Arbeitsblatt: Merkmale der Plakatgestaltung

Material-Details

Viele theoretische und praktische Tipps auf 12 Seiten. Gut geeignet zum praktisch mit den SuS einzelne Plakate zu besprechen.
Deutsch
Gemischte Themen
6. Schuljahr
12 Seiten

Statistik

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592
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23.12.2013

Autor/in

Rolf Steinmann
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Merkmale der Plakatgestaltung Die Wahrnehmung von Plakaten (bes. von Werbeplakaten für Produkte und Dienstleistungen) vollzieht sich in schrittweise aufeinander aufbauenden Stufen, die in der sogenannten AIDA-Formel zusammengefasst sind: ttention passive nterest Rezeption esire aktives Verhalten Ein Plakat erweckt die erste Aufmerksamkeit Das Interesse des Rezipienten sich näher mit den Plakat zu beschäftigen wird geweckt Der Wunsch, das „angepriesene Produkt oder die Dienstleistung zu erwerben wird im Idealfall geweckt Im Idealfall der Erwerb (Aktion) des ction Produkts oder der Dienstleistung – z.B. der Kauf einer Konzerteintrittskarte Die wichtigsten zu berücksichtigenden Merkmale einer angemessenen Plakatgestaltung: 1 Format/Größe Grundsätzlich fällt ein großes Format eher auf. Aber: ein kleineres, sehr helles und farbintensives Plakat fällt eher auf 2 3 als ein in dunklen Farben gestaltetes großes Plakat. Farbe des Papiers/des Helle, nicht sehr getrübte Farben verwenden. Bei Einsatz Hintergrundes dunkler Farben Punkt 3 und die unten stehenden Regeln Kontraste beachten. Starke Kontraste (z.B. Hell-Dunkel- oder Komplementärkontraste) fallen auf. Allerdings ist eine 4 Überfrachtung der Kontraste zu vermeiden. Größe und Auffälligkeit Wahl eines ansprechenden Motivs in der dem Format (Originalität) des angemessener Größe. Originalität und 5 Motivs Titel/Slogan Wiedererkennungswert sind anzustreben. Werbewirksamer ansprechender Slogan, z.B. als 6 Art und Größe der Erklärung, Frage oder „Antithese. Gut lesbare, dem Charakter des Plakats entsprechende Schrift Schrift wählen. Es ist nicht leicht, Wörter in Großbuchstaben zu lesen, z. B. KOMMUNIKATIONSSTIL bzw. 7 Wichtige Infos Kommunikationsstil Angaben zum Produkt, Terminen, Orten usw. sind lesbar und an „exponierten Stellen des Plakats angebracht. Weitere zu berücksichtigenden Aspekte und Regeln: 1. Dunkle Schrift auf hellem Untergrund hat eine bessere Fernwirkung als ihre „Negativ-Version. 2. Hochformatige Plakate und damit kürzere Textzeilen sind besser zu „lesen. Sie sind oftmals auch besser zu platzieren (z.B. in Geschäftsauslagen, auf Türen etc.) 3. Zu viele unterschiedliche Farbflächen (ohne inhaltlichen Bezug) sind zu vermeiden. 4. Zu viele unterschiedliche Schriftarten und Schriftgrössen und deren unterschiedliche Farbgebung sind zu vermeiden (Grundregel der guten Typografie!). 5. Symmetrie und/oder ein geordnetes Layout unterstützen die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit. 6. Ein dynamisches Layout und entsprechende Typografie sollten in Einklang mit dem Inhalt und Charakter der Werbebotschaft stehen (sinnvoll kann aber auch eine „Antithese sein, z.B. ein überfülltes Warenregal als Motiv gegen die Hungersnot in der Welt). 7. Oft ist „weniger mehr! Der bekannte Leitsatz kann Wunder bewirken: Motive oder Slogans den „Raum im Plakat gegeben wird, also frei stehen, fallen mehr auf als eine dicht gedrängte Gestaltung (zumal auf einer ohnehin überfüllten Plakatwand!). Fazit: Die umsichtig zu treffenden gestalterischen Entscheidungen sind immer vom Gebrauchszusammenhang des jeweiligen Plakats abhängig zu machen. Insofern haben die oben genannten Aspekte und Regeln nicht für jedes Plakat und für jedes Einsatzgebiet die gleiche uneingeschränkte Gültigkeit. Beispiele Gelungenes Beispiel Überladene Gestaltung, Typografie zu unterschiedlich, z.T. zu klein. Da wir im europäischen Sprachraum von links nach rechts lesen, ist es sinnvoll, diese Anordnung in der Ausgestaltung des Posters zu beherzigen. Der Titel des Posters ist traditionell in der Mitte (oben) am Anfang des Posters zu finden. Er kann jedoch auch links oder rechts versetzt auftreten, wenn dies im Zusammenhang mit dem nachfolgenden Text steht oder sich evtl. farblich absetzt. Bildmuster und Textanordnung Informationsfluss in Spalten und Zeilen: Hinweis: Ein Nummerierungssystem im Postertextverlauf hilft den Betrachtenden dem Informationsfluss ohne Missverständnisse zu folgen. Farbgebung Die Farbgebung ist eine kleine Wissenschaft für sich. Farben wecken Emotionen und Assoziationen. Farben bleiben außerdem besonders gut im Gedächtnis, und steigern so den Wiedererkennungswert eines Unternehmens enorm. Auch deswegen ist die Farbgestaltung in der Werbelandschaft so bedeutend. Hier eine kleine Übersicht, über den Einsatzbereich von Farben und ihren tieferen Bedeutungen. Rot: Rot ist mehr als nur die Farbe der Liebe. Sie symbolisiert Leidenschaft, Hass, Feuer, Gefahr und Blut. Außerdem wirkt Rot, in der Werbung, wärmend und regt angeblich sogar den Appetit an. Trotzdem sollte Rot eher dezent eingesetzt werden, da es eine sehr dominante Farbe ist. Kleine Akzente reichen völlig aus, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zu ziehen. Grün: Grün ist eine sehr junge, frische und lebendige Farbe. Außerdem ist das menschliche Auge evolutionsbedingt sehr empfindlich für Grüntöne, deswegen ist es umso schwieriger diese Farbe in verschiedenen Medien natürlich darzustellen. Für Plakaten von zum Beispiel Bio- oder Naturprodukten bietet sich Grün als erste Wahl an. Aber auch im Gesundheitsbereich ist diese Farbe eine gute Wahl. Blau: Blau vermittelt Sicherheit und Vertrauen, denn Blau wirkt im Allgemeinen seriös, harmonisch und treu. Nicht zuletzt wegen seiner beruhigenden Wirkung ist Blau in der Werbung eine der meist eingesetzten Farben. Blau wird besonders gerne für Banken und Ärzte verwendet. Vielleicht ist Blau auch deswegen eine der meisteingesetzten Farben in der Werbung, weil sie international die wenigsten negativen Assoziationen hervorruft. Gelb: Gelb hat eine eher gespaltene Bedeutung. Oft wird diese Farbe mit Neid und Eifersucht in Verbindung gebracht, eigentlich steht Gelb aber auch für Sonne, Licht, Kreativität und Freundlichkeit. In der Werbung wird Gelb gerne eingesetzt, wenn eine nicht ganz so auffällige Farbe gesucht ist, die trotzdem eine fröhliche Grundstimmung suggeriert. Am angenehmsten für den Betrachter sind Gelbtöne die viel Rot enthalten. Schwarz (unbunt): Schwarz ist in vielen Kulturen als die Farbe der Trauer bekannt. Trotzdem ruft sie nicht nur negative Assoziationen hervor. Diese Farbe kann auch elegant, autoritär, stark und modern wirken. Viele schrecken allerdings vor Schwarz zurück, weil sie befürchten der Kontrast zu Weiß wäre zu hart. Alternativ können Sie in diesem Fall ein dunkles Braun, dass mehr Geborgenheit ausstrahlt, oder ein neutrales Grau verwenden. Gerade bei Grau empfiehlt es sich eine weitere Farbe zu wählen, die möglichst frisch und hell ist, um das Design etwas interessanter zu machen. Worauf Sie bei der Farbgebung achten sollten 9% aller Männer leiden unter einer Rot-Grün-Schwäche, der Prozentsatz der Frauen mit Rot-Grün-Schwäche liegt unter einem Prozent. Das ist eine nicht allzu kleine Minderheit, deswegen sollten Sie darauf achten Grafiken und vor allem auch Schriften nicht alleine mit diese beiden Farben zu gestalten. Designen Sie ein Plakat, dass nicht nur regional, sondern vielleicht sogar international verwendet wird, sollten Sie sich auch informieren, mit welchen Assoziationen die von Ihnen gewählten Farben, in dem jeweiligen Land, belegt sind. Das Paradebeispiel hierzu liefert McDonalds, der Konzern machte vor einigen Jahren den Fehler in Japan mit dem üblichen McDonalds-Clown werben zu wollen. Der Clown hat, wie wir alle wissen, ein weiß bemaltes Gesicht, und da in Japan Weiß die Farbe der Trauer und des Todes ist, war diese Kampagne wohl nicht besonders erfolgreich. Ein gutes Poster ist. lesbar Lesbarkeit ist das Mass, wie einfach die Idee des Posterinhaltes im Textfluss zu verfolgen ist. Texte, die schwierige grammatikalische Konstruktionen, komplexe oder passive Satzbausteine und Schreibfehler aufweisen, sind schwierig zu lesen. deutlich lesbar Um einen Text deutlich lesbar zu gestalten, darf die Schriftgrösse nicht zu klein sein. Ein weit verbreiteter Fehler bei Postergestaltungen ist der Einsatz von Schriftgrössen, die aus einer Distanz von 1-3 nicht mehr lesbar sind. gut organisiert Die räumliche Anordnung der Textfelder ist entscheidend für den Unterschied, ob 95% oder 5% der Leserschaft erreicht werden. kurz und knapp Studien zeigen, dass man nur 11 Sekunden hat, um die Aufmerksamkeit eines Publikums zu ergattern. Der Text sollte daher pointiert, kurz und bündig sein. Lassen unnötige Details aus, da die Interessierten sich jederzeit an dich wenden können. Plakatbeispiele: