Arbeitsblatt: Die Geschichte des Christentums

Material-Details

Kurzfassung: Leben Jesu und Verbreitung des Urchristentums inkl. Fragen
Lebenskunde
Religionslehre / Bibel
7. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

109194
801
8
03.01.2013

Autor/in

Andrea Wittwer
Dietzingerstrasse 10
8003 Zürich
043 960 00 53
078 374 85 06
Land: andere Länder
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Alles fing vor gut 2000 Jahren mit einer kleinen jüdischen Sekte am Rande des römischen Reichs an. Diese Gruppierung von Jesus Anhängern entwickelte sich schnell zur zahlenmässig grössten Religion der Welt, dem Christentum. Ihr gehören über zwei Milliarden Menschen an. Das Christentum ist ein Sammelbegriff für verschiedene christliche Richtungen und Lebensformen. Allen gemeinsam ist der Glaube, an Jesus Christus, der im Zentrum des RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Grundlagen Was wir über Jesus wissen, ist in den Evangelien von seinen Jüngern niedergeschrieben worden. Jesus soll im Jahre 6/4 v.u.Z. in Nazareth zur Welt gekommen sein, mehrere Brüder und Schwestern gehabt haben und eine jüdische Grundausbildung genossen haben. Die Lage in Palästina war sehr unruhig – die Menschen warteten auf das Ende der Welt und sehnten sich nach dem Messias, der sie retten konnte. Überall predigten selbst ernannte Propheten religiöse Lehren. Jesus zog mit ca. 27 Jahren als RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Wanderprediger durch die Gegend und wählte sich zwölf Jünger aus, die gemäss der Tora die 12 Stämme Israels repräsentieren sollten. Die Lehren Jesus von der Güte und der Herrschaft Gottes fanden vor allem bei der einfachen und armen Bevölkerung auf Anklang, da diese zu einer Umkehr offener waren als die Frommen und Reichen. Jesus hatte auch als Heiler gewirkt und Menschen gesund gemacht. Im Zentrum von Jesus Lebenshaltung stand der jüdische Grundsatz der Nächstenliebe (zu Gott und den Menschen). Jesus entfernte sich teilweise von den jüdischen Gesetzen, indem er z.B. predigte, man solle auch seine Feinde lieben. RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Die Menschen reagierten unterschiedlich auf die Botschaft von Jesus, es gab Zustimmung und Ablehnung. Jesus wurde von einer jüdischen Tempelgruppierung beim römischen Statthalter Pontius Pilatus angeklagt, weil er angeblich Anspruch auf das Königtum über Israel erheben wollte. Im Namen Roms wurde Jesus dann als politischer Unruhestifter zum Tode verurteilt und im Jahre 30 n.u.Z. gekreuzigt. RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Man geht heute davon aus, dass Jesus nie eine eigene Religion gründen wollte, sondern sich als Gründer einer religiösen Suchbewegung innerhalb des Judentums sah, von denen es zu seiner Zeit viele gab. Er wollte die Tora nach seinem Empfinden auslegen und das Gebot von Gottes und Nächstenliebe ins Zentrum stellen. Er entfernte sich aber nie vom jüdischen Glauben. Seine Anhänger sahen in Jesus aber schnell einmal den versprochenen Messias (auf Griechisch ‚cristos, daraus Jesus Christus) und die Evangelien verkündeten seine Auferstehung von den Toten. RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Die Urgemeinde rund um Jesus wird als JudenChristenGemeinde bezeichnet und war auf das Gebiet von Palästina beschränkt. Nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem im Jahre 70 n.Chr. löste sich diese judenchristliche Gemeinde auf. RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Wichtig für die weitere Ausbreitung sind die HeidenChristen ausserhalb Palästinas. In Palästina mussten die jüdischen Gesetze eins zu eins auch auf nichtjüdische Christen übertragen werden. Paulus – der wichtigste Missionar des Christentums – merkte, dass durch eine solche Regelung die ganze Mission unter Heiden auf dem Spiel stand und schrieb im Jahre 44 n.Chr. das Aposteldekret, in dem festgehalten wurde, dass Heidenchristen nicht dem jüdischen Gesetz unterworfen sind. Faktisch war dies die Loslösung des Christentums vom Judentum und ein wichtiger Schritt auf dem Weg, zu einer Weltreligion aufzusteigen. RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums Die geografischen Grenzen des Judentums waren nun überwunden, Menschen aus allen Kulturen und Sprachkreisen waren nun für die Mission zu erreichen. Das Christentum nahm immer wieder Impulse von anderen Religionen innerhalb des römischen Reiches auf. Fast alles, was heute als urchristlich gilt, gab es bereits in irgendeiner Form innerhalb einer der vielzähligen anderen Kulte. Was aber machte das junge Christentum so attraktiv? Im römischen Reich galt vor allem das Prinzip des do ut des (ich gebe der Gottheit etwas, damit sie mir etwas zurückgibt). Im Christentum erschien den Menschen nun ein liebender und gütiger Gott, für den alle Menschen gleich viel wert waren und der sich den Benachteiligten RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums annahm. So sorgten die ersten Christen mit ihrem fürsorglichen Engagement für ein löbliches Beispiel und trugen zur Attraktivität bei neuen Gläubigen bei. Gerade unter Heiden wurden die Lehren von Jesus sehr geschätzt und fanden viele Anhänger. Im Jahre 380 n.Chr. wurde das Christentum vom römischen Kaiser Theodosius zur Staatsreligion des römischen Reichs erklärt. Die Gründe, wieso das Christentum aber von einer bedeutungslosen Sekte zur grössten Weltreligion aufsteigen konnte, sind vielschichtig. So kam z.B. der neuen Mobilität innerhalb des römischen Reiches eine wichtige Rolle zu: Die Grenzen waren offen, man durfte sich frei bewegen. Und es gab auch eine einheitliche Sprache, die von vielen Menschen verstanden wurde. Im Gegensatz zum Judentum, RELIGION UND KULTUR Andrea Wittwer Christentum 1. Die Geschichte des Christentums das eine strenge Gesetzesreligion war, stellte das Christentum eine gelebte Religion dar, in der Fühlen im Vordergrund stand und Denken nur zweitrangig war. Dem Christentum gelang es, Elemente aus verschiedenen Kulturen so in die eigene Lehre einzubinden, damit sie für die breite Masse verständlich und nachvollziehbar wurde.