Arbeitsblatt: Das Orthogrammatikprojekt

Material-Details

Repetition von grammatikalischem Wissen der Sekundarstufe und Sprachreflexion mit Beispielen von Zé do Rock
Deutsch
Grammatik
9. Schuljahr
83 Seiten

Statistik

126125
842
32
05.01.2014

Autor/in

Mirjam Schlaepfer
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Pädagogische Hochschule Thurgau Sekundarstufe II – Fachdidaktik Deutsch – Reto Stocker und Antje Brackemann – HS 2013 Konzept für ein mehrstündiges Unterrichtsvorhaben im Fach Deutsch „Das OrthoGrammatikProjekt Repetition und Reflexion Mirjam Schlaepfer Hauptstrasse 24 8268 Mannenbach Mannenbach, den 28.01.2013 1 Inhalt I. Einleitung und Konzept . 2 II. Bedingungsanalyse . 6 i. Adressaten 6 ii. Lehrperson . 7 iii. Rahmenbedingungen 8 III. Sachanalyse . 8 IV. Didaktische Überlegungen bzw. Lernziele . 12 iv. Lernziele der Unterrichtseinheit. 13 V. Methodische Überlegungen . 14 VI. Unterrichtsplanung . 19 v. Lektionsübersicht . 19 vi. Planungsskizze der Unterrichtseinheit 20 VII. Literaturverzeichnis 30 Anhang . 31 I. Einleitung und Konzept Der Titel meiner Unterrichtseinheit ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Wörtern ‚Orthographie‘ und ,Grammatik‘, welches das Konzept meiner Arbeit widerspiegeln soll. Es besteht aus zwei Teilen: einer Grammatikwerkstatt, in der Schülerinnen und Schüler selbstständig arbeiten, und einem Sprachreflexionsteil. Das Hauptziel des Unterrichtsvorhabens besteht darin, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit Grammatik und Orthographie der deutschen Sprache kritisch auseinandersetzen und diese aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Als Nebenprodukt sollte dabei das Beherrschen dieser beiden Aspekte entstehen. 2 Die Unterrichtseinheit zum Thema „OrthoGrammatik: Repetition und Reflexion berücksichtigt das selbstorganisierte Lernen, da die SuS in vielen Lektionen nur kurze Inputs von der Lehrperson bekommen. Ansonsten bearbeiten sie die Aufgaben selbstständig in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten und präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum, so dass sie ihre Lösungen vergleichen können. Die Grammatik-Werkstatt spielt bewusst mit dem Kontrast einer systematischen Wissensvermittlung von grammatikalischem Wissen und dem eines situativen Ansatzes. Hinter diesem Vorgehen stecken mehrere Fragen, die die Autorin nach dem Einsatz dieser Arbeit geklärt haben möchte. Einerseits ist es die Frage danach, was den SuS mehr entspricht: Sind es die eher mechanischen, nach einem bestimmten Muster ablaufenden Grammatikübungen, die vor allem im ersten Teil gepflegt werden, oder ist es der Eigenaktivität fordernde zweite Teil? Sind es die Gruppenarbeiten, die sie ansprechen oder die Arbeit im Plenum? Haben die SuS das Gefühl im ersten Teil mehr über Grammatik gelernt zu haben oder im zweiten Teil? Diesen Fragen wird im Lernjournal der SuS und im Evaluationsbogen am Ende der Unterrichtseinheit auf den Grund gegangen. Im Bereich der Lernzielanalyse wurde die Unterrichtseinheit auf die Bloomsche Taxonomie1 abgestützt. Bei der Planung und Bearbeitung der vorliegenden Unterrichtseinheit wurde versucht, das gesamte taxonomische Feld zu berücksichtigen. Folgende Wissensgebiete werden dadurch abgedeckt: Sachwissen, Konzeptwissen In der ersten Lektion der vorliegenden Unterrichtseinheit zum Thema „OrthoGrammatikProjekt: Repetition und Reflexion wird an das Vorwissen der SuS angeknüpft, indem sie über ihre Erfahrungen mit Grammatik und Rechtschreibung der deutschen Sprache diskutieren, sowie ihre Assoziationen in einem Mindmap festhalten. So wird ein emotionaler Bezug zum Unterrichtsthema geschaffen, die Lehrperson erfährt etwas über die Haltung der einzelnen SuS zum Unterrichtsthema und die SuS reflektieren ihre bisher gewonnenen Kenntnisse. Die Lehrperson kann dieses Wissen während der Projektarbeit einsetzten und flexibler reagieren. Beschreibt eine Mehrheit der SuS beispielsweise ihre Erfahrungen als sehr negativ und von systematischen Übungseinheiten geprägt, kann die Lehrperson den eher systematisch geprägten ersten Teil zugunsten des zweiten Teils kürzen. Durch die selbstständige Recherche im Internet für das Projekt im zweiten Teil der Unterrichtseinheit sowie durch die repetierenden Übungen vertiefen die SuS ihr Sachwissen 1 Anderson, Lorin W. and Krathwohl, David R. eds. Taxonomy for Learning, Teaching and Assessing. Review of Blooms Taxonomy of Educational Objectives. Ohio 2001, S. 213. 3 zur Grammatik und Orthographie der deutschen Sprache. Ihre gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten helfen den Lernenden, ihr eigenes Konzeptwissen zu entwickeln. Prozesswissen, Sprachwissen Das Sprachwissen der SuS wird gefördert, indem sie sich mündlich und schriftlich sprachlich korrekt ausdrücken. Sie entwickeln sprachanalytische Instrumentarien, indem sie die Übungen im Rahmen der Werkstatt selbstständig lösen. Im zweiten Teil der Unterrichtseinheit erstellen die SuS ein kreatives Produkt (ein Plakat sowie einen eigenen Text mit einer neuen grammatikalischen Regel), das es ihnen ermöglicht, Sprache als Experimentierfeld zu erleben. Kreativität Unterschiedliche Methoden (Partnerdiktat, Mindmap, Rumpelstilzchen – Grammatikspiel, Lernquiz usw.) dienen dazu, die Kreativität der SuS zu fördern. Ausserdem erstellen sie verschiedene Produkte (z.B. kurze Aufsätze bzw. Statements, Posters und eigene Texte mit den grammatischen Regeln), die sie kreativ gestalten können. Unterschiedliche Methoden sollen darüber hinaus der Individualität der SuS gerecht werden. Die Gruppen- und Plenumsaufträge der Unterrichtseinheit eignen sich für SuS, die gerne diskutieren; die schriftlichen Beiträge (eigene kreative Statements zu der deutschen Grammatik, Texte) orientieren sich an den Lernenden, die sich gerne schriftlich ausdrücken, und Recherchen im Internet sowie die Unterstützung des Unterrichts durch unterschiedliche Computerprogramme (Word, Power Point) sprechen SuS an, die sich von elektronischen Medien angesprochen fühlen. Selbstständigkeit Sozialkompetenz Die Selbstständigkeit und Sozialkompetenz der SuS wird durch unterschiedliche Phasen der Einzel- oder Gruppenarbeit gefördert. Die Arbeitsgruppen werden so zusammengesetzt, dass schwächere und stärkere SuS in einer Gruppe zusammen arbeiten müssen. Erhofft wird dadurch, dass die Sozialkompetenz der SuS gefördert wird. Evaluation Feedback 4 Nach jeder Doppellektion reflektieren die SuS ihren persönlichen Lernerfolg sowie ihr Arbeitsverhalten anhand eines Lernjournals. In der 8. Lektion geschieht die Zwischenreflexion der Grammatikwerkstatt: Die Lernenden geben der Lehrkraft ihr Lernjournal ab. Während einer mündlichen Diskussion tauschen sie ihre Eindrücke zu der Grammatikwerkstatt aus und reflektieren darüber, wie sie selbst den Grammatikunterricht gestalten würden. Als Hausaufgabe schreiben sie zudem einen kurzen Aufsatz zum Thema „Über Sinn und Zweck der deutschen Grammatik. Dies ermöglicht der Lehrperson einen ersten Einblick über die Motivation, Präferenzen und Arbeitsweisen der SuS. Am Ende der Unterrichtseinheit präsentieren die Arbeitsgruppen sowie die einzelnen SuS ihre Projektergebnisse vor der ganzen Klasse, um ihre Lösungen untereinander vergleichen zu können. Die Evaluation der gesamten Unterrichtseinheit geschieht am Ende der Unterrichtseinheit, in der achtzehnten Lektion. Von der Lehrperson wird ein Evaluationsbogen über die Unterrichtseinheit an die SuS verteilt, den sie in der gleichen Stunde ausfüllen und abgeben. Bei der Planung dieser Unterrichtseinheit wurden folgende Punkte zum Aufbau eines Lernplanunterrichts aus dem Aufsatz von Norbert Landwehr2 berücksichtigt: In dem Stundenplan wurden 18 Stunden für die Lernplanarbeit vorgesehen. Ein Stoffplan wurde für einen größeren Zeitraum erstellt. Der didaktische Schwerpunkt lag darin, die Lernmaterialien und die Lernaufgaben für eine selbständige Bearbeitung der Lernenden zusammenzustellen. Zu Beginn der Unterrichtseinheit bekommen die SuS die Übersicht mit vorgesehenen Lernplanstunden und Unterrichtsthemen. Die SuS arbeiten während der vorgesehenen Unterrichtslektionen hauptsächlich selbstständig. Die Lehrperson berät und betreut die SuS während der Aufgabenbearbeitung. Durch den Evaluationsbogen sowie das Lernjournal und Reflexionen werden Lernerfolg und Leistungsstand der SuS kontrolliert und beurteilt. Am Ende der Unterrichtseinheit werden Erfahrungen und Ergebnisse in der Klasse besprochen, zusammengefasst und kritisch reflektiert. 2 Landwehr, Norbert. Schritte zum selbstständigen Lernen: Eine praxisorientierte Einführung in den Lernplanunterricht. Sauerländer 1998. S. 16. 5 Das vorliegende Konzept des Unterrichtsvorhabens zum Thema „OrthoGrammatik: Repetition und Reflexion wurde für die Klasse 3d Untergymnasium ausgearbeitet, welche einer 1. Klasse Kurzgymnasium entspricht. Die Klasse 3d der Kantonsschule Rychenberg in Winterthur unterrichtete ich während einer Stellvertretung im Herbstsemester 2012 2013. Sie dient mir hier als Gruppe, auf die ich die imaginäre Durchführung meiner Unterrichtseinheit projiziere. Die Unterrichtseinheit beinhaltet 18 Lektionen, die auf ca. 4 Wochen verteilt werden können. Ich entschied mich für dieses Thema, weil ich selbst den Grammatikunterricht als Sekundarschülerin genossen habe, aus dem Grund, weil ich darin gut war und mir die (aus heutiger Sicht eher stupiden) Übungen dazu meistens gefallen haben. Da eine rein systematische Aneignung grammatikalischen Wissens überholt ist, wollte ich eine Werkstatt, die beide Ansätze aufnimmt und dabei den SuS einen kreativen, schöpferischen Akt, ja gar Rebellion gegen den Grammatikunterricht ermöglicht. II. i. Bedingungsanalyse Adressaten Die Klasse 3d der Kantonsschule Rychenberg in Winterthur besteht aus 25 SuS, davon 12 Schüler und 13 Schülerinnen. Die Klasse hat ein musisches Maturitätsprofil und ist im Deutschunterricht meistens motiviert. Die Lernenden sind offen gegenüber verschiedenen neuen, kreativen Arbeitsmethoden. Die Klasse 3d wird als lebhafte Gruppe bezeichnet, zeigt sich jedoch grösstenteils kooperativ. Im Laufe meiner Stellvertretung unterrichtete ich die Klasse 3d vier Wochen lang, sodass das Lehrer-Schüler-Verhältnis als gefestigt, stabil und durch gegenseitiges Vertrauen geprägt gelten kann. Der Unterricht in dieser Klasse zeichnet sich grundlegend durch eine gute Lernatmosphäre aus. Beobachtet wurde allerdings, dass sich in der Plenumsform oftmals nur wenige und dann meistens dieselben Personen melden. Bei selbständigen Übungsaufträgen sind die Lernenden wesentlich motivierter und arbeiten konzentrierter. Es hat sich gezeigt, dass die SuS durchaus kreativ sind und verschiedene Produkte (bzw. Posters, Collagen, Power Point Präsentationen etc.) zum Unterrichtsthema gestalten können. Die Zusammenarbeit der SuS ist meistens gewinnbringend. So können in Partner- und Gruppenarbeit besonders gute Ergebnisse erzielt werden, da die Schwächen Einzelner in der Gruppe kompensiert werden. Dementsprechend ist darauf zu achten, mit Hilfe – auch arbeitsteiliger – Gruppenarbeitsphasen die schwächeren SuS in das Unterrichtsgeschehen 6 einzubinden und diese in Gruppen mit stärkeren Lernenden zu bringen. Die SuS sind methodisch geschult: Sie sind darin geübt, unterschiedliche Methoden anzuwenden, selbstständig Informationen zu erarbeiten sowie zu recherchieren. Die SuS können Vorträge bzw. Präsentationen ihrer erarbeiteten Ergebnisse anschaulich gestalten und halten. Auch mit fall- und problemorientierten Arbeitsweisen sind die SuS vertraut. Diese anschauliche Herangehensweise erzielt, wie sich in der Vergangenheit zeigte, häufig eine besonders breite Beteiligung. Das Leistungsniveau der Klasse ist heterogen. Nathanael, Chatrina, Muriel, Anna und Lena sind eindeutig die Leistungsträger der Klasse. Sie sind überdurchschnittlich fleissig und engagiert, ihre mündlichen und schriftlichen Beiträge überzeugen sowohl durch ihre Qualität als auch durch ihre Beständigkeit. Erik ist vor allem im Bereich der mündlichen Mitarbeit stark und äussert offen seine Meinung. Aber auch Marc, Nora, Nadine, Mara, Raphaela, Robert, Christian und Lara sind zwar motiviert, melden sich aber mündlich weniger stark, bringen dann aber durch ihre Wortmeldungen meist neue Impulse und Perspektiven in Unterrichtsgespräche ein. Valérie, Dominik, Marius, Dennis, Ben, Lukas, Réka und Philipp dagegen verhalten sich überwiegend zurückhaltend oder versuchen den Unterricht auch hin und wieder zu sabotieren. Sie beteiligen sich selten an Diskussionen. Mein Ziel besteht darin, diese Schüler in den Unterricht mit einzubeziehen und zur aktiven Arbeit zu motivieren. Dazu werden diese SuS in einem Lerntandem arbeiten, wobei ich ihnen ihren Partner bzw. ihre Partnerin zuweise. Auch die Gruppenzusammensetzung wird aus den oben genannten Gründen deshalb von mir bestimmt. Mit den Gruppenarbeiten versuche ich diese SuS in den Unterricht einzubinden. Ich erhoffe mir vor allem aus den kreativen Aufgaben im zweiten Teil eine erhöhte Motivation der leistungsschwächeren SuS. Sie können dort die für sich relevanten Inhalte auswählen und einbringen. Die Motivation ist ein zentraler Faktor des erfolgreichen Lernens.3 ii. Die Lehrperson Lehrperson ist für unterschiedliche Unterrichtsmethoden sowie Sozialformen aufgeschlossen und kann sich durch ein ausgeprägtes Rollenbewusstsein als Lehrende(r) problemlos in die Rolle eines Moderators und/oder Lernberaters begeben. Für das vorliegende Unterrichtskonzept wird von einer Lehrperson ausgegangen, die den Grammatikunterricht als eine Kombination von Aneignung des Sprachwissens, Übungsphasen und Reflexion anerkennt. Das Thema „OrthoGrammatik: Repetition und Reflexion setzt seinen Akzent vor allem auf die Sprachreflexion. Gerade der, für manche SuS vielleicht langweilige, erste Teil, kann die spätere Sprachreflexion in besonderem Masse anregen. Erhofft wird, dass sich dadurch 3 Glinz, Hans und Elly; Ramseier, Markus: Sprachunterricht. Theorie und Praxis. Zürich 1997, S. 143. 7 vielleicht gerade die schwächeren SuS angesprochen fühlen und kreative Ideen für den zweiten Teil beisteuern. Der Ansatz ist dementsprechend sowohl handlungsorientiert als auch systematisch. Obwohl die Beziehung zwischen den Lernenden und der Lehrperson in diesem Falle nicht vorurteilsfrei ist, spielt es eine überaus wichtige Rolle, dass das Verhältnis auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt basiert. Die Grundüberzeugung von motivierbaren, interessierten SuS bildet den Grundstein dieser Unterrichtseinheit. So soll die Lehrperson auf Stimmungen der SuS eingehen können und flexibel darauf reagieren können. Die Lehrkraft für dieses Unterrichtskonzept erkennt die Heterogenität ihrer Lernenden und fördert sie dementsprechend individuell. Die Lehrperson kennt verschiedene Lerntypen (in Anlehnung an die Sinnesorgane, die beim Lernen beteiligt sind, spricht man von auditiven, visuellen, kommunikativen und motorischen Lerntypen). Im Idealfall versteht die Lehrperson für dieses Unterrichtsvorhaben die Bedürfnisse der Lernenden, bietet ihnen Strategien bzw. Möglichkeiten an, damit sie die Unterrichtsziele erreichen und kann auf die Gegebenheiten im Unterricht und die Motivation der SuS flexibel reagieren. iii. Rahmenbedingungen Die Sitzordnung im Klassenzimmer ist hufeisenförmig, deshalb können die Einzeltische so umgestellt werden, dass verschiedene Arbeitsformen (Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit) in der Klasse möglich sind. Neben einer Tafel, einem Hellraumprojektor und einem Flip-Chart gibt es eine multimediale Lernumgebung (PC mit Internetzugriff, Beamer, CD-, DVD-, Videoplayer) im Klassenzimmer. Zur Recherche und zum selbstorganisierten Lernen dient auch die schulinterne sogenannte Mediothek. Ausserdem kann vor der Unterrichtsstunde ein MacBook-Wagen reserviert werden. III. Sachanalyse Grammatik Grammatik ist eine polnische Hip Hop Band. Die wird aber für diese Arbeit ausgeklammert, nicht weil sie schlechte Musik macht – im Gegenteil, sondern weil sie nicht viel mit dem Thema zu tun hat. Grammatik umfasst nach Linke/Nussbaumers Studienbuch Linguistik im klassischen Sinne die Wort- und Satzlehre. Grammatik versteht die Sprache als ein System von minimalen Einheiten, die in der formalen Kombination zu grösseren und komplexeren Einheiten zusammengefügt 8 werden können. Die Regeln der Grammatik beschreiben diese Kombinationen. 4 Vereinfacht kann man sagen, der Gegenstand der Grammatik ist die Lehre der Wörter und Sätze. Die Wörter werden in Klassen eingeteilt, die nach bestimmten grammatikalischen Kategorien systematisiert werden. Dabei werden immer die formalen Ausprägungen (flektierbar, nichtflektierbar) und die syntaktische Verwendungsmöglichkeit abgehandelt.5 In der Lehre vom Satz wird untersucht, wie aus den Wörtern zusammengehörige Wortgruppen, einfache und komplexe Sätze gebildet werden können. Die Lehre des Satzes befasst sich ausserdem mit verschiedenen Satzarten und Satzbauplänen (Subjekt, Objekt, Prädikat). Eine Vielzahl von unterschiedlichen Grammatiktheorien, die bei Linke/Nussbaumer nachgeschlagen werden können, sollen an dieser Stelle nicht erwähnt werden.6 Hier werden zunächst Theorien vorgestellt, welche die vorliegende Arbeit im weitesten Sinne betreffen. Diese sind: a) Die ‚Traditionelle Grammatik‘, b) Die Grammatik von Hans Glinz, sowie c) Die Kategorialgrammatik. a) Die Traditionelle Grammatik Als ‚Traditionelle Grammatik‘ wird eine Grammatik verstanden, die seit längerer Zeit in der abendländischen Kultur verhaftet ist und eindeutig auf eine Resultatsgrammatik hin arbeitet und dabei eine allgemein gültige, nach Regel funktionierende Darstellung anstrebt. 7 Sie ist stark beschreibend und hat den Ansatz in der Praxis zu wirken. 8 Sehr viele Ansätze der Traditionellen Grammatik werden von den nachfolgenden Theorien vertreten. Insbesondere die Schulgrammatik ist von ihr beeinflusst. b) Die Grammatik von Hans Glinz Die Grammatik von Hans Glinz kann der Traditionellen Grammatik zugeordnet werden, nimmt aber eine besondere Position darin ein, da er einen situativen Ansatz vertritt, der die Grammatik in einen handlungsorientierten Rahmen zu stellen bemüht ist. So soll Grammatik in der Schule nicht zum Selbstzweck verwendet und behandelt werden, sondern als „eine Sammlung von Grundbegriffen und Verfahren, die man sich aneignet, indem man sie einmal an geeigneten kurzen Texten erfasst und dann immer wieder anwendet, wo sie hilfreich sind () 9 Hans Glinz hat in den 1950er Jahren die von der Mehrheit der Schulbücher 4 5 6 7 8 9 Linke, Angelika; Nussbaumer, Markus; Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. Tübingen 2004, S. 56. Ebd., S. 53. Ebd., S. 59f. Linke/Nussbaumer, S. 59. Linke/Nussbaumer, S. 59. Glinz, S. 165. 9 übernommene ‚Fünf-Wortarten-Lehre‘ entwickelt, welche die Wörter in flektierbare und nichtflektierbare Einheiten kategorisiert: Abb.1 c) Die Kategorialgrammatik. Die Kategorialgrammatik hat den Anspruch, die Bedeutung der sprachlichen Ausdrücke sichtbar zu machen, insbesondere die Bedeutung von Sätzen. Die Ausdrücke werden dabei schon zu Beginn bereits in ihrem formalen Aufbau so beschrieben, dass man ihnen danach systematisch eine Bedeutung zuordnen kann. 10 Ein für uns wesentlicher Teilbereich der Kategorialgrammatik ist die Einteilung der Wortarten, basierend auf dem Lexikonsprinzip. Demnach gehört jedes Wort einer bestimmten Wortart an, ausgehend von den Hauptwortarten Verb, Adjektiv, Nomen und Partikel. Neben den vier Hauptwortarten gibt es weitere Wortkategorien, die teilweise in Beziehung zu einer Hauptwortart im Satz steht, teilweise aber auch eigenständig im Satz auftritt. 11 In den meisten Schulgrammatikbüchern wird dieser Theorie Raum gegeben, allerdings geschieht die Kategorisierung und Unterkategorisierung der Partikel nicht kohärent. So werden in ‚Grammatik auf einen Blick‘ (Bamberg 1997) zehn verschieden Wortarten unterschieden, während in Horst/Sittas ‚Deutsche Grammatik‘ (1996) nur fünf Hauptwortarten angegeben werden. Das OrthoGrammatik-Projekt richtet sich nach den fünf Hauptwortarten, die von mehreren Schulbüchern vertreten wird, darunter das Standardwerk ‚Welt der Wörter‘, in der die ‚Fünf-Wortarten-Lehre‘ von Hans Glinz berücksichtigt wird.12 10 11 12 Linke/Nussbaumer, S. 61. Glinz, S. 123. Linke/Nussbaumer, S. 82. 10 Für die Praxis relevant scheint mir die Auseinandersetzung mit der Bildung von bestimmten Regelsystemen als dynamischen Prozess. Als Lehrperson sollte man sich zudem bewusst sein, dass Theorien eine Zeitdauer haben, dass also auch die Grammatik in der Schule nicht als absolut gesehen werden soll. Orthographie Seit dem 1. August 2007 ist die neue deutsche Rechtschreibung für alle Schulen verbindlich. Die Rechtschreibreform hat die Diskussion über die korrekte Schreibweise ins Bewusstsein der Gesellschaft gebracht und dabei kontroverse Diskussionen über die Funktionalität und Tradition, aber auch Eigenheiten der deutschen Sprache hervorgerufen. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen dazu. Generell sind dabei zwei Hauptansichten auszumachen. Die eine beruft sich auf die Tradition, die andere auf die Veränderbarkeit von Sprache. Eine sehr radikale Position vertritt Zé Do Rock in seinem Buch: „fom winde ferfeelt. Selbst mit den Tücken der deutschen Rechtschreibregeln als Exilbrasilianer konfrontiert, dekonstruiert er systematisch die deutsche Grammatik und pflanzt an ihre Stelle eine leicht anarchistische Kunstsprache, in der jede/r mehr oder weniger so schrieben kann, wie ihm oder sie der Schnabel gewachsen ist. Ausser Acht wird dabei gelassen, dass ein verbindliches Regelsystem der korrekten Schreibweise unseren Alltag eigentlich einfacher gestalten soll. Könnte jede/r schreiben, wie er/sie will und denkt man an die unterschiedlichen Ausprägungen der Dialekte, kann Zé Do Rocks Ansatz genau das Gegenteil von dem bewirken, für das er so vehement eintritt: Statt einer Vereinfachung des Alltagsgegenstandes Sprache käme es zu einer zunehmenden Unverbindlichkeit, zu Unüberschaubarkeit und Unverständnis im Umgang mit der korrekten Schreibweise. Diese Einschätzung soll in keiner Weise den kunstvollen, reflexiven und kreativen Wert des Buches schmälern. Besonders eine situative Herangehensweise an die Sprachreflexion kann von Zé Do Rock stark profitieren. So verwendet auch Beste ihn dazu, die Regeln zu extrahieren und mit den Standards zu vergleichen.13 Sein Buch hat die Idee zum zweiten Teil dieser Arbeit geliefert und verweist stark auf ihn. Ausschnitte daraus werden sowohl von den SuS in Gruppen- und Einzelarbeit behandelt, als auch im Plenum. Mit dem Video „, indem er selbst auftritt, wird der zweite Teil des „OrthoGrammatik-Projekts eingeleitet. 13 Beste, Gisela: Deutsch Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe und II. Berlin 2007, S. 97. 11 IV. Didaktische Überlegungen bzw. Lernziele Sprache ist die wichtigste Möglichkeit des Menschen sich zu verständigen. Fundierte Kenntnisse der deutschen Sprache sind eine Voraussetzung für eine selbstbestimmte Integration in die Gesellschaft, im Besonderen unabdingbar für ein Hochschulstudium und einen akademischen Beruf. Nicht zufällig nannte Wilhelm von Humboldt als erster die geschriebene und gesprochene Sprache „ein Medium des Denkens und der Weltauffassung14. Die eidgenössische Maturitäts-Anerkennungsverordnung (MAV) formuliert für den Zugang zur Hochschulbildung allgemeine Bildungsziele, eines davon ist: Ziel der Maturitätsschulen ist es, Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf ein lebenslanges Lernen grundlegende Kenntnisse zu vermitteln sowie ihre geistige Offenheit und die Fähigkeit zum selbständigen Urteilen zu fördern.15 Weiter heisst es im Bundesartikel: Maturandinnen und Maturanden sind fähig, sich den Zugang zu neuem Wissen zu erschliessen, ihre Neugier, ihre Vorstellungskraft und ihre Kommunikationsfähigkeit zu entfalten sowie allein und in Gruppen zu arbeiten. Sie sind nicht nur gewohnt, logisch zu denken und zu abstrahieren, sondern haben auch Übung im intuitiven, analogen und vernetzten Denken. Sie haben somit Einsicht in die Methodik wissenschaftlicher Arbeit.16 Diesen Zielen wird im „OrthoGrammatik-Projekt beispielsweise durch Stellungsnahmen zu Sinn und Zweck von Grammatikunterricht sowie in der Reflexion über Rechtschreibregeln und der Auseinandersetzung mit Zé Do Rocks Sprachbetrachtung zu entsprechen versucht. Die Erarbeitung von Basiskompetenzen der Sprachwissenschaft durch eine prozess- und problemorientierte Herangehensweise wird auch bei Gisela Beste betont.17 Sie spricht sich dafür aus, eine Systematisierung von Sprache nicht durch eine zu stark integrative Herangehensweise zu erschweren. Ebenso wichtig sei eine Überprüfung des angereicherten Wissens und die Anwendung desselben. 18 Aufgrund dieser Aussage weist die Arbeit im Ersten Teil eine starke Übungssequenz auf. Auf einem in Übungen gesicherten Basiswissen kann im zweiten Teil so die Reflexion über Sprache aufbauen. Um der Heterogenität und dem individuellen Leistungsstand der einzelnen SuS gerecht zu werden, sieht die Werkstatt zu Beginn einen Test vor. So können die Lernenden, gemäss ihres individuellen Lernstandes, Übungen absolvieren. Ziel ist es, den Wissensstand der SuS untereinander anzugleichen. Auch Beste unterstützt dieses Vorgehen. So schreibt sie: „Diagnostische Tests zeigen den Schülerinnen und Schülern 14 15 16 17 18 Wilhelm von Humboldt: Grundzüge des allgemeinen Sprachtypus. Philo, Berlin 2004. S. 96. www.admin.ch/ch/d/sr/4/413.11.de.pdf (Stand: 20.01.2013) Ebd. Beste, S. 97. Ebd., S. 98. 12 ihren individuellen Lernstand und ermöglichen der Lehrperson eine entsprechende Adaption des Unterrichts.19 Medienkompetenz ist eine weitere Fähigkeit, die von der MAV gefordert werden. 20 Für Lernaufträge der vorliegenden Unterrichtsreihe erhalten die SuS auch die Möglichkeit zu recherchieren und Online-Übungen zu absolvieren. Dadurch wird der Umgang der Lernenden mit neuen Medien, darunter dem Internet, entwickelt. Der interne Lehrplan der Kantonsschule Rychenberg sieht für die 1. Und 2. Klasse folgendes Grobziel vor: Grundlagen der Grammatik (10 Wortarten, Satzglieder, einfacher und zusammengesetzter Satz, Interpunktion, Rechtschreibung); in Zusammenarbeit mit Latein und allenfalls anderen Sprachfächern.21 Im ersten Teil des „OrthoGrammatik-Projekts wird diesem Lernziel durch die Repetitionsund Übungsphase gerecht. Die SuS gewinnen Einsichten in Bau, Leistungen und Grenzen von Sprache, was den Grundfertigkeiten im Fach Deutsch aus dem Lehrplan der Kantonsschule Rychenberg entspricht. Zudem lernen die Lernenden die Sprache als Mittel der Verständigung, der Erkenntnis, als künstlerische und kreative Kraft kennen und reflektieren diese. Weitere Ziele des Gymnasiums Rychenbergs decken sich mit dem OrthoGrammatik-Projekt: Nach entsprechender Anleitung selbständig mit Rechtschreibeduden oder gleichwertigen Hilfsmitteln arbeiten. Durch kleinere Referate lernen, ein Thema selbständig zu bearbeiten, andere Personen sachgerecht und verständlich zu informieren und überzeugend seine eigene Meinung vertreten. In Diskussionen und allgemein im Unterricht andern zuhören, auf andere Meinungen eingehen, mit sachlichen Argumenten reagieren.22 iv. Lernziele der Unterrichtseinheit Bei der Lernzielbestimmung wird zwischen Grob- und Teillernzielen unterschieden. Da die Grobziele dieser Arbeit sich weitgehend mit den Bildungszielen der MAR und denjenigen der Kantonsschule Rychenberg decken, wird an dieser Stelle nur auf die Feinziele eingegangen. 19 20 21 22 Beste, S. 105. www.admin.ch/ch/d/sr/4/413.11.de.pdf (Stand: 20.01.2013) (Stand: 25.01.2013) Ebd. 13 Die Teillernziele werden zu jeder einzelnen Lektion bestimmt. Die detaillierte Übersicht der Teillernziele ist in der Planungsskizze der Unterrichtseinheit zu finden (siehe S. 17). V. Methodische Überlegungen Im Weiteren werden die Methoden einzelner Lektionen der vorliegenden Unterrichtsreihe kritisch reflektiert und begründet. Mind-Map Der Input der Unterrichtseinheit geschieht, indem die SuS ihre früheren Erfahrungen mit Grammatikunterricht beschreiben. Um ihre Äusserungen zu visualisieren und festzuhalten, wird an der Wandtafel ein Mindmap erstellt. Durch die Methode Mindmap werden mehrere Assoziationen bzw. Stichworte logisch strukturiert. PowerPoint-Präsentation Die PowerPoint Präsentation unterstützt den informativen Lehrervortrag. In diesem Fall wird sie dazu gebraucht, auf das Thema Rechtschreibung auf spielerische und humorvolle Art zu sensibilisieren, sowie den visuellen Lerntyp anzusprechen. Einstufungstest In der zweiten Lektion wird den SuS ein Grammatik-Test zur Evaluation ihrer persönlichen Stärken und Schwächen angeboten, welcher später ausgewertet wird. Mithilfe dieses Tests können die Lernenden ihre Mängel eruieren, so dass diese dann im Rahmen der GrammatikWerkstatt gezielt geübt werden können. Lernziele kommunizieren Zu Beginn der Unterrichtseinheit stellt die Lehrkraft den Grobplan sowie die Unterrichtsziele vor, um den Unterrichtsverlauf transparent zu gestalten. 14 Internet Zur Abwechslung und Auflockerung können die Lernenden während der Übungsphase auch Online-Übungen im Internet lösen (siehe Links im Lernjournal). Gerade SuS, die mit den Materialien der Werkstatt eher unterfordert sind, haben dadurch ebenfalls die Möglichkeit zur Leistungssteigerung. Auf den angegebenen Seiten finden sich auch kreative Ansätze wie beispielsweise ‚Unwörter‘- und ‚Wörter des Tages‘. Sollten einige SuS tatsächlich unterfordert sein, könnte diesen SuS erweiterte Aufgaben gestellt werden, wie beispielsweise die persönlichen Un-Wörter und Wörter des Tages der Klassengemeinschaft jeweils in den Deutschstunden zu präsentieren. Die Internetseiten bieten weitere Ideen für kreative Arbeitsaufträge. Auch während der Projekt-Arbeit bietet sich das Internet als Rechercheinstrument an. Ziel ist hauptsächlich, dass dabei der Umgang mit Medien, gemäss den Bildungszielen der MAR (siehe Kap.4), gefördert wird. Quiz Die 3. Lektion beginnt mit einem Quiz, in dem die Schülerinnen und Schüler Rechtschreibefehler finden sollen. Das Quiz hat zum Ziel auf spielerische Weise die Wissensabfrage mit der Wissensvermittlung zu verknüpfen. Durch die gegebene Wettbewerbsform soll die Motivation der Lernenden erhöht werden. Werkstattarbeit Die Werkstattarbeit ist eine der Methoden des offenen Unterrichts, die der Förderung des selbstständigen Lernens dienen. Die SuS wählen individuell Übungen aus der GrammatikWerkstatt aus und lösen diese in Einzel- oder Partnerarbeit. Durch die Methode GrammatikWerkstatt wird zudem die persönliche Auseinandersetzung der Lernenden mit dem Lerninhalt gefördert. 23 Den SuS werden unterschiedliche Aufgaben zur Bestimmung der Wortarten, Rechtschreibung, zu den Komma-Regeln und Satzgliedern angeboten. Die Überprüfung geschieht ebenfalls eigenverantwortlich. Es steht ein Lösungsordner zu Verfügung, den die SuS nach Bearbeitung der Aufträge konsultieren können. Die Eigenständigkeit der SuS während dieser Form heisst für die Lehrperson, dass sie immer wieder mal kontrollieren soll, ob die 23 etenz/3.2.1%20handlungstugenden/selbstständiges%20lernenI.PDF (Stand: 20.01.2013) 15 Aufträge auch so erledigt werden. Eher leistungsschwache SuS haben dabei oftmals die Tendenz bei anderen SuS abzuschreiben oder während den Stunden nicht genügend produktiv zu sein. In diesem Falle sollte die Lehrperson unterstützend und motivierend eingreifen. Lernjournal Das Lernjournal soll die Reflexion der Praxiserfahrungen der Lernenden unterstützen und dokumentieren, „es gibt dem Reflexionsprozess eine formale Struktur und erleichtert eine systematische Auseinandersetzung mit den Erfahrungen in Hinsicht auf den Theorie-PraxisBezug.24 In der 8. Lektion erfolgt die Zwischenreflexion: Die SuS tauschen ihre Lernjournale aus und diskutieren über ihre Erfahrungen in der Grammatik-Werkstatt. Dies geschieht als Vorbereitung auf den zweiten Teil der Werkstatt. Partnerdiktat Als Input der 5. Lektion schreiben die SuS ein Partnerdiktat. Die beiden Lernenden lesen einen von der Lehrkraft vorgeschlagenen Diktattext durch, welchen sie anschliessend wechselseitig diktieren sollen. Sie suchen im Text Wörter, die ihnen möglicherweise Probleme bereiten könnten, um diese genau in einem Wörterbuch nachzuschauen. Falls während des Diktates Unsicherheiten auftreten, helfen sich die Partner gegenseitig. Mit der Methode „Partnerdiktat wird die Rechtschreibung in einem intensiven Kooperationsprozess trainiert. Rumpelstilzchen Die 7. Lektion beginnt mit dem grammatikalischen Spiel „Rumpelstilzchen. Das Ziel dieser Übung besteht darin, dass die SuS eine Serie von Wörtern systematisch miteinander vergleichen und sich dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Schreibung vor Augen führen. Ein Orthographie-Phänomen wird zunächst von der Lehrkraft ausgewählt und verschlüsselt nach dem Motto „ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich Rumpelstilzchen heiss. Die Lehrperson sagt Sätze, anhand deren die SuS ein Orthographiephänomen erraten sollen. Ein Beispiel für das Phänomen Doppelvokal: Rumpelstilzchen mag Boote, aber keine Schiffe. Rumpelstilzchen mag seine Seele, aber nicht seine Füsse. 24 (Stand: 20.01.2013) 16 Die Lernenden werden aufgefordert ebenfalls Sätze mit diesem Phänomen zu bilden. Errät jemand das Prinzip des Spiels, kann er sich neben die Lehrperson stellen und ebenfalls Vorschläge mitbeurteilen. Sind fünf Rumpelstilzchen zusammen, kann das Phänomen aufgelöst werden. Wenn das Spiel bei den SuS ankommt, wird unter den fünf Rumpelstilzchen ein weiterer Spielleiter ausgelost, der ein orthographisches Phänomen behandelt. 25 Mit dieser Übung werden die Kreativität und die sozialen Kompetenzen der SuS gefördert. Bei der Gruppenbildung muss man beachten, dass die Gruppen „gut gemischt sind und die schwächeren SuS zusammen mit den stärkeren in die Gruppe kommen. Plakatpräsentation Als Vorbereitung auf den 2. Teil der Unterrichtseinheit Sprachreflexion gestalten die Lernenden zuerst ein Plakat. Das Plakat hilft den SuS ihre Ergebnisse zu visualisieren und auf wenige wichtige Punkte zu reduzieren. Diese Reduktion sollte ihren weiteren Lernprozess unterstützen. Die erste Plakatpräsentation geht von den persönlichen Erfahrungen der SuS aus, während das Plakat des Grammatik-Projekts das Endergebnis einer, über längere Zeit entwickelten Gruppenarbeit ist. Während der ersten Plakat-Präsentation sollte deshalb die Lehrperson auf die formale und inhaltliche Gestaltung gut achten und fundierte Rückmeldungen geben, die den SuS in der zweiten Präsentation hilft. Mögliche Punkte wären beispielsweise die Grösse der Schrift, die Reduktion auf das Nötigste oder eine visuell ansprechende Gestaltung. Statement Ein Statement soll Stellung beziehen zu einem bestimmten Sachverhalt. 26 Deshalb sollte die Fragestellung so formuliert sein, dass eine Stellungnahme möglich ist. Das Statement verlangt sowohl eine Analyse des Ist-Zustandes als auch eine zukunftsorientierte Sichtweise, die Kritik in konstruktive Lösungsvorschläge umformuliert. Die SuS erleben anhand dieser Textform eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema von ‚Sinn und Zweck von GrammatikUnterricht.‘ Absichtlich ist hier eine Textform gewählt, die Meinungen zwar zuspitzt, dabei aber eine sachlich fundierte Argumentation verlangt. Provokante Thesen können im zweiten Teil aufgenommen werden, ausserdem kann die Lehrperson bereits ihre eigene Unterrichtsreflexion auf der Basis dieser Statements betreiben. 25 26 Vgl. ‚Fundgrube‘ Methoden II für Deutsch und Fremdsprachen von Gerd Brenner. S. 245. suz.digitaleschulebayern.de/deutsch/textsorten/statement.pdf (Stand: 25.01.2013) 17 Video-Ausschnitt Das Video mit Zé Do Rock schafft auf der visuellen Ebene zunächst einen Bezug zu den Textausschnitten aus ‚fom winde ferfeelt‘ des Autors. Auf inhaltlicher Ebene dient es als Input für die später eingeleitete Sprachreflexion. Die Länge des Videos (15‘) steht dabei in einem massvollen Rahmen, die SuS werden von den Inhalten und Bildern nicht ‚erschlagen‘, sondern erhalten einen Denkanstoss. Projektarbeit Die Projektarbeit verlangt von den SuS, dass sie sich über einen längeren Zeitraum mit einem Thema auseinandersetzten. In der Gruppe lernen sie zudem wichtige Organisations- und Sozialkompetenzen. Ihr Ergebnis ist ein Gemeinschaftswerk und muss in einer bestimmten Frist fertig gestellt werden. Das bedeutet, dass sie sich organisieren, die Arbeit aufteilen und miteinander kooperieren müssen. Zur Vorstellung der Ergebnisse dient die Plakatpräsentation (siehe Plakatpräsentation). Diskussion Für den Lernprozess der SuS ist die Diskussion ein sehr wichtiges Instrument. Einerseits lernen sie dabei wichtige Grundregeln der Kommunikation, wie beispielsweise das Zuhören, verständliche Sprechen und korrekte Argumentieren. Anderseits führt die Diskussion zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema. Dadurch, dass sie mit verschiedenen Sichtweisen konfrontiert werden, können sie ihre Meinungsbildung revidieren, festigen oder neu bilden. Schlussevaluation Die Schlussevaluation dient einerseits den Lernenden nochmals dazu ihren individuellen Lernprozess zu reflektieren. Vor allem aber ist sie für die Lehrperson ein Mittel ihren Unterricht zu optimieren. Kritik sollte dabei nicht in erster Linie als persönlichen Angriff sondern als Chance für die Verbesserung der Unterrichtsqualität gesehen werden. 18 VI. v. Unterrichtsplanung Lektionsübersicht Lektion Unterrichtsthema Teil 1: Grammatik Repetition Einführung ins Thema 1/2 Vorstellen des Konzepts Grammatik-Test und Auswertung 3/4 Übungsstunden im Rahmen der Grammatikwerkstatt 5/6 Übungsstunden im Rahmen der Grammatikwerkstatt 7/8 Übungsstunde im Rahmen der Grammatikwerkstatt Zwischenreflexion Teil 2: Sprachreflexion Einführung ins Thema Sprachreflexion 9/10 Vorstellen des selbständigen Unterrichtsprojekts/Organisation der Gruppen 11/12 Reflexion über Dehnungen und Schärfungen Gruppenarbeit am Projekt 13/14 Reflexion über die Verwendung der Zeiten 15/16 Reflexion über die Verwendung der Kommas Gruppenarbeit am Projekt 17/18 Präsentation der Projektarbeiten der SuS Schlussevaluation 19 vi. Planungsskizze der Unterrichtseinheit Abkürzungen: ABArbeitsblatt, EAEinzelarbeit, HAHausaufgabe, LPLehrperson, LSGLehrer-Schüler-Gespräch, LVLehrervortrag, OHPOverhead-Projektor, EAEinzelarbeit, PAPartnerarbeit, SuSSchülerinnen und Schüler, SSGSchüler-Schüler- Gespräch, SVSchülervortrag, WTWandtafel, PCComputer, PPPowerpoint Präsentation. Lektion Inhalt 1/2 Teil 1 Unterrichtsthema: Einführung in die GrammatikRepetition 1. Lektion: Input Grammatik Die SuS werden aufgefordert ihre Erfahrungen mit Grammatikunterricht zu beschreiben, ihre Äusserungen werden an der WT in einem Mind-Map festgehalten. PP zum Thema Grammatik anhand von witzigen Rechtschreibefehlern. Eigene Beispiele von SuS sammeln. Frage: Gibt es Wörter, die ihr immer wieder falsch schreibt? Wisst ihr, wo eure Stärken bzw. Schwächen liegen? (an WT sammeln) Methoden bzw. Arbeitsformen Plenum, PP, LSG, EA Material Unterrichtsziele WT, PP, Test Die SuS können ihre Assoziationen zum Thema Grammatik formulieren, ihre Stärken und Schwächen in der Rechtschreibung erkennen. 2. Lektion: Grammatik-Test Grammatik-Test zur Evaluation der Grammatikstärken bzw. –schwächen der SuS. Testauswertung, Vergleich mit der Selbsteinschätzung. Ausblick: Vorstellen des Grobplans. Einsicht der SuS in den weiteren Unterrichtsverlauf. 20 3/4 Unterrichtsthema: Übungsstunde 3. Lektion: Quiz Input Quiz: ‚Finde den Fehler‘. Die LP zeigt mit PP einige Textbeispiele mit Rechtschreibefehlern darin. Die SuS müssen die Fehler finden. Wer am schnellsten alle Fehler findet, bekommt einen kleinen Preis (z.B. Sugus). Danach selbständiges Üben im Rahmen der Grammatikwerkstatt. Plenum, EA, PA Methode: Quiz, Werkstattarbeit, Journal Übungsblätter Werkstatt, PP Die SuS können selbstständig an ihren Schwächen im Bereich Rechtschreibung arbeiten, ihren eigenen Lernprozess und persönliche Lernerfolge reflektieren. Partnerdiktat, Werkstattarbeit, Journal Übungsblätter Werkstatt, Text Partnerdiktat Die SuS können die Rechtschreibung in einem intensiven Kooperationsprozess trainieren, selbstständig an ihren Schwächen im Bereich Rechtschreibung arbeiten, ihren eigenen Lernprozess und persönliche Lernerfolge reflektieren. 4. Lektion: Werkstatt Arbeit an der Grammatikwerkstatt Schluss: Die SuS reflektieren ihren persönlichen Lernerfolg sowie ihr Arbeitsverhalt anhand eines Lernjournals. 5/6 Unterrichtsthema: Übungsstunde 5. Lektion: Partnerdiktat Input Partnerdiktat: Die SuS erhalten von der LP einen Diktattext. Die beiden S. lesen zusammen den Text durch, den sie anschliessend wechselseitig diktieren sollen. Sie suchen im Text Wörter, die ihnen möglicherweise Probleme bereiten könnten und schauen diese genau an. Dann diktieren sie sich den Text abwechselnd. Treten während des Diktates Unsicherheiten auf, helfen sich die Partner 21 gegenseitig und erklären sich Schreibungen von Wörtern. Schliesslich kontrolliert jeder seinen eigenen Text anhand der Vorlage und dann noch einmal den Text des Partners (Vgl. ‚Fundgrube‘ Methoden II für Deutsch und Fremdsprachen von Gerd Brenner). Danach selbständiges Üben im Rahmen der Grammatikwerkstatt 6. Lektion: Werkstatt Selbständiges Üben im Rahmen der Grammatikwerkstatt Schluss: Journal HA: In der nächsten Doppellektion findet eine Reflexion über den ersten Teil der Unterrichtseinheit statt. Die SuS sollten deshalb auf die nächste Lektion ihre Journale zur Abgabe an die LP fertig stellen. 7/8 Unterrichtsthema: Abschluss Teil 1 7. Lektion: Input Rumpelstilzchen: Ein OrthographiePhänomen wird zunächst von der LP ausgewählt und verschlüsselt nach dem Motto „ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich Rumpelstilzchen heiss. Die LP sagt Sätze, anhand deren die SuS das Orthographiephänomen erraten sollen. Plenum, Werkstattarbeit, Journal, PA, GA Übungsblätter Werkstatt, PP, Plakate, Filzstifte Die SuS können eine Serie von Wörtern systematisch miteinander vergleichen und sich dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Schreibung vor Augen führen, ihre gewonnenen Erkenntnisse der Werkstattarbeit in Bezug auf das grammatikalische 22 Beispiel für das Phänomen Doppelvokal: Rumpelstilzchen mag Boote, aber keine Schiffe. Rumpelstilzchen mag seine Seele, aber nicht seine Füsse. Die SuS werden aufgefordert ebenfalls Sätze mit diesem Phänomen zu bilden. Die LP sagt nach jedem Satz ‚richtig‘ oder ‚falsch‘. Errät jemand das Prinzip, kann er sich neben die LP stellen und ebenfalls Vorschläge mitbeurteilen. Sind fünf Rumpelstilzchen zusammen, kann das Phänomen aufgelöst werden. Wenn das Spiel bei den SuS ankommt, wird unter den fünf Rumpelstilzchen ein weiterer Spielleiter ausgelost, der ein orthographisches Phänomen behandelt (Vgl. ‚Fundgrube‘ Methoden II für Deutsch und Fremdsprachen von Gerd Brenner). Danach Abschluss des Übungsteils Grammatikwerkstatt. Die Sus konzentrieren sich in dieser Phase nochmals spezifisch auf Schwachstellen ihrer Rechtschreibkompetenz. Regelsystem aktiv anwenden, ihren Lernprozess reflektieren und anderen mitteilen, ihre Reflexionen über ‚Sinn und Zweck des Grammatikunterrichts‘ mit einem Plakat für andere anschaulich präsentieren. 8. Lektion: Zwischenreflexion Die SuS tauschen zunächst ihre Lernjournale aus und lesen die ihres Partners. In einer mündlichen Phase stellen sie Zwischenfragen und tauschen sich aus. Zur Vorbereitung auf den Aufsatz (HA) 23 gestalten die SuS in der GA ein Plakat über Sinn und Zweck des Grammatikunterrichts und präsentieren dieses im Plenum. HA: Die SuS schreiben ein Statement zu Sinn und Zweck des Grammatikunterrichts. Kriterien: Fundierte Argumentation, eine A4Seite lang. 9/10 2. Teil Unterrichtsthema: Einführung ins Thema Sprachreflexion 9. Lektion: HA einsammeln Input: Video „Von wegen in Bezug auf mit Zé Do Rock. Diskussion über den Film. Frage ‚Wozu Grammatik-Unterricht? ‘ Verschiedene Statements zum Grammatikunterricht werden auf ein Plakat geschrieben, die SuS gehen herum und geben mit Klebepunkten Voten für ihre Präferenz ab. Markante Ergebnisse werden diskutiert. Plenum, EA DVD-Player, Beamer, Plakate mit Statements, Klebepunkte Die SuS können sich über einen umstrittenen Bereich des Deutschunterrichts Gedanken machen, verschiedene Einstellungen zur Grammatik diskutieren und allenfalls die eigene Einstellung überprüfen, den Stellenwert der Grammatik innerhalb eines kommunikativ orientierten Deutschunterrichts verstehen. 10. Lektion: Grammatik-Projekt Das Grammatik-Projekt wird vorgestellt: Die Idee ist, dass die SuS sich mit einer bestimmten Rechtschreibregel befassen und diese nach ihrem Willen abändern. (Genauere Angaben siehe AB für die SuS 24 11/12 im Anhang) Die SuS organisieren sich in Gruppen und besprechen das weitere Vorgehen. Unterrichtsthema: Reflexion über Dehnungen und Schärfungen 11. Lektion: Input Zé Do Rock über Dehnungs-h (S.47) austeilen, lesen lassen. Reaktionen der SuS sammeln. Frage: Wie findet ihr das? (LP notiert sich Reaktionen) Hat er seine eigenen Regeln eingehalten? An welcher Stelle ersichtlich? Die SuS reflektieren über den Sinn der Dehnungsregel. Dazu sammeln sie zunächst Wörter, in denen ein Dehnungs-h vorkommt, schreiben sie auf Post-its und heften diese an die WT. Sie überlegen sich zu zweit, welche Regeln dazu gebildet werden können, und formulieren diese für das Plenum. Die Vorschläge der SuS werden mit den herkömmlichen Regeln verglichen. Schlussfrage: Hat sich die Einstellung zu Zé Do Rocks Text gewandelt? EA, Vergleiche, Kontroverse Kopien Zé Do Rock, Post-its Die SuS können die Dehnungsregel anhand eigener Beobachtungen herleiten, über den Sinn von Dehnungsregeln reflektieren, eine neue grammatikalische Regel überprüfen, ihre Abstraktionsfähigkeit trainieren. 12. Lektion: Gruppenarbeit an den Projekten 25 13/14 Unterrichtsthema: Reflexion über die korrekte Verwendung der Zeiten Plenum, EA, PA, Web-Quest Die SuS können einen Text auf die richtige Zeitenverwendung hin untersuchen. Die Zeiten richtig anwenden. 13. Lektion: Text vorlegen mit unkorrekter Zeitenverwendung: Auftrag an SuS: Ihr seid LektorInnen und müsst diesen Text bewerten. Was ist daran falsch? Besprechen Die SuS erhalten ein Übersichtsblatt aus dem Schweizer Sprachbuch über die korrekte Zeitenverwendung in Texten. Sie studieren das und schreiben einen Text von ca. einer halben/ganzen A4 Seite, in dem bewusst Fehler eingebaut sind. 14. Lektion: Gegenlesen Die SuS geben ihrem Partner den Text zu lesen, dieser muss ihn korrigieren und die Fehler finden. (Je nach Arbeitstempo kann dieser Teil ausgeweitet werden indem mehrere Texte gegen gelesen werden.) Web-Quest mit richtiger Zeitenverwendung als abschliessende Repetition. 15/16 Unterrichtsthema: Reflexion über Kommas 15. Lektion: Ähnlich wie in Lektion 11 wird zunächst ein Ausschnitt aus Zé Do Rock zum Thema Komma (S.15) gelesen. Die SuS lesen sich in PA den Ausschnitt Plenum, EA, PA, Pro/Kontra- Diskussion Textausschnitte 1 2 von Zé Do Rock Die SuS können sich Gedanken über die Kommaregeln machen, Vorteile und Nachteile der Kommaregeln verhandeln. 26 aus Zé Do Rock laut vor: Wie beurteilen sie die Kommasetzung Zé Do Rocks? War es störend? Angenehm? Hätten sie die Kommas an einer anderen Stelle gesetzt? (Setze sie mit rot direkt in den Text) Die SuS erhalten einen weiteren Text von Zé Do Rock, der vor der Aufhebung der Kommaregeln in seinem Buch geschrieben wurde (Text 2). Die angewendeten Kommaregeln in Text 2 werden analysiert anhand eines Überblicksblattes zur Kommasetzung. Die SuS analysieren zunächst, welche Kommaregeln angewendet wurden. Text 1 und 2 werden nun verglichen. Dazu lesen die SuS den Text 2 laut vor und diskutieren, welcher Text angenehmer zu lesen ist. Die SuS sammeln pro und kontra Argumente für die Abschaffung der Kommaregeln gemäss Zé Do Rock. Die Diskussion wird ins Plenum gebracht. (LP notiert sich Argumente der SuS) Schlusswort von LP, das Argumente die genannt wurden zusammenfasst, Hinweis auf (Verbindlichkeit/Angemessenheit). 16. Lektion: Grammatik-Projekt Gruppenarbeit an den Projekten 27 HA: Die SuS müssen das Konzept ihres Plakats zwei Tage vor der nächsten Deutschstunde an mich per E-Mail schicken bzw. ins Lehrerfach legen. 17/18 Unterrichtsthema: Präsentation der Projektarbeit und Schlussevaluation 17. Lektion: Die SuS hängen ihre Plakate im Schulzimmer auf. Die Beispieltexte haben sie separat kopiert mitgebracht. Die SuS lesen in einem ersten Schritt nur die Beispieltexte. Vermutungen werden angestellt über die Regelveränderung. In einem zweiten Schritt werden die Plakate aufgehängt und die SuS versuchen die Beispieltexte den Plakaten zu zuordnen. Im Plenum werden die Zuordnungen begründet und von der zuständigen Gruppe kommentiert. Sie erhalten gleichzeitig Gelegenheit ihre Plakate und ihr Konzept vorzustellen. Plenum, EA, GA, Fragebogen, PlakatPräsentation, Feedback, Provokation, Evaluation Plakate, Klebepunkte, MultiplechoiceFragebogen, Kopien der Plakatkonzepte Die SuS können die Qualität ihrer eigenen Arbeit im Verhältnis zu derjenigen ihrer MitschülerInnen stellen und kritisch bewerten, eine über längere Zeit vorbereitete Arbeit ihren MitschülerInnen präsentieren, den Zweck eines verbindlichen Regelwerks innerhalb einer Gemeinschaft erkennen, eine Unterrichtseinheit kritisch hinterfragen. 18. Lektion: Die SuS gehen herum und verteilen Klebepunkte an besonders gute Plakate. Qualitätsbesprechung einzelner Plakate. Die einzelnen Konzepte wurden von der LP im Vorfeld für alle SuS kopiert und werden ihnen abgegeben. 28 Provokation: Schaffen wir die Grammatik ab! an WT schreiben Die SuS sollen Zweck der Grammatik, als für eine Gemeinschaft verbindliches Regelsystem erkennen. Evt. dabei Unterschied von Schriftlichkeit und Mündlichkeit hervorheben. Schlussevaluation: Die SuS geben der LP anhand eines Multiplechoice-Fragebogens Rückmeldung zu der durchgeführten Unterrichtseinheit 29 VII. Literaturverzeichnis Primärliteratur Anderson, Lorin W. and Krathwohl, David R. eds.: Taxonomy for Learning, Teaching and Assessing. Review of Blooms Taxonomy of Educational Objectives. Ohio 2001. Beste, Gisela: Deutsch Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe und II. Berlin 2007. Brenner, Gerd: ‚Fundgrube‘ Methoden II für Deutsch und Fremdsprachen. Glinz, Hans und Elly; Ramseier, Markus: Sprachunterricht. Theorie und Praxis. Zürich 1997. Landwehr, Norbert: Schritte zum selbstständigen Lernen: Eine praxisorientierte Einführung in den Lernplanunterricht. Sauerländer 1998. Linke, Angelika; Nussbaumer, Markus; Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. Tübingen 2004. Wilhelm von Humboldt: Grundzüge des allgemeinen Sprachtypus. Philo, Berlin 2004. Zé Do Rock: fom winde ferfeelt. welt-strolch macht links-schreibreform. München 2004. Nachschlagewerke und Lehrmittel Auf einen Blick: Grammatik. Rötzer, Hans Gerd. Bamberg 1997. Deutsche Grammatik. Gallmann, Peter; Sitta, Horst. Zürich 1996. Grammatik 7 bis 10. Übersicht – Übungen – Lösungen. Fankhauser, Jürg M. Braunschweig 2004. Schweizer Sprachbuch neun. Elly und Hans Glinz. Zürich 1995. Internetquellen (Stand: 25.01.2013) or/formulare/hinweis-LJ (Stand: 20.01.2013) g/3.2%20handlungskompetenz/3.2.1%20handlungstugenden/selbstständiges%20lernenI. PDF (Stand: 20.01.2013) www.mittelschulvorbereitung.ch (Stand: 20.01.2013) (Stand: 25.01.2013) www.admin.ch/ch/d/sr/4/413.11.de.pdf (Stand: 20.01.2013) www.legasthenietherapie-info.de (Stand: 25.01.2013) suz.digitaleschulebayern.de/deutsch/textsorten/statement.pdf (Stand: 25.01.2013) Videomaterial Von wegen in Bezug auf Das Komma, Punkt, Punkt, Punkt! Red. Und Leitung: Michael Zehetmair Zé Do Rock. – [S.I.] BR, 2000. Abbildungsverzeichnis Titelbild: (Stand: 25.01.2013) Abb.1: Linke/Nussbaumer, S. 82. Abb.2: Denkmäler des klassischen Altertums. 1885. Band I., Seite 35.) Abb.3: (Stand: 25.01.2013) 30 Anhang Einstufungstest zum OrthoGrammatik-Projekt Testen Sie Ihr Wissen im Bereich Grammatik/Orthographie anhand des folgenden Tests. Der Test ist in fünf Teilberiech aufgeteilt. Korrigieren Sie diesen nach dem Ausfüllen vorne im Lösungsordner. Markieren Sie die Teilbereiche in denen Sie die meisten Fehler gemacht haben. Wählen Sie im nachfolgenden Übungsteil spezifisch die Übungen aus, in denen Sie noch Schwächen haben. Teil 1: Wortarten bestimmen. Übermalen Sie im folgenden Text alle Wortarten (Nomen, Pronomen, Verb, Adjektiv, Partikel (Konjunktion Präposition) Die Schöpfung Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. Matthias Giger, 2008 Anzahl richtig: Anzahl falsch: 31 Teil 2: Rechtschreibung Korrigieren Sie die Fehler. 1) Die gestreiften Badeanzüge wurden von den Meisten Jüngeren Kunden gekauft. 2) Gut gekleidete Bewerber haben im allgemeinen mehr Erfolg als schlecht Gekleidete. 3) Sie kann genauso gut schreiben wie rechnen. 4) Ich werde Ihnen den Betrag gut schreiben. 5) Der Vortrag war leicht verständlich, da der Referent nicht vorlas, sondern freisprach. 6) Ich weiß nicht, wieviele Menschen an der Veranstaltung Teil nahmen. 7) Das Flugzeug musste auf einer kleinen Insel Not landen. 8) Daraus kann man schlussfolgern, dass der Wissenschaftler im recht ist. 9) Viele Menschen Schlaf wandeln bei Vollmond. 10) Wieviele wissen, wie man Triesterstraße korrekt schreibt? Anzahl richtig: Anzahl falsch: Teil 3: Die Satzglieder Unterstreichen Sie Subjekt rot, Prädikat blau, Objekt grün, Adverbiale braun. Umrahmen Sie die Attribute orange. Grosser Fall von Wasserdiebstahl Der bisher spektakulärste Fall von Wasserdiebstahl ist jetzt auf dem von einer schweren Dürre geplagten Sizilien aufgedeckt worden. In der Nähe der Stadt Agrigent stiess die Polizei auf einen See, der mit Wasser aus einem örtlichen Aquädukt gespeist wurde. Der illegale Anschluss habe den See mit drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde versorgt. Der Besitzer des Sees habe das Wasser an Landwirte verkauft. Der See befinde sich in einer Gegend, in der seit einem Jahr keine nennenswerten Niederschläge gefallen seien. Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Polizei mehr als zweihundert Wasserdiebe gefasst. Die Behörden haben wegen der anhaltenden Dürre dem auf der Mittelmeerinsel weit verbreiteten Wasserdiebstahl den Kampf angesagt. Anzahl richtig: Anzahl falsch: 32 Teil 4: Das Komma Setzen Sie an der richtigen Stelle ein Komma: Eine Schildkröte wollte gerne fliegen. Deshalb bat sie einen Adler er möge ihr Unterricht im Fliegen erteilen. Der Adler versuchte ihr das auszureden, doch je mehr er sie auf das Törichte ihres Wunsches hinwies desto mehr beharrte sie auf diesem. So gab der Adler schließlich nach nahm sie mit in die Luft und ließ sie aus Turmhöhe fallen. Die Schildkröte zerschmetterte auf der Erde und musste so für ihre Torheit und ihren Starrsinn mit dem Leben bezahlen. Das Pferd das mit seinem Äußeren nicht zufrieden war näherte sich Zeus und meinte es werde zwar als eines der schönsten Geschöpfe auf der Erde angesehen doch könne man sicherlich noch einiges an seiner Statur verbessern. Nachdem Zeus das Tier dazu aufgefordert hatte formulierte es seine Wünsche. Es sprach von längeren und dünneren Beinen einem langen Schwanenhals einer breiten Brust die seine Stärke unterstreichen würde und von einem natürlichen Sattel damit er keinen mehr aufgelegt bekommen müsste. Zeus erfüllte dem Pferd umgehend seine Wünsche doch war das Pferd mit dem Ergebnis nicht glücklich denn es war ein Kamel geworden. Anzahl richtig: Anzahl falsch: 33 LÖSUNGEN Teil 1: Wortarten bestimmen Die Schöpfung Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. Matthias Giger, 2008 (verwendet Prototype) Teil 2: Rechtschreibung Korrigieren Sie die Fehler. 1) Die gestreiften Badeanzüge wurden von den meisten jüngeren Kunden gekauft. 2) Gut gekleidete Bewerber haben im Allgemeinen mehr Erfolg als schlecht gekleidete. 3) Sie kann genauso gut schreiben wie rechnen. 4) Ich werde Ihnen den Betrag gutschreiben. 5) Der Vortrag war leicht verständlich, da der Referent nicht vor las, sondern frei sprach. 6) Ich weiß nicht, wie viele Menschen an der Veranstaltung teilnahmen. 7) Das Flugzeug musste auf einer kleinen Insel notlanden. 8) Daraus kann man schlussfolgern, dass der Wissenschaftler im Recht ist. 9) Viele Menschen schlafwandeln bei Vollmond. 10) Wie viele wissen, wie man Triester Straße korrekt schreibt? 34 Teil 3: Satzglieder 35 Teil 4: Das Komma Eine Schildkröte wollte gerne fliegen. Deshalb bat sie einen Adler, er möge ihr Unterricht im Fliegen erteilen. Der Adler versuchte, ihr das auszureden, doch je mehr er sie auf das Törichte ihres Wunsches hinwies, desto mehr beharrte sie auf diesem. So gab der Adler schließlich nach, nahm sie mit in die Luft und ließ sie aus Turmhöhe fallen. Die Schildkröte zerschmetterte auf der Erde und musste so für ihre Torheit und ihren Starrsinn mit dem Leben bezahlen. Das Pferd, das mit seinem Äußeren nicht zufrieden war, näherte sich Zeus und meinte, es werde zwar als eines der schönsten Geschöpfe auf der Erde angesehen, doch könne man sicherlich noch einiges an seiner Statur verbessern. Nachdem Zeus das Tier dazu aufgefordert hatte, formulierte es seine Wünsche. Es sprach von längeren und dünneren Beinen, einem langen Schwanenhals, einer breiten Brust, die seine Stärke unterstreichen würde, und von einem natürlichen Sattel, damit er keinen mehr aufgelegt bekommen müsste. Zeus erfüllte dem Pferd umgehend seine Wünsche, doch war das Pferd mit dem Ergebnis nicht glücklich, denn es war ein Kamel geworden. 36 Lernjournal zum ‚OrthoGrammatik-Projekt‘ Name: Das Lernjournal soll Ihren persönlichen Lernerfolg dokumentieren. Gehen Sie folgendermassen vor: Tragen Sie Ihren Namen und das jeweilige Datum in Ihr Lernjournal ein. Dokumentieren Sie, welche Übungen sie bearbeitet haben und wie viel Zeit Sie dafür gebraucht haben. Schreiben Sie auf Anweisung Ihrer Lehrerin eine kurze Reflexion darüber was sie Neues gelernt haben und wie Sie Ihre Produktivität während der Übungssphase selbst einschätzen. Zur Abwechslung und Auflockerung können Sie folgende Online-Übungsportale nutzen: www.duden.de, www.mittelschulvorbereitung.ch, oder www.korrekturen.de. Notieren Sie sich die Seiten ebenfalls im Lernjournal. Folgende Übungen habe ich behandelt Datum Verwendete Zeit Das habe ich gelernt Reflexion des Arbeitsverhaltens 37 38 DAS STATEMENT Das Statement ist im Allgemeinen ein mündlicher Appell, in dem man Stellung bezieht. Einleitung Kennt man nicht alle Anwesenden, stellt man sich (mit Vor- und Zunamen) vor und nennt das Thema. Trailer Man erzählt eine Anekdote, schildert etwas Erlebtes oder nimmt Bezug auf einen Zeitungsartikel. Dadurch wird das Interesse der Zuhörer geweckt und auf das Thema aufmerksam gemacht. Hier und heute Es wird geschildert, wie die Situation heute ist, d.h. eine Ist- Analyse vorgenommen. Es muss sich etwas ändern Es wird erklärt, wie die Situation sein sollte, d.h. der Soll- Zustand definiert. Maßnahmen Man führt aus, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen/sollten, um den Soll-Zustand zu erreichen. Natürlich werden auch die Begründungen für die jeweiligen Maßnahmen angeführt. Appell Den Zuhörern wird zum Schluss gesagt, was sie tun können und sollen, um zu helfen, den Soll-Zustand zu erreichen. Natürlich will man in einem Statement die anderen von seinem Standpunkt überzeugen. Deshalb sollte man von der vertretenen Meinung selbst überzeugt sein und wissen, welche Argumente bei den Zuhörern am ehesten auf Verständnis stoßen. suz.digitaleschulebayern.de/deutsch/textsorten/statement.pdf (Stand: 25.01.2013) 39 Übungsblätter OrthoGrammatik-Werkstatt Teil 1 Wortarten Übung 1 Bestimmen Sie alle Wortarten 40 Teil 1 Wortarten Übung 2 Aufgabe Wortarten: Bitte bestimmen Sie Wortarten in diesem Text Nomen Verb Adjektiv Pronomen Partikel (Konjunktion Präposition Adverb) Gisela Elsner Der Dumme Sie standen beieinander und sie wussten alle das Gleiche und sie glaubten, dass es viel sei, was sie wussten. Einen gab es unter ihnen, der wusste nicht das Gleiche wie sie und sie nannten ihn dumm. Es war Triboll. Der wurde bescheiden, als er hörte, dass er dumm sei, und verkroch sich, damit ihn niemand mehr sah. Aber die anderen hatten kein Mitleid mit ihm und krochen ihm nach und sahen ihn an und redeten über das, was er nicht verstehen konnte. Sie sahen, wie sehr Triboll litt, und waren befriedigt, dass sie es waren, die ihn leiden machten. Da änderte sich die Welt und plötzlich war Triboll klug und die anderen waren dumm, weitaus dümmer als er, und Triboll wollte sich rächen für das, was ihm die anderen vorher angetan hatten. Er redete so zu ihnen, dass sie ihn nicht verstanden, weil sie nicht wussten, was er wusste. Aber sie bewunderten ihn und niemand schämte sich dafür, dass er nicht wusste, was Triboll wusste, und Triboll hatte Mitleid mit ihnen und konnte sie nicht quälen. Er wusste, dass er immer anders gewesen und allein war, und er erwartete mit Angst die Zeit, die, das wusste er genau, einmal wiederkehren würde, die Zeit, in der sich die Welt wieder änder