Arbeitsblatt: code noir

Material-Details

Sklavenhandel Gesetzt in Frankreich
Geschichte
Altertum
7. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

126219
900
3
11.01.2014

Autor/in

Johann Hels
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

H 21.4.2 «Code noir» 1 Der «Code Noir» Das als «Schwarze Code» bezeichnete Gesetz erliess der Sonnenkönig Ludwig XIV. im Jahr 1685. Es wurde erst nach gut hundert Jahren in der Französische Revolution im Jahr 1794 aufgehoben, aber bereits zehn Jahre später durch Napoleon I. wieder in Kraft gesetzt und galt bis Abschaffung der Sklaverei auch in Frankreich und seinen Kolonien im Jahr 1848. Dieses lange Gesetz enthielt unter anderem folgende Artikel: Artikel 2: Alle Sklaven, welche auf unseren Inseln eintreffen werden, werden katholisch getauft und in dieser Religion unterrichtet. Die Bewohner, welche neuangekommene Neger kaufen, müssen innerhalb von spätestens 8 Tagen die Gouverneure und die Verwalter dieser Inseln benachrichtigen. Auch müssen sie die Sklaven eintragen und taufen lassen. Wird dies nicht getan, werden sie bestraft. Artikel 16: Auch verbieten wir den Sklaven, die verschiedenen Herren gehören, sich zu versammeln; sei es am Tag oder nachts, unter dem Vorwand einer Hochzeit oder etwas anderes. Weder bei ihren Herren oder anderswo, wie auf grossen Wegen oder abgelegenen Orten dürfen sie sich versammeln. Verstossen sie gegen diese Regeln, so werden sie körperlich bestraft, beispielsweise durch die Peitsche, dem Brandeisen und falls sie rückfällig werden oder Schlimmeres verbrechen, dann können sie durch den Tod bestraft werden. Die Bestrafung ist den Richtern überlassen. Unsere Untertanen halten wir an, die frei herumlaufenden Sklaven anzuhalten und sie ins Gefängnis zu führen. Artikel 23: Der Sklave, welcher seinen Meister oder die Frau seines Meisters schlägt (wenn dabei eine Prellung oder Blut austritt) oder den Ehemann seiner Meisterin oder ihre Kinder, wird mit dem Tode bestraft. Artikel 28: Der flüchtige Sklave, welcher während eines Monats auf der Flucht ist, von dem Tag, an welchem er von seinem Meister bei der Justiz gemeldet wurde, dem werden die Ohren abgeschnitten und wird mit einem Lilienwappen auf der Schulter gebrandmarkt. Falls er rückfällig wird und wieder flieht, wird man ihm die Kniekehle durchschneiden, und er wird auf der anderen Schulter gebrandmarkt, beim dritten Fluchtversuch wird er mit dem Tod bestraft. 21.4.2 «Code noir» 2 Anleitung für die Gruppenarbeit: 1. Lies die Quelle. 2. Besprecht allfällige Unklarheiten in der Gruppe. 3. Beantwortet die Fragen schriftlich in euer Geschichtsheft. Fragen zu den Quellen: Zu Artikel 2: Warum müssen die Sklaven/Sklavinnen katholisch getauft werden und bei der Verwaltung gemeldet werden? Zu Artikel 16: Weshalb dürfen die Sklavinnen/Sklaven sich in der Öffentlichkeit frei bewegen? Warum werden so harte Strafen auferlegt? Zu Artikel 23: Warum wird dieses Vergehen so brutal bestraft? Diskutiert über möglichr Gründe und haltet eure Ergebnisse schriftlich fest. Zu Artikel 28: Erkläre dieses dreistufige Strafverfahren. 21.4.2 «Code noir» 3 Fragen zu den Quellen: Hier sei noch angemerkt, dass die Strafen, die im Artikel 38 des französischen «Code noir» entnommen waren, jenen entsprachen, die schon seit dem 16. Jahrhundert in Spanisch-Amerika üblich waren. Zu Artikel 2: Warum müssen die Sklaven/Sklavinnen katholisch getauft werden und bei der Verwaltung gemeldet werden? Frankreich ging es darum, den Katholizismus in seinen Überseekolonien zu unterstützen. Jedoch pflegten sowohl die Sklavenhalter als auch die Sklaven teilweise andere Religionen. Beispielsweise waren sie jüdischen Glaubens, Atheisten, Protestanten oder glaubten an afrikanische Religionen. Die Bekehrung zum Katholizismus galt teilweise auch als Rechtfertigung für die Versklavung der «heidnischen» Menschen. Zu Artikel 16: Weshalb dürfen die Sklavinnen/Sklaven sich in der Öffentlichkeit frei bewegen? Warum werden so harte Strafen auferlegt? Die Sklavenhalter hatten nie genug Aufseher, um die Sklaven/Sklavinnen auf Schritt und Tritt zu überwachen. Trotzdem wollten sie verhindern, dass ihre Sklaven/Sklavinnen sich in der Öffentlichkeit versammelten, um etwaige Aufstände oder Verschwörungen zu organisieren. Zu Artikel 23: Warum wird dieses Vergehen so heftig bestraft? Diskutiert über mögliche Gründe und haltet eure Ergebnisse schriftlich fest. Die Sklavenhalter waren besorgt ihre Autorität zu bewaren. Ein Weisser durfte niemals von einem Schwarzen geschlagen werden, ansonsten war seine Macht und Autorität untergraben. Daher mussten alle Verstösse gegen den Code Noir hart bestraft werden. Zu Artikel 28: Erkläre dieses dreistufige Strafverfahren. Das Bestrafungssystem diente der Machterhaltung der einheimischen Sklavenhaltergesellschaft. Dies geschah durch Gewalt und Terror. Ein Sklave musste in ständiger Angst vor seinem Herren leben. Umkehrt hatten die Sklavenhalter ständige Angst vor ihren Sklaven/Sklavinnen. History Helpline, 2010