Arbeitsblatt: Merkantilismus

Material-Details

Text + Bilder und Fragen dazu
Geschichte
Mittelalter
7. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

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839
14
18.12.2013

Autor/in

Corina Steiner
Land:
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Absolutismus Merkantilismus 7. Klasse Der Merkantilismus Ludwig XIV. brauchte für seinen Hof und den Krieg immer mehr Geld. Das Moto war: Geld ist Macht, diese gehört dem Staat! Da die Untertanen aber weitere Steuern einfach nicht mehr aufbringen konnten, musste man eine andere Lösung finden. Ludwigs Finanzminister Colbert fand diese: Der Staat muss versuchen, möglichst viel Geld ins Land zu ziehen und möglichst wenig Geld hinauszulassen. Geld ins Land ziehen konnte man, indem man möglichst viele Waren in das Ausland verkaufte. Also musste man im Inland die Herstellung von Produkten und Lebensmitteln steigern. Im Inland baute man daraufhin neue Manufakturen, in denen grosse Stückzahlen zu niedrigen Preisen produziert werden konnten. Auch die schlechten Land- und Wasserstraßen wurden verbessert. Damit die Arbeiter möglichst billig Waren herstellen konnten, musste man die Rohstoffe, die es im Land selbst nicht gab, auch möglichst billig beschaffen. Am billigsten waren die Rohstoffe aus eigenen Kolonien. So setzte der Finanzminister Colbert jetzt alles daran, ein mächtiges Kolonialreich aufzubauen. Bei seinem Tod (1683) gehörten Teile Nordamerikas sowie Kolonien in Afrika und Asien zu Frankreich. Eine eigene große Handlesflotte wurde geschaffen, um die Rohstoffe billig nach Frankreich zu transportieren. Wie aber konnte das zweite Ziel erreicht werden, möglichst wenig Geld aus dem Lande hinaus zu lassen? Man musste verhindern, dass ausländische Waren gekauft wurden. Man musste das Land durch eine hohe Zollmauer vom Ausland abriegeln (oder sogar die Einfuhr von Fertigwaren gänzlich verbieten). Man musste umgekehrt die Ausfuhr von (billigen) Rohstoffen verbieten und diese statt dessen im eigenen Lande zu Fertigwaren verarbeiten. Mit solchen und vielen weiteren Massnahmen leitete Finanzminister Colbert die gesamte Wirtschaft Frankreichs. Wir nennen sein Wirtschaftssystem Merkantilismus (von lateinisch mercator Kaufmann). Es wurde bald von den übrigen absoluten Fürsten Europas nachgeahmt. Absolutismus Merkantilismus Arbeitsblatt: Der Merkantilismus 1. Was ist das Ziel des Merkantilismus? 2. Weshalb ist diese Idee entstanden? 3. Was sind die Massnahmen, damit dieses Wirtschaftssystem funktioniert? Im Inland? Gegenüber dem Ausland? 4. Was sind Manufakturen? Woher stammt dieses Wort? 5. Folgende Grafik zeigt das System des Merkantilismus. Welche Zahl gehört zu welchem Buchstaben? ) Keine Einfuhr von Fertigwaren aus dem Ausland B) Rohstoffe werden nicht mehr ausgeführt, sondern im Land verarbeitet C) Import billiger Rohstoffe aus den Kolonien D) Möglichst viele Fertigwaren werden exportiert E) Im Land werden die Zollgrenzen abgeschafft F) Bau leistungsfähiger Manufakturen G) Der Staat baut Strassen und Verkehrswege aus H) Ausbau der Flotte um die Rohstoffe aus den Kolonien zu fördern I) Im Land werden Produkte aus dem Inland verkauft 7. Klasse Absolutismus Merkantilismus 7. Klasse Manufakturen Es galt also, die Produktion von Fertigwaren im Inland zu steigern. Das gelang am besten durch die Errichtung von grossen Betrieben, in denen mehr Waren hergestellt werden konnten als in den kleinen Werkstätten der Handwerker. Solche handwerklichen Grossbetriebe nennen wir Manufakturen. Sie sind die Vorläufer unserer heutigen Fabriken, denn hier arbeiteten jetzt viele Menschen in einer weitgehenden Arbeitsteilung zusammen. Noch aber gab es keine Maschinen alles wurde mit der Hand hergestellt. Colbert richtete staatliche Manufakturen ein. Er förderte aber auch private Kaufleute, die solche Manufakturen errichten wollten, durch Geldzuschüsse und mancherlei Vorrechte. So durften einige von ihnen allein bestimmte Rohstoffe beziehen, bestimmte Waren erzeugen und diese allein verkaufen. Dafür aber kontrollierte und lenkte Colbert auch diese Manufakturen. Was hergestellt wurde, bestimmte der Staat. Die Manufakturen fertigten vor allem Luxuswaren, wie Kutschen, Wandteppiche (Gobelins), Spitzen, Seidenstoffe, Uhren. Oder aber sie waren auf bestimmte Massenerzeugnisse eingestellt, wie Uniformen, Waffen, Werkzeuge. Ein Beispiel: Die Kutschenmanufaktur Im Mittelalter arbeiteten viele Handwerker in getrennten Werkstätten und zu verschiedenen Zeiten an der Herstellung eines Wagens oder einer Kutsche. Die absoluten Herrscher liessen ihre Prachtkutschen, ihre Staatskarossen, in einem grossen Arbeitshaus herstellen, der Kutschenmanufaktur. Hier arbeiteten alle Handwerker nebeneinander, Hand in Hand: der Gestellmacher, der Kastenschreiner, der Drechsler, der Schmied, der Schlosser, der Spengler, der Sattler, der Polsterer, der Schneider, der Maler, der Lackierer, der Vergolder, der Glaser, der Leuchtenmacher. Absolutismus Merkantilismus 7. Klasse Die Kutschen wurden in einem durchgehenden Arbeitsgang hergestellt. Da ein grosser Bedarf an solchen Prunkgefährten bestand, wurde gleichzeitig an vielen Kutschen gearbeitet. So hatte jeder Handwerker immerfort zu tun und konnte sich auf einem Teilgebiet seines Handwerks immer mehr vervollkommnen: Er spezialisierte sich. So konnte er auch mehr schaffen als früher. Manufakturen verändern die Arbeitswelt Die Manufakturen brachten einen Fortschritt in der Erzeugung von Gütern. Sie veränderten auch das Wirtschaftsleben. Bisher hatten die Handwerker einzelne Bestellungen ausgeführt („Bedarfsdeckungswirtschaft). In den Manufakturen wurde auf Vorrat gearbeitet; man warb um neue Käufer und Verbraucher und weckte damit auch neue Bedürfnisse des Menschen (Bedarfsweckungswirtschaft). Die Errichtung und Erhaltung einer Manufaktur erforderte viel Geld, viel „Kapital – weit mehr als die eines Handwerksbetriebes. Die Errichtung und Erhaltung einer Manufaktur erforderte viel Organisation, Planung, Aufsicht. Über den arbeitenden Handwerker schob sich damit der Inhaber und Leiter einer Manufaktur, der Unternehmer. Und die Handwerker in diesen Arbeitshäusern? Ihre Arbeitswelt veränderte sich in vielerlei Hinsicht. Der einzelne sah in seinen Händen nicht mehr ein fertiges Werk entstehen wie beim Zunfthandwerk. Er stellte immer wieder nur einzelne Teile her, und diese Spezialisierung bedeutete auch Eintönigkeit in der Arbeit. Er verkaufte seine Arbeitskraft gegen Lohn. Der Handwerker wurde zum Arbeitnehmer, zum Rädchen in einer grossen, vielfältigen Maschine. Zur Zeit der absoluten Fürsten waren die Manufakturen Ausnahmen. Noch arbeiteten die meisten Menschen in der Landwirtschaft oder in den kleinen Handwerksbetrieben. Aber die Manufakturen sind doch schon Vorboten unserer heutigen Arbeitswelt! Auftrag: Beantworte folgende Fragen direkt in dein Heft! 1) Weshalb braucht es Manufakturen? 2) Aus welchen Gründen war in den Manufakturen eine Steigerung der Produktion möglich? 3) Was ist neu an den Manufakturen verglichen mit der vorherigen Arbeit der Handwerker? 4) Liste die Förderungsmassnahmen Wirtschaftssystems auf. sowie die Verbote des merkantilistischen