Arbeitsblatt: Literaturgeschichte II - Text

Material-Details

Diese Unterrichtseinheit befasst sich mit der Deutschen Literaturgeschichte. Bestehend aus 1) Zeitenstrahl (1 Seite) 2) Texte zum Übernehmen durch SCH (12 Seiten) 3) Texte zum Aufkleben (3 Seiten) 4) Prüfungsmaterial
Deutsch
Gemischte Themen
9. Schuljahr
12 Seiten

Statistik

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23.02.2014

Autor/in

Yves Laternser
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Deutsche Literaturgeschichte 1. Literarische Kultur im Mittelalter Die Anfänge der deutschen Literatur waren klerikal geprägt (klerikal kirchlich). Es lassen sich grob drei Hauptperioden unterscheiden: Das frühe Mittelalter (ca. 700 – 1050) Das Hochmittelalter (1050 – 1060) Das Spätmittelalter (1060 – 1500) Im frühen MA spielten vor allem die Heldendichtungen eine wichtige Rolle; z.B. das Hildebrandslied. Im Hochmittelalter wurden die Texte mehrheitlich mündlich überliefert und an Höfen vorgetragen; z.B. das Nibelungenlied. Im Spätmittelalter gewannen die Städte mehr Einfluss, so veränderten sich auch die Geschichten. So entstanden mehr Satiren, wie „Das Narrenschiff von Sebastian Brant. Ebenfalls findet man in dieser Zeit die Entstehung vieler heute noch bekannten Werke, wie z.B. Reineke Fuchs (Fabeldichtung) oder Till Eulenspiegel. Wichtige Worte: Epik: erzählende Literatur Lyrik: dichterische Literatur 2. Barock (1600 – 1720) Prägend in dieser Zeit war der Dreissigjährige Krieg. Mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung fiel dem Krieg zum Opfer. Dadurch hatte man die Erfahrung von Tod und Verderben. Dies führte dazu, dass man einerseits Trost im Glauben suchte, andererseits eine Gier nach Lebensgenuss entwickelte. Es ist die Zeit der Gegensätze! Gier nach Lebenslust Hinwendung zur Religion Prunkvolles Leben an absolutistischen Höfen Massenelend in der Bevölkerung 30-jähriger Krieg, die Pest oder Hexenverfolgungen Bahnbrechende Entdeckungen in Mathematik und den Naturwissenschaften Deshalb wurde in der Literatur die Welt als solches hinterfragt: „Was ist die Welt und ihre gantze Pracht?; „Ein schnöder Schein Frage nach der Grundverfassung der Welt und Beantwortung dieser Frage „Ein schön Spital/so voller Kranckheit steckt; „ein faules Grab, so Alabaster deckt Erläuterung der Grundverfassung der Welt durch drastische Metaphern „Das ist der Grund/darauff wir Menschen bauen; „Komm Seele/komm Schlussfolgerung und Aufforderung „So wirst du leicht in diesen Port gelangen/ Da Ewigkeit und Schönheit Hinwendung zum Göttlichen als Lösung, Versprechen Gedichtsdeutung 4 Strophen – 4 Interpretationsansätze: Die Lyrik wurde nach dem immer gleichen Ansatz gebildet: Rhetorik („Vanitas Vergänglichkeit) Unterhaltend Belehrend Bewegend „Memento Mori (Bedenke den Tod) 3. „Carpe diem (Nutze den Tag) Aufklärung (1720 – 1785) Die literarische Epoche der Aufklärung hat einen ähnlichen Inhalt, wie die geschichtliche Epoche: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant) Daraus entwickelten oder verfeinerten sich die folgenden Gattungen: Fabel; (lat.: Rede, Erzählung) Sie hat viele belehrende Tendenzen mit einem anschliessenden Kommentar, der die eigentliche Moral zum Ausdruck bringt. Lamm Einfältigkeit Fuchs List und Schläue Rabe Eitelkeit und Dummheit Maus Schnelligkeit und Gewitztheit Schlange Hinterhältigkeit Drama (nach Lessing) Gotthold Epharaim Lessing war einer der wichtigsten Schriftsteller dieser Zeit. Er schrieb Dramen wie Minna von Barnhelm (Lustspiel), Emilia Galotti (Trauerspiel) und Nathan der Weise (dramatisches Gedicht). 4. Sturm und Drang (1765 – 1785) „Le sentiment est plus que la raison – Das Gefühl ist mehr als die Vernunft; von Jacques Rousseaus drückt das Lebensgefühl der Sturm und Drang – Dichter aus. Die Dichter zu dieser Zeit waren überzeugt, dass der Sinn des Lebens in der freien und unverfälschten Entfaltung der Natürlichkeit des Menschen liegt. Jedoch herrschte ein Konflikt zwischen Natur und Kultur: „Der Mensch wird frei geboren, aber überall liegt er in Ketten! Was bedeutet das für dich? Episches Werk: Die Leiden des jungen Werther. Sie erreichte 30 Auflagen vor dem Tod Goethes und nochmals 25 nach seinem Tod. Lyrisches Werk: Prometheus Prometheus von Johann Wolfgang Goethe Formelle Interpretation: Das Gedicht hat den Titel: Geschrieben hat das Gedicht: Es wurde geschrieben im Jahre: Das Gedicht reimt sich nicht: Dieses Gedicht besteht aus Strophen. Das Gedicht besitzt pro Strophe Zeilen. Das Gedicht besteht aus Zeilen. 5. Klassik (1786 – 1810) „Bildung statt Revolution! Die Weiterführung der Literatur ist, wenn wir folgende Tabelle betrachten nur logisch: Aufklärung Sturm und Drang Klassik Aufruf an den Verstand des Menschen. Die Gefühle zulassen. Revolution! Ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Verstand und Gefühlen finden. Literatur zur Erziehung und politischgesellschaftlicher Befreiung des Menschen Literatur zur Revolution gegen seine Umwelt Literatur als Raum zur Darstellung des „ReinMenschen In der Klassik wurde also ein Rückschritt unternommen, d.h. man suchte wieder die Schönheit des Menschen (Humanismus). Dann aber auch eine gute Harmonie zwischen Pflichten und Neigungen. Und zu guter Letzt wollten die Schreiber die Menschen ästhetisch erziehen. Schiller, die Künstler So wurde das antike Griechentum als Muster für die literarische Epoche der Klassik. Man probierte den Menschen (oder auch die Natur) wieder in einer perfekten Schönheit darzustellen. 6. Romantik (1797 – 1830) In der Romantik stehen bei der Dichtung die Sehnsucht nach der Überwindung alltäglicher Begrenzungen und das Verlangen nach unbeschränkter Freiheit im Vordergrund. Man probierte alte Volkslieder zu erneuern. Im Mittelpunkt stehen Volkstypen (wie Fischer, Müller, Student, Spinnerin) in typischen Situationen (wie Wandern, Fahrt, Jagd). Eigene Interpretation Formelle Interpretation und inhaltliche Interpretation „Professionelle Interpretation: Analyse: Clemens Brentano, Der Spinnerin Nachtlied Unterschiede von der Klassik zur Romantik: Klassik: Hinwendung zur Antike Bedürfnis nach Gesetz, Mass, Regel und Harmonie Romantik: Hinwendung zum Mittelalter Hochschätzung der inneren Natur des Menschen 7. Vormärz und Biedermeier (1815 – 1848) „Friede den Hütten – Krieg den Palästen! Die Literatur des Vormärz war aufsässig, politisch und parteiisch. Die Schreiber übten scharfe Kritik an Staat und Gesellschaft. Deshalb bedienten sich die Schriftsteller auch journalistischen Formen wie der Berichterstattung oder der Sozialkritik. Es gab zwei Hauptrichtungen in der Lyrik, die sogenannte Protestlyrik (von Protest) und Agitationslyrik (von Agitation aufwiegeln, hetzen - Werbung bzw. Propaganda um Unruhe zu stiften). Das Hungerlied von Georg Weerth (1843) „Wie reizend alles Die Literatur des Biedermeier war eher trivial. In dieser Zeit entstanden auch bekannte Kinderlieder, wie „Alle Vögel sind schon da oder „Ein Männlein steht im Walde. Es wurden Werke geschrieben, die auf den ersten Blick als banal erscheinen, aber sehr präzise das einfache, beschauliche Leben auf den Punkt bringen. Auf eine Lampe, Eduard Mörike Vergleich: Vormärz und Biedermeier 8. Realismus, Naturalismus und Expressionismus (1848 – 1925) Realismus: Die bürgerliche Revolution von 1848 ist gescheitert. Die vor der Revolution herrschenden Hoffnungen (in die Religion, in die Grossfamilie oder in die Ständegesellschaft) sind niedergeschlagen worden. Deshalb ist die Literatur des Realismus geprägt von der Ernüchterung der Realität und auch sehr resignativ. Oft findet man in dieser Zeit Dramen. Da finden wir eines der wichtigsten Werke zu dieser Zeit: Effi Briest Naturalismus: Das ist die Gegenbewegung zum Realismus. Im Naturalismus wird das Hässliche, die Schattenseite, die Lage der Arbeiter in den Vordergrund gerückt. Sie bedienen sich deswegen aus den „üblen Gegenden, wie die Fabrik, die Kneipe, der Hinterhof für ihre Literatur. Phantasus, Arno Holz Expressionismus: Das ist dann die Steigerung dieser Epoche. Hier wird vor allem die Weltuntergangsstimmung geschürt. Jakob van Hoddis, Weltende Abschlusstext Expressionismus 9. Literatur der Weimarer Republik (1918 – 1938) Die Literatur in der Zeit der Weimarer Republik kann nicht eindeutig zugeordnet werden. Es werden verschiedene Aspekte angedeutet: Verarbeitung des Ersten Weltkrieges Kritisch-besorgte Begleitung der Weimarer Republik Thematisierung des Werte- und Realitätszerfall Der Kapitalismus Die hauptsächlich neue Gattung ist der Grossstadtroman: Alfred Döblin; Berlin Alexanderplatz 10. Drittes Reich und Exil (1933 – 1945) Während der Zeit der NSDAP mussten die Autoren gewisse Richtlinien einhalten. Sie wurden also gezwungen Texte zu schreiben, deren Inhalte nicht die Gedanken der Autoren waren, sondern die der „Partei. Propagandaliteratur umfasst folgende Gebiete: Historische Romane (Überlegenheit der arischen Rasse) Idyllische Bauernromane (Volksgemeinschaft) Siedlerromane (Lebensraumvergrösserung) Kriegsromane (den Feind durch Klischees zu behaften) Frauenromane (traditionelle Rolle der Frau) Wenn sich Autoren wehrten, wurden sie umgebracht oder eingesperrt. Deshalb flohen viele Schreiber ins Ausland. Dadurch entstand die Exil-Literatur. Diese Literatur ist sehr spärlich, da sich die Schreiber zu dieser Zeit nicht organisieren konnten. Literarisch gesehen spricht man von einem Kahlschlag! Durch die Unzufriedenheit der Autoren und aber auch aus Protest gegen die Nazis haben viele den Freitod gewählt. Liste der Autoren, die Suizid begannen Nachkriegsliteratur (Trümmerliteratur) Gegenwartsliteratur