 19. Jahrhundert

Material-Details

Sachanalyse Geschichte
Geschichte
Schweizer Geschichte
1. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

109120
670
6
02.01.2013

Autor/in

Louise Suhr
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Sachanalyse Geschichte 26.September 2012 Sek 2 Gersag 1 in Emmen Dozentin: Sabine Ziegler Studentin: Louise Suhr Von der Helvetik bis zu den Liberalen Bewegungen im 19. Jahrhundert Auswirkungen der Helvetik „Historiker sind sich nicht einig ob die Helvetik positiv oder negativ zu bewerten ist. Das Urteil bewegt sich zwischen Verurteilung und Anerkennung. Theodor Schieder beschreibt in seinem Handbuch der Europäischen Geschichte: „Positiv zu bewerten ist die Helvetik vor allem deshalb, weil sie viele fruchtbare Ansätze zu einer erst 1830-1848 erreichten Neuordnung geliefert hat. Wir denken da an die Vereinheitlichung von Münze, Maß, Gewicht, Post und Bürgerrecht oder an die zahlreichen Impulse kultureller Art. Schließlich wecken die drückende Abhängigkeit von Frankreich und die zentralistischen Irrwege der Helvetik den Sinn für eine echte nationale Erneuerung. Schieder (1991) S.972 1814 wurde Napoleon endgültig von seinen Gegnern –Großbritannien, Preußen, Österreich, und Russland- besiegt. Die Herrscher der siegreichen Mächte mussten nun Europa eine neue Ordnung geben. Wichtige Staatsmänner trafen sich in Wien zum sogenannten Wiener Kongress. Auch die Schweiz muss sich Gedanken über die Gestalt der Eidgenossenschaft machen. „Nach langwierigen Verhandlungen nimmt die Tagsatzung als neue verfassungsrechtliche Grundlage des nun auf 22 Kantone erweiterten Staatenbundes den Bundesvertrag an. Er erhält im März 1815 den Segen des Wiener Kongresses und wird schließlich im August 1815 von den Kantonsvertretern beschworen. T.Schieder, 1991, S.973 Restauration Der Wiener Kongress brachte eine Zeit des Friedens. Er vernichtete aber auch viele Hoffnungen. Im 18. Jahrhundert hatten die Philosophen der Aufklärung den Standpunkt vertreten,jeder Mensch sei dazu fähig vernünftig zu denken und zu handeln. Die Französische Revolution und ihr Gedankengut war genau dieser Meinung. Nur leider hatte der neue Bundesvertrag von 1815 die Neigung vorrevolutionäre Zustände wiederherzustellen. „Die Gewaltentrennung existiert nicht mehr. Diese nach rückwärts gerichtete Tendenz trägt der Epoche von 1813-1830- nach dem Werk des konservativen bernischen Staatsdenkers Karl Ludwig von Haller – die Bezeichnung Restauration ein. () Trotzdem lassen sich die Keine des einmal geweckten freiheitlichen Denkens nicht vollkommen ausrotten. T. Schieder 1991, S. 974 Im Geschichtsbuch von Meyer, Schneebeli (1995) steht: „ Die Politiker, welche nach 1815 die Ideen der Aufklärung wieder aufnahmen, nannte man „Liberale(.) der einzelne Mensch sollte sich frei entfalten können. (S.160) Meyer und Schneebeli (1995) halten fest, dass „In den meisten Kantonen der Schweiz hatten die Städte 1815 ihre alte Vorrangstellung gegenüber den Landgebieten zurückgewonnen. Auch in Zürich gaben wieder die vornehmen Familien aus der Stadt den Ton an. Die Freiheitsrechte der einzelnen Bürger waren stark eingeschränkt. In Stadt und Land gab es jedoch immer mehr liberale Bürger, welche mit diesen Zuständen nicht mehr einverstanden waren. (.) 1830 kam es zu einem erfolgreichen Aufstand gegen König Karl X. (.) Dieser Erfolg spornte die Liberalen in der Schweiz an. In den meisten Kantonen kam die Landbevölkerung in großen Versammlungen zusammen und forderten Gleichberechtigung. (S.161) Die Liberalen forderten eine neue und umfassende Schulordnung. Das Schulwesen befand sich überall außerhalb der Städte nämlich in einem armseligen Zustand. Liberale Bildungsoffensive Meyer (1998) sagt: „ Die Bildungsoffensive der Dreißigerjahre bestand im systematischen Ausbau und in der Verbesserung der Schule und mündete im Versuch, das ganze Schulwesen in einem kantonalen Gesetz zu ordnen. (.) Die alte Dorfschule, in welcher der kaum schreibkundige Schulmeister, im Lehnstuhl sitzend und die Pfeife schmauchend, sich bloß einen Schüler nach dem andern vornahm, während der Rest der Klasse sich die Zeit vertrieb, sollte endgültig der Vergangenheit angehören. (S.264) Es war erschreckend, wie wenig Lehrer über eine tatsächliche Fachausbildung verfügten. Durch die Gründung von Lehrerbildungsanstalten wollten die Kantone den Lehrerberuf professionalisieren. „Mit 18 oder 19 Jahren kam der Absolvent mit seinem Diplom in eine Landgemeinde und hatte etwa hundert Schüler zu unterrichten. Nicht selten wurde er zum Antipoden des Pfarrers, der bis dahin ein lokales Bildungsmonopol besessen hatte. Dem Repräsentanten des Glaubens stand mit dem Lehrer ein Verfechter der modernen wissenschaftlichen Erkenntnis gegenüber, die viele Glaubenswahrheiten in Frage stellte. Meyer, (1998) S.265 Forderung der Gewaltentrennung Um eine Gewährleistung der Aufteilung der Macht an verschiedene Organe zu sichern, wollten die Liberalen eine neue Verfassung. „Schließlich wurde eine Verfassung geschaffen, die den Begehren der Usterner Versammlung im wesentlichen entsprach. Die Zürcher Verfassung von 1931 hat zwischen, Regierungsrat (Exekutive), Großer Rat (Legislative) und Volk von Stadt und Land unterschieden. Ähnlich verlief die Entwicklung in den meisten anderen Kantonen. Städter und Landbevölkerung waren nun fast überall gleichberechtigt. Die Befestigungen um die Hauptstädte wurden abgebrochen. Die schweizerischen waren mehrheitlich zu liberalen, demokratischen Staaten geworden. Meyer, Helmut (1998), S.162-163 Literaturliste • Schieder, Theodor (1991). Handbuch der Europäischen Geschichte: Band 5,Klett-Cotta Verlag. • Von Greyerz, Kaspar (2000). Religion und Kultur: Europa 1500-1800. Göttingen: Vandenhoeck Ruprecht. • Meyer, Helmut Schneebeli, Peter (1995). Durch Geschichte zur Gegenwart 2. Zürich: Lehrmittelverlag. • Meyer, Helmut (1998). Die Schweiz und ihre Geschichte. Zürich: Lehrmittelverlag.