Arbeitsblatt: Knetanimation_Wallace&Gromit

Material-Details

Hintergrundinformationen zu Wallace & Gromit.
Bildnerisches Gestalten
Film / Video
8. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

116868
911
6
27.05.2013

Autor/in

Nicci (Spitzname)
Land: andere Länder
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Wallace& Gromit Wallace Gromit sind die Hauptfiguren in mehreren britischen Animationsfilmen von Nick Park, dem berühmtesten Trickfilmer überhaupt, und seiner Firma Aardman Animations. Die Figuren werden aus Plastilin auf Drahtgestellen modelliert und mit der StopMotionTechnik animiert. Dieser Prozess wird auch als „Claymation bezeichnet. Auslöser der Erfolgswelle war Nick Parks Oscargekrönte Sozialsatire „Creature Comforts (1990), in der Park Zootiere über ihr tristes Dasein fabulieren lässt. Informationen zur Knetanimation Keine Kunstform ist arbeitsintensiver und verlangt exakteres Hantieren als der Animationsfilm. Die feinfühlig inszenierten Posen der einzelnen Figuren müssen pro Sekunde 24mal um den Bruchteil eines Millimeters verschoben werden. 43‘200 Einzelbilder sind daher nötig, um einen Trickfilm von 30 Minuten Länge zu erhalten. Platzt eine Glühbirne, muss eine ganze Sequenz noch einmal gedreht werden; die kleinste Veränderung des Lichtes wäre auf der Leinwand zu erkennen. Verschiebt ein Trickfilmer mit einem Husten oder Niesanfall die puppengrossen Figuren, kann die Arbeit eines ganzen Tages verloren gehen. Rund vier Sekunden Filmzeit schafft man pro Arbeitstag – wenn alles ideal läuft. Aardman Animations Die Firma hat ihren Sitz in Bristol, einer südwestenglischen Küstenstadt mit ungefähr einer Million Einwohnern, die ausgesprochen britisch ist. Monotone Backsteinhäuserreihen, nette Polizisten, Porridge zum Frühstück und natürlich rote Telefonkabinen. Umzäunt ist die Stadt von Hunderten von Fussballplätzen. Bristol biete geradezu ein „ideales Umfeld, meint Park, um einen Trickfilm zu drehen, in dem Schafe, Porridge, Erfindergeist und technische Apparate den Lauf der Dinge bestimmen. Gegründet wurde das Studio 1972 von den beiden trickfilmenden Schülern David Sproxton und Peter Lord. Während Jahren drehten sie animierte Serien für das Kinderprogramm der BBC. 1976 zogen sie nach Bristol. 1985 stiess Nick Park hinzu. Seit 1991 logiert das Studio an der Gas Ferry Road in einem ehemaligen Lagerhaus. Aardman beschäftigt in der CreativeartAbteilung, der Werkstatt, den Schneideräumen, am Tricktisch und in der Empfangshalle rund 120 Fest und Teilzeitangestellte. Deren Löhne bezahlen jedoch nicht Nick Parks oder Peter Lords Autorenfilme, Aardman lebt von der Werbung. Jährlich entstehen etwa 15 Werbefilme. Ein zahlungskräftiger Auftraggeber ist zudem die Musikindustrie, die bei Aardman Videoclips für Popsongs kreieren lässt. Am berühmtesten ist der Clip zu Peter Gabriels Song „Sledgehammer, der als bester Promotionsfilm der Popgeschichte gilt. Zu Nina Simones „My Baby Just Cares for Me liess Studiogründer Lord ebenfalls die Knetpuppen tanzen. Ein Blick in die Werkstatt „Wallace hat seinen Kopf verloren, ruft Nick Park einem der Modellbauer beim Vorbeigehen zu. „Macht nichts, antwortet dieser, nimmt Wallace aus der Kartonbox und verschwindet in der Werkstatt, dem wichtigsten Raum der Aardman Studios. Mit ein paar geschickten Handgriffen setzt er dem enthaupteten Filmstar Kopf und Helm wieder auf. Neben ihm brodeln die Töpfe. Auf kleinen Campingkochern erhitzen die Modellbauer die Knetmasse. Das Plastilin muss weich und formbar sein, damit es über die Metallgestelle gezogen werden kann und daraus Figuren entstehen. Alle Plastilingeschöpfe, seien es Pinguine oder Wallace und Gromit, werden hier geboren. Die Animatoren kommen mit ihren zu Papier gebrachten Vorstellung zu den Modellbauern. Gemeinsam wählen sie die Farben des Plastilins aus. Oft dauert es mehrere Tage, bis eine neue, etwa 20 Zentimeter grosse Figur fertiggestellt ist. Die meiste Zeit verbringen die Modellbauer allerdings mit dem Restaurieren kaputter Knetmännchen. Sind die Figuren fertig, entstehen in der AardmanWerkstatt die Kulissen, in denen sie sich bewegen sollen: eine Küche als Hintergrund einer Abwaschmittelwerbung oder eine ganze Stadt für Wallace und Gromit. Sind Figuren und Schauplätze drehbereit, beginnt ein Team von drei bis fünfzig Leuten anhand eines gezeichneten Storyboards mit der Arbeit auf dem Set. So entstehen aus lebloser Knetmasse lebendige Kreaturen. Fakten zu Nick Park Trotz seiner vier Oscars, die er in der Vitrine der AardmanKüche aufgestellt hat, dem enormen Presserummel um seine Person und den verdienten Millionen ist der blonde Mann mit den blauen Augen bescheiden geblieben. Noch immer wohnt Park in einer schlichten Mietwohnung in der Nähe des Studios. Ein grosses Auto fährt er nicht. Seine „alte Kiste, die er seit Jahren besitzt, genügt ihm. In seiner Freizeit beobachtet er Vögel. Aufgewachsen ist Park als eines von fünf Kindern in Preston im nordenglischen County Lancashire. Sein Vater, ein Fotograf, und seine Mutter, eine Schneiderin, kauften den Kindern keine Spielzeuge; sie sollten sie selber basteln. Ein Fernsehapparat aber stand bei den Parks stets in der Stube. An regnerischen Sonntagnachmittagen und davon gab es in Preston viele schaute sich Nick animierte Serien an. Mit einer kleinen 8MillimeterKamera, die eine Einzelbildschaltung hatte, begann er mit 13 Jahren, selbst animierte Filme zu drehen. Im Alter von 15 Jahren hatte er in seinem eigenen Trickfilmstudio, das er sich im Estrich einrichtete, bereits sechs Animationsfilme fertiggestellt. Park verfeinerte seine Technik an der Londoner National Film and Television School und schuf die Figuren Wallace und Gromit. Wallace ist ein erfinderischer, aber etwas trotteliger Junggeselle und Gromit sein Hund. Fakten und Hintergründe zum Film „Wallace Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen Allgemeines Die Crew der Produktion bestand aus 250 Mitarbeitern. Von der Entwicklung bis zum fertigen Film dauerte es fünf Jahre. Die Dreharbeiten dauerten 18 Monate. Im Studio gab es 30 Sets und zwei TestKulissen, in denen immer gleichzeitig gedreht wurde. Die grösste Kulisse war 22x12 Meter, die kleinste war 3x2 Meter gross. Pro Monat wurden 44 Pfund Klebstoff verbraucht. Die Modelle und Kulissen In der Abteilung Modellbau arbeiteten 40 Künstler. Für den Film wurden 2,8 Tonnen Plastilin verbraucht. Es wurden 42 verschiedene Farbtöne von Plastilin im Film verwendet. Für Wallace wurden jede Woche 15 Paar neue Hände hergestellt. Für den Film wurden über 500 Kaninchen hergestellt. Von Gromit wurden 43 verschiedene Doppelgänger benötigt. Von Wallace gab es 35 Versionen. Für die Hauptfiguren wurden verschiedene Mundversionen benötigt, bei Wallace waren es 12, bei Gräfin Tottington waren es 14, bei Victor waren es 20 solcher Münder. Alle Tapeten wurden vollständig von Hand gemalt. Die Bauzeit von Tottington Hall dauerte acht Wochen, die Planung mehrere Monate. Als Vorlage diente das denkmalgeschützte Montacute House in Somerset. Um die Gärten zu füllen, wurden über 700 Stück verschiedenster Gemüse aus Knet geformt. Für die Gemüseproduktion wurden zudem 880 Pfund Gips verwendet. Für den Lieferwagen von „AntiPesto wurden mehrere Modelle gebaut, von denen jedes einzelne mehr gekostet hat als der originale Austin A35. Der Lieferwagen verfügt über funktionsfähige Federung, Scheinwerfer, Türen und Fenster. Der Lieferwagen hat eine Strecke von 0,8 Kilometer zurückgelegt. Für die Soundeffekte von Motor, Türen und Scheibenwischern wurde ein echter Austin A35 verwendet. Das Gewächshaus von Gromit besteht aus echtem Glas. Für die verschiedenen Kulissen wurden 800 Meter Gartenzaun benötigt. Die Animatoren Insgesamt arbeiteten 30 Animatoren für das Projekt. Pro Woche wurden 1‘000 Babytücher verbraucht, um die Modelle und die Hände der Animatoren zu säubern. Jeder Animator hatte seinen eigenen Staubsauger, um die Kulissen sauber zu halten. Kamera und Licht Für den Film kamen 33 Kameras zum Einsatz. Diese verfügten über einen einzigartigen Mechanismus, der dafür sorgt, dass jedes neue Bild exakt in die gleiche Position wie das letzte Bild kommt. In der Kameraabteilung waren 19 Menschen beschäftigt. Für die Beleuchtung der Kulissen kamen 15‘000 Lampen zum Einsatz. Für jedes Karussell des Jahrmarkts kamen 400 Lampen zum Einsatz. Für die Studiobeleuchtung kamen 950 Lampen zum Einsatz. Jede brannte 900 Stunden. Die einfachste Szene benötigte 1 Lampe, die komplizierteste Szene benötigte über 2‘000 Lampen. Die Computereffekte 20 Computeranimatoren haben über ein Jahr bei der Londoner Effektfirma Motion Picture Company an dem Projekt gearbeitet. Das Fell des Riesenkaninchens wurde computergeneriert. Um die Oberfläche des Plastilins realistisch aussehen zu lassen, wurde eigens eine besondere Software entwickelt.