Arbeitsblatt: Koordinaionstraining an Stationen

Material-Details

Training vor allem der Differenzierungs- und Umstellungsfähigkeit, Training der Reaktionsfähigkeit in Spielen
Bewegung / Sport
Koordination
klassenübergreifend
12 Seiten

Statistik

11354
2266
43
31.10.2007

Autor/in

Christoph Meyer


Land: Deutschland
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Unterrichtsplanung für eine Unterrichtsstunde im Fach Sport Thema: Training koordinativer Fähigkeiten Inhaltsübersicht: 1. Sachinformationen 3 2. Didaktische Informationen 4 3. Unterrichtsvoraussetzungen 5 4. Lernziele5 5. Inhaltliche und methodische Überlegungen 6 6. Geplanter Unterrichtsverlauf.9 7. Literatur. 10 8. Anhang.11 2 1. Sachinformationen Jonath (1988, S. 50) bestimmt Bewegungskoordination allgemein als das . . Zusammenspiel aller beim Bewegungsablauf beteiligten Faktoren und Prozesse, die darauf ausgerichtet sind, das Bewegungsziel zu erreichen. Eine gute Bewegungskoordination ermöglicht demnach eine ökonomische und subjektiv leichte Bewegungsausführung. Mit zunehmender Schwierigkeit und Komplexität eines Bewegungsablaufes steigt auch die Bedeutung der Koordination: Sie bestimmt die Qualität der Bewegungsausführung. Harre (1986, S. 187-190) unterscheidet zwischen sieben koordinativen Fähigkeiten: (1) Kopplungsfähigkeit (2) Orientierungsfähigkeit (3) Differenzierungsfähigkeit (4) Gleichgewichtsfähigkeit (5) Reaktionsfähigkeit (6) Umstellungsfähigkeit (7) Rhythmisierungsfähigkeit Beim Training koordinativer Fähigkeiten kommt es immer zu Überschneidungen. In der von mir geplanten Sportstunde steht das Training der Differenzierungs-, und der Umstellungsfähigkeit (während des Stationentrainings) sowie der Reaktions- und der Orientierungsfähigkeit (beim Anfangs-/ Schlussspiel) im Mittelpunkt. Aus diesem Grund charakterisiere ich diese noch genauer: Differenzierungsfähigkeit Sie befähigt den Sportler dazu, einzelne Teilkörperbewegungen und Bewegungsphasen der Gesamtbewegung mit hoher Präzision und Ökonomie auszuführen. Orientierungsfähigkeit Sie befähigt den Sportler, die Lage und die Bewegung seines Körpers in Raum und Zeit, bezogen auf ein festgelegtes Aktionsfeld bzw. ein sich bewegendes Objekt, zu bestimmen und zu verändern. Reaktionsfähigkeit Sie befähigt den Sportler zur schnellen Einleitung und Ausführung zweckmäßiger, kurzzeitiger motorischer Aktionen auf ein Signal hin. Die Reaktion erfolgt dabei zum zweckmäßigsten Zeitpunkt und mit einer aufgabenadäquaten Geschwindigkeit, wobei meistens das maximal schnelle Reagieren auch das Optimum ist. 3 Umstellungsfähigkeit Sie befähigt den Sportler, das Handlungsprogramm wegen Situationsveränderungen, die während des Handlungsvollzuges wahrgenommen werden oder voraussehbar sind, den veränderten Bedingungen anzupassen oder auf andere Weise fortzusetzen. Diese Fähigkeit ist besonders bedeutsam für Geschicklichkeit und die Anpassung an unterschiedliche Bedingungen (Bsp.: Laufen auf Eis, auf Sand). (vgl. Harre, 1986, S. 187-190) 2. Didaktische Informationen Das Erlernen, Festigen und Weiterentwickeln der koordinativen Fähigkeiten sind Aufgaben des Sportunterrichts. Der Grundschullehrplan Sport des Landes Rheinland-Pfalz (Kultusministerium Rheinland-Pfalz, 1984, S. 7) klassifiziert die Verbesserung der Bewegungskoordination als sportartübergreifendes Ziel und empfiehlt, diese möglichst oft zu trainieren. Für die allgemeine Leistungsfähigkeit der Kinder stellt die Bewegungskoordination einen wichtigen Faktor dar. Neben der sportlichen Bedeutung kommt den koordinativen Fähigkeiten auch im Alltag eine große Bedeutung zu. Der Mensch führt ständig Bewegungen aus, die eine genaue Bewegungsausführung und einen fein dosierten Krafteinsatz voraussetzen. Koordinationsfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung, um im Bewegungsalltag zu bestehen. Im Alltag umschreibt der Begriff der Geschicklichkeit ein hohes Niveau an koordinativen Fähigkeiten recht gut. Nach Kosel (1994, S. 10) werden Menschen heutzutage häufig mit unfallträchtigen Situationen konfrontiert. Um in solchen Situationen bestehen zu können, ist eine gewisse Bewegungssicherheit erforderlich. Eine Voraussetzung für eine solche Bewegungssicherheit stellen die koordinativen Fähigkeiten dar, die nicht angeboren sind, sondern erlernt, gefestigt und weiterentwickelt werden müssen. Als weitere wichtige Einflußgrößen für die Bewegungssicherheit gibt Kosel (1994, S. 10) die Wahrnehmungsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit an. In der Fachliteratur wird den koordinativen Fähigkeiten eine sehr große Bedeutung für das Bewegungslernen allgemein beigemessen. Sie stellen die Grundlage für die motorische Lernfähigkeit dar. Je höher das Niveau der koordinativen Fähigkeiten, desto leichter und schneller können neue Bewegungen erlernt werden. Diese Bedeutung ist sowohl für sportliches Handeln als auch im Alltag relevant. 4 3. Unterrichtsvoraussetzungen Die Kinder sind in der Lage Geräte selbstständig auf- und abzubauen. Die Schüler sind an selbständiges, differenziertes Üben (einzeln, zu zweit oder in der Gruppe) gewöhnt. Die zur Durchführung der Stunde benötigten Geräte sind alle in der Sporthalle vorhanden. Gerätebedarf: Für die Stationen sind folgende Geräte erforderlich: Station 1: 1 Eimer, 6 Reifen, 2 Gummiringe, Säckchen Station 2: Pylonen, 4 Hockeyschläger, 4 Tennisbälle, 4 Pucks Station 3: 2 Taue, 2 kleine Kästen, 2 Gummiringe ,2 Softbälle Station 4: 1 kleiner Kasten, 2 große Kästen, 1 Weichboden, 4 Turnmatten Station 5: 2 große Kästen, verschiedene Bälle Station 6: 1 kleiner Kasten, 2 große Kästen, Basketballkorb, verschiedene Bälle 4. Lernziele Grobziel: Die Schüler sollen durch Spiel- und Übungsformen koordinative Fähigkeiten verbessern und Bewegungserfahrungen sammeln. Feinziele: Die Schüler sollen beim Stationentraining ihre Differenzierungsfähigkeit trainieren. Die Schüler sollen durch die ständig wechselnden Anforderungen an den einzelnen Stationen ihre Umstellungsfähigkeit trainieren. Die Schüler sollen beim Anfangs- und Schlussspiel (Maximalplanung) ihre Reaktions- und Orientierungsfähigkeit trainieren. Die Schüler sollen bei der Gruppenarbeit und beim Geräteaufbau/-abbau kooperieren und aufeinander Rücksicht nehmen. Die Schüler sollen Spaß und Freude an der Bewegung haben. 5 5. Inhaltliche und methodische Überlegungen Die Differenzierungsfähigkeit und die Umstellungsfähigkeit lassen sich gut durch Übungen trainieren, die Variationen bei Krafteinsätzen (z. Bsp.: Werfen von unterschiedlich großen und schweren Bällen auf ein gleich weit entferntes Ziel) erfordern. Daher habe ich für das Stationentraining folgende 6 Übungsformen ausgewählt: Station Nr.1: Gezieltes Werfen von (gleichgroßen und -schweren) Säckchen auf unterschiedlich weit entfernte Ziele Station Nr.2: Gezieltes Werfen verschiedener Bälle (unterschiedliche Größe, unterschiedliches Gewicht) auf den Basketballkorb Station Nr.3: Gezieltes Werfen verschiedener Bälle (unterschiedliche Größe, unterschiedliches Gewicht) in den Kasten Station Nr.4: Springen vom Kasten auf unterschiedlich weit entfernten Markierungen Station Nr.5: Schwingen an den Tauen und Greifen des Softballes mit den Füßen zum richtigen Zeitpunkt Station Nr.6: Slalomlaufen mit dem Hockeyschläger (abwechseln: 1. Durchgang mit dem Tennisball, 2. Durchgang mit dem Puck) Die Orientierungs- und die Reaktionsfähigkeit lassen sich gut durch Lauf- und Fangspiele trainieren. Besonders das Schlussspiel (Spielbeschreibung siehe Anhang) spricht diese beiden Fähigkeiten an. Einstieg Die Stunde beginnt in einer den Kindern bekannten Form, im Sitzkreis. Hierbei wird den Kindern das Stundenthema mitgeteilt. Aus Verständnisgründen rede ich mit den Kindern natürlich nicht über koordinative Fähigkeiten, sondern über einen Hindernisparcours zum Geschicklichkeitstraining. Aufwärmphase Vor dem Geräteaufbau spiele ich mit den Kindern das ihnen bekannte Laufspiel „Hexe und Zauberer (Spielbeschreibung siehe Anhang). 6 Hauptteil Zum Aufbau der Geräte, lasse ich die Kinder sich nebeneinander auf eine Linienmarkierung setzten. Die ersten Kinder (links) bekommen den Auftrag, die für die erste Station benötigten Geräte zu holen und an den vorgesehenen Platz zu bringen. Bei der Anordnung der Geräte helfe ich den Schülern. Wenn diese Kinder ihre Station aufgebaut haben setzten sie sich wieder auf die Grundlinie (rechts anschließen). Als nächstes helfen die Kinder, die jetzt links sitzen, . Dadurch sind alle Kinder am Aufbau beteiligt. Nach dem Aufbau der Geräte demonstriere ich den Kindern die Aufgaben an den verschiedenen Stationen. Sicherheitshinweise: • Beim Schwingen an den Tauen müssen die wartenden Kinder ausreichend Abstand halten. • Beim Werfen auf den Basketballkorb dürfen die Kinder erst werfen, wenn ihre Vorgänger den Ball unter dem Korb eingesammelt haben. Das Stationentraining organisiere ich wie folgt: • Bilden von 3er- oder 4er- Gruppen • Die Gruppen bekommen ihre Start-Station zugewiesen • Bei Aufforderung durch mich, Wechsel zur nächsten Station (Wechselrichtung gegen den Uhrzeigersinn) Die Kinder sind es gewohnt die Stationen vor dem Wechsel aufzuräumen. Die Kinder haben an jeder Station ca. 2-3 Minuten Zeit zum Üben. Reflexionsphase Nachdem die Kinder alle Stationen durchlaufen haben, treffen wir uns zu einer kurzen Besprechung im Sitzkreis. Dabei können sich die Kinder kurz zu den Übungen äußern und ich kann mit ihnen über eventuell aufgetretene Probleme reden. Anschließend sollen die Schüler selbständig den Parcours abbauen. 7 Schlussspiel Maximalplanung Durchführung des Spiels „Pizzaservice (Spielbeschreibung siehe Anhang, Spielform ist bekannt). Das geplante Schlussspiel erfordert von den Kindern Konzentration und Schnelligkeit. Am Stundenende ist man oft geneigt ruhige Spielformen zum Einsatz zu bringen. Ich habe mich aus folgenden Gründen dennoch für dieses recht bewegungsintensive Spiel entschieden: • Die Bewegungsintensität beim Stationentraining ist nicht allzu hoch. • Das Spiel kommt dem Bewegungsdrang der Kinder entgegen und bereitet ihnen viel Spaß. • Vor der folgenden Unterrichtsstunde haben die Kinder noch eine Spielpause, so dass ich nicht davon ausgehe, dass die Kinder aufgrund der Sportstunde im anschließenden Unterricht unkonzentriert und unruhig sind. Falls die Zeit nicht mehr ausreicht dürfen sich die Schüler ein Schlussspiel aussuchen, für das weniger Zeit benötigt wird. Mögliche Probleme, die während der Stunde auftreten können Die Kinder sind selbständiges Üben und den Geräteauf- bzw. -abbau gewöhnt. Falls wider Erwarten dennoch Schwierigkeiten auftreten und diese in Besprechungen erörtert werden müssen, reicht die Zeit für das geplante Schlussspiel wahrscheinlich nicht aus. Falls dieser Fall eintreten sollte, dürfen sich die Schüler ein Schlussspiel aussuchen. 8 6. Stundenverlauf Phase Zeit [min] Einstieg 2 Unterrichtsverlauf „Heute wollen wir unsere Geschicklichkeit Bekanntgabe des Stundenthemas trainieren. Dazu will ich mit euch einen Parcours aufbauen. Vorher spielen wir zum Aufwärmen Hexe und Zauberer. Aufwärmen 4 Spiel: Hexe und Zauberer Aufbauphase 7 didaktisch-methodischer Kommentar Aufbau der einzelnen Stationen Organisationsform( Medien) Sitzkreis Fangspiel Spielform, (Parteiband zur Hervorhebung des Fängers) Die Kinder bekommen gesagt, wo die Geräte Gruppen hin sollen. Bei der Geräteanordnung helfe ich (Gerätebedarf siehe ihnen. S. 5) Besprechung 3 Bei Schwierigkeiten/Problemen: Zwischenbesprechung Demonstration der Übungen Sicherheitshinweis: Abstand zu den Tauen! Bewegungsphase 16 Reflexionsphase 3 (Geräteparcours siehe Anhang) Stationentraining Wechsel werden von mir signalisiert. Stationen Stationsbetrieb erst verlassen, wenn sie aufgeräumt sind. Gruppen „Hat es Schwierigkeiten gegeben? Welche Schüler können sich mitteilen Kreisversammlung Station war schwierig? Geräteabbau 7 „Wer nichts mehr helfen kann setzt sich in den selbständiger Geräteabbau Kreis Zum Schluss spielen wir noch Pizzaservice Schlussspiel 4 Besprechung eventueller Schwierigkeiten mit der Mannschaft oder der ganzen Klasse Linie Vermeidung von Verletzungen Gruppen Steigerung der Schwierigkeit durch hinzugeben Spielform von Reifen im Spielverlauf (Reifen, Pylonen) 9 7. Literatur HARRE, DIETRICH (1986). Trainingslehre. Berlin: Sportverlag. KOSEL, ANDREAS (1994). Schulung der Bewegungskoordination. Schorndorf: Hofmann. KULTUSMINISTERIUM RHEINLAND-PFALZ (Hrsg.) (1984). Lehrplan Sport, Grundschule. Grünstadt: Emil Sommer Verlag. JONATH, ULRICH (Hrsg.) (1988). Lexikon Trainingslehre. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 10 8. Anhang Spielbeschreibungen Hexe und Zauberer Fänger (Hexe) steht zu Beginn des Spiels in einer Hallenecke und hält sich die Augen zu. Der Lehrer bestimmt von den anderen Kindern einen Zauberer durch Zeigen (ohne den Namen zu nennen). Die Hexe versucht nach Spielstart möglichst viele Kinder abzuschlagen. Wer abgeschlagen wurde muss mit gekrätschten Beinen stehen bleiben. Die Kinder können befreit werden, indem der Zauberer zwischen den Beinen durchkrabbelt. Das soll so geschehen, dass die Hexe nicht bemerkt wer Zauberer ist. Wenn die Hexe den Zauberer beim Befreien der abgeschlagenen Kinder „erwischt und ihn dann abschlägt ist das Spiel zu Ende. Nachlaufspiel (Pizzaservice) Spielfeld ist ein Quadrat. An jeder Ecke und in der Mitte von jeder Seite steht eine Mannschaft ( 8 Mannschaften). Die Kinder einer Mannschaft stehen hintereinander. Der erste startet, Transport der „Pizza (Reifen oder ähnliches) zur nächsten Mannschaft, vorne abgeben und hinten anstellen, der Spieler, der die Pizza erhalten hat, läuft weiter, . Variationsmöglichkeiten: Laufrichtung im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn, mit zwei oder mehreren Pizzas. 11 12