Arbeitsblatt: Grundlagen des 1. Weltkriegs

Material-Details

Arbeitsblatt mit den Grundlagen des 1. Weltkriegs (1. Seite) sowie Fragen dazu inkl. Lösungen
Geschichte
Neuzeit
10. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

124348
379
4
01.12.2013

Autor/in

Lukas Odermatt
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

BM Geschichte 17a Der Erste Weltkrieg Unterlagen aus Erne, Markus; Erster Weltkrieg; 2009. Weitere Details siehe Handbuch S. 159-180. 1. Grundlage des Kriegsausbruchs: Nationalismus, Imperialismus, Militarismus Die eigentlichen Ursachen des Krieges liegen tiefer und reichen zurück ins ausgehende 19. Jahrhundert mit seinen imperialistischen Spannungen zwischen den europäischen Mächten, mit den sich damals allmählich formierenden starren Bündnissystemen, mit dem forcierten Wettrüsten (insbesondere zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich), mit der Dominanz von Chauvinismus und Militarismus und mit dem schonungslosen Konkurrenzkampf der Industrienationen um Marktanteile und Einflusssphären auf der ganzen Welt. So gab es im Vorfeld des 1. Weltkrieges immer wieder Krisen und Interessengegensätze zwischen den Großmächten, die nicht selten an den Rand eines Krieges führten und eine spannungsgeladene Atmosphäre über Europa schufen. Das Deutsche Reich, die „verspätete Nation, wurde erst 1871 als letzter der europäischen Nationalstaaten gegründet. Es entwickelte sich schnell zum zweitgrößten Industriestaat der Erde. Aufgrund des Vorsprungs der übrigen Mächte in der Kolonialpolitik strebte es ab etwa 1890 ebenfalls intensiv nach einem „Platz an der Sonne (also nach Kolonien in Übersee) und dem Status einer Weltmacht. Das oft kriegerische und anmaßende Auftreten Kaiser Wilhelms II. verstimmte vor allem Frankreich und Russland so nachhaltig, dass diese bereits 1894 ein Defensivbündnis gegen Deutschland schlossen. Damit war jene Zangenkonstellation eingetreten, die Bismarck – dem die Gefahr der ungünstigen geographischen Mittellage Deutschlands stets bewusst war – immer hatte verhindern wollen. Als sich das Deutsche Reich mit seinem Ausbau der Kriegsflotte zusätzlich noch die Feindschaft der traditionellen Seemacht England zuzog, war es endgültig isoliert. Deutschland fühlte sich „eingekreist, dabei hatte es sich durch aggressive und ungeschickte Machtpolitik selbst „ausgekreist. In Frankreich beherrschte seit der Niederlage im DeutschFranzösischen Krieg von 1870/71 ein nie überwundenes Revanchedenken die Politik, die sich weigerte, den Status quo in Europa hinzunehmen (besonders in der ElsassLothringenFrage), und stets auf eine Schwächung des deutschen Rivalen hinzielte. Im Verhältnis zwischen ÖsterreichUngarn und Russland prallte das Interesse eines Vielvölkerstaates mit der Idee des Panslawismus zusammen: Beides machtpolitische Konzepte, um den jeweiligen Einfluss auf dem Balkan zu vergrößern. Großbritannien wiederum war daran interessiert, den deutschen Anspruch auf Weltgeltung einzudämmen; ein Sieg über das Deutsche Reich in einem Krieg war geeignet, endgültig die Gefahr einer mit England rivalisierenden Kriegsflotte zu bannen. Gemeinsam war allen Regierungen ein Hang zu nationaler Prestigepolitik, was die Bemühungen um Frieden und Verständigung zunehmend erschwerte, da diese als Schwäche ausgelegt werden konnten. Hinzu kam ein innenpolitisches Nachgeben gegenüber chauvinistischen Strömungen und nationalistischen Verbänden sowie der Glaube, die bestehenden Spannungen in Europa ließen sich nur noch durch einen militärischen Konflikt lösen. Gleichwohl gelang es allen Regierungen, ihre Völker von der eigenen Unschuld am Kriegsausbruch zu überzeugen: Serbien wies auf seine Kooperationsbereitschaft bei der Erfüllung des Ultimatums hin, ÖsterreichUngarn warf Serbien panslawistische Umtriebe vor, die die Existenz des Habsburgerreiches gefährdeten; Russland erklärte, es habe nicht zulassen können, dass das slawische Brudervolk der Serben angegriffen und zu einem abhängigen Staat herabgedrückt werde. Deutschland warf Frankreich Revanchegelüste, England wirtschaftlichen Konkurrenzneid und Russland Kriegstreiberei vor (russische Gesamtmobilmachung). Frankreich und Großbritannien bezichtigten Deutschland eines aggressiven Hegemoniestrebens über Europa, welches sich während der Marokkokrisen 1905/06 und 1911, in der bosnischen Annexionskrise von 1908, der Julikrise sowie den Kriegserklärungen an Russland und Frankreich sowie der völkerrechtswidrigen Neutralitätsverletzung Belgiens überdeutlich gezeigt habe. Fragen zum Blatt 17a (Erster Weltkrieg) Diskutieren Sie in der Gruppe und fassen Sie die Ergebnisse zusammen: Erklären Sie einander die Ausdrücke Nationalismus, Imperialismus, Militarismus im Kontext des nahenden Ersten Weltkriegs. Wie müssen wir uns die Gesellschaft(snormen) um 1910 vorstellen? Arbeiten Sie die Interessen der verschiedenen Grossmächte heraus: 1. Wo gab es Konfliktsituationen unter den Grossmächten? 2. Welche Interessenspunkte sind allen Grossmächten gemeinsam? 3. Wie beurteilen die verschiedenen Nationen die Kriegsschuldfrage?