Arbeitsblatt: Graffiti

Material-Details

Die SCH begehen selbstständig ein komplettes Dossier und kommen so immer näher zu ihrem persönlichen Graffiti. Denkbar wäre, dass am Schluss ein Klassenprojekt angegangen wird.
Bildnerisches Gestalten
Anderes Thema
8. Schuljahr
13 Seiten

Statistik

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05.01.2014

Autor/in

sara getachew
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Name: Merkmale von Graffiti (Einzahl: Graffito Mehrzahl: Graffiti) Klasse: . Die ersten Graffiti entstanden zwischen 1968 und 1972 und wurden von Jugendlichen angefertigt, die mit Filzstiften in ganz New York ihre Namen an die Wände schrieben. Aus Protest gegen den umfangreichen Abriss von Häusern in dem verarmten New Yorker Stadtviertel Bronx und auch um ihr Viertel als ihr Territorium zu markieren, sprühten Jugendliche, die dort lebten, ihre Pseudonyme (Decknamen) und Protestsprüche gegen den Häuserabriss an die Hauswände. Daraus entwickelte sich ein regelrechter Wettstreit, der im Laufe der Zeit immer kreativere und umfangreichere Graffiti hervorbrachte. Es bildeten sich Gangs, deren Mitglieder versuchten, sich gegenseitig mit ihren Graffiti zu übertreffen. Zum Beispiel durch die Wahl der besprühten Orte. So wurden Züge wegen des hohen Risikos ein beliebter Untergrund für die gesprühten Bilder, um sich in der Gruppe, der „Gang/Crew, hervorzutun. In Verbindung mit den Graffiti entwickelten sich ebenfalls Rap, Hip Hop und Break Dance. „Sprayen (das Anfertigen von Graffiti) und Musik gehörten zusammen und bildeten einen gemeinschaftlichen Trend. Jedoch hat sich diese Verbindung in Europa nicht so stark durchgesetzt wie in Amerika. Heute reizt die „Sprayer (jemand, der ein Graffito anfertigt) vor allem das Verbotene. Die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 23 Jahren kommen nicht mehr unbedingt aus Ghettos. Für sie ist der „fame, die Anerkennung in der Gruppe der übrigen Sprayer, besonders reizvoll. Graffiti werden mit Filzstiften, dicken Pinseln oder Spraydosen angefertigt. Sie tauchen in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf. Es gibt einfarbige, schlichte Zeichen und Symbole, aber auch verbale Äußerungen, die Protest oder Provokationen beinhalten und schliesslich noch grossformatige, farbige Bilder und Gemälde. Neben diesen drei unterschiedlichen Erscheinungsformen existieren Mischformen z.B. große Schriftzüge, die zusätzlich mit Bildern angereichert sind. Ausserdem gibt es noch die Schablonengraffiti. Mithilfe von Schablonen aus Karton, Metall oder Kunststoff können die Graffiti sehr schnell auf den entsprechenden Untergrund gesprüht werden. Zu Graffiti gehört auch eine besondere Sprache. So gibt es „tags (stilisierte Namen der Künstler) und auch „pieces, grossformatige farbige Wandbilde. Ein Graffiti, das eine komplette Zugwand von oben bis unten bedeckt, wird „top-to-bottom genannt. „Outlines sind die äusseren Linien und „fill-in ist die farbige Füllung der Buchstaben. Die Bildmotive der Graffitis ähneln zum Teil den Bildern aus Comics. Es gibt einen Hintergrund, grosse, aufgeblasenen Buchstaben, Schatten und Glanzlichter („highlights), aber auch verschiedene Figuren. Häufig drücken Graffiti Protest oder Provokation aus. Dabei offenbaren sie viel Fantasie und Witz. Zu finden sind Graffiti auf öffentlichen Wänden, Zügen, in Toiletten, aber auch auf Schulbänken oder Schulmäppchen. Graffiti, die in Galerien ausgestellt werden, nennt man PostGraffiti. Graffiti sind aber nicht überall erlaubt. Sprüht man seine Werke auf eine fremde oder öffentliche Hauswand oder auch auf einen Zug, so begeht man eine Straftat: Sachbeschädigung. Findet man in einer Wohnung die so genannten „black-books (Skizzenbücher) der Sprayer, kann man anhand der Stile der einzelnen Sprayer ihre gesprühten Werke zuordnen. Die Schablonen entlarven auf ähnliche Weise ihre Besitzer. Um die Sprayer vor diesen illegalen Handlungen zu schützen, wurden immer wieder versucht, ihnen Wände zur Verfügung zu stellen und Aktionen zu veranstalten, die ihnen die Möglichkeit geben sollten, ihre Bilder auf legale Weise anzufertigen. Auch Mutproben, bei denen auf Züge gesprüht wird, wollte man auf diese Art vermeiden. Da der Reiz des Verbotenen fehlte, wollten allerdings nicht alle Sprayer diese Gelegenheiten nutzen. Ursprünge des Graffitis Graffiti gibt es eigentlich schon seit Bestehen der Menschheit. Bereits in der Steinzeit bemalten die Menschen Wände (z.B. in der Bretagne) und im alten Rom schrieb man Wahlkampfparolen an Wände. 2 Auch die Nationalsozialisten sprühten vor ihrer Machtübernahme (vor 1933) Hakenkreuze an Wände. Nach dem 2. Weltkrieg dienten Hauswände als Anzeigetafeln für im Krieg verschollene Familienangehörige. Ende der 60er Jahre sprühten Studenten ihre politischen Forderungen an Wände. Die Berliner Mauer war geradezu dafür geschaffen, Graffitis aufzusprühen. Warum sprayen Sprayer? Das Hauptanliegen eines Sprayers ist, bekannt zu werden. Daher versuchen sie, ihren Namen an so viele Wände, Mauern, Brücken. zu setzen, wie nur möglich. Ideal sind SBahnen und Züge, denn dann „fährt der Name überall hin. Unter Sprayern besteht der Wettkampf, an besonders gefährlichen und riskanten Orten ihren Schriftzug anzubringen. Je besser man ist, desto mehr „fame geniesst man. So ist es nicht erstrebenswert, seinen „tag an einem Ort anzubringen, wo man nicht erwischt werden kann, wie z.B. im eigenen Keller. Schafft man es aber, seinen „tag an ein PolizeiAuto, das vor dem Polizeiposten parkt, aufzusprayen, hat man sicher den grössten „fame. Besonderes und Spezielles In Köln begann der „Bananen-Sprayer seine Arbeit. An jedes Museum, das er als aussergewöhnlich gut befand, sprühte er eine Banane. Mittlerweile ist die Banane wie eine Art Gütesiegel für Museen. Welches eine „Banane bekommt gilt als ausgesprochen gut. Bananen sind seit dem heiss begehrt. Mitte der 70er Jahre wurde die so genannte Wolke erfunden. Sie diente als Hintergrund für die Schrift. Manche Zeichen wurden von ihr verdeckt. Bald entdeckte man die Tiefenwirkung von dreidimensionalen Buchstaben, welche dem Graffiti eine weitere Dimension verleihen. Ist die Schrift besonders rund und kugelig, spricht man vom „bubble-style. Die Buchstaben erinnern an geformte Seifenblasen. Von der Schrift zur Kunst Die Sprayer begannen damit, ihre Namen als einfache Schriftzüge schlicht an Wände zu schreiben. Mit der Zeit gab es aber so viele Sprayer, dass man sich, um aufzufallen, etwas Besonderes einfallen lassen musste. Die „tags wurden immer kunstvoller und ausgefallener. Das „piece entwickelte sich. Es ergaben sich richtige AusbildungsOrdnungen von „kingwriters (den Stars) bis zu den „toys (Lehrlingen). Legale Graffitis sind eigentlich keine richtigen Graffitis mehr, denn die Verbreitung des Namens steht nicht mehr im Vordergrund. 3 4 Vocabulary of Graffiti Fachbegriffe black-books . bubble-styles: character: in den Schriftzug eingearbeitete figürliche Details und Bilder fill-in: . highlights: kingwriters: . outlines: . piece: sprayer: . sprayen: . style: Kennzeichen des Sprayers, persönliche Art und Weise seine Buchstaben und Charakters ganz individuell zu kreieren tag: top-to-bottom: toys: Wolke: 5 Serife Outline Balken Fill in Design Block Background Übung 1 Ergänze die fehlenden Buchstaben passend. Wenn du noch Zeit hast, dann gestalte die Zeichnungen noch aus. Übung 2 Ergänze bei den folgenden Alphabeten je mind. 3 Buchstaben passend. 6 Öffnung 7 8 9 10 Übung 3 1. Schreibe deinen Namen im „Bubble-Style auf dein Blatt! 2. Schreibe deinen Namen dreidimensional auf dein Blatt! 3. Schreibe deinen Namen mit Zacken, Rissen, zerbröckelnd oder/und mit Pfeilen auf dein Blatt! BubbleStyle dreidimensional „individuell 11 Arbeitsauftrag: Wir gestalten unser eigenes Graffiti 1) Überlege dir ein Wort, das du als Graffiti schreiben möchtest! 2) Bei der Herstellung solltest du auf folgende Dinge achten, um dein piece besonders ansprechend erscheinen zu lassen: • Wähle eine Schriftart (bubble, spitz, eckig, lang, breit, dreidimensional.) mit nicht zu schwierigen Formen. • Arbeite mit einer Wolke (der Hintergrund ist also einfarbig). • Setze highlights. • Benutze mehrere Farben. • Setze eine outline (schwarzer Filzstift). • Die Buchstaben sollen sich überschneiden. Dadurch sind manche Buchstaben mehr im Vorder, andere im Hintergrund. • Überlege dir verschiedene characters oder Verzierungen (Bewegungslinien, Staubwolken, bröckelnde Buchstaben, Sprechblasen, Figuren, Gesichter, Risse, Sterne, Spraydosen, Pfeile.). • Möglich ist auch eine gemauerte Wand als Hintergrund, auf die eine Wolke mit einem piece gemalt wird 3) Zeichne einen Entwurf mit Bleistift auf ein DIN A4 Blatt. Schraffiere die entsprechenden Stellen mit deiner gewählten Farbe. 4) Der gelungene Entwurf wird nun auf DIN A3 mit Bleistift vorgezeichnet und mit Wasserfarben deckend ausgemalt! 5) Arbeite mit einer blattausfüllenden Schrift, also nicht zu klein! TIPP: Vielleicht kann die Bedeutung des Wortes ja in die Gestaltung mit einfließen, also rot, orange, gelb, zackig für „Feuer, oder kalte, helle Farben und Spitzen für „Winter. 12