Arbeitsblatt: Arbeiten im Mittelalter und in der Renaissance
Material-Details
Vergleich Mittelater und Renaissance
Geschichte
Mittelalter
7. Schuljahr
1 Seiten
Statistik
109325
881
5
05.01.2013
Autor/in
Niklaus Hégelé
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Arbeiten im Mittelalter Arbeiten in der Renaissance Der Grossteil der Bevölkerung lebte als Bauern auf dem Lande. Da aber die Bevölkerung ständig anwuchs, konnten nicht alle Kinder von bäuerlichen Familien auf dem elterlichen Hof bleiben, wenn sie erwachsen wurden. Dafür gab es zu wenig Fläche, die sie hätten bebauen können. Sie wurden Kaufleute oder Handwerker und liessen sich an Handelswegen nieder: bei Klöster und Burgen, an Seeenden, Flussübergängen und Kreuzungen wichtiger Handelsstrassen. So entstanden die mittelalterlichen Städte. Hier arbeitete man als Stadtbürger für die Burgherren und Bischöfe oder für die Bauern in den nahe gelegenen Dörfern. In den Städten gab es Bäcker, Schuster, Schmiede, Sattler, Becherer, Müller, Fischer und viele andere Berufe. Gegen Ende des Mittelalters schlossen sich die verschiedenen Meister eines Berufes zu Berufsorganisationen zusammen, den sogenannten Zünften. Die Zünfte regelten berufliche Angelegenheiten: die Ausbildung der Lehrlinge, die Tätigkeiten der Gesellen, die Herstellung und den Vertrieb von Waren, den Verdienst und die Versorgung in Not. Viele Kaufleute waren im Laufe der Zeit sehr reich geworden. Sie wollten ihre Städte selbst regieren. In manchen Städten erkauften sie sich Rechte und Freiheiten, und nach und nach erlangten die Städte Unabhängigkeit. Diese reichen Kaufleute nannte man Patrizier. Sie stellten jetzt die Regierung der Stadt, den Stadtrat. Neben den Kaufleuten und Handwerkern gab es in der Städten noch andere Bewohner: Tagelöhner, Knechte, Mägde, Diener, Lastenträger und Seeleute. Im Mittelalter ging man zu einer neuen, besseren Form über, denn durch die Zunahme der Bevölkerung musste der Boden mehr Ertrag abwerfen. Die Bauern hatten inzwischen herausgefunden, dass Korn zu verschiedener Zeit gesät werden konnte. So unterschied man das Sommerkorn vom Winterkorn und teilte die Felder in drei Gruppen ein: auf dem einen Stück baute man Winterkorn an, auf dem zweiten Sommerkorn, und das dritte liess man brach liegen. Man nannte dies Dreifelderwirtschaft. Der Reichtum aus den neu entdeckten Ländern bewirkte eine immer grössere Nachfrage nach Handwerksprodukten. Es musste also in der gleichen Zeit immer mehr produziert werden. Die Situation des Handwerkers war deshalb gekennzeichnet durch eine zunehmende Aufspaltung in Sonderberufe und durch die Entstehung von sogenannten Manufakturen. Hier arbeiteten mehrere verschiedene Handwerker, neuerdings auch ungelernte Arbeiter, für einen Unternehmer. Der Einzelne sah in seinen Händen nicht mehr ein fertiges Werk entstehen wie beim Zunfthandwerk, sondern er stellte immer nur einzelne Teile her. Diese Spezialisierung bedeutete eine zunehmende Eintönigkeit der Arbeit. Diese Manufakturen brachten auch die Trennung von Wohnung und Werkstatt. Sie waren die eigentlichen Vorläufer der späteren Fabriken. Durch die hohen Gewinne und Umsätze im Handel entstanden Handelsgesellschaften oder Gesellschaften, welche die finanziellen Interessen reicher Familien vertraten. Sie gründeten die ersten Banken mit Filialen in ganz Europa. Grosse Händlerfamilien bestimmten die Politik der Städte, vor allem die Handelspolitik. Viele Bauern flüchteten in die Stadt, um ihrem armseligen Leben in Abhängigkeit ihres Grundherrn zu entfliehen. In der Stadt waren sie nicht mehr hörig, sondern wurde für frei erklärt. Das Schicksal der Bauern, die auf ihrem Hof zurückbleiben mussten, sollte sich erst nach Jahrhunderten verbessern.