Arbeitsblatt: Zusammenleben im Mittelater und Renaissance

Material-Details

Vergleich Mittelater und Renaissance
Geschichte
Mittelalter
7. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

109329
859
6
05.01.2013

Autor/in

Niklaus Hégelé


Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Zusammenleben im Mittelalter Zusammenleben in der Renaissance Im Mittelalter gehörten die Menschen verschiedenen Ständen an, die streng voneinander getrennt waren. An der Spitze stand der König oder Kaiser. Er war der höchste Richter und erliess Gesetze. Er hatte zu entscheiden, ob Krieg oder Frieden sein sollte. Aber der König konnte das Land nicht allein regieren und verwalten, er brauchte Helfer. Das waren die „weltliche und „geistlichen Fürsten: die Herzöge und Bischöfe. Damals war Geld noch wenig gebräuchlich. Deshalb bezahlte der König seine Helfer, indem er ihnen Land mit Dörfern und Bauern übertrug. Aber sie bekamen das Land nicht geschenkt, sondern nur für ihre Dienste geliehen. man nannte dieses Land darum Lehen. Doch auch die Herzöge und Bischöfe brauchten wieder Helfer. Deshalb machten sie es wie der König und gaben Teile des ihnen verliehenen Landes samt Dörfern und Bauern wiederum an ihre Gefolgsleute weiter. Das war der niedere Adel: die Grafen, Freiherren und später auch die Ritter. So bildete sich eine Art Pyramide der Herrschenden, eine Lehenspyramide. Diese Pyramide war eine gottgewollte Ordnung. Getragen wurde sie von den Bauern, die abhängig waren von den weltlichen und geistlichen Grossgrundbesitzern, sie waren hörig. Der Grundherr übernahm zwar den Schutz des Bauern in Streitfällen, und er musste nicht in den Krieg, aber er hatte keine Rechte, und der Grundherr konnte sein Land zusammen mit dem Bauern verkaufen. So war das Leben der Bauern im Mittelalter armselig und kümmerlich. Im Zusammenleben der Familie war der Mann das Oberhaupt der Familie. Er bestimmte das Leben der Kinder, Verwandten und Sklaven, meistens Kriegsgefangenen. Der Zusammenhalt in der Familie war sehr gross, und wenn jemand einem Familienmitglied Schlechtes zufügte, fiel diese Schmach auf alle, und man übte Blutrache. Mehrere Familien bildeten einen Clan, mehrere Clans einen Stamm mit häufig einem König an der Spitze. Schon im 14. Jahrhundert entstand in Italien ein neues Denken, das sich immer mehr vom „finsteren Mittelalter abwandte. Der Mensch sollte sich ohne Zwänge frei entfalten können, er sollte sich nach seinem Gutdünken frei bilden können. Vor allem aber war er nicht nur auf dieser Erde um sich auf das Leben nach dem Tod vorzubereiten, sondern um die Herrlichkeiten des Diesseits zu geniessen. Der Mensch sollte eine selbständige Persönlichkeit sein. Niemand mehr sollte ihm vorschreiben, wie er zu leben habe. Vorbild war das griechisch-römische Altertum, das noch kein „finsteres Mittelalter gekannt hatte. Dieser antike Geist sollte wiedergeboren werden. Das Mittelalter hatte die Menschen streng in verschiedene Stände eingeteilt, in solche, die weniger wert und solche, die mehr wert waren. Jetzt sollten Geburt und Herkunft keine Rolle mehr spielen. Der freie Mensch der Renaissance durfte nach Ansehen und Ruhm streben, unabhängig davon, ob er arm oder reich war. Allerdings sollte es noch lange dauern, bis auch die Armen und Ärmsten dieses Denken zu spüren bekamen. Noch waren die alten Standesunterschiede nicht verschwunden und es konnten sich nur wenige leisten, nach diesen neuen Ideen zu leben. Die Fürsten, die ihre Herrschaft durch Geld oder Gewalt eroberten, strebten danach, ihre Macht möglichst lange zu erhalten, wozu ihnen jedes Mittel recht war. In diesem Zeitalter wurden fast alle Küsten auf dieser Erde von europäischen Seefahrern berührt und unter den Einfluss europäischer Mächte gebracht. Was die Entdecker und Eroberer trieb, war nicht die Besiedelung, sondern die Ausbeutung der eroberten Gebiete und das Beschaffen von sogenannten Kolonialwaren, womit auch Sklaven gemeint waren. Diese Suche nach Reichtümern führte oft dazu, dass Eingeborene der neu entdeckten Länder nicht nur misshandelt, sondern regelrecht ausgerottet wurden.