Arbeitsblatt: Lernen im Mittelater und Renaissance
Material-Details
Vergleich Mittelater und Renaissance
Geschichte
Mittelalter
7. Schuljahr
1 Seiten
Statistik
109327
760
5
05.01.2013
Autor/in
Niklaus Hégelé
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Lernen im Mittelalter Die Klöster waren im Mittelalter die Zentren der Bildung. Da zu dieser Zeit die Kirche sagte, was richtig und was falsch war, wurde die Ausbildung nur auf die christliche Lehre beschränkt. In den Klöstern wurden zuerst nur Mönche unterrichtet, dann auch adelige Knaben und Mädchen, sofern sie für den geistlichen Stand bestimmt waren. Die Zucht in den Klosterschulen war sehr streng und schon für das geringste Vergehen gegen die Ordnung wurden harte körperliche Strafen verhängt. Hauptaufgabe war die Unterweisung in der Bibel. Da die Klosterregeln auch praktische Arbeit vorschrieben, war ein Teil der Schulzeit auch einer landwirtschaftlichen und handwerklichen Ausbildung gewidmet. Zuerst lernten die Schüler die lateinische Sprache, denn auch der Unterricht wurde auf Lateinisch gehalten. Da keine Lehrbücher vorhanden waren, wurde der Stoff auswendig gelernt oder diktiert. Wer nicht ins Kloster ging, hatte wenig Möglichkeiten sich auszubilden. Meistens blieb es bei dem, was gerade so lebensnotwendig war. Ein eigentliches Schulwesen gab es nicht. Die breite Masse des Volkes bis hoch in den Adel hinauf- die so genannten Ungebildetenlebte ohne schreiben und lesen zu können. Was Sitte und Brauch war, wurde in den Familien mündlich überliefert. Seit dem Untergang des Römischen Reiches gab es beinahe keine wissenschaftliche Tätigkeit mehr. An die Stelle der Medizin trat der Aberglaube. Heilung wurde von Zauber erhofft. Krankheit sah man als gottgewollt an. Die Pest, welche die Menschen im Mittelalter mehrere Male heimsuchte, wurde als Strafe Gottes für Sündhaftigkeit betrachtet. In den Klöstern wurden Krankenabteilungen eingerichtet und Arzneikräutergärtchen angelegt, um mit Kräutern und Tee die Krankheiten wenigstens zu mildern. Später wurde den Mönchen aber jegliches ärztliche Wirken verboten. Medizin wurde an den ersten Universitäten gelehrt, jedoch nur soweit sie mit der Lehre der Kirche im Einklang stand. Die Entwicklung der Medizin wurde so über Jahrhunderte hinweg blockiert. Lernen in der Renaissance Mit der Lust am Leben verband sich in dieser Zeit auch das Interesse an den Wissenschaften. Endlich wollte man frei lernen, man war hungrig nach Bildung. Man vertiefte sich in die Schriften antiker Dichter und Gelehrter, die bisher verboten waren, da sie keine Christen gewesen waren. Viel neue Universitäten wurden gegründet und man gelangte zu neuen umwälzenden Erkenntnissen. Für den mittelalterlichen Menschen war die Erde eine Scheibe gewesen und war Mittelpunkt der Schöpfung Gottes. Nun erkannte man, dass die Erde eine Kugel war und sich mit anderen Planeten um die Sonne drehte. Das mittelalterliche Weltbild brach zusammen und wurde ersetzt durch das naturwissenschaftliche Weltbild. Durch die Entdeckung der neuen Welt (Amerika) erhielten Wissenschaften einen ungeheuren Aufschwung. Dies galt vor allem für die Geographie sowie für die Astronomie, Physik und Mathematik. Auch in der Medizin kam es zu bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Chirurgie und des Blutkreislaufes. Natürlich wollten Dichter und Gelehrte dieser Zeit ihr Wissen einem grossen Publikum zugänglich machen. Bisher mussten die Bücher mühsam von Hand abgeschrieben werden. Sie waren teuer und es gab immer nur wenige Exemplare. Durch die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg war es plötzlich möglich ein Buch tausendfach zu drucken. Diese Erfindung war eine Sensation, denn nun konnte man auch aktuelle Ereignisse weit verbreiten, wie dies heute Zeitungen und Zeitschriften tun. Die Menschen waren nun schneller informiert und in der Lage sich einen eigene Meinung zu bilden. Für die ärmeren Untertanen änderte sich jedoch nicht viel. Sie konnten weiterhin weder schreiben noch lesen und es gab auch keine Grundausbildung, die sie hätten bezahlen können. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts setzte sich die Meinung durch, dass alle Kinder zu erziehen, zu lehren und zu bilden seien. Es entstanden langsam die ersten Schulen, die nicht nur für Reiche und Adelige zugänglich waren.