Arbeitsblatt: Alltag im Mittelater und Renaissance

Material-Details

Vergleich Alltag im Mittelater und Renaissance
Geschichte
Mittelalter
7. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

109319
898
7
05.01.2013

Autor/in

Niklaus Hégelé


Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Alltag im Mittelalter Alltag in der Renaissance Ein römischer Geschichtsschreiber erwähnt, dass die Germanen vom blanken Tisch assen, der eine Vertiefung für die Speisen hatte. Es gab keine Teller und Schüsseln, man ass mit den Händen. Der tägliche Brei wurde mit einem Löffel, meist aus Holz, gegessen. Die Gewohnheit sich vor und nach dem Essen die Hände zu waschen, verbreitete sich nur langsam. Auch an der vornehmen Tafel war es durchaus üblich, dass sich mehrere Gäste das Ess- und Trinkgerät teilen mussten. Auf dem Tisch erschien jetzt ein bisher nicht gekanntes Essgerät: die Gabel, mit dem Zweck, mit ihr anstelle der Hand das Essen zum Munde zu führen. Der Gebrauch von Servietten wurde eingeführt. Durch die Entdeckung neuer Erdteile tauchten bisher nicht gekannte Gewürze auf wie Anis und Vanille sowie andere Nahrungsmittel wie Mais, Blumenkohl, Ananas und Rhabarber. Suppe zur Vorspeise und Obst, Käse und Gebäck als Nachspeise wurde allgemein üblich. Nach wie vor aber war die Speise der ärmeren Volksschichten trockenes Brot, Haferbrei, gekochte Erbsen und dazu Wasser. Könige, Fürsten, Bischöfe, Adlige und reiche Handelsherren versuchten sich bei glanzvollen Festlichkeiten zu überbieten, und selbst die Feste der wohlhabenden Bürger und Handwerker waren von bisher unbekannter Aufwendigkeit. Nach einer reichhaltigen Vorspeise folgte ein Hauptgericht mit 12 Gängen mit Fleisch von Wild, Kalb, Schwein, Fasan, Rebhuhn und Huhn. Dann kamen nochmals 9 Gänge mit Süssspeisen. Grosser Luxus wurde auch mit Messern, Gabeln und Löffeln aus kostbarem Material betrieben. Doch auch das einfache Volk wandte sich im steigendem Masse dem Genuss des Essens und Trinkens zu. Der Branntwein wurde von einem Medikament zum Genussmittel und half die Trinksucht zu verbreiten. Während sich die Wohnweise auf dem Land und bei ärmeren Leuten kaum veränderte, entwickelte sich in den Städten eine Bauweise, die sich stark vom Mittelalter unterschied. Das neue Denken sollte auch im Städtebau spürbar werden. Als Vorbild nahm man die griechischrömische Architektur aus dem Altertum. Es entstanden Paläste, die ausdrücken sollten, dass man ein angenehmes Leben führte und mit denen man sich zur Schau stellen konnte. Neben dem römischen Rundbogen bei Eingängen und Fenstern ist es vor allem die Waagrechte, das Gesims, das an diesen Bauten auffällig ist. Das Gesims gliedert die Fassade in klar begrenzte Abschnitte. Besonderes Merkmal der kirchlichen Bauten ist in dieser Zeit die Kuppel in der Form einer Halbkugel. Die Viehzucht lieferte Fleisch und Milch, die zur Herstellung von vielerlei Sorten Käse gebraucht wurde. Für zahlreiche Speisen wurden auch Eier verwendet. Es gab die meisten uns bekannten Getreidesorten. Bauern und arme Leute assen Hafer- und Gerstenbrot, Weissbrot war ein Essen für Reiche. Es gab mindestens vier Sorten Wurst aus Hirn, Blut, Leber und Fleisch. Ärmeres Volk und Klosterinsassen assen viel Rüben und verschiedene Kohlarten. Das eigentliche Volksessen aber war der Brei. Die üblichen Getränke waren Most; Bier, Wein und Honiggetränke. Das Aufkommen der Städte mit ihren weitreichenden Handelsbeziehungen trug zur Verfeinerung der Küche bei. So kamen mit der Zeit „Tischzuchten nach Europa, etwa, dass man nicht mit vollem Munde sprechen oder trinken darf, dass man weder zu hastig essen noch dem Nachbarn das beste Stück wegnehmen soll. Das Händewaschen vor und nach der Mahlzeit und das Tischgebet wurden langsam zum festen Bestandteil im Ablauf des Mahls. Auf dem Lande lebten die Menschen in Einzelhäusern im Blockbau. Oft waren es Einzimmerhäuser und vereinigten Menschen, Vieh, Vorräte und Arbeitsplatz unter einem Dach. In der Stadt waren die meisten Häuser ein- bis zweigeschossige Holzbauten, nur die Reichen bauten Häuser aus Stein. Da Wohnen und Arbeiten im gleichen Haus stattfanden, mussten in der Enge der Städte die Häuser in die Höhe gebaut werden. Licht machte man mit Kerzen, Fackeln und Öllampen. Geheizt wurde mit Holz oder Torf.