Arbeitsblatt: Rhetorische Stilmittel der Literatur
Material-Details
kleine auswahl an stilmitteln mit kurzen beispielen
Deutsch
Leseförderung / Literatur
12. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
110179
592
9
17.01.2013
Autor/in
jessica fankhauser
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Rhetorische Stilmittel der Literatur Akkumulation (lat. accumulo anhäufen) Um stärkere Bildhaftigkeit zu erreichen, werden anstelle des Oberbegriffs mehrere Unterbegriffe aufgezählt.Beispiel: Nenn Glück! Herz! Liebe! Gott! Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städte und Felder. Frauen, Männer, Kinder, Alte, Junge jeder wollte kommen. Alliteration: (von lateinisch zu Buchstabe) Die A. ist ein Begriff zur Bezeichnung des gleichen Anlauts der Stammsilben aufeinanderfolgender Wörter. Es soll eine Wirkung in Art einer Koordination von inhaltlich zusammengehörender Begriffen erzielt werden. Bsp: Land und Leute, Haus und Hof Anapher: (von griechisch das Hinauftragen, die Beziehung) Es ist eine häufig verwendete Figur, bei der ein Wort oder eine Wortgruppe am Beginn aufeinanderfolgender Sätze wiederholt wird. Die Anapher eignet sich zur Betonung einer Aussage oder zur Hervorhebung eines Aussageschwerpunktes. Beispiel: lies keine Oden, mein Sohn, lies die Fahrpläne (H.M.Enzensberger, ins lesebuch für die oberstufe, 1957) Antithese: (von griechisch Gegensatz) Es ist die Gegenthese zu einer These (Behauptung, Aussage). In der Rhetorik bedeutet Antithese die Kombination in direktem Gegensatz stehender Begriffe, Gedanken, Wörter usw. Beispiel: Im Sommer ist mir kalt, im Winter ist mir heiss Chiasmus: (von griechisch, nach der Gestalt des griechischen Buchstabens Chi) Eine Stilfigur, die eine kreuzweise Stellung von vier aufeinander bezogenen Satzgliedern nach dem Schema b – a, so dass sich das erste und vierte und zweite und dritte Satzglied entsprechen. Beispiel: Ich weiss nicht, was ich will, ich will nicht, was ich weiss. Ellipse: (von griechisch Mangel) Dies ist eine Figur, die die Auslassung der für das Verständnis einer Aussage nicht unbedingt nötigen Satzglieder. Ellipsen sind häufig in der Umgangssprache geläufig. Beispiel: zwei zu fünfzig (zwei Briefmarken im Wert von 50 Pfennig) oder je früher desto besser Enjambement (frz. enjamber überspringen, überschreiten) Ein Enjambement oder auch Zeilensprung ist ein lyrisches Stilmittel, das das Übergreifen des Satzes auf die nächste Verszeile bezeichnet (Zeilensprung bzw. Versabbrechung). Mit dem Satz wird auch der Sinnzusammenhang über die Versgrenze weitergeführt. Beispiel: Andreas Gryphius, Tränen in schwerer Krankheit (1640) Epipher (gr. epipherein: nachtragen) Diese Figur, auch Epipher genannt, ist das Gegenteil der Anapher und meint eine Wiederholung, wo das zu betonende Wort immer am Ende von Sätzen oder Satzteilen steht. Beispiel: Mir geht es gut. Meinem Vater geht es gut. Dem Rest meiner Familie geht es gut. Allen geht es gut. Doch alle Lust will Ewigkeit-, will tiefe, tiefe Ewigkeit! (F. Nitzsche, Also sprach Zarathustra) Euphemismus: (von griechisch Unangenehmes mit angenehmen Worten sagen) Es ist die beschönigte Beschreibung von Unangenehmen, Unheildrohenden, moralisch Anstößigen und von Tabus. Beispiel: das Zeitliche segnen für sterben, häufig verwendet in der Propagandasprache Hendiadyion: (von griechisch eins durch zwei) Eine Verknüpfung zweier sinnverwandter Wörter (meist Substantive), die eine Verstärkung hervorrufen. Beispiel: Beistand und Hilfe oder Hab und Gut, Leib und Seelen Hyperbaton: (griechisch das Umgestellte) Ein Satz oder eine zusammen- gehörende Wortgruppe, die durch eingeschobene Satzteile getrennt werden und von damit von der üblichen Satzstellung abweichen. Beispiel: Der Worte sind genug gewechselt (Goethe, Faust 1) Hyperbel: (griechisch über ein Ziel hinauswerfen, übertreffen) Eine extreme, im wörtlichen Sinne oft unglaubwürdige Übertreibung, die der Charakterisierung eines Objektes einen besonderen Nachdruck verleihen soll. Beispiel: zahlreich wie Sand am Meer oder mit dem Telefonmast winken Ironie: (griechisch erheuchelte Unwissenheit, Verstellung) Eine Redewendung, bei der das Gegenteil gemeint ist oder auch eine unwahre Behauptung, die durchblicken läßt, dass das Gegenteil gemeint ist. Beispiel: Du bist mir ein schöner Freund Klimax: (griechisch Leiter, Treppe) Eine in sich steigernde Reihung von einzelnen Wörtern, Satzgliedern oder Sätzen. Das Gegenteil ist der Antiklimax, also eine Steigerung zum schwächeren Ausdruck hin. Beispiel: Veni, vidi, vici oder Tiefer, breiter, schneller Litotes: (griechisch Einfachheit, Schlichtheit) Eine untertreibene Ausdrucksweise, bei der ein Begriff durch die Verneinung des Gegenteils hervorgehoben wird. Beispiel: nicht unbekannt (sehr) bekannt oder nicht übel (sehr) gut oder auch Er war nicht gerade ein Held Metapher: (griechisch die Übertragung) Hier werden die Wörter nicht in der eigentlichen Bedeutung, sondern in einer übertragenen Bedeutung verwendet. Die Sprache springt hierbei gleichsam von einem Vorstellungsbereich in einen anderen. Beispiel: Das Feuer der Liebe oder Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens Metonymie: (griechisch Namensvertauschung, Umbenennung) Hier wird ein Begriff durch einen anderen ersetzt, der in unmittelbaren zeitlichen, räumlichen oder ursächlichen Zusammenhang mit dem anderen steht. Beispiel: Hüte deine Zunge oder Moskau hat noch nicht geantwortet Oxymoron: (griechisch scharfsinnige Dummheit) Eine Verbindung zweier sich dem Wortsinn nach widersprechende Begriffe. Beispiel: bittersüß, traurigfroh oder kalte Glut, jauchzender Schmerz Paradoxon: (griechisch Unerwartetes) Bezeichnung für eine scheinbar unsinnige Behauptung, oft in einer Form, die bei genauer gedanklicher Betrachtung eine höhere Wahrheit zeigt. Beispiel: Das Leben ist der Tod, der Tod ist das Leben oder Diese Seite und das folgende Lied, denn es kommt auch auf den Standpunkt der Betrachtung an Parallelismus: (griechisch nebeneinanderstehend) Eine Wiederholung derselben Wortreihenfolge bzw. eine übereinstimmende Konstruktion in zwei oder mehreren aufeinanderfolgenden Sätzen, Satzgliedern oder Versionen. Beispiel: Schnell lief er hin, langsam kam er zurück oder Als Kind redete ich wie ein Kind, dachte ich wie ein Kind, urteilte wie ein Kind Paranomasie: (griechisch Wortumbildung) Ein Wortspiel durch Zusammenstellen von Wörtern desselben Stammes oder von Wörtern ähnlichen Klanges. Beispiel: betrogener Betrüger oder Wer sich auf den verläßt, der ist verlassen Periphase: (griechisch Umschreibung) Die Umschreibung einer Person, einer Sache oder eines Begriffs durch kennzeichnende Tätigkeiten, Eigenschaften oder Wirkungen. Beispiel: Auge des Gesetzes Personifikation: Die Vermenschlichung von Naturerscheinungen, von Gegenständen oder abstrakten Begriffen. Beispiel: Gelassen stieg die Nacht ans Land Pleonasmus: (griechisch Überfluss) Meist überflüssiger erklärender Zusatz zu einem Wort oder einer Redewendung. Beispiel: weisser Schimmel Rhetorische Frage: Scheinbare Frage, um einer Aussage besonderen Nachdruck zu verleihen. Beispiel: Machen wir nicht alle Fehler ? Symbol: Sinnbild, das über sich hinaus auf Allgemeines verweist. Meist ein konkreter Gegenstand, in dem ein allgemeiner Sinnzusammenhang sichtbar wird. Beispiel: Kreuz als Symbol für den christlichen Glauben Vergleich: Verknüpfung zweier semantischer Bereiche durch Hervorhebung des Gemeinsamen. Beispiel: Achill ist stark wie ein Löwe