Arbeitsblatt: Die CH vor 700 Jahren

Material-Details

Eine komplette Unterrichtsreihe zum Thema. Es braucht dazu Weltgeschichte im Bild im Bild 6/Sonderausgabe bzw. Seperatdruck von Kurt Messmer
Geschichte
Schweizer Geschichte
7. Schuljahr
26 Seiten

Statistik

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24.01.2013

Autor/in

Christine Bucheli
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Schweiz vor 700 Jahren DAS LEBEN DER MENSCHEN 1. Lies zuerst die Texte „Auf der Spielmatt und in der Steinstössi und „Von Mus und Brei, Fisch und Fleisch im Buch Weltgeschichte im Bild 6, S.118119. „Auf der Spielmatt und in der Steinstössi 2. Fülle die untenstehende Tabelle aus und schreibe je fünf Beispiele für alte Sportarten und neue Sportarten. alte Sportarten neue Sportarten „Von Mus und Brei, Fisch und Fleisch 3. Stimmen die folgenden Aussagen zum Text? Begründe jeweils deine Antwort. Die Schweizer konnten bereits vor 700 Jahren Nahrung von der ganzen Welt beziehen. Wein wurde nur bei besonderen Gelegenheiten getrunken. Bereits vor 700 Jahren wurden Getränke importiert. Geschichte richtig falsch richtig falsch richtig falsch Die Schweiz vor 700 Jahren 4. Stellt dir vor du lebst in der Schweiz vor 700 Jahren und du wärst ein Restaurantbesitzer. Aus deiner Erfahrung kennst du drei Arten von Kunden. Nämlich: Kunden aus der Zentralschweiz, Kunden aus dem Tal und Kunden von den Alpen. Deine Aufgabe ist es, zu diesen drei Kunden ein passendes Menu zusammenzustellen. Menu „Zentralschweizer Menu II „Talschweizer Menu III „Älpler 5. Trage auf der Weltkarte den Weg der untenstehenden Produkte ein, bevor sie bei uns auf den Tisch kommen. Was bedeuten solche Transporte für unsere Umwelt? Coca Cola, Tee, Kakao, Südfrüchte, nigerianische Spezialitäten, Wein aus Sydney 6. Welche Bedeutung hat das für die Umwelt? . . . . Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren . Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren DAS LEBEN DER MENSCHEN Wie haben die Menschen vor 700 Jahren gelebt? Was hat sie bewegt? Was hatten sie für Probleme? Anhand der drei Texte auf S. 122 kannst du dich in die Lage der Menschen dieser Zeit hineinversetzen. Gruppe A: 1. EA: Lies den Text von Konrad Plüemo, Bauer in Schwyz. 2. EA: Fülle anschliessend die Tabelle auf dem nächsten aus. 3. GA: Treffe dich mit deinen Gruppenmitgliedern und besprecht eure Antworten. 4. GA: Ernennt einen Sprecher, der die Lösungen der Gruppe präsentiert. 5. GA: Ernennt einen Sprecher, der möglichst echt versucht, Konrad Plüemo zu spielen und den Text als Konrad Plüemo vorliest. Gruppe B: 1. EA: Lies den Text von Heinrich von Güttingen, Abt des Klosters Einsiedeln. 2. EA: Fülle anschliessend die Tabelle auf dem nächsten aus. 3. GA: Treffe dich mit deinen Gruppenmitgliedern und besprecht eure Antworten. 4. GA: Ernennt einen Sprecher, der die Lösungen der Gruppe präsentiert. 5. GA: Ernennt einen Sprecher, der möglichst echt versucht, Heinrich von Güttingen zu spielen und den Text als Heinrich von Güttingen vorliest. Gruppe C: 1. EA: Lies den Text von Werner von Attinghausen, ein Adeliger aus Uri. 2. EA: Fülle anschliessend die Tabelle auf dem nächsten aus. 3. GA: Treffe dich mit deinen Gruppenmitgliedern und besprecht eure Antworten. 4. GA: Ernennt einen Sprecher, der die Lösungen der Gruppe präsentiert. 5. GA: Ernennt einen Sprecher, der möglichst echt versucht, Werner von Attinghausen zu spielen und den Text als Werner von Attinghausen vorliest. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren WAS BESCHÄFTIGTE DIE MENSCHEN IN DER INNERSCHWEIZ VOR 700 JAHREN Was sagen die Vertreter zur wirtschaftlichen Situation? (Wer hat viel Land, wer wenig? Wer verdient gut, wer nicht? etc.) Was sagen sie zur sozialen Struktur? (Wer hat das Sagen? Wer hat welche Rechten und welche Pflichten? Sind die Leute damit zufrieden? Was sagen die drei Vertreter über den König? (die Habsburger?) Geschichte Konrad Plüemo Heinrich von Güttingen Werner von Attinghausen Bauer in Schwyz Abt von Einsiedeln Hochadeliger in Uri Die Schweiz vor 700 Jahren WER IST RUDOLF VON HABSBURG? 1. Lies den kurzen Text zu Rudolf von Habsburg auf S. 122124. 2. Wie beurteilst du das Verhältnis zwischen Rudolf von Habsburg und den Innerschweizern? Begründe in ein paar kurzen Sätzen (35 Sätze) . . . . 3. Du erhältst nun drei Karten der Innerschweiz. Zeichne mit einer roten Farbe die Gebiete ein, die Rudolf von Habsburg eingenommen hat. A. Um 1250 – Besitz der Habsburger in der Innerschweiz vor der Grafenzeit Rudolf von Habsburg B. 1273 – Besitz der Habsburger in der Innerschweiz bei der Wahl Graf Rudolfs von Habsburg zum deutschen König. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren C. 1291 – Besitz der Habsburger in der Innerschweiz beim Tode Rudolfs von Habsburg 4. Wie beurteilst du Rudolf von Habsburg nun? Hast du deine Meinung über ihn geändert? . . . . Was beschäftigte die Menschen in der Innerschweiz vor 700 Jahren? Rudolf von Habsburg Die Habsburger stammten ursprünglich aus dem Elsass. Um 1020 bauten sie im Aargau die Habsburg und erwarben so viele Ländereien und Rechte, dass sie schliesslich zu den mächtigsten Herren im Gebiet der heutigen Schweiz gehörten. Ein berühmter Habsburger war Rudolf von Habsburg, er lebt in vielen Legenden und Sagen noch immer weiter. Die Habsburger waren die grössten Feinde der Eidgenossen ( Schweizer). Die Schweizer kämpften in verschiedenen Schlachten gegen die Habsburger, doch die Eidgenossen verloren meistens. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren 1. Wie beurteilst du das Verhältnis zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen? 2. Die Habsburger erwarben in der Schweiz viele Gebiete. Schreibe auf, was für ein Ziel sie mit diesen Erwerbungen verfolgten. Rudolf von Habsburg Schloss Habsburg bei Brugg. Die Habsburger stammten aus dem Elsass. Um 1020 bauten sie die Habsburg im Aargau. Sie erwarben so grosse Ländereien, dass sie schliesslich zu den mächtigsten Herren im Gebiet der heutigen Schweiz gehörten. Auch durch geschickte Heiraten kamen sie zu viel Land und Rechten. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Ein neuer Bund in Europa Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Bundesbrief 1291 1. Stell dir vor, du lebst in der Zeit vor Rudolf von Habsburg im Kanton Luzern. Was braucht es, damit du in Ruhe und Ordnung leben kannst? Damit es keinen Streit gibt? Besprich mit deinem Nachbar, was nötig ist, um das friedliche Leben zu regeln? 2. Der Bundesbrief von 1291 versucht das Leben zwischen den Kantonen Uri, Schwyz und Nidwalden zu regeln. Lies dir den Bundesbrief durch und schreibe auf, welche Punkte euch am Wichtigsten scheinen? Begründe! 3. Lies den Artikel 3 und überlege dir, ob alle gleichberechtigt sind. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Übersetzung Bundesbrief Im Namen Gottes, amen. 1. Alle sollen wissen, dass die Leute von Uri, Schwyz und Nidwalden einander in dieser schwierigen Zeit beistehen wollen. Mit aller Kraft werden wie einander zu Hilfe kommen gegen alle, die etwas Böses vorhaben. 2. Darüber haben die drei Orte mit aufgehobenen Fingern einen Eid geschworen. Diesen Eid wollen sie ohne Hintergedanken halten. Damit erneuern sie einen älteren Bund. 3. Dieser Bund ändert nichts daran, ob einer Herr oder Untertan ist. Wer einem Herrn untertan ist, soll ihm weiterhin dienen. 4. Wir nehmen keinen Richter an, der sein Amt um irgendeinen Preis oder um Geld gekauft hat. Nur ein Einwohner oder Landsmann darf bei uns Richter sein. 5. Wenn zwischen Eidgenossen Streit ausbricht, sollen die Verständigeren unter ihnen den Streit schlichten. 6. Wer einen Unschuldigen hinterlistig tötet, soll sein Leben verlieren. Wenn er flieht, darf er niemals zurückkehren. 7. Wer einem Eidgenossen bei Tag oder Nacht hinterlistig einen Brand legt, soll nie mehr als Landsmann gelten. 8. Wenn ein Eidgenosse einen andern beraubt, so soll ihm das Gut weggenommen und dem Geschädigten übergeben werden. 9. Es soll niemand von einem anderen ein Pfand nehmen für seine Schuld. 10. Jeder soll seinem Richter gehorchen. Wer sich dem Urteil widersetzt und durch seine Hartnäckigkeit einem Eidgenossen Schaden zufügt, soll von allen Verbündeten zur Wiedergutmachung gezwungen werden. 11. Bricht unter den Eidgenossen Streit aus, sind die übrigen Eidgenossen verpflichtet, jede Partei zu schützen, die im Recht ist. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren 12. Die aufgestellten Abmachungen sollen, so Gott will, ewig dauern und mit dem Siegel der drei Täler bekräftigt werden. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Der Bund von 1291 Rückblick: vor Ludwig von Habsburg stand es schlecht um die Königsherrschaft. Könige waren zu schwach um Sicherheit und Frieden, Recht und Ordnung herzustellen Die Leute mussten sich also selber helfen Wie? Talschaften und Städte schlossen sich unter der Führung von Adeligen zusammen Mit vereinten Kräften konnten sie sich besser wehren Weil König nicht zum Rechten schaute, begaben sich Talschaften und Städte unter den Schutz eines Herzogs oder Grafen. Was Recht und Unrecht sein sollte, schrieben sie selber auf. Nach dem Tode König Rudolfs von Habsburg, der der Eidgenossenschaft mehr Ordnung und Recht gebracht hatte, befürchteten die Menschen, dass sie wieder gleich weit zurückfallen würden wie vor zwanzig Jahren. Sie wollten sich zusammenschliessen, damit sie stärker waren. So kam es zum Bundesbrief von 1291. Ludwig König: 1273 – 1291 Sorgen der Bauern: wenig Land Kloster: zu viel Land, zu reich wird alles wieder wie früher nach Tod Rudolfs? Sorgen der Kirche: Bauern sind ungläubig, Säufereien es geht ihnen gut Sorgen des Adels: wollen keine Macht abgeben wie gehts weiter nach Tod Rudolfs? Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Wilhelm Tell Es geschah einmal, dass der Landvogt Gessler nach Uri fuhr und dort unter einer Linde einen Stecken aufstellen liess, an dem er einen Hut befestigte. Er befahl, die Leute sollen sich vor dem Hut verneigen, als ob der Herr selbst da wäre. Wer das nicht tun würde, den wolle er bestrafen und schwer büssen. Ein Kriegsknecht bewachte den Hut. Nun war da ein redlicher Mann, der hiess Tell. Er hatte mit dem Stauffacher und seinen Gesellen geschworen (Rütlischwur). Am 13. Tage des Monats Novembers im Jahre 1307 ging Tell etliche Male vor dem Hut auf und ab und wollte sich nicht verbeugen. Der Kriegsknecht verklagte ihn darauf beim Landvogt. Der liess den Tell festnehmen und fragte ihn, warum er seinem Befehl nicht gehorchen wolle. Tell sprach: Es ist ohne böse Absicht gewesen. Ich habe nicht gewusst, dass Ihr das so wichtig nehmt. Wäre ich klug, so hiesse ich anders und nicht der Tell. Der Tell war ein guter Schütze, und er hatte auch hübsche Kinder. Der Landvogt liess die Kinder holen und zwang Tell, einem seiner Kinder einen Apfel vom Kopf zu schiessen. Nun sah Tell, dass er dazu gezwungen wurde; er nahm einen Pfeil und steckte ihn in seine Brusttasche. Den zweiten Pfeil nahm er in seine Hand und spannte die Annbrust. Darauf bat er Gott, dass er ihm sein Kind beschützen möge und schoss dem Kind den Apfel vom Kopf. Das gefiel dem Landvogt. Er fragte nun aber Tell, was er mit dem zweiten Pfeil gewollt habe. Tell suchte nach einer Ausrede, doch liess ihn der Landvogt nicht in Ruhe. Tell berichtete, der Landvogt wolle ihn töten. Gessler verstand seine Sorge und sagte. Sage mir die Wahrheit; du sollst nicht sterben, ich will dich nicht töten. Da sprach Tell: Da ihr mir das Leben zugesichert habt, will ich euch die Wahrheit sagen. Wenn ich mein Kind getroffen hätte, so hätte ich mit dem zweiten Pfeil Euch erschossen. Da antwortete der Herr: Nun denn, ich habe versprochen, dich nicht zu töten. Und er liess Tell fesseln und wollte ihn an einen Ort legen, wo er Sonne und Mond nie mehr sehen könne. Die Kriegsknechte nahmen Tell mit auf ihr Schiff; die Armbrust legten sie auf den hinteren Teil des Schiffes. Nun fuhren sie den See hinab bis zur Axenfluh. Da kam ein starker Wind auf, so dass der Landvogt und die anderen glaubten, sie müssten ertrinken. Da sagte ein Mann: Herr, Ihr seht wohl, was uns geschieht. Bindet den Tell los. Er ist ein starker Mann und kann auch gut ein Schiff steuern. Da sprach der Herr: Willst du dein Bestes tun, so will ich dich losbinden, damit du uns helfen kannst. Da antwortete Tell: Ja Herr, gerne. Und er stand am Steuer und blickte immer wieder zu seiner Armbrust. Als Tell an die Stelle kam, die heute Tellsplatte heisst, rief er den Leuten zu, nun müssen sie kräftig an den Rudern ziehen; wenn sie an der Platte vorüber wären, dann sei das Schlimmste überstanden. Die Kriegsknechte gehorchten. Da steuerte Tell gerade auf die Platte zu, ergriff seine Armbrust und sprang auf die Platte. Das Schiff stiess er zurück und liess es in den hohen Wogen schwanken. So schnell er konnte, HefTeIl nun über die Berge nach Schwyz und bis nach Küsnacht in die Hohle Gasse. Dort traf er vor dem Landvogt ein und wartete auf ihn. Als Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Gessler angeritten kam versteckte sich Tell hinter einem Gebüsch, spannte seine Armbrust und erschoss den Landvogt mit einem Pfeil. Darauf lief Tell nach Uri zurück. Der Schwur auf dem Rütli Der Mond stand hoch in den funkelnden Sternen, und das zarte Schleierband der Milchstrasse überspannte den nächtlichen Himmel über dem Vierwaldstättersee. Kaum spürte man das leise Lüftchen, das vom Gotthard her über den Urnersee strich und mit dem tanzenden Widerschein des Mondes spielte. Mächtig reckten die Urner und Schwyzerberge ihre zackigen Häupter zum Himmel empor. Ringsum war alles still wie im schweigenden Raume eines Domes. Mensch und Tier schliefen. Nur auf der waldumsäumten Rütliwiese brannte ein kleines Feuer. Dort wachten ein paar Männer im flackernden Lichtschein. Sie redeten wenig. Umso aufmerksamer horchten sie gegen den See hinunter. Manchmal erhob sich Walter Fürst und schritt, tief in Gedanken versunken, zum Rande der Wiese, von wo aus er gegen Brunnen hinüberblickte. Wie Firnschnee strahlte sein weisses Haupthaar im Mondschein. Vom See herauf klatschten Ruderschläge. Die Schwyzerfreunde nahten heran. Sie landeten mit ihren beiden Nauen und stiegen den steilen Hangweg empor zum geheimen Platz auf der Rütliwiese. Ab Yberg stützten sie den alten Konrad Hunn, weil diesen die schwanken Beine kaum mehr zu tragen vermochten. Walter Fürst schritt den Männern entgegen und begrüsste zuerst mit innigem Händedruck seinen geliebten Freund Werner Stauffacher. Hierauf begaben sie sich zum Feuer, wo die Urner ihre Schwyzerfreunde mit unterdrücktem Jubel empfingen. Bald tauchten aus dem Walde andere Männer auf. Die Kapuzen der Hirtenhemden hatten sie über den Kopf gezogen, und in den Händen hielten sie knorrige Stöcke. Die Unterwaldner waren es. Am frühen Abend schon hatten sie daheim ihre Höfe erlassen und waren, geführt vom jungen Arnold, zum versteckten Platz gekommen. Müde und doch zufrieden setzten sie sich beim Feuer nieder. Nachdem alle einander begrüsst und kennengelernt hatten, stieg Werner Stauffacher auf einen Stein, von dem aus er die Männerschar aus den drei Tälern gut überblicken konnte. Brüder, begann er in feierlichem Tone zu sprechen, während die Männer sich erhoben, im Namen Gottes stehen wir hier und reichen einander die Hände. Ein Wille, ein Ziel einigt uns: Frei wollen wir sein! In tiefster Not versprechen wir, Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren einander zu helfen, im Kampfe gegen die Vögte zusammenzustehen und uns vor keiner Gewalt zu beugen. Ist einer unter euch, der nicht bereit ist, sein Leben, sein Gut und sein Blut zu opfern, so verlasse er den Kreis! Keiner regte sich, alle schwiegen. Da sprach Stauffacher mit feierlichem Ernste das Gelöbnis: So erhebet, meine Freunde von Uri, Schwyz und Unterwalden, eure Hand zum Schwure! Der dreieinige Gott sei Zeuge, dass wir beschlossen haben, unsere Freiheit gegen jede fremde Macht und Gewalt zu schützen für uns und unsere Kinder! Wie ein heiliger Chor erklang der Schwur in der stillen Nacht: Wir geloben es. Die Hände senkten sich, und in das versunkene Schweigen sprach Walter Fürst andächtig wie ein Gebet die Worte: Gott sei mit euch und eurem Bunde, meine Eidgenossen! Stauffacher fuhr fort: Eidgenossen, wir sind entschlossen, unsere Peiniger, die Vögte, zu vertreiben. Wer einen Ratschlag weiss, der spreche sich aus! In den Reihen entstand wirres Gemurmel, das erst wieder verstummte, als Arnold von Melchtal aus der Reihe trat und seinen Vorschlag kundtat. Wir müssen die Herren mit List ergreifen. Am Zinstag oder in der Neujahrsnacht, wenn wir unsere Geschenke in die Burgen tragen, kommen wir unbehelligt hinter die Mauern. Wir halten die Waffen unter den Hemden versteckt, und auf ein verabredetes Zeichen geht los. Ein paar Dutzend Getreue genügen, um dem Vogt samt seinem Gesinde den Graus zu machen. Gut gesprochen! rief Rudolf Stauffacher, der ehemalige Schwyzer Landammann, dem jungen Unterwaldner zu. Lauter Beifall begleitete seine Worte. Arnold glühte vor Eifer und Begeisterung. Der vornehme Unterwaldner Landammann von Oedisriet aber gab zu bedenken: Männer, ihr vergesst, wie stark der Feind ist. Wenn wir die Vögte vertreiben, machen wir uns den Kaiser und seine verwandten Herzöge und Fürsten zu Feinden. Ich frage euch: Seid ihr bereit, mit schlechten Waffen gegen ein mächtiges Reiterheer zu kämpfen? Wir sind bereit! Der Kaiser ist tot! Wir werden die Reiter von den Rossen herunterholen! Die lauten Rufe tönten wirr durcheinander. Nochmals versuchte der Landammann, die kampfesfreudigen Männer zur Besinnung zu bringen. Wir sollten noch zuwarten mit dem Burgensturm, bis der neue Kaiser gewählt ist. Vielleicht wird es kein Habsburger mehr sein, und wir könnten ohne Waffen und Blut unsere Vögte loswerden. Wiederum wurde der Sprecher durch Zwischenrufe unterbrochen: Albrecht, des Kaisers Sohn, ist nicht besser als sein verstorbener Vater. Er wird uns neue Vögte ins Land schicken. An Weihnachten schlagen wir zu! Auch der Urner Freiherr von Attinghausen wollte die Männer beschwichtigen: Mit Waffe und Kampf richten wir gegen einen überlegenen Feind nichts aus. Wenn wir besiegt werden, gibt schlimmere Zeiten, als wir sie jetzt erleben. Wir Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren sollten dem neuen Kaiser unsere rechtmässigen Klagen vortragen und ihn um eine mildere Herrschaft bitten. Aber auch dieser Vorschlag kam bei den Männern nicht gut an. Wir haben lange genug gewartet, und es hat alles nichts genützt. Gewalt muss mit Gewalt bezwungen werden! rief Werner Stauffacher von Schwyz dem Urner Freiherrn entgegen. Im Osten begann es schon zu dämmern. Es war Zeit zum Aufbruch. Werner Stauffacher stellte die letzte Frage: Wollt ihr den Kampf gegen die Vögte und ihren Anhang wagen? Wie aus einem Munde kam die Antwort: Wir wollen es wagen, so Gott uns helfen wird! Entschlossen begaben sich die Bauern auf den Heimweg. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Wilhelm Tell zwischen Legende und Wirklichkeit Friedrich Schiller hat mit Wilhelm Tell ein Stück Schweizergeschichte geschrieben. Doch müssen wir vorsichtig sein: Schiller hat viele historische Ereignisse und Legenden zusammen vermischt und daraus eine spannende Geschichte gemacht. Hier hast du Gelegenheit das Theaterstück mit der modernen Auffassung der Geschichte zu vergleichen. Theaterstück Geschichte So könnte es gewesen sein Die Schweiz vor 700 Jahren Die Eidgenossen versammeln sich auf dem Rütli, um sich gegen den ungerechten Landvogt aufzulehnen. Aus Wut gegenüber dem Landvogt zerstören die Eidgenossen Burgen und Festungen. Die Habsburger waren keine äussere Macht die es mit den Eidgenossen besonders schlecht meinten. Sicher gab es hin und wieder Streitigkeiten betreffend der Abgaben. Auch die Menschen damals zahlten nicht gerne Steuern. Auf dem Rütli findet der berühmte Schwur statt wo erstmals gesagt wird: Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern. Der Held Wilhelm Tell schiesst seinem Sohn einen Apfel vom Kopf. Sicher ist, dass anfangs August 1291 führende Männer aus Uri, Schwyz und Unterwalden sich in einem Bündnis zusammenschlossen. Die Urkunde, der Bundesbrief ist heute noch erhalten. Doch das Bündnis war nur eines von vielen und keineswegs das einzige. Geschichte Von einem Volksaufstand gegen den Landvogt wissen wir nichts. Die Burgen und Schlösser wurden erst viel später zerstört, nämlich um 1350. Ob es Gessler wirklich gegeben hat, ist heute nicht erwiesen. Wie und ob er überhaupt ermordet wurde, wissen wir nicht. Die Herren von Habsburg beherrschen die Eidgenossen und unterdrücken sie. Die Eidgenossen müssen hohe Steuern zahlen und Fronarbeit leisten. Wilhelm Tell hat es wahrscheinlich in dieser Form nicht gegeben. Möglicherweise wurden verschiedene Männer zu einer heldenhaften Figur zusammengefügt. Die Sage vom guten Schützen, der seinem Sohn einen Apfel vom Kopf schiesst gibt es auch in anderen Ländern (z. B. in Schottland und in Dänemark). Gessler wird von einem Geschoss aus Tells Armbrust tödlich getroffen. Heute nimmt man an, dass sich die Eidgenossen zusammenschlossen um Streitigkeiten unter den Familien besser in den Griff zu bekommen. Bei solchen Auseinandersetzungen hatte es immer grossen Schaden und hin und wieder Tote gegeben. Die Schweiz vor 700 Jahren Schlacht bei Morgarten A. Lies im Heft S. 130 den Bericht zur Schlacht von Morgarten (nur schwarzer gedruckter Text) und beantworte folgende Fragen: 1. Wer griff wen an? (Unterstreiche die Ortschaft auf der Karte) 2. Warum haben sie angegriffen? 3. Hättest du beim Angriff auch mitgeholfen? Begründe! 4. Darf man Unrechtes tun, wenn man in Not ist? Was denkst du? Diskutiere mit deinem Nachbar und schreibe dir ein paar Gedanken auf für die anschliessende Diskussion. B. Lies nun auf S. 132 den Bericht weiter und studiere dazu folgende Karte 1. Zeichne eine mögliche Route der Habsburger ein. 2. Wo kam es zum Kampf? Zeichne einen roten Punkt in die Karte. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren 3. Auf wen sind die Habsburger dort gestossen? . 4. Wer hat die Schlacht gewonnen? . Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Länder und Städte verbünden sich Nach und nach schlossen sich mehr Kantone den drei Waldsttätten an. Lies S. 133 1332: Grund: 1351: Grund: 1352: Grund: 1353: Grund: Achtörtige Eidgenossenschaft Dreizehnörtige Eidgenossenschaft Um 1500 kamen fünf neue Orte dazu. Diese dreizehnörtige Eidgenossenschaft blieb bis um 1800 bestehen. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Dreizehnörtige Eidgenossenschaft Um 1500 kamen fünf neue Orte dazu. Diese dreizehnörtige Eidgenossenschaft blieb bis um 1800 bestehen. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Der Weg über den Gotthard: Wichtig, aber beschwerlich Die Teufelsbrücke Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Die Geschichte des Gotthard Zeichne einen Zeitstrahl und trage die Angaben zum Gotthardverkehr, die du im Text und unterhalb der Bilder findest, darauf ein. Wechsle immer die Seiten beim Eintragen. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Die Geschichte des Gotthards Urserental/Axenstrasse/Urnerloch/Autobahntunnels/Dampfschifffahrt/kürzeste/ Teufelsbrücke/GotthardEisenbahntunnels/NordSüd Verbindung/Fahrstrasse/NEAT/ Schöllenenschlucht/Postautoverkehr/Bedeutung Bereits um 400v. Chr. überquerten vereinzelte Abenteurer den Gotthardpass. Die Bauern aus dem (Andermatt Realp) trieben lange vor dem Jahr 1200 Handel über den Gotthardpass mit dem Süden Um 1220 wurde die bisher unpassierbare zwischen Göschenen und Andermatt bezwungen. () Der Gotthard wurde nun zu einer wichtigen . für Händler, Kaufleute und Herrscher. Die . der Gotthardroute nahm dauernd zu. Es war die . Verbindung zwischen Basel, Zürich und Mailand. 1708 Das . wird geschaffen, womit die Teufelsbrücke überflüssig wird. 182030 Bau einer von Göschenen bis Airolo ab 1838 auf dem Vierwaldstättersee 1863/64 Bau der . von Brunnen nach Flüelen 1882 Eröffnung des Göschenen – Airolo ab 1922. über den Gotthardpass 1980 Bau des Göschenen – Airolo (16.9 km) Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren ab 2000 Bau der . Ausbauvorhaben für einen (Bahn) Transitkorridor durch die Schweiz, das den Bau von zwei Tunneln unter dem Gotthard und dem Lötschberg vorsieht Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Überblick der Schweizergeschichte bis 1848 Im Jahre 1815 fand in Wien (Österreich) eine Kongress statt, bei dem man die Ordnung und den Frieden in Europa neu regelte. Der Französische Herrscher Napoleon war besiegt worden. Weil er einen grossen Teil Europas regierte (auch Teile der Schweiz), musste man Europa neu aufteilen und ordnen. Am Kongress in Wien waren rund 200 Vertreter von Staaten und Städten zusammengekommen, um Frieden in Europa zu stiften. Der Wiener Kongress anerkannte die inneren und äußeren Grenzen der Schweiz und ihrer Kantone wie auch die Zugehörigkeit des Wallis, des Fürstentums Neuenburg (Hohenzollern) und Genfs als neue Kantone. Die von Schweizer Politikern angestrebte Abrundung der Grenzen gegen bei Schaffhausen und die Gewinnung der Stadt Konstanz sowie die Rückkehr Veltlins, Chiavennas und Bormios zu Graubünden konnten nicht erreicht werden. Einen bis heute entscheidenden Einfluss auf die weitere Geschichte der Schweiz hatte die Anerkennung der immerwährenden bewaffneten Neutralität sowie ihrer Unabhängigkeit von jedem fremden Einfluss durch die europäischen Großmächte. Diese internationale Anerkennung bzw. Verpflichtung der Schweiz auf die Neutralität bildet bis heute die maßgebende Grundlage für die schweizerische Außenpolitik. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Der letzte bewaffnete Konflikt in der Schweiz: Sonderbundkrieg 1844 1848 Auf Grund einer fortlaufenden Zuspitzung des Konflikts zwischen liberalen (mehrheitlich städtischreformierten) und konservativen (mehrheitlich ländlich katholischen) Kantonen nach den Freischarenzügen schlossen sich die katholischen Kantone; Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis 1845 zum Sonderbund zusammen, um ihre Interessen zu wahren. Darauf entschied sich die liberale Mehrheit der Tagsatzung für die gewaltsame Auflösung des Sonderbundes, was noch im November 1847 unter General Henri Dufour geschah. Der Sonderbundskrieg war der letzte bewaffnete Konflikt auf dem Gebiet der Schweiz. Geschichte Die Schweiz vor 700 Jahren Der erste Bundesrat der Schweiz. Durch den Sieg der liberalen Kantone wurde der Weg frei für eine stärkere Zentralisierung des bisherigen Staatenbundes, die mit der ersten schweizerischen Bundesverfassung am September 1848 in Kraft trat. 12. Erst seit diesem Zeitpunkt hat die Schweiz ihre Staatsform wie sie sie heute hat. Vorher war die Schweiz mehr ein loser Staatenbund, in dem alle Kanton ihre eigenen Gesetze hatten. Im Dezember 1891 wurde mit Josef Zemp der erste Vertreter der Katholisch Konservativen (der heutigen CVP) in den Bundesrat gewählt. Er war das erste Mitglied der Schweizer Landesregierung, das nicht der bisher allein regierenden liberalradikalen Fraktion angehörte. Geschichte